Mount McKinley

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Mount McKinley
Mount McKinley

Mount McKinley

Höhe 6194 m oder 6168 m[1]
Lage Alaska, USA
Gebirge Alaskakette
Dominanz 7450 km → Yanamax
Schartenhöhe 6144 m ↓ Rivas (Nicaragua)
Koordinaten 63° 4′ 9″ N, 151° 0′ 28″ W63.069268-151.0077676194Koordinaten: 63° 4′ 9″ N, 151° 0′ 28″ W
Mount McKinley (Alaska)
Mount McKinley
Erstbesteigung 7. Juni 1913 durch Hudson Stuck
Normalweg Hochtour vergletschert
Besonderheiten höchster Berg Nordamerikas, nördlichster Berg der Erde über 5000 m
Spiegelung des McKinley-Massivs im Wonder Lake

Spiegelung des McKinley-Massivs im Wonder Lake

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Der Mount McKinley in Alaska ist mit 6194 Metern Höhe (nach neueren Messungen 6168 Metern Höhe)[1] der höchste Berg Nordamerikas und gehört damit zu den Seven Summits. Er wurde nach dem 25. US-Präsidenten William McKinley benannt.

Ein alternativ verwendeter Name des Berges ist Denali, ein Wort aus dem Athapaskischen, das „der Große“ oder „der Hohe“ bedeutet. Denali ist der offizielle Name des Berges in Alaska, er hat sich in den USA inzwischen im allgemeinen Sprachgebrauch durchgesetzt. Im deutschsprachigen Raum wird meist noch die Bezeichnung Mount McKinley benutzt.

Klima[Bearbeiten]

Der Mount McKinley bildet den höchsten Gipfel der Alaskakette und liegt im nach ihm benannten Denali-Nationalpark. Der Berg gilt als einer der klimatisch extremsten der Erde und wird durch schlechtes Wetter, starke Winde und besonders tiefe Temperaturen charakterisiert. Häufig erreichen orkanartige Stürme mit Windgeschwindigkeiten über 120 km/h den Berg, die sich über den Aleuten gebildet haben und durch pazifische Hochdruckgebiete nach Alaska gelenkt worden sind. In den Wintermonaten senkt sich der etwa 160 km/h schnelle Jetstream über dem Berg ab. In Kombination mit der Höhe des Berges entsteht ein Venturi-Effekt, der die Windgeschwindigkeiten verdoppeln kann.[2][3]

Gerade bei gutem, d. h. wolken- und niederschlagsfreiem Wetter ist es am McKinley besonders kalt. Die Temperatur auf dem Gipfel steigt selten über −15 °C,[4] auch Temperaturen von −30 °C sind in den Höhenlagen keine Seltenheit.[5][6] Eine bis −95 °F (rund −70 °C) kalibrierte, selbstaufzeichnende Minimum-Messstation war zwischen 1913 und 1923 auf etwa 15.000 Fuß (rund 4570 Meter) Höhe platziert und die Auswertung ergab einen Kälterekord unterhalb ihres kalibrierten Messbereichs. Eine anschließende Laboruntersuchung ergab, dass das Gerät funktionierte und der aufgezeichnete Kälterekord bei etwa −100 °F (rund −73 °C) lag.[7] Da am Berg meist starke Winde herrschen, ist die gefühlte Temperatur durch Windchill noch deutlich niedriger.[8] Die Klettersaison ist zwischen April und Juli.[2][3]

Geschichte[Bearbeiten]

Denali

Die erste dokumentierte Bezugnahme auf den Mount McKinley findet sich in den Aufzeichnungen des britischen Entdeckers George Vancouver aus dem Jahr 1794. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Besteigungsversuche unternommen. Als Erste erreichten der amerikanisch-britische Forscher Hudson Stuck und der Alaskaner Henry Peter Karstens, sowie die Athabasca Indianer Walter Harper und Robert Tatum am 7. Juni 1913 den Gipfel. Stucks Landsmann Frederick Cook hatte zwar behauptet, schon sieben Jahre zuvor auf dem Mount McKinley gestanden zu haben, dies wurde jedoch widerlegt.[9][10]

Den ersten dokumentierten Versuch einer Besteigung hatte im Jahr 1903 James Wickersham über die Nordwand unternommen, die inzwischen nach ihm Wickersham Wall benannt wurde. Diese Route gilt als extrem gefährlich und wurde erst 1963 erfolgreich durchstiegen. Ein langjähriger Erforscher dieses Berges war Bradford Washburn, der 1960 eine Karte im Maßstab 1:50.000 erstellte. 1967 hat der Dokumentarfilmer Martin Schliessler den Berg in Begleitung eines Teams um Ray Genet bestiegen, wobei Schliessler die ganze Besteigung per Film festhielt. Es gilt seither als das ausführlichste Filmdokument einer Bergbesteigung. Kurz vor Erreichen der Spitze kehrte Genet aber um.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Dow Scoggins: Discovering Denali: A Complete Reference Guide to Denali National Park and Mount McKinley, Alaska. iUniverse, 2004, ISBN 0-595-29737-4 (Auszugsweise online bei Google Books, abgerufen am 16. Oktober 2010).
  •  Bradford Washburn, David Roberts, Roberts Washburn: Mount McKinley: The Conquest of Denali. Harry N. Abrams, 2000, ISBN 0-8109-8194-7.
  •  Tom Walker: The Seventymile Kid. Mountaineers Books, 2013, ISBN 978-1-59485-729-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mount McKinley – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Mount McKinley: Höchster Berg der USA verliert 26 Meter, Spiegel Online, 12. September 2013
  2. a b  R. J. Secor: Denali Climbing Guide. Stackpole Books, 1998, ISBN 9780811727174, S. 22 ff. (Auszugsweise online bei Google Books, abgerufen am 19. Oktober 2010).
  3. a b  Dow Scoggins: Discovering Denali: A Complete Reference Guide to Denali National Park and Mount McKinley, Alaska. iUniverse, 2004, ISBN 0-595-29737-4, S. 155 (Auszugsweise online bei Google Books, abgerufen am 19. Oktober 2010).
  4. Mount McKinley, Alaska. In: Peakbagger.com. Abgerufen am 18. Oktober 2010 (englisch).
  5. McKinley - Climate and Flora/Fauna. In: abc-of-mountaineering.com. Abgerufen am 23. August 2010 (englisch).
  6. Practical hints for organizing your own trip. Part 1: Climbing Denali (Mount Mc.Kinley), Alaska. Abgerufen am 18. Oktober 2010 (englisch).
  7. Climate of Mount McKinley National Park. In: Internetseiten des National Park Service. Abgerufen am 23. August 2010 (englisch).
  8. Current Climbing Activity. In: Internetseiten des National Park Service. Abgerufen am 18. Oktober 2010 (englisch).
  9. McKinley - Climbing History. In: abc-of-mountaineering.com. Abgerufen am 23. August 2010 (englisch).
  10. Historical Timeline. In: Internetseiten des National Park Service. Abgerufen am 23. August 2010 (englisch).