Mousse T.

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Mousse T. (links) in der Mannheimer Popakademie

Mousse T. (* 2. Oktober 1966 in Hagen (Westfalen); eigentlich Mustafa Gündoğdu) ist ein deutsch-türkischer Musikproduzent. „Mousse T.“ ist die Aussprache des Spitznamens Musti (abgeleitet von Mustafa) in französischer (Mousse) bzw. englischer Schreibweise (T).

Peppermint Pavillon von Mousse T.

Leben[Bearbeiten]

Gündoğdu, Sohn eines türkischen Arztes, entdeckte schon zu Schulzeiten sein Talent am Keyboard. 1987 bestand er das Abitur am Kurt-Schwitters-Gymnasium in Hannover-Misburg.[1] [2] Er spielte zusammen mit seinem heutigen Geschäftspartner Errol Rennals und dessen Bruder Delroy Rennals (später Rapper bei Mr. President) in der lokalen Band Fresh & Fly. Gleichzeitig betrieb er mit Ralf Droesemeyer (heute Mo'Horizons) ein kleines Studio (Chocolate Factory) und tourte als DJ durch die Clubs, mischte die Musik fast komplett neu ab und schnitt sie auf die Interessen der jeweiligen Zielgruppen zu. Bald produzierte er seine eigenen Stücke und ist seit 1993 Mitinhaber des Plattenlabels Peppermint Jam. Es hat seinen Sitz im Peppermint Pavillon, den Mousse T. nach der Expo 2000 erwarb. Das Gebäude befindet sich im Expo Park Hannover auf dem ehemaligen hannoverschen Weltausstellungsgelände. Hier beschäftigt das Label als mittelständische Firma 20 Festangestellte.

Die Stilrichtung seiner Produktionen ist hauptsächlich cluborientierte Popmusik mit starken Elementen von Jazz und Soul, was sich auch in der Auswahl seiner Gesangspartner (u. a. Emma Lanford und Andrew Roachford) widerspiegelt.

Er machte sich zunächst als Remixer einen Namen. Musikgrößen wie Michael Jackson (Ghosts)[3] , Quincy Jones, Gloria Estefan, Backstreet Boys, Simply Red (Angel & Your eyes), No Angels (Let's go to bed), Fine Young Cannibals (Johnny)[4] oder Moloko (Sing it back) ließen Lieder von ihm remixen.[5] International ist Mousse T. vor allem in den USA mit Remixen für Künstler wie Timbaland und Missy Elliott sehr erfolgreich.

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles
Horny '98 (Mousse T. vs Hot 'N' Juicy)
  DE 28 25.05.1998 (15 Wo.)
Sex Bomb (Tom Jones & Mousse T.)
  DE 3 24.01.2000 (17 Wo.)
Fire (Mousse T feat. Emma Lanford)
  DE 73 27.05.2002 (3 Wo.)
Let's Go To Bed (No Angels in Bed with Mousse T.)
  DE 12 18.11.2002 (9 Wo.)
Is It 'Cos I'm Cool? (Mousse T feat. Emma Lanford)
  DE 33 01.03.2004 (3 Wo.)
Pop Muzak (Mousse T. with Roachford)
  DE 26 30.08.2004 (4 Wo.)
Right About Now (Mousse T feat. Emma Lanford)
  DE 47 14.02.2005 (9 Wo.)
Horny As A Dandy (Mousse T vs. The Dandy Warhols)
  DE 40 31.03.2006 (9 Wo.)
All Nite Long (D.I.S.C.O.) (Mousse T. & Suzie)
  DE 71 05.10.2009 (1 Wo.)
[6]

Den Durchbruch hatte Mousse T. 1998 mit seiner Hitsingle Horny, mit der er international großen Erfolg feierte und auch heute noch mit zahlreichen Remixen und Neuauflagen feiert. Mit der Single Sex Bomb, die er 1999 exklusiv für Tom Jones schrieb, schaffte Mousse T. auch die internationale Anerkennung als Songwriter und Musikproduzent.

Von 2003-2005 wurde am Schauspielhaus Hannover eine Bearbeitung von Alice im Wunderland gegeben, zu der Mousse T. und Sven Kaiser die Musik schrieben. 2007 schrieb Mousse T. die Filmmusik für die Bernd Eichinger Produktion Pornorama (Regie: Marc Rothemund). Die O.S.T.-CD wurde unter dem Pseudonym The Moussekateers veröffentlicht.

2007 gründete Peppermint JAM mit dem niedersächsischen privaten Rundfunksender radio ffn ein digitales Radioprogramm, welches in Anlehnung an das Label PEPPERMINT fm heißt. Empfangen werden konnte das Programm über Satellit (Astra 19,2° Ost) - seit Juli 2010 nur noch von der Website. Das Programm startete am 24. September 2007 mit einer Mischung aus Soul-, Funk-, R´n´B- und Housemusik. Für das digitale Radio PEPPERMINT fm moderiert Mousse T. regelmäßig eine Talkrunde mit Musikern, Schauspielern oder Politikern mit Themen rund um Kultur und Musik.

Der deutsche Pop-Art Künstler Werner Berges gestaltete das Cover von Gourmet de Funk. Mousse T. singt den Titelsong der 9. Staffel von Big Brother. Er heißt „Everybody″.

Am 23. Februar 2012 nahm der Künstler an der Gedenkfeier für Opfer des Rechtsextremismus im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt teil und führte mit der Sängerin Sharon Phillips John Lennons Imagine vor.[7]

Vom 11. bis zum 25. April 2012 war er der Jurypräsident in der von Linda de Mol moderierten Sat.1-Talent-Game-Show The Winner is ....

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1998: Grammy-Nominierung in der Kategorie „Bester Remixer“ als erster Europäer.
  • 2002: Eins Live Krone als „Bester DJ“
  • 2005: Sonderpreis des Praetorius Musikpreises
  • 2005: Echo-Nominierung als „Bester Produzent“
  • 2010: Stadtkulturpreis des Freundeskreises Hannover[8]

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1998 − Horny, (Single)
  • 2000 − Sex Bomb, mit Tom Jones (Single)
  • 2002 − Fire, (Single)
  • 2002 − Gourmet de Funk, (Album)
  • 2002 − Let's Go to Bed, mit No Angels, (Single)
  • 2004 − Is it 'cos I'm cool, mit Emma Lanford, (Single)
  • 2004 − Pop Muzak, mit Andrew Roachford (Single)
  • 2004 − Wow, mit Emma Lanford, (Single)
  • 2004 − All Nite Madness, (Album)
  • 2005 − Right About Now, mit Emma Lanford, (Single)
  • 2006 − Horny As a Dandy, versus The Dandy Warhols (Single)
  • 2006 − Start the Fire - Radio Mix, Tarkan (Single)
  • 2007 − Pornorama (Soundtrack)
  • 2007 − Die Zeit ist reif, mit Yvonne Catterfeld (Single)
  • 2007 − Re-orchestrated, mit Emma Lanford, Sharon Phillips,Roachford, Calvin Lynch, Scott Lawton, Deutsches Filmorchester Babelsberg (Album) (iTunes)
  • 2008 − Frauen sind die neuen Männer, mit Die Prinzen (Single)
  • 2008 − Die neuen Männer, mit Die Prinzen (Album)
  • 2009 − Be cool speak Deutsch, mit Die Prinzen (Single)
  • 2009 − Die neuen Männer Premium-Edition, mit Die Prinzen (Album)
  • 2009 − All Night Long (D.I.S.C.O), mit Suzie (Single)
  • 2009 − Everybody/ Big Brother Staffel 9 (Titelsong)
  • 2012 − Mann tut was Mann kann (Soundtrack)
  • 2013 − Heute bin ich blond (Soundtrack)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Welche Schule für mein Kind?, Verlagsbeilage der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 12. Januar 2011, S. 4
  2. Engagement für Schule ohne Rassismus - Schülerin geehrt, Webseite des Kurt-Schwitters-Gymnasiums, abgerufen am 14. Januar 2011
  3. [1] Star-Information auf Viva TV
  4. [2] Starporträt auf Laut.de
  5. [3] echo-fm 88,4 der Uni Freiburg
  6. Chartquellen: Deutschland / Deutschland/ Deutschland
  7. [4] Zeitungsartikel "Mit der Kraft der zwei Herzen" von Silke Janovsky vom 23. Februar 2012, "Frankfurter Rundschau"
  8. Stefanie Kaune: Botschafter und engagierter Bürger in einem, in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 23. März 2010, S. 15