Museumsstraßenbahn

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Das Wort Museumsstraßenbahn ist – wie das Wort Straßenbahn – in der Umgangssprache doppeldeutig und bezeichnet sowohl einen Straßenbahnbetrieb mit Museumsfahrzeugen als auch einen historischen Straßenbahnwagen.

Die Straßenbahn oder die Tram (in der Schweiz: das Tram) gibt es in Deutschland seit 1865, zunächst als Pferdebahn, später auch als Dampfstraßenbahn und ab 1881 als elektrische Bahn. Straßenbahnen trugen bis in die 1930er Jahre in allen großen und vielen kleineren Städten die Hauptlast des Personenverkehrs. Als wichtiger Faktor städtischer Entwicklung und als Zeugnis regionaler Geschichte wird daher auch Straßenbahngeschichte museal aufbereitet und werden historische Straßenbahnwagen museal erhalten, bei Straßenbahnmuseen oder Museumsstraßenbahnen, in Museumssammlungen, als Einzelfahrzeuge oder Denkmäler.

Der Ebbelwei-Expreß, eine Museumsstraßenbahn in Frankfurt am Main
C- D- und F-Triebwagen in der Westhalle des Verkehrsmuseums in Schwanheim
Der 2009 restaurierte O-Wagen 110 der Frankfurter Straßenbahn bei einer Sonderfahrt am 15. April 2009

Typisierung[Bearbeiten]

Museumssammlungen[Bearbeiten]

Museumssammlungen sind Sammlungen von Straßenbahn-Trieb- und Beiwagen und anderen Exponaten, die nicht immer öffentlich zugänglich und durchaus auch ohne eigene Ausstellung hinterstellt sind – z. B. als Teil eines Museums oder als Teil der Fahrzeugsammlung einer Museumsbahn.

Nahezu alle Straßenbahnbetriebe besitzen Museumswagen. Lediglich die größeren oder ehemals großen Betriebe besitzen umfangreichere Sammlungen mit mehreren Fahrzeugen, die verschiedene Zeitabschnitte der Verkehrsgeschichte dokumentieren.

In Deutschland besitzen die Berliner Verkehrsbetriebe BVG die größte und reichhaltigste regionale Sammlung, mit der die Straßenbahn in Berlin von der ersten Pferdebahn (1865) über die Vielzahl einzelner ehemals selbständiger Straßenbahnen 'Groß-Berlins' und über die unterschiedliche Entwicklung in der geteilten Stadt bis in die 1990er Jahre gezeigt werden kann. In Österreich ist die Sammlung der Wiener Verkehrsbetriebe vergleichbar, mit Fahrzeugen von der Pferdebahn über Dampftramway, Wiener Stadtbahn bis zu den Gelenkwagen der 1960er-Jahre, ergänzt um Oberleitungsbusse und Omnibusse. Der Bereich Tirol, sowohl was das heutige Nord- und Südtirol, als auch Teile des Trentino betrifft, wird durch die Sammlungen der Tiroler MuseumsBahnen in Innsbruck abgedeckt. In deren Fahrzeug- und Fotosammlungen und Planarchiven sind diese zum Teil in der altösterreichischen kuk Vergangenheit entstandenen Bahnen dokumentiert.

Überwiegend handelt es sich um lokal oder regional ausgerichtete Sammlungen. Die einzig nationale Museumssammlung in Deutschland wird vom Hannoverschen Straßenbahn-Museum unterhalten und stellt die Straßenbahnentwicklung von der Pferdebahn bis zu den Großraum- und Gelenkwagen der 1960er Jahre dar.

Museumsstraßenbahnen[Bearbeiten]

Museumsstraßenbahnen bieten als Museumsbahnen regelmäßigen Fahrbetrieb mit historischen Fahrzeugen auf noch öffentlich genutzten oder nur mehr im Museumsbetrieb befahrenen Strecken. Der Fahrbetrieb läuft nach Fahrplan auf festen Oldtimer-Linien, wie in Stuttgart, Frankfurt am Main (siehe Ebbelwei-Expreß und Lieschen (bis 2013)[1]), Nürnberg oder Zürich (siehe Tram-Museum Zürich), in Form von Stadtrundfahrten, wie in Düsseldorf, Wien und Innsbruck, oder auf eigenen Museumsstrecken, so in Schönberg b. Kiel auf der Strecke des Vereins Verkehrsamateure und Museumsbahn, den Strecken des Hannoverschen Straßenbahn-Museums in Sehnde b. Hannover und der Bergischen Museumsbahnen Wuppertal-Kohlfurt. Ein seltener Fall ist die Errichtung einer kompletten Neubaustrecke, wie im steirischen Mariazell.

Straßenbahnmuseen[Bearbeiten]

Straßenbahnmuseen präsentieren als Museen Teile ihrer Sammlung – Fahrzeuge und / oder andere Exponate zur Straßenbahngeschichte – in ständigen Ausstellungen. Das Spektrum reicht dabei von kleinen Ausstellungsräumen – wie in Mannheim, über abgetrennte Bereiche in noch genutzten Betriebshöfen – wie in Bremen, bis zu eigenständigen kleineren und größeren Museumshallen auf ehemaligen Betriebshöfen – z. B. in Chemnitz, Dresden, Frankfurt, Leipzig, Stuttgart, Köln, Nürnberg oder Innsbruck. Das größte Museum dieser Art ist nach Eigenangaben das Verkehrsmuseum Remise in Wien.

Fast alle Museen mit eigenen Fahrzeugen bieten auch Museums-Fahrbetrieb an, eine Minderheit präsentiert bisher eine ausschließlich stationäre Ausstellung historischer Fahrzeuge. Die Aufarbeitung einzelner Museumsexponate ist aber vorgesehen. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main bietet bei einmaligen oder regelmäßigen Veranstaltungen wie dem Deutschen Turnfest 2009, der Nacht der Museen oder dem Tag der Verkehrsgeschichte Planbetrieb mit betriebsfähigen historischen Fahrzeugen an.

Teil solcher Ausstellungen sind manchmal Modellbau-Anlagen des früheren Betriebs, zum Teil in der Modul-Bauweise.

Entwicklung in Deutschland[Bearbeiten]

Frühphase[Bearbeiten]

Schon vor dem Ersten Weltkrieg und verstärkt in den 1920er Jahren bewahrten einige Verkehrsbetriebe ältere Bahnen als Museumsfahrzeuge auf, z. B. in Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Hannover und Leipzig. In Nürnberg wurde bereits 1903 damit begonnen, historische Wagen und Exponate in einem nichtöffentlichen Straßenbahnmuseum der Nachwelt zu erhalten. Sogar der Restaurierung wandte man sich dort schon früh zu: Im Jahr 1909 wurde der erste Pferdebahnwagen restauriert und ist bis heute erhalten. Es waren vor allem einzelne Verantwortliche in Verkehrsbetrieben, die sich für den Erhalt historischer Straßenbahnen einsetzten – schieden diese Personen aus dem Unternehmen aus, waren auch die Fahrzeuge gefährdet.

Soweit bekannt, wurden die vorhandenen historischen Fahrzeuge kaum durch den Zweiten Weltkrieg betroffen, in den 1950er und 1960er Jahren wurden jedoch einige bereits als Museumsbahnen erhaltene Wagen mangels Interesse durch Verkehrsbetriebe verschrottet (so bei der Rheinbahn AG Düsseldorf). In Hannover hingegen gab es in den 1950er Jahren ein kleines, allerdings nichtöffentliches Straßenbahnmuseum mit historischen Fahrzeugen und weiteren Exponaten, das aber nach einigen Jahren wieder aufgegeben wurde.

Seit den 1960ern[Bearbeiten]

Private Initiativen und Vereine entstanden vor allem ab Ende der 1960er Jahre, zumeist lose oder enger angelehnt an die örtlichen Verkehrsbetriebe. Die meisten Initiativen schlossen sich eng an Verkehrsbetriebe an und bemühten sich, historische Bahnen vor Ort zu erhalten. Der Verkehrsbetrieb konnte fortan durch die ehrenamtliche Betreuung der Fahrzeuge von einem Teil der Kosten befreit werden. Vielerorts konnten nicht nur die vorhandenen Fahrzeuge vor der Verschrottung bewahrt, sondern weitere Bahnen wieder zurückgeholt und restauriert werden. Aber generell blieben die Fahrzeuge, speziell die betriebsfähigen Bahnen, im Besitz der Verkehrsunternehmen. Sehr erfolgreiche Initiativen bildeten sich in Stuttgart, dort wurde 1989 das "Straßenbahnmuseum Gerlingen" eröffnet, das 1995 nach Zuffenhausen in ein wesentlich größeres Areal umziehen konnte, und in Nürnberg, wo sich seit 1985 das "Historische Straßenbahndepot" befindet. Die beiden schon etwas größeren Museen werden von privaten, den jeweiligen Verkehrsbetrieben aber nahestehenden Vereinen betrieben.

Zunächst angeschlossen an, aber später weitgehend unabhängig von Verkehrsbetrieben entstanden ehrenamtliche Initiativen in Hamburg – aus der später der Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn e.V. hervorging, in Hannover, aus der das Deutsche Straßenbahnmuseum Hannover e.V. entstand, und in Wuppertal, die späteren Bergischen Museumsbahnen Wuppertal e.V. Waren die übrigen Unternehmungen am Erhalt lokal bedeutender Fahrzeuge interessiert, so bildeten diese drei Vereine überregionale Sammlungen: Der VVM in Schönberg b. Kiel mit dem Schwerpunkt Hamburg / Schleswig-Holstein, die BMB mit einer Sammlung aus der Region Rhein-Ruhr-Wupper und lediglich das DSM mit einer nationalen Sammlung aus allen Teilen West-Deutschlands.

Verrottende Reste in Schönau 1995

Verschiedene Initiativen scheiterten im Laufe der Zeit – an mangelndem Interesse von Gemeinden, an Auseinandersetzungen innerhalb der Initiative oder mit den Verkehrsunternehmen, oder auch an einer Selbstüberschätzung der Verantwortlichen.

Die Museen in Viernheim und Kassel wurden durch die Verkehrsbetriebe aufgelöst, die die Flächen anderweitig benötigten bzw. verkauften. Am spektakulärsten war 1986 der Konkurs des Deutschen Straßenbahnmuseums mit einer Sammlung von über 300 Fahrzeugen, zuzüglich Omnibussen, Oberleitungsbussen und Kommunalfahrzeugen – die größte Straßenbahnsammlung der Welt. 1987 übernahm der Verein Hannoversches Straßenbahn-Museum e.V. in Wehmingen bei Hannover die Fahrzeuge, seither entsteht aus dem ehemals nahezu schrottreifen Wagenpark ein nationales Straßenbahnmuseum, nach 1990 ergänzt um Fahrzeuge aus der DDR.

Die aktuelle Situation in Deutschland[Bearbeiten]

Heute werden fast alle historischen Bahnen bei Verkehrsbetrieben von ehrenamtlichen Mitarbeitern oder Vereinen betreut – jedoch in sehr unterschiedlicher Ausprägung. Dürfen manche Vereine 'ihre' Bahnen nur pflegen, so sind sie in anderen Betrieben maßgeblich an der Aufarbeitung der Fahrzeuge beteiligt und führen auch den Fahrbetrieb ehrenamtlich durch.

Ideenreichtum bei der Vermarktung der Wagen und Museen kann zumindest einen Teil der Kosten wieder erwirtschaften – so in Magdeburg durch Stadtrundfahrten mit Kleinkunst und Theater an Bord – eine rein statische Ausstellung wie in Frankfurt ist entsprechend schwieriger zu vermarkten. Innerstädtische Tunnelstrecken, Hochbahnsteige und Umspurungen schränken jedoch in vielen westdeutschen Städten die Routenwahl für Stadtrundfahrten mit historischen Straßenbahnen immer mehr ein und machen diese mitunter sogar unmöglich.

Die bestehenden Museen und Sammlungen scheinen auf absehbare Zeit gesichert zu sein, langfristig wird der sich auf die Verkehrsunternehmen auswirkende Kostendruck jedoch manchen Museumswagen und auch manches Museum gefährden. In München ist zwar ein weiteres Straßenbahnmuseum in Vorbereitung, aber weitere neue Projekte sind kaum mehr denkbar. Verschiedene Verkehrsbetriebe möchten sich von einigen ihrer Museumswagen trennen. Die Vereine leiden teilweise unter Nachwuchsmangel. Die Fusionen im Verkehrsmarkt und die Öffnung für die Europäische Konkurrenz lassen zumindest Zweifel aufkommen, ob in Deutschland noch lange so viele Museumswagen wie heute fahren werden.

Überregionale Straßenbahnmuseen und Museumsstraßenbahnen[Bearbeiten]

Das HSM unterhält ein Straßenbahnmuseum und Museumsfahrbetrieb auf dem Gelände eines ehemaligen Kalibergwerks südöstlich von Hannover. Die Museumssammlung besteht aus Fahrzeugen aus allen Teilen Deutschlands, bereichert durch einige ausländische Museumswagen. Zusätzlich gibt es eine Modulanlage/Modellstraßenbahn, deren Ursprünge in Hamburg zu finden sind.

Der VVM betreibt ein kleines Eisenbahnmuseum in Aumühle bei Hamburg und unterhält eine Museumseisenbahn und eine Museumsstraßenbahn in Schönberg nördlich Kiel. Die Straßenbahnsammlung besteht aus Fahrzeugen aus Schleswig-Holstein und Hamburg, gefahren wird mit Normalspur und 1100-mm-Spur.

Die BMB betreiben eine 3,2 km lange Museumsstraßenbahn auf einem Teil der ehemaligen Wuppertaler Straßenbahnlinie 5 (Elberfeld-Solingen). Die Fahrzeugsammlung besteht aus Meterspur-Straßenbahnen aus der Region Rhein-Ruhr-Wupper.

Die Fahrzeugsammlung besteht aus Normalspur-Straßenbahnen und einigen alten Bussen aus dem Raum Dortmund. Auf einer ca. 6 km langen Strecke aus ehemaligen Zechen- und Industriegleisen findet Museumsfahrbetrieb statt. Da die Strecken nicht elektrifiziert sind, werden die Straßenbahnen durch angehängte Generatorwagen mit Strom versorgt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lieschen sagt leise Adieu, zugegriffen am 27. März 2014