Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise

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Lage des Nationalparks (orange) in Italien

Der Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise (italienisch Parco nazionale d’Abruzzo, Lazio e Molise) ist ein Nationalpark in Italien. Er hat eine Fläche von 50.683 ha.

Zu etwa drei Vierteln liegt er in der Provinz L’Aquila in den Abruzzen, das verbleibende Viertel verteilt sich auf die Provinzen Frosinone in Latium und Isernia in Molise. Die Nationalparkverwaltung befindet sich in Pescasseroli in der Provinz L’Aquila. Der Abruzzen-Nationalpark ist der älteste Nationalpark in den Apenninen und hat für den Schutz von bedrohten Tierarten wie Wolf oder Braunbär eine wichtige Rolle gespielt. Der größte Teil des Parks ist bewaldet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Von 1872 an gibt es Informationen, dass in der Gegend des heutigen Nationalparks ein königliches Jagdgebiet lag. Die Gründung des Nationalparks war 1923. 25 Gemeinden in 3 Provinzen liegen in dem Gebiet. 1980 wurde der Park in vier Zonen unterschiedlichen Naturschutzes und Siedlungsentwicklung eingeteilt.

Geographie[Bearbeiten]

Die höchsten Berge im Park sind der Monte Petroso mit 2247 und der Monte Marsicano mit 2242 Metern Höhe. Der „wahre Herrscher“ des Parks ist jedoch der Monte la Meta.

Die größten Flüsse des Parks sind der Sangro und der Diavolo. An der Parkgrenze fließen außerdem der Melfa, Giovenco und der Volturno. Außerdem gibt es im Park eine Reihe interessanter natürlicher Seen: Lago Vivo, Lago Pantianiello und der Lago di Scanno. Im Inneren des Parks befindet sich das Feuchtgebiet des Lago di Barrea, ursprünglich künstlich angelegt.

Fauna[Bearbeiten]

italienischer Apennin-Wolf (Canis lupus italicus)

Die herausragende Attraktion des Parks ist der Braunbär (Ursus arctos marsicanus). Bis vor einigen Jahren waren die Braunbären hier vom Aussterben bedroht. Derzeit leben im Park laut offiziellen Angaben etwa hundert Bären. Italienische Biologen schätzen jedoch, dass die Population aus nicht mehr als dreißig Individuen besteht.

Außer Bären gibt es im Park noch eine Reihe anderer großer Wildtiere, beispielsweise etwa 40 Wölfe. Weitere Tierarten sind die Wildkatze, der Otter, der Marder, der Steinmarder, das Wildschwein, das Stachelschwein und der Dachs, sehr selten sind Luchse. Oft zu sehen sind Füchse, Hasen, Maulwurf, Igel, Wiesel. Recht häufig sind auch Siebenschläfer und Eichhörnchen.

In den Waldgebieten finden sich dank einer Wiederansiedlung Rothirsche und Rehe. In den höher gelegenen Gebieten oberhalb der Wälder finden sich kleine Populationen der Abruzzengämse. Im Nationalpark vorkommende Vogelarten sind unter anderem Steinadler, Habicht, Mäusebussard, Uhu und Waldkauz.

Flora[Bearbeiten]

Im Frühjahr und Sommer blühen auf den Wiesen Veilchen, Krokusse, Soldanelle, Enziane, Lilien, Anemonen, Primeln, Ranunkeln und viele andere Pflanzenarten.

Zugang[Bearbeiten]

Den leichtesten Zugang zum Park bietet der Ort Pescasseroli in der Provinz L’Aquila.

Gemeinden[Bearbeiten]

Der Park liegt auf dem Gebiet von 25 Gemeinden in drei Provinzen:

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Pferdetouren
  • Trekking
  • Fahrradtouren
  • Kanu
  • Vogelbeobachtung
  • Langlauf und Ski-alpin

Literatur[Bearbeiten]

  •  Benno F. Zimmermann: Berge und Bären. Der Abruzzen Nationalpark und seine Schätze. In: Nationalpark. Nr. 139, 2008, S. 8-13.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

41.76414183333313.868866Koordinaten: 41° 45′ 50,9″ N, 13° 52′ 7,9″ O