Nonnweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Nonnweiler
Nonnweiler
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nonnweiler hervorgehoben
49.6092646.967306414Koordinaten: 49° 37′ N, 6° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Landkreis: St. Wendel
Höhe: 414 m ü. NHN
Fläche: 66,71 km²
Einwohner: 8730 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 131 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 66616–66620
Vorwahlen: 06873, 06875 (Primstal)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WND
Gemeindeschlüssel: 10 0 46 115
Gemeindegliederung: 8 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Triererstr. 5
66620 Nonnweiler
Webpräsenz: www.nonnweiler.de
Bürgermeister: Franz-Josef Barth (parteilos)
Lage der Gemeinde Nonnweiler im Landkreis St. Wendel
Nonnweiler Nohfelden Freisen Tholey Oberthal (Saar) Marpingen Namborn St. Wendel Rheinland-Pfalz Landkreis Merzig-Wadern Landkreis Saarlouis Landkreis NeunkirchenKarte
Über dieses Bild

Nonnweiler ist die nördlichste Gemeinde des Saarlandes und liegt rund 30 km südöstlich von Trier. Ihr gehören die Ortschaften Bierfeld, Braunshausen (mit Mariahütte), Kastel, Nonnweiler, Otzenhausen, Primstal, Schwarzenbach und Sitzerath an. Nonnweiler ist ein Heilklimatischer Kurort.

Geographie[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet wird von der Prims durchflossen, die im Ortsteil Nonnweiler zur Primstalsperre aufgestaut ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Der erste schriftliche Hinweis auf Nonnweiler befindet sich auf dem im Besitz der Pfarreiengemeinschaft befindlichen „Hubertushorn“ und datiert auf 1182. Der sich in Form der 1516 erstmals erwähnten Hubertusbruderschaft manifestierende Hubertuskult ging einher mit der Entwicklung von Nonnweiler zum Wallfahrtsort. Wallfahrer waren die mit dem Hubertusschlüssel von der „Hundswuth“ Geheilten. Die Hubertusbruderschaft wurde 1759 durch eine Ablassbulle des Papstes beurkundet. 1828 wurde die Anwendung des Hubertusschlüssels sowie die Wallfahrt nach Nonnweiler vom bischöflichen Generalvikariat verboten.[2] Aus dem Amt Nonnweiler entstand am 1. Januar 1974 die Gemeinde Nonnweiler mit den Orten Bierfeld, Braunshausen, Kastel, Otzenhausen, Primstal, Schwarzenbach und Sitzerath.[3]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1974–1984: Edmund Becker (Primstal), CDU
  • 1984–1989: Egon Meyer (Primstal), SPD
  • 1989–2003: Dieter Keller (Schwarzenbach), SPD
  • 2003–2011: Hans-Uwe Schneider (Otzenhausen), CDU
  • seit dem 1. Oktober 2011: Franz-Josef Barth (Braunshausen), parteilos

Die ersten vier Bürgermeister wurden durch den Gemeinderat gewählt, die nachfolgenden dann per Personenwahl durch die Bürger.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:

  • CDU: 36,0 % (-10,2 %) - 10 Sitze (-3)
  • SPD: 46,8 % (+2,8 %) - 13 Sitze (+1)
  • FWG: 6,8 % (-1,9 %) - 2 Sitze (±0)
  • FDP: 3,8 % (+2,7 %) - 1 Sitz (+1)
  • Linke: 4,8 % (+4,8 %) - 1 Sitz (+1)
  • Grüne: 1,8 % (+1,8 %) - 0 Sitze

Die CDU verlor ihre bei der Wahl 2004 errungene Position als stärkste Partei im Gemeinderat wieder an die SPD. In den Orten Kastel (-13,3 %), Bierfeld (-10,6 %), Braunshausen (-10 %), Primstal (-14 %) und Sitzerath (-20,5 %) musste die CDU die größten Einbußen hinnehmen, bezogen auf den Gemeinderat. Auch die SPD verlor in einigen Orten leicht an Stimmen, konnte aber im Gegensatz zur CDU, die in allen Orten Wählerstimmen einbüßte, auch Zugewinne verbuchen, wie in Primstal (+8,9 %), Kastel (+6,8 %), Braunshausen (+4,1 %) und Nonnweiler (+1,7 %).

Die Freien Wähler konnten trotz leichter Stimmverluste die 2 Sitze halten. Sie erhielten die meisten Stimmen in Nonnweiler mit 30,8 % sowie in Bierfeld mit 14,4 %.

Die anderen kleineren Parteien profitierten vom Wegfall der Fünf-Prozent-Hürde bei Kommunalwahlen. Die FDP erreichte in Sitzerath mit 22,6 % der Stimmen das beste Ergebnis in einem Ortsteil, auch in Bierfeld schnitt sie mit 4,7 % gut ab.
Die Linke erhielt die meisten Stimmen in Bierfeld mit 7,5 %, in Braunshausen mit 7 % und in Nonnweiler mit 6,6 %. FDP und Linke bekamen somit jeweils einen Sitz im Gemeinderat. Mit der Gründung der AfN (Aktionsgemeinschaft für Nonnweiler), ein Zusammenschluss durch „Die Linke“ und FDP, wurde eine wohl einmalige Fraktion gegründet.

Die Grünen konnten ihr bestes Ergebnis in Nonnweiler mit 4,3 % verzeichnen, auch in Sitzerath erreichten sie 3,2 % der Stimmen. Da sie aber in den übrigen Ortsteilen nur wenige Stimmen erhielten, konnten sie keinen Sitz im Gemeinderat erzielen.

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Landratswahl 2007[Bearbeiten]

Gemeindeergebnis Nonnweiler
Name (Partei) Anzahl Prozent
Udo Recktenwald (CDU) 1395 35,0
Magnus Jung (SPD) 2424 60,7
Kristin Günther (Grüne) 172 4,3
Wahlberechtigte: 7520
Wahlbeteiligung: 4094 54,4
ungültige: 103 2,5
gültige: 3991 97,5

Am 1. Juli 2007 wurde Udo Recktenwald (CDU) zum neuen Landrat für den Landkreis St. Wendel gewählt. In der Gemeinde Nonnweiler erzielte der aus Kastel stammende Magnus Jung die meisten Stimmen, in seinem Heimatort eindrucksvolle 79,2 %. Er erhielt die Mehrheit der Stimmen in allen Orten außer Sitzerath.

Auffallend niedrig war die Wahlbeteiligung im Ortsteil Nonnweiler mit nur 39,6 %, hier gingen nur 362 von 914 Wahlberechtigten zur Wahl. Die höchste Wahlbeteiligung gab es in Kastel mit 72,2 %.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Einer der größten Hersteller für Tiefkühlpizzen in Europa, die Wagner Tiefkühlprodukte GmbH, hat in Nonnweiler ihren Sitz und beschäftigt dort ca. 1100 Mitarbeiter. Daneben ist der Kurbetrieb ein wichtiger Wirtschaftszweig im Ort.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist über die Bundesautobahnen 1 (HeiligenhafenSaarbrücken) und die 62 (Nonnweiler Pirmasens), sowie die Bundesstrasse 52 (E 44) an das überregionale Straßennetz angebunden. Die BAB 1 bedient innerhalb der Gemeinde vier Anschlussstellen: Nonnweiler-Bierfeld (135), Nonnweiler-Otzenhausen (136), Nonnweiler-Braunshausen (137) und Nonnweiler-Primstal (138). Das Dreieck Nonnweiler verbindet die BAB 1 und BAB 62. Die „Eichenlaubstrasse“ läuft durch mehrere Ortsteile der Gemeinde.

Freizeit[Bearbeiten]

Im Ortsteil Braunshausen befindet sich das Freizeit- und Wintersportzentrum Peterberg. Im Sommer kann die mit 1,8 Kilometern längste südwestdeutsche Sommerrodelbahn, sowie andere Freizeiteinrichtungen wie ein benachbartes Rutschenparadies oder ein Bungee-Trampolin, genutzt werden.

Im Winter wird auf dem Peterberg vor allem die 370 Meter lange und 60 Meter breite Skipiste für den Wintersport genutzt. Die Piste hat einen Höhenunterschied von 63 Metern. In der Nähe befindet sich außerdem eine 330 Meter lange Schlittenbahn.

Religion[Bearbeiten]

Hochwalddom'' in Nonnweiler

Im Ortsteil Mariahütte steht eine evangelische Kirche, 1956 erbaut nach Plänen von Baurat Vogel. In jedem anderen Ortsteil gibt es eine römisch-katholische Kirche, wobei nur noch die in Primstal und Nonnweiler Pfarrkirchen sind. In Schwarzenbach wird die Kirche sowohl von Katholiken als auch Protestanten genutzt. Hier werden noch heute die alten Zugehörigkeiten sichtbar, da die Bewohner des Unterdorfs zu der protestantischen Herrschaft Eberswald gehörten, während das Oberdorf überwiegend von Untertanen des Erzstiftes Trier bewohnt wurde und die Einwohner daher katholisch blieben.

„Strukturplan 2020“[Bearbeiten]

Am 28. Juni 2007 hat Bischof Reinhard Marx den „Strukturplan 2020“ in Kraft gesetzt. Dadurch wird die Pfarreienlandschaft im Bistum Trier neu geordnet. Dieser Strukturplan sieht Primstal als Dienstsitz des Pfarrers und des Pfarramtes ab 2011 vor.

Diese Entscheidung stieß bei den Pfarrgemeinderäten von Nonnweiler-Bierfeld, Otzenhausen und Sitzerath und in der Bevölkerung dieser Orte auf heftigen Protest.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Nonnweiler liegt am Saarland-Rundwanderweg.

Talsperre Nonnweiler

Museen[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Reinhold Weiler (1907–1995), Braunshausen, Schreinermeister, Unternehmer und Gründer der R. Weiler Küchenmöbelfabrik GmbH (1977)
  • Alois Kasper, Primstal, Unternehmer und Gründer der Alois Kasper Aufzugfabrik (1983)
  • Karl Diehl, Nürnberg, Unternehmer und Gründer der Firma Diehl, heute Diehl Defence (1985)
  • Ernst Wagner (1929–1999), Braunshausen, Unternehmer und Gründer der Wagner Tiefkühlprodukte GmbH, Träger des Bundesverdienstkreuzes (1994)
  • Egon Meier, Otzenhausen, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde (1995)
  • Eheleute Annette (geb. Wagner [4]) und Gottfried Hares, Braunshausen, Unternehmer und Geschäftsführer der Wagner Tiefkühlprodukte GmbH (2014) [5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nonnweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Saarland.de – Fläche und Bevölkerung – Stand: 31.12.2012 (Basis Zensus 2011) (PDF; 0,02 MB) (Hilfe dazu)
  2.  Pfarreiengemeinschaft Nonnweiler (Hrsg.): Chronik der Pfarrei „St. Hubertus“ Nonnweiler. Nonnweiler (http://www.pfarreien-nonnweiler.de/homepage.htm).
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 810.
  4. Tochter von Ernst Wagner
  5. Saarbrücker Zeitung, Ausgabe vom 23. März 2014