Nutella

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Nutella im 400-Gramm-Glas

Nutella ist ein süßer Haselnussbrotaufstrich des italienischen Herstellers Ferrero, der in Konsistenz und Geschmack an Nougat erinnert. Er besteht aus Zucker, Pflanzenöl, gerösteten Haselnüssen, Kakao, Milchpulver, Sojalecithin und Vanillin.

Nutella ist heute unter anderem in den meisten Ländern Europas, den USA, Kanada, Mexiko, China, Japan, den Philippinen, Australien, Südafrika und einigen Ländern Südamerikas erhältlich. In Deutschland gibt es Nutella seit 1965.

Geschichte

Das Ferrero-Werk in Stadtallendorf

Entwickelt wurde Nutella 1940 von dem Konditor Pietro Ferrero in Piemont, Italien, der den Brotaufstrich zunächst Pasta gianduja nannte. Vorbild war Nougat (gianduja), eine unter anderem zur Pralinenherstellung verwendete Masse aus Nüssen, Zucker und Kuvertüre. 1951 veränderte Ferrero die Rezeptur zur Supercrema gianduja. Aufgrund eines italienischen Gesetzes, das das Präfix „Super“ in Markennamen verbot, musste der Brotaufstrich 1964 umbenannt werden. Aus Supercrema wurde Nutella, ein Kunstwort aus dem englischen nut (Nuss) und der italienischen weiblichen Verkleinerungsform -ella. Ab 1965 wurde die Creme auch außerhalb Italiens verkauft. Das Design der Gläser stammt von dem 1919 geborenen Italiener Lelo Cremonesi.

Nutella wird seit den 1960er Jahren zentral im mittelhessischen Stadtallendorf, Landkreis Marburg-Biedenkopf, im dortigen Ferrero-Werk hergestellt, das der größte Arbeitgeber des Landkreises ist.[1]

Da Nutella der erste Aufstrich dieser Art war und heute eine marktbeherrschende Stellung hat, ist der Name Nutella in der Alltagssprache zum Gattungsnamen (Deonym) für jede Art von Nuss-Nougat-Creme geworden. Dies ist auch ein Grund dafür, dass viele Konkurrenzprodukte ähnlich klingende Namen verwenden – zum Beispiel: Nusstella und Nutoka.

Rezepturen

Veranschaulichung des Zuckergehalts eines 400-Gramm-Glases Nutella (216 g Zucker ~ 72 Stück Würfelzucker) im Zucker-Museum Berlin

Die Rezeptur ist nicht überall gleich. In Europa wird Nutella nach zwei verschiedenen Rezepturen hergestellt. In Deutschland wird eine Rezeptur vertrieben, die mattglänzend und streichfest ist und einen etwas höheren Kakaogehalt hat. Nutella in anderen Ländern (z.B. Frankreich, Spanien, Italien, den Niederlanden, Belgien, sowie Teilen der Schweiz) ist glänzender und weicher[2] und nach dem in Südeuropa vorherrschenden Geschmack etwas süßer und nussiger.

Je nach Rezeptur beträgt der Energiegehalt je 100 Gramm zwischen 2150 kJ (514 kcal.) und 2282 kJ (547 kcal.).

Auf einem in Deutschland gekauften Glas steht folgende Zutatenbeschreibung: „Zucker, pflanzliches Fett, Haselnüsse (13 %), fettarmer Kakao, Magermilchpulver (7,5 %), Emulgator Sojalecithin, Vanillin“.

Da die Zutaten laut Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung nach Anteil geordnet angegeben werden, liegt folglich der Kakaoanteil zwischen 7,5 % und 13 %. Die unterschiedliche Konsistenz von Nutella ist unter anderem auf die unterschiedlichen Brotsorten in den jeweiligen Ländern zurückzuführen.[3]

In Österreich ist die Rezeptur wie folgt (siehe Aufdruck des 750-g-Glases): „Zucker, pflanzliches Öl, Haselnüsse 13 %, fettarmer Kakao 7,4 %, Magermilchpulver 5 %, Molkenpulver, Emulgator Sojalecithin, Aroma“.

Der Haselnussanteil von 13 % bei Nutella ist im Vergleich mit einigen Konkurrenzprodukten geringer (zum Beispiel liegt er bei Nudossi bei 36 %).

Werbung

Mit der Marke Nutella ist Ferrero Sponsor der deutschen, italienischen, französischen und der österreichischen Fußballnationalmannschaft.

Das Marketingkonzept, meist junge, hoffnungsvolle deutsche Nachwuchsspieler in einer humoristisch angehauchten Werbung auftreten zu lassen, wurde im Jahre 2004 ins Leben gerufen. Ferrero selbst nennt diese Werbeschauspieler „Die jungen Wilden“ und markiert die Kampagne mit „Hast Du's drauf?“. In der deutschen Presse wurde jedoch die Bezeichnung „Nutella Boys“ verwendet.

Die erste Generation der Nutella Boys bestand aus den Fußballprofis Benjamin Lauth, Kevin Kurányi, Arne Friedrich und Andreas Hinkel.[4] Da von diesen vier Fußballspielern nur Arne Friedrich die Nominierung für den WM-Kader 2006 erhielt[5] und auch in den nachfolgenden Nutella-Boys-Generationen viele Spieler die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllen konnten, kursierte in den deutschen Medien die Geschichte vom „Nutella-Fluch“, die beinhaltet, dass nach der Teilnahme an den Werbefilmen die Karriere der teilnehmenden Spieler nicht den erwarteten positiven Verlauf nimmt.[6]

Genus – der, die oder das Nutella

Der Artikelgebrauch ist im Deutschen nicht einheitlich. Fast im gesamten deutschen Sprachgebiet ist sowohl „das“ als auch „die“ gebräuchlich.[7] „Der“ findet sich hingegen fast nur im äußersten Westen Deutschlands sowie in Ostbelgien und Luxemburg. In Südtirol kennt man dagegen nur „die“ Nutella.[7]

Der Hersteller Ferrero äußert sich zur Artikelfrage wie folgt: „nutella ist ein im Markenregister eingetragenes Fantasiewort, das in der Regel ohne Artikel verwendet wird. Es bleibt jedem selbst überlassen, welchen Artikel er vor nutella setzt.“[8]

Etikett

Im November 2011 hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main nach einer Klage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen den Vorwurf bestätigt, dass die Vitamin- und Nährwertangaben auf dem Glas Verbraucher in die Irre führen können. Auf dem Etikett wird der Prozentsatz der empfohlenen Tagesmenge für Fett und Zucker in einer Grundportion von 15 Gramm angegeben, die Vitamin- und Mineralstoffwerte hingegen beziehen sich auf eine Menge von 100 Gramm. Ferrero äußerte, dass die Kennzeichnung allen gesetzlichen Vorgaben entspräche, änderte das Etikett jedoch im selben Jahr.[9]

Thomas Rentmeister - ohne Titel 2000 - Nutella

Künstlerische Verarbeitung

Der Künstler Thomas Rentmeister setzt sich in Skulpturen mit Nutella auseinander.

Einzelnachweise

  1. hr-online: 50 Jahre Nutella - made in Hessen, vom 15. Februar 2014
  2. ARTE: Sendung Karambolage vom 17. Dezember 2006.
  3. ARTE: Sendung Karambolage vom 11. Oktober 2009
  4. http://www.die-kirsche.com/front_content.php?idcat=42&idart=4474
  5. http://www.die-kirsche.com/front_content.php?idcat=42&idart=4474
  6. Martin Beils: Der Nutella-Fluch geht weiter. In: Rheinische Post, 15. Juni 2009.
  7. a b Genus. "Nutella" (Genus) (Frage 24d). In: Atlas der deutschen Alltagssprache. Universität Augsburg, 5. November 2009, abgerufen am 24. September 2010.
  8. Fragen und Antworten. Heißt es "der", "die" oder "das" nutella? In: ferrero.de. Ferrero Deutschland GmbH, abgerufen am 24. September 2010 (alternative URL): „nutella ist ein im Markenregister eingetragenes Fantasiewort, das in der Regel ohne Artikel verwendet wird. Es bleibt somit jedem selbst überlassen, welchen Artikel er vor nutella setzt.“
  9. http://www.focus.de/panorama/vermischtes/nutella-irrefuehrendes-etikett_aid_685544.html

Literatur

Weblinks

 Commons: Nutella – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Nutella – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen