Löhne

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Löhne
Löhne
Deutschlandkarte, Position der Stadt Löhne hervorgehoben
52.1897222222228.688333333333370Koordinaten: 52° 11′ N, 8° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Herford
Höhe: 70 m ü. NHN
Fläche: 59,51 km²
Einwohner: 39.521 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 664 Einwohner je km²
Postleitzahl: 32584
Vorwahlen: 05732, Gohfeld 05731, Wittel 05228Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HF
Gemeindeschlüssel: 05 7 58 024
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Oeynhausener Str. 41
32584 Löhne
Webpräsenz: www.loehne.de
Bürgermeister: Heinz-Dieter Held (SPD)
Lage der Stadt Löhne im Kreis Herford
Kreis Lippe Niedersachsen Kreis Gütersloh Kreis Minden-Lübbecke Kreis Minden-Lübbecke Bielefeld Nordrhein-Westfalen Enger Löhne Bünde Kirchlengern Herford Spenge Hiddenhausen Rödinghausen VlothoKarte
Über dieses Bild

Löhne Zum Anhören bitte klicken! [ˈløːnə]a a (niederdeutsch: Loihne, Loine) ist eine Mittelstadt im Nordosten des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, gelegen etwa 25 km nordöstlich von Bielefeld. Mit rund 41.000 Einwohnern ist sie die nach Einwohnern drittgrößte Kommune im ostwestfälischen Kreis Herford. Die Erhebung zur Stadt erfolgte erst 1969. Löhne ist bedeutender Standort der Möbelindustrie und nennt sich daher Weltstadt der Küchen. Seine frühere Funktion als wichtiger Eisenbahnknoten hat es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eingebüßt.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Topographie des Stadtgebietes

Löhne liegt in der Hügellandschaft der Ravensberger Mulde im unteren Weserbergland. Von vielen Punkten der Stadt kann man die rund 10 km entfernte Kette des Wiehengebirges im Norden ausmachen. Die nächstgelegenen Großstädte sind das 25 km südwestlich gelegene Bielefeld und das 50 km westlich gelegene Osnabrück. Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover liegt rund 80 km östlich. Nachbarstädte und -gemeinden sind Hüllhorst im Norden, Bad Oeynhausen im Osten (beide Kreis Minden-Lübbecke), Vlotho im Südosten, Herford im Süden, Hiddenhausen im Südwesten und Kirchlengern im Westen.

Naturraum[Bearbeiten]

Löhne gliedert sich naturräumlich in drei Untereinheiten. Zentral in West-Ost-Richtung verläuft die 1–2 km breite Werreniederung, die Teil der Else-Werre-Niederung ist. Die Werre bildet zunächst, von Süden kommend, die südwestliche Stadtgrenze, tritt dann in Talung ein, wendet hier (nach Aufnahme der Else an der Grenze zu Kirchlengern) ihren Lauf nach Osten und durchquert mittig das Stadtgebiet. Bei ihrem Übergang auf Oeynhausener Gebiet findet sich mit 48 m ü. NN Löhnes niedrigster Punkt. Nördlich hat die Stadt Anteil am Quernheimer Hügelland, wo im Westen auf der Obernbecker Egge und im Norden beim Ortsteil Grimminghausen Höhen von jeweils rund 105 m erreicht werden. Größtenteils liegt das Gebiet jedoch auf 55–80 m. Im Süden findet sich das steilere Oeynhausener Hügelland. Hier liegt das Gelände überwiegend über 80 m, es steigt auf der Dornberger Heide nahe dem Grenzpunkt zu Vlotho und Herford auf 177 m ü. NN an.

Von Norden fließt der Werre als wichtigster Bach der Rehmerloh-Mennighüffer Mühlenbach im Stadtteil Ulenburg zu. Der wichtigste Zufluss im Süden stellt der Mittelbach dar, der an der Steinegge in Vlotho entspringt.

Das vorherrschende Klima ist das atlantische Seeklima. Für genauere Klimadaten vergleiche die langjährigen Mittelwerte (1971–2000) für das etwa 15 km entfernte Herford. Die Daten für Löhne dürften aufgrund ähnlicher Lage im Werretal davon kaum abweichen.

siehe auch: Klima in Ostwestfalen-Lippe

Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Flächennutzung

Löhne hat eine Fläche von knapp 60 km², die sich 9 km in Nord-Süd- und 7 km in Ost-West-Richtung erstreckt. Die Stadt ist dicht bevölkert und zudem stark zersiedelt. Sie ist Teil des Ballungsraumes im nördlichen Ostwestfalen-Lippe, der sich vom Kreis Gütersloh über Bielefeld und Herford bis Minden ausdehnt. Der Stadtteil Gohfeld ist großenteils mit dem Siedlungsgebiet von Bad Oeynhausen zusammengewachsen. Die überwiegend fruchtbaren Böden werden intensiv landwirtschaftlich, vorwiegend zum Getreide-, Mais- und Rapsanbau, genutzt. Die Waldfläche ist gering. Die folgende Tabelle zeigt die genaue Flächennutzung.[2]

Fläche
nach Nutzungsart
Siedlungs- und
Verkehrsfläche
Landwirt-
schaftsfläche
Wald-
fläche
sonstige
Freiflächen
Fläche in Hektar 2.121 3.405 308 11
Anteil an Gesamtfläche 35,7 % 57,3 % 5,2 % 1,8 %

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stadtgliederung

Löhne gliedert sich in die fünf Stadtteile Gohfeld, Löhne-Ort, Mennighüffen, Obernbeck und Ulenburg, die auf die bis 1969 bestehenden selbstständigen Landgemeinden zurückgehen. Dabei ist zu beachten, dass die Stadt ihren Namen nur indirekt vom Stadtteil Löhne-Ort erhalten hat, der zwar bis 1968 Löhne (ohne -Ort) hieß, aber nicht, wie man vermuten könnte, der zentrale oder größte Stadtteil ist. Namensgebend war eher der zu Gohfeld gehörenden Ortsteil Löhne-Bahnhof als Mittelpunkt der Stadt. Der Bau des dortigen Bahnhofs 1846/47, auf den die Entwicklung des Löhner Raums zur Stadt letztlich zurückgeht, hatte ursprünglich beim Dorf Löhne, dem heutigen Löhne-Ort, erfolgen sollen. Als man sich schließlich entschied, ihn weiter östlich am Westrand Gohfelds anzulegen, behielt man für den Haltepunkt den Namen „Bahnhof Löhne“ bei, der sich bald auch auf den sich dort bildenden neuen Siedlungsschwerpunkt übertrug. Heute gilt Löhne-Bahnhof als Zentrum (siehe den folgenden Abschnitt) der Gesamtstadt und wird daher allgemein als eigener – inoffizieller – Stadtteil betrachtet und nicht mehr unter Gohfeld mitverstanden. Ulenburg entlang des Mühlenbaches ist mit nur rund 500 Einwohnern der mit Abstand kleinste Stadtteil und hat keinen eigenen Siedlungskern. Sein offizieller Status als Stadtteil ist selbst vielen Löhnern unbekannt, es wird teils zu Mennighüffen, teils zu Obernbeck gerechnet. Folgende Tabelle zeigt die Gliederung der Stadt Löhne:

Stadtteil Ortsteile Einwohner
(31. Dezember 2003)
Gohfeld eigentl. Gohfeld Gohfeld, Melbergen, Wittel 18.642
Löhne-Bahnhof Löhne-Bahnhof, Bischofshagen, Steinsiek
Löhne-Ort Löhne-Dorf, Dickendorn, Falscheide, Löhnerheide 7.079
Mennighüffen Mennighüffen, Besebruch, Grimminghausen,
Halstern, Krell, Ostscheid, Westscheid
10.328
Obernbeck Obernbeck, Ellerbusch 6.526
Ulenburg Ulenburg, Beck 485
Stadt Löhne 43.060

Stadtzentrum[Bearbeiten]

Der jungen Stadt Löhne fehlt – auch auf Grund der Entstehung aus zusammengewachsenen, ehemals selbstständigen Gemeinden – eine typische Innenstadt. Zwar ist das Gebiet zwischen Werre und dem Bahnhof im Stadtteil Löhne-Bahnhof schon lange dazu ausersehen, in Teilen verkehrsberuhigt (zeitweilig Fußgängerzone), einige Geschäfte laden hier zum Bummeln ein, auch das Rathaus liegt in der Nähe. Dennoch konnte der Ausstrahlung der umliegenden Mittelzentren Bad Oeynhausen, Bünde und Herford bisher wenig entgegengesetzt werden. Konkurrenz bilden außerdem mehrere Großmärkte abseits des vorgesehenen Stadtzentrums. Eine neue Bebauung von bisher brach liegenden Flächen in Bahnhofsnähe zeugt von Bemühungen das Zentrum zu beleben. Es wurde eine neue Musikschule, ein Drogeriemarkt sowie ein Discounter gebaut. Außerdem wurde auf dem Platz zwischen der Werretalhalle und der Musikschule Löhnes einzige Fußgängerzone eröffnet.

Eine der Kirchen in Löhne: Hier in Löhne-Bahnhof

Geschichte[Bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten]

Erst 1969 gegründet, ist Löhne als Stadt sehr jung. Die Geschichte des Löhner Raumes, der zur Kulturlandschaft des Ravensberger Landes gehört, wurde wesentlich von seiner Verkehrslage bestimmt. Von der Frühzeit bis heute kreuzten sich hier überregionale Verbindungswege. Entscheidend war der Bau des großen Löhner Bahnhofs im 19. Jahrhundert, der zum zentralen Bezugspunkt des Umlandes wurde sowie Industrialisierung und die Herausbildung stadtähnlicher Siedlungsstrukturen bewirkte. Aber noch bis ins 20. Jahrhundert hinein herrschte in weiten Teilen ein bäuerlich-dörfliches Gepräge vor.

Die früheste überlieferte urkundliche Erwähnung mit Bezug auf das Löhner Gebiet datiert schon auf das Jahr 993, wobei jedoch die Quellenlage für die Zeit vor dem 17. Jahrhundert allgemein eher dünn ist. In früher Zeit im Stammesbereich der Cherusker, später der Sachsen gelegen, gehörte der Raum seit dem Hochmittelalter zum Hochstift Minden und gelangte mit diesem 1648 für knapp dreihundert Jahre an (Brandenburg-)Preußen. Innerhalb Preußens bestand ab 1719 Zugehörigkeit zu Minden-Ravensberg, ab 1815 zum Kreis Bünde und ab 1832 zum Kreis Herford in der Provinz Westfalen, welche 1946 Teil Nordrhein-Westfalens wurde.

Bis zum Bahnhofsbau hatten über Jahrhunderte die Kirchorte Mennighüffen und Gohfeld die zentralen Orte gebildet. Ab 1843 bestanden die in Personalunion vereinigten Ämter Gohfeld und Mennighüffen. Das Amt Gohfeld bestand aus den Gemeinden Gohfeld und Löhne(-Ort), das Amt Mennighüffen umfasste die Gemeinden Mennighüffen, Obernbeck und den Gutsbezirk Ulenburg sowie bis 1919 auch den größten Teil der heutigen Gemeinde Kirchlengern. Beide Ämter wurden 1943 zum Amt Löhne zusammengelegt und dieses 1969 zur Stadt erhoben.

Von den Anfängen bis etwa 1800[Bearbeiten]

Verschiedene archäologische Funde deuten auf eine durchgehende Besiedlung des Löhner Raumes mindestens seit der Mittelsteinzeit (vielleicht ab 5000 v. Chr.) hin. Die hier seit etwa 600 n. Chr. ansässigen Sachsen haben mit ihren Eschfluren noch lange sichtbare Spuren in der Landschaft hinterlassen. Bevorzugte Siedlungslage ist die hochwassersichere obere Niederterrasse der Werre. Damals bestehen wohl schon Löhne-Dorf, Obernbeck und Ostscheid als Drubbel, ansonsten nur kleine Hofgruppen und Einzelhöfe. Weite Flächen sind nicht oder als Allmende nur extensiv genutzt.

Die um 800 im Zuge der Sachsenkriege ins Land kommenden fränkischen Eroberer bringen die Christianisierung und unterwerfen die Bevölkerung der Grundherrschaft und Zehntherrschaft, gesichert durch die Anlage von Fronhöfen in Mennighüffen und Gohfeld, in deren Nähe bald auch Dorfkirchen errichtet werden, sowie in Niedernbeck (das spätere Haus Beck). Die bedeutendsten Grundherren sind zunächst das Reichsstift Herford und Mindener Klöster.

Der heutige Ortsteil Jöllenbeck wurde im Jahr 993 erstmals als Jolenbeke urkundlich erwähnt. Der Vorgängerbau der heutigen Simeonkirche in Jöllenbeck wurde im Jahr 1035 vom Mindener Bischof Sigebert eingeweiht.[3]

Von etwa 1200 bis ins 16. Jh. kommt es zu einem verstärkten Landesausbau, die bisherigen Siedlungen werden erweitert und neue Gebiete (Wittel, Bischofshagen) erschlossen, die bäuerlichen Gruppen der Erbkötter, Markkötter und Brinksitzer bilden sich heraus. Das dem Meierstand entstammende Adelsgeschlecht derer von Quernheim kann einen bedeutenden Anteil der Grundherrschaft an sich ziehen und erbaut die Rittersitze Beck und Ulenburg, welche um 1600 an wechselnde Besitzer übergehen. Größte Grundherren sind aber ab 1648 als neue Fürsten von Minden die brandenburgischen Kurfürsten bzw. preußischen Könige.

Im Rahmen des Hochstifts bzw. Fürstentums Minden ist Gohfeld als Vogteisitz Verwaltungsmittelpunkt für ein größeres Umland. Schon früh, wohl um 1530, setzt sich die Reformation durch und das Gebiet wird lutherisch. 1682 werden die Ortschaften zu neun Bauerschaften zusammengefasst und innerhalb dieser die Höfe durchnummeriert, ein System, das sich in den Postanschriften z.T. bis 1969 erhalten hat. Ab dem 17. Jh., verstärkt ab etwa 1750, verdingt sich ein stetig wachsender Teil der Bevölkerung, die Heuerlinge, in Heimarbeit mit der Herstellung von Leinen, das nach den Leinenhandelsstädten Herford und Bielefeld abgesetzt wird.

Während des Dreißigjährigen Krieges ist die Bevölkerung teils schweren Übergriffen durch marodierende Soldateska ausgesetzt. Dies wiederholt sich auch später mehrfach, da von Anbeginn der Hohenzollernherrschaft durch Gohfeld die Hauptverbindungsstraße zwischen dem Kernland und den westlichen Besitzungen Brandenburg-Preußens verläuft (Alter Postweg, später Koblenzer Straße bzw. B61) und zu Kriegszeiten häufig Truppendurchmärschen dient, so im Französisch-Niederländischen Krieg, im Siebenjährigen Krieg und während der Napoleonischen Kriege. 1759 kommt es außerdem im Zuge der Schlacht bei Minden zum Gefecht bei Gohfeld.

1800 bis 1945[Bearbeiten]

Von 1807 bis 1813 liegt der Löhner Raum im Machtbereich des napoleonischen Frankreich, zunächst als Teil des Vasallenstaates Königreich Westphalen. 1811 fallen die nördlich der Werre gelegenen Teile unmittelbar an Frankreich, aber im Zuge der Befreiungskriege geht das ganze Gebiet schon 1813 wieder an Preußen zurück.

Die Zeit bis etwa 1860 ist durch zunehmende Verelendung, tlw. auch Hungersnot gekennzeichnet. Gründe dafür sind zum einen zuungunsten der Heuerlinge durchgeführte Markenteilungen sowie mehrere Missernten. Besonders verheerend wirkt sich der um 1830 infolge der Mechanisierung einsetzende Niedergang der Leinenindustrie aus, die Mehrheit der Bevölkerung ist nun ohne Verdienstmöglichkeit. Angesichts der Not wandert bis 1860 jeder Zehnte nach Amerika aus, andere gehen auswärtig Saisonarbeit nach, etwa als Hollandgänger.

Der Bau der Köln-Mindener Eisenbahn 1846/47 bedeutet für den Löhner Raum den Beginn eines neuen Zeitalters. Der zunächst unbedeutende Löhner Bahnhof im Westen Gohfelds entwickelt sich zu einem der wichtigsten Eisenbahnknoten Nordwestdeutschlands, nachdem hier 1855 die Hannoversche Westbahn in Richtung Osnabrück und Niederlande sowie 1875 die Strecke nach Hameln und Mitteldeutschland abgezweigt werden. 1917 wird außerdem ein großer Rangierbahnhof fertiggestellt. Bei der Bahn finden fortan viele Menschen ihr Auskommen. Sogar in der Literatur wird auf den damals wichtigen Bahnhof Bezug genommen: Erich Maria Remarque verwendet in seinem Antikriegsroman Im Westen nichts Neues den Drillbefehl „Löhne umsteigen!“. Da diese Aussage die von der Eisenbahn geprägte Geschichte der Stadt prägnant zusammenfasste, diente er ihr lange als Sinnspruch.

Infolge der günstigen infrastrukturellen Bedingungen setzt nun die Industrialisierung ein. Vorherrschend ist zunächst die Zigarrenindustrie, ab 1920 kommt die bis heute bedeutende Möbelindustrie hinzu. Um den Bahnhof entsteht unter dem Namen Löhne-Bahnhof ein neuer Siedlungsschwerpunkt mit fast städtischem Gepräge und bildet bald das Zentrum des Raumes. Auch die anderen Ortschaften wachsen, es werden neue Schulen, Kirchen und Chausseen gebaut. Bereits um 1900 ist die Massenarmut einem bescheidenen Wohlstand gewichen.

Die Erweckungsbewegung hinterlässt ab etwa 1750 tiefe Spuren im kirchlichen Leben Minden-Ravensbergs. Daran haben mehrere Pastoren der hiesigen Kirchengemeinden entscheidenden Anteil, so etwa Friedrich August Weihe und Eduard Kuhlo in Gohfeld sowie Theodor Schmalenbach in Mennighüffen. Dank Kuhlo und seinem Sohn Jahannes wird Gohfeld zu einem Ausgangspunkt der Posaunenchorbewegung, die noch heute in der Region und darüber hinaus lebendig ist. Das vertiefte religiöse Leben des 19. Jahrhunderts hilft vielen Menschen die Krisen der Zeit zu überstehen, verleitet aber allgemein auch zu politischem Fatalismus. Auch hält eine gewisse Freudlosigkeit Einzug, auf Druck der Kirchenmänner müssen etwa die bislang bunten Trachten nun schlicht schwarz ausfallen, auf Hochzeiten darf keine Tanzmusik mehr gespielt werden.

Die durchweg monarchietreuen Pastoren nutzen außerdem ihre einflussreiche Stellung, um die Bevölkerung gegen die „gottlosen“ Sozialdemokraten in Stellung zu bringen. Politisch dominieren bei den Reichstagswahlen seit 1871 denn auch die Christlich-Konservativen. Dennoch wird die SPD seit etwa 1900 zunehmend von der wachsenden Zahl von Arbeitern, besonders in Löhne(-Ort) und Obernbeck, gewählt. Nach 1918 sind Konservative (nun DNVP) und SPD zunächst etwa gleich stark.

1914–1918 sterben etwa 650 Männer als Soldaten an den Fronten des Ersten Weltkriegs. Die unruhige Zeit der Weimarer Republik mit der Inflation von 1923, anschließender vorübergehender Stabilität und schwerer Wirtschaftskrise ab 1929 findet einen entsprechenden Niederschlag im Amt Gohfeld-Mennighüffen.

Da sich das nach wie vor starke konservative Wählerpotential allgemein für den Nationalsozialismus empfänglich zeigt, fällt der Siegeszug der NSDAP bei den Wahlen 1930–1933 noch deutlicher als auf Reichsebene aus (zum Beispiel Reichstagswahl Juli 1932: 43,8 % gegenüber 37,3 %). Die Reichstagswahl März 1933,Machtergreifung, Gleichschaltung und Herrschaft der NS-Diktatur verläuft ähnlich wie andernorts. Offener Widerstand gegen den Nationalsozialismus wird kaum gezeigt. Eine Ausnahme bildet die Kirchengemeinde Mennighüffen, die unter ihrem Pastor Ernst Wilm der Bekennenden Kirche nahesteht. Als unmittelbare Opfer des Regimes sind etwa 40 Personen nachweisbar, die als Bibelforscher, Juden oder wegen unliebsamer politischer Betätigung in Haft genommen oder in Konzentrationslager verbracht werden. Mindestens fünf davon, sämtlich Bibelforscher, werden umgebracht [4]. Die Dunkelziffer der Haft- und Mordopfer mag jedoch noch höher liegen. Im letzten Kriegsjahr 1945 finden sich im Amt Löhne etwa tausend ausländische Zwangsarbeiter, über deren Lebens- und Arbeitsbedingungen wenig bekannt ist.

Um für die bevorstehende Schlacht um das Ruhrgebiet den Nachschub der Wehrmacht zu unterbinden, fliegen alliierte Luftstreitkräfte am 14. März 1945 einen schweren Angriff auf den Löhner Bahnhof. Dreihundert Flugzeuge werfen binnen einer Viertelstunde rund 2200 Spreng- und 20.000 Brandbomben ab, wovon der größere Teil außerhalb der Gleisanlagen niedergeht. Etwa 130 Menschen sterben, über 500 Gebäude werden zerstört oder beschädigt. Am 3. April 1945 besetzen amerikanische Truppen kampflos das Amtsgebiet.

Seit 1945[Bearbeiten]

Das Kriegsende brachte neben dem Zusammenbruch der Verwaltung eine dramatische Verschlechterung der schon während des Krieges angespannten Versorgungslage (eine bedeutende Abhilfe hatte da noch der legendäre „Kohlenklau“ von haltenden Güterzügen durch die Jugend der anliegenden Dörfer leisten können). Diese Probleme konnten unter großen Entbehrungen bis 1948, auch dank der Währungsreform, weitgehend behoben werden. Besonderes schwerwiegend war der Wohnungsmangel. Untergebracht werden mussten über 5.000 Flüchtlinge aus den Ostgebieten und der sowjetischen Besatzungszone, Kriegsheimkehrer sowie vorübergehend auch Evakuierte aus anderen Städten und Teile der britischen Besatzungstruppen. Noch dazu war durch den Luftangriff 1945 und das verheerende Werrehochwasser vom Februar 1946 viel Wohnraum verloren gegangen. Dank einem langanhaltenden Bauboom, beflügelt durch öffentliche Förderung, entspannte sich auch hier seit den 1950er Jahren die Lage. Die vielen Flüchtlinge konnten nach anfänglichen Schwierigkeiten erfolgreich integriert werden.

Im Zuge der nordrhein-westfälischen Gemeindereform werden zum 1. Januar 1969 die fünf bisherigen Gemeinden zur Stadt Löhne zusammengeschlossen.[5]

Am 1. Januar 1973 wurde ein Gebiet mit damals weniger als 200 Einwohnern an die Nachbarstadt Bad Oeynhausen abgetreten.[6] Das Gebiet gehörte ursprünglich zur Gemeinde Gohfeld.[7]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Zahlen vor 1969 fassen die Werte der vormals jeweils vorhandenen Verwaltungseinheiten zusammen. Deren Fläche weicht geringfügig von dem des heutigen Stadtgebietes ab.

Bevölkerungsentwicklung in Löhne von 1785 bis 2007
Jahr Einwohner
1785 4.170
1818 5.827
1843 7.764
1858 8.027
1871 8.122
1885 9.776
1895 11.981
1905 15.675
1925 20.399
1933 23.017
Jahr Einwohner
1939 24.565
1946 30.532
1950 33.009
1961 33.420
1969 36.672
1970 36.497
1972 38.133
1974 38.019
1975 37.564
1980 37.147
Jahr Einwohner
1985 36.385
1987 36.698
1990 38.557
1995 41.246
2000 41.421
2005 41.541
2007 41.031
2012 39.479

Sprache[Bearbeiten]

Das Hochdeutsche ist die Umgangssprache in Löhne. Vor hundert Jahren war es noch Fremdsprache, bekannt nur aus Schule und Gottesdienst und benutzt nur im Umgang mit offiziellen Stellen. Unter sich sprachen die Löhner ausschließlich Platt, d.h. Niederdeutsch. Binnen dreier Generationen ist es in Löhne fast ausgestorben, da es nach dem Ersten Weltkrieg als bäuerlich und rückständig galt. Zudem war mit den vielen Ostflüchtlingen nach 1945 und späteren Zugezogenen eine Verständigung nur auf Hochdeutsch möglich. Seit einiger Zeit wird versucht, das sprachliche Erbe durch Volkshochschulkurse sowie gelegentliche Zeitungsartikel und Theaterstücke auf Platt zu pflegen.

In Löhne wurde Ravensberger Platt gesprochen, eine Variante des Ostwestfälischen, das wiederum zum Sprachraum des Westfälischen gehört. Wesentliche Merkmale des Letzteren fanden sich auch in der Löhner Sprache, so etwa viele Diphthonge, das aus dem langen mittelniederdeutschen a entwickelte dumpfe o, die Dehnung des kurzen mittelniederdeutschen a und die Erhaltung des inlautenden sk. Beispiele:

  • Hochdeutsch: essen, kochen; Abend, Schale, schlafen; machen, graben, Sache; Fisch, waschen, deutsch
  • Löhner Mundarten: iaden, koaken/kuaken; Obend, Schole, schlopen; maken, grawen, Ssake; Fisk, wasken, duitsk
  • Gohfelder Eigenheiten: eden, koken

Wie schon tlw. ersichtlich, war auch ein so überschaubares Gebiet wie Löhne sprachlich nicht einheitlich, es gab zwischen den verschiedenen Orten merkliche, vor allem lautliche Unterschiede. Man kann drei Teilräume unterscheiden: Gohfeld, das Gebiet nördlich der Werre (Mennighüffen, Obernbeck, Ulenburg) und Löhne-Ort. Die Entsprechung zu den drei ältesten Kirchspielen ist augenfällig. Im zentral gelegenen und recht jungen Löhne-Bahnhof mögen sich die sprachlichen Einflusszonen überdeckt und vermischt haben.

In der Folge stellvertretend einige Wörter zur Veranschaulichung der Unterschiede:

  • Hochdeutsch: brechen, Nase, Ofen, Bruder, gehen, lernen, wir kamen, Bauer, teuer, Gans, kurz.
  • Gohfeld: breken, Nesen, Oben, Broer, john, lehrn, wui koimen, Buer, düer, Jäos, kocht.
  • nördl. der Werre: briaken, Niasen, Oaben, Broer, gohn, leihern, wui keimen, Buer, duier, Gäos, koat.
  • Löhne-Ort: briaken, Niasen, Uaben, Bräoer, gäohn, leihern, wui keimen, Biuer, duier, Gäos, kuat.

Religionen[Bearbeiten]

Christus-Kirche in Obernbeck

Eine genaue Religionsstatistik für Löhne wird nicht veröffentlicht. Dominierend ist jedoch das evangelische Bekenntnis, dem die Bevölkerung seit der Reformation bis ins 20. Jahrhundert hinein fast ausnahmslos angehört hatte. Erst mit den Ostflüchtlingen kam eine größere Zahl Katholiken hinzu. Bunter wurde die religiöse Zusammensetzung Löhnes wie andernorts auch durch die nachfolgenden Einwanderergruppen, außerdem gab es Kirchenaustritte. Als Anhaltspunkt für die genaue Verteilung kann die Religionszugehörigkeit der Löhne Schüler dienen. Von diesen waren im Schuljahr 2002/2003 68 % evangelisch, 8,3 % katholisch, 8,4 % muslimisch, 7 % Anhänger anderer Bekenntnisse und 8,3 % konfessionslos.[8]

In Löhne finden sich die sieben evangelisch-lutherische Kirchengemeinden Gohfeld, Löhne-Ort, Mahnen, Mennighüffen, Obernbeck, Siemshof und Wittel sowie die evangelisch-freikirchlichen Gemeinden „Kreuzkirche“ und „Christliche Gemeinde Mennighüffen“. Die Löhner Katholiken sind in der katholischen Pfarrei St. Laurentius [9] organisiert, außerdem gibt es eine neuapostolische Kirchengemeinde. Der Islam ist durch eine Moschee nebst Kulturzentrum vertreten, auch der Islamische Verband und die Vereinigung Islamischer Türkischer Arbeiter stellen Gebetsräume zur Verfügung.

Politik[Bearbeiten]

Die Bürger der Gemeinde wählen in direkter Wahl einen zurzeit 44 Sitze zählenden Gemeinderat sowie seit 1999 den Bürgermeister, der seit 1997 auch Leiter der Stadtverwaltung ist. Das Amt des Gemeindedirektors gibt es seit 1997 daher nicht mehr.

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat von Löhne hat derzeit 44 Mitglieder. Hinzu kommt der Bürgermeister als Ratsvorsitzender.

Die sich den Freien Wählern zurechnende Löhner Bürger-Allianz gründete sich 2001 unter Federführung zweier aus der CDU-Ratsfraktion ausgetretenen Stadträte. Die seit den 1980er Jahren bestehende Bunte Liste Löhne deckte in Löhne lange allein das politische Spektrum links der SPD ab und schloss sich 2009 der Partei Die Linke an[10]. Die Grünen, zuvor in Löhne nicht vertreten, gründeten 2007 einen eigenen Ortsverband und traten 2009 erstmals zur Kommunalwahl an. Ursprünglich mit drei Sitzen im Stadtrat vertreten, besteht die aktuelle Fraktion der Bündnis 90/Die Grünen nach dem Parteiwechsel einer Fraktionskollegin zur SPD, nun aus zwei Personen.

Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1975:

[11][12][13] 2009 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
SPD 19 44,05 19 42,50 22 48,59 23 47,66 23 48,67 25 55,16 24 52,63 24 49,62
CDU 14 32,61 17 39,71 19 43,94 19 40,73 16 35,25 18 39,53 19 41,80 18 41,98
Grüne 3 6,58
LBA1 3 6,56 4 9,38
FDP 3 5,66 2 3,53 1 2,63 0 4,60 3 7,80 2 5,30 2 5,57 3 8,39
Linke/BLL2 2 4,54 2 4,88 2 4,84 3 7,00 3 8,28
Gesamt3 44 100 44 100 44 100 45 100 45 100 45 100 45 100 45 100
Wahlbeteiligung 52,97 54,16 53,83 81,96 66,92 70,31 75,07 87,84

1Löhner Bürger-Allianz
2bis 2004 Bunte Liste Löhne
3ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl 2009 löste Heinz-Dieter Held (SPD) mit 48,05 Prozent den parteilosen, von der CDU unterstützten Amtsinhaber Kurt Quernheim (35,33 %) ab. Dieser hatte sich 2004 im zweiten Wahlgang mit 51,11 % der Stimmen gegen den SPD-Kandidaten Egon Schewe (48,89 %) durchsetzen können, der im ersten Wahlgang noch mehr Stimmen als Quernheim erhalten hatte. Kurt Quernheim, bislang Leiter des städtischen Hoch- und Tiefbauamtes, war bis Mitte der 1990er Jahre Mitglied der SPD, verließ dann jedoch die Partei. Als Bürgermeister stützte er sich im Rat vornehmlich auf die Fraktionen von CDU, LBA und FDP. Seine Vorgänger waren Werner Hamel (SPD) von 1992 bis 2004 (1999 mit 55,3 % der Stimmen im ersten Wahlgang direkt gewählt) und Heinrich Schneider (SPD) von 1969 bis 1992.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der Stadt Löhne

Blasonierung: „In Grün ein schräglinker silberner Wellenbalken, belegt mit drei roten Seeblättern.“

Das 1970 vom Regierungspräsidenten in Detmold genehmigte Löhner Wappen versinnbildlicht im silbernen Wellenbalken die Werre als Trennfluss und gleichzeitig Verbindung zwischen den beiden früheren Ämtern Gohfeld und Mennighüffen, die bis zum 31. Dezember 1968 das Amt Löhne bildeten. Die roten Seeblätter sind als heimatliches historisches Zeichen dem Wappen der Sachsenherzöge entnommen. Die Seeblätter könnten ein Sinnbild des sächsischen Herzogtums Engern sein. Dieses Wappenbild könnte aber auch erst im 16. Jahrhundert für den westfälischen Teil der Herzöge von Sachsen-Lauenburg entworfen worden sein. Das Wappen wurde in den dreißiger Jahren während der Zeit des Nationalsozialismus entworfen und wurde auch vom 1943 gegründeten Amt Löhne seit 1943 geführt.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Partnerstadt von Löhne ist seit 1973 die 15.952 Einwohner zählende Kärntner Stadtgemeinde Spittal an der Drau (Österreich). Daneben bestehen freundschaftliche Beziehungen zu:

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Löhne hat drei Anschlussstellen an der A30, die das Stadtgebiet in West-Ost-Richtung durchquert. Vom Dreieck Löhne führt die Bundesstraße 61 über Herford nach Bielefeld und Gütersloh. Die A2 verläuft etwa zwei bis drei Kilometer südöstlich des Stadtgebietes, die Bundesstraße 239 unweit der Westgrenze. Im September 2008 wurde mit dem Bau der sogenannten Nordumgehung begonnen, der voraussichtlich fünf bis sechs Jahre dauern wird. Mit dem Bau wird, ausgehend vom Dreieck Löhne, die A30 auf Oeynhausener Stadtgebiet den bislang fehlenden direkten Anschluss an die A2 erhalten. In der Lokalpolitik wie auch der Bevölkerung Löhnes ist das Projekt umstritten. Löhne nimmt eine gewisse Vorreiterrolle bei der Anlage von Verkehrskreiseln ein, die in Deutschland lange Zeit unüblich waren. Dadurch konnten in den letzten Jahren einige vormals mit Verkehrsampeln ausgestattete Kreuzungen für den Verkehrsfluss merklich durchlässiger gemacht werden.

Schienen- und Busverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Löhne
Haupteingang des Bahnhofs Löhne (Westf)

→ Hauptartikel Nahverkehr im Kreis Herford

Der Bahnhof Löhne hatte früher als Knotenpunkt der Bahnstrecken Hamm–Minden, Hannoversche Westbahn und Weserbahn für den Personen- und Güterverkehr große Bedeutung. Heute bestehen mit Regionalzügen Direktverbindungen meistens im Stundentakt in folgende Richtungen: BielefeldRuhrgebietDüsseldorf, MindenHannoverBraunschweig, HamelnHildesheim und im Zweistundentakt OsnabrückRheine sowie werktags nach Nienburg. Der Bahnhof Gohfeld ist seit 1992 außer Betrieb. Der Rangierbahnhof Löhne wurde ebenfalls stillgelegt.

Der Busverkehr in Löhne wird unter dem Markennamen Werre-Bus betrieben. Regionalbusse übernehmen Teile der innerstädtischen Verkehrserschließung. Große Fahrzeuge und ein genereller Betrieb ohne Voranmeldung werden nur auf den Linien in Richtung Bad Oeynhausen (430), Herford (425) und Hüllhorst (615) angeboten. Auf reinen Stadtlinien kommen Kleinbusse zum Einsatz, die großenteils im Anrufbetrieb verkehren („TaxiBus“). Gefahren wird mit Ausnahme der Linie 430 (werktags Halbstundentakt) im 60-Minuten-Takt, zentraler Verknüpfungspunkt ist der Busbahnhof Erich-Maria-Remarque-Platz/Bahnhof. Im Schülerverkehr erfolgen verstärkte Angebote mit großen Fahrzeugen.

Löhne gehört zum Tarifverbund „Der Sechser“ (OWL Verkehr GmbH).

Flugverkehr[Bearbeiten]

Der nächste internationale Flughafen ist der rund 100 km entfernte Flughafen Hannover/Langenhagen. Ein zweiter Flughafen ist der südwestlich gelegene Flughafen Paderborn-Lippstadt, der rund 80 Kilometer von Löhne entfernt ist.

Fahrradverkehr[Bearbeiten]

In und um Löhne gibt es ein ausgeschildertes Radwegenetz und mehrere lokale Fahrradrouten. Löhne liegt am Else-Werre-Radweg durch das Else- und Werretal von der Else-Bifurkation bis zur 10 km entfernten Weser. Ein zweiter Fahrradweg ist der Soleweg an, ein Rundkurs auf den Spuren der Salzgewinnung.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Wirtschaft ist mittelständisch geprägt. Seit 2005 nennt sich Löhne „Weltstadt der Küchen“, da hier vier große Küchenmöbelhersteller ansässig sind. Größte Arbeitgeber sind die Küchenhersteller Nolte, SieMatic, Bauformat und Nieburg. 1.000 Arbeitsplätze bestehen bei Zulieferern der Küchenindustrie. Jährlich im September findet die Küchenmeile, eine Gemeinschaftsmesse der Küchenmöbelhersteller statt.

Medien[Bearbeiten]

Als Tageszeitungen erscheinen die Neue Westfälische und das Westfalen-Blatt mit Lokalteil für Löhne. Das Lokalradio Radio Herford ist auf 94,9 MHz zu empfangen. Löhne gehört zum Bereich des Regionalstudios Bielefeld des Westdeutschen Rundfunks.

Bildung[Bearbeiten]

Löhne hat acht Grundschulen, die Hauptschule Löhne-West, zwei Realschulen (Städtische Realschule Löhne und Goethe-Realschule), die Bertolt-Brecht-Gesamtschule, das städtische Gymnasium Löhne, das August-Griese-Berufskolleg, die Werretalschule (Sonderschule für Lernbehinderte) sowie eine Volkshochschule.

Die Hauptschule Löhne-West erhielt 2005 den dritten Preis beim Hauptschulwettbewerb „Deutschlands beste Hauptschulen“, der von der Hertie-Stiftung und der Robert-Bosch-Stiftung ins Leben gerufen worden war  [14]. 2008 wurde sie für ihren Ansatz einer betont individuellen Förderung der Schüler vom NRW-Schulministerium ausgezeichnet. In Anerkennung dessen stattete Bundeskanzlerin Angela Merkel am 22. August 2008 auf ihrer sogenannten Bildungsreise der Hauptschule einen Besuch ab.

Kultur und Freizeit[Bearbeiten]

Schloss Ulenburg
Ulenburger Allee
Rürupsmühle, österlich geschmückt
Wasserkrater, Aqua Magica

Bauwerke und Parks[Bearbeiten]

Ulenburger Schloss: Die Ulenburg ist ein Wasserschloss im Stil der Weserrenaissance. 1299 erstmals erwähnt, erhielt der Rittersitz im Wesentlichen zwischen 1568 bis 1570 sein heutiges Aussehen, bis etwa 1900 erfolgten noch kleinere Umbauten. Heutiger Besitzer ist die Heil- und Pflegeanstalt Wittekindshof, welche die Anlage zusammen mit den anbei liegenden Gutsgebäuden als diakonische Einrichtung mit Wohn- und Arbeitsstätten für Geistigbehinderte nutzt. Das Schloss kann nach vorheriger Absprache besichtigt werden.

Umgebung des Schlosses: An die Anlage schließt sich auf einer Insel zwischen Gräften und Mühlenbach der Ulenburger Schlosspark an. Er wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Landschaftspark angelegt und enthält alten Baumbestand und weite Rasenflächen, außerdem ein Rasenrondell mit Sommerblumenbepflanzung. Der Park ist öffentlich zugänglich und bildet im Sommer häufig die Kulisse für Kulturveranstaltungen im Freien, etwa das Löhner Sommertheater.[15] Besonders erwähnenswert ist auch die malerische 2 km lange Ulenburger Allee mit tlw. schon im 18. Jahrhundert angepflanzten Eichen, Kastanien, Linden, Eschen und Robinien. Sie verbindet die Ulenburg mit dem anderen alten Löhner Rittersitz Haus Beck, der sich in Privatbesitz befindet. Das Gut Beck wird 1147 urkundlich erstmals erwähnt. Da die heutige dänische Königsfamilie in verwandtschaftlichen Beziehung zu den Herren von Beck steht, gilt das Haus Beck als Stammsitz der dänischen Könige, die der Linie Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, eigentlich Linie der Herzöge von Beck, entstammen. Unweit der Ulenburg liegen außerdem mit Ulenburger Wald und Ulenburger Heide die durch Wanderwege erschlossenen größten Waldgebiete Löhnes.

Rürupsmühle: Die Rürupsmühle ist bereits 400 Jahre alt. Zum Ensemble gehört ein Backhaus von 1841, ein Fachwerkspeicher und ein reetgedecktes Bauernhaus aus dem Jahre 1727. Vorführungen zeigen unter dem Motto „Vom Korn zum Brot“ den gesamten Herstellungsvorgang eines Brotes, wie er in früherer Zeit ablief.

Park der Magischen Wasser: Für die Landesgartenschau 2000 unter dem Motto „Aqua Magica“ in Bad Oeynhausen und Löhne wurde 1997 der „Park der Magischen Wasser“ von den französischen Landschaftsarchitekten Henri Bava und Olivier Philippe entworfen. Der rund 20 ha große Park bezieht unter anderem die solehaltigen, warmen Heilquellen ein, die Oeynhausen zum Bad machen. Highlight ist ein 18 m tiefer Krater, aus dem eine Wasserfontäne bis über den Kraterrand hinaus aufsteigt.[16]

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Blutwiese Bramschebach – Nagelsbachtal Bramschebach – Nagelsbachtal Bramschebach – Nagelsbachtal Bramschebach – Nagelsbachtal Bramschebach – Nagelsbachtal Bramschebach – Nagelsbachtal Sudbachtal Rehmerloh-Mennighüffer Mühlenbach Rehmerloh-Mennighüffer MühlenbachLöhne
Über dieses Bild

Auf dem Stadtgebiet von Löhne befinden sich insgesamt vier Naturschutzgebiete. Zwei davon, nämlich das Sudbachtal und die Blutwiese sind vollständig im Stadtgebiet, an weiteren zwei, nämlich am Bramschebach – Nagelsbachtal und am Rehmerloh-Mennighüffer Mühlenbach hat Löhne einen Gebietsanteil. Insgesamt stehen etwa 163,6 ha, beziehungsweise 2,75 % der Stadtfläche unter Naturschutz.

Museen[Bearbeiten]

Heimatmuseum Löhne

Heimatmuseum Löhne: Das Heimatmuseum zeigt Exponate aus der Umgebung der Stadt, beispielsweise zur eiszeitlichen Tierwelt, aus der Stein- und Bronzezeit und den sogenannte „Gohfelder Einbaum“ aus dem 6. Jahrhundert. Außerdem gibt es Ausstellungen zum Leinengewerbe, zum bäuerlichen Wohnen, zur Zigarrenmacherzeit und zum alten Löhner Brauchtum.

Mühlenmuseum Kemena: Die Wassermühle Kemena am Mittelbach ist seit 1996 voll funktionsfähiges Museum, nachdem der gewerbliche Betrieb 1991 aufgegeben wurde. Die Mühle stammt aus dem Jahr 1893, wurde jedoch auf einem Bau von 1655 errichtet.

Werretalhalle[Bearbeiten]

Werretalhalle

Die Werretalhalle ist eine Veranstaltungshalle in Bahnhofsnähe und Schauplatz verschiedener Kulturveranstaltungen auswärtiger wie einheimischer Künstler. Hier zeigt etwa die Gruppe „Ravensberger Dance- und Speeldeelniederdeutsche Theaterstücke wie auch der „Verein zur Förderung der Filmkunst in Löhne“ seine Filmvorführungen. In der Halle sind außerdem die städtische Galerie, die Volkshochschule, das Jugendzentrum Riff und die Jugendkunstschule untergebracht.

Musik[Bearbeiten]

Musikschule Löhne

Löhne hat unter anderem folgende Musikgruppen: das Akkordeonorchester Löhne, die Brass Band Löhne[17], den Chor der Naturfreunde, den Gemischten Chor, die Kantorei Löhne(-Ort) sowie Obernbeck und Löhne-Mahnen, Männergesangverein Harmonie und drei weitere Männergesangvereine, den Kirchenchor St. Laurentius, die Posaunenchöre der Kirchengemeinden und den Musicalchor der Musikschule Löhne. Außerdem gibt es die städtische Musikschule, die regelmäßig Konzerte veranstaltet. Die neue Musikschule, die von der "Stiftung für Kunst und Baukultur, Britta und Ulrich Findeisen" finanziert wurde ist gegenüber der Werretalhalle gebaut worden. Sie stand ab Anfang 2011, aufgrund von Schadstofffunden, leer und wurde am 15. November 2013 eingeweiht.[18]

Sport[Bearbeiten]

Vereine sind die Fußballvereine SV Löhne-Obernbeck, FC Gohfeld, SV Bischofshagen-Wittel[19] und VfL Mennighüffen, TuRa Löhne[20], der Handballclub HSG Löhne-Obernbeck, der Schwimmclub „Aquarius“, die DLRG Löhne, der TuS Gohfeld sowie der TV Löhne[21], welcher diverse Sportarten anbietet.

Löhne hat einen 18-Loch Golfplatz des Golfclubs Widukindland.

Sonstiges[Bearbeiten]

Beliebt ist das Löhner Frei- und Hallenbad. Die Stadtbücherei mit der Hauptstelle in Löhne-Bahnhof und zwei Zweigstellen in Gohfeld und Mennighüffen hält 50.000 Medien bereit.

An regelmäßigen Veranstaltungen finden neben dem Sommertheater an der Ulenburg das Löhner Stadtfest auf dem Festplatz, sowie in den Stadtteilen Schützen- und Stadtteilfeste statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Löhne geboren[Bearbeiten]

  • Bernhard Schäffer (1823–1877), Mechaniker, Erfinder, Fabrikant
  • Gottlieb Viehe (1839–1901), Missionar
  • Johannes Kuhlo (1856–1941), Mitbegründer der protestantischen Posaunenchorarbeit in Deutschland
  • August Griese (1895–1962), Gewerkschafter, Löhner Amtsbürgermeister, Landrat, Landespolitiker (SPD)
  • Adolf Blomeyer (1900–1969), Bürgermeister in Ulenburg, CDU-Politiker, Mitglied des Parlamentarischen Rates
  • Karl Kröger (1901–1970), Landtagsabgeordneter (SPD)
  • Marie Hüsing (1909–1995), Diakonisse, Dichterin, Schriftstellerin. Geboren im Stadtteil Obernbeck
  • Ralf Arnie (1924–2003), bürgerlich Artur Niederbremer, Komponist („Tulpen aus Amsterdam“)
  • Friedrich Schütte (* 1933), Journalist und Auswandererforscher, Autor („Westfalen in Amerika“)
  • Heinrich Dreyer (1935–1994), für die CDU Kommunal- und NRW-Landespolitiker
  • Heinz-Dieter Held (* 1948), Bürgermeister von Löhne
  • Wolfgang Flüshöh (* 1950), Fußballspieler
  • Thomas Krüger (* 1962), Lyriker, Autor von Kinderbüchern, Herausgeber

Mit Löhne verbunden[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Löhne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Heimatverein Löhne, Stadt Löhne (Hrsg.): 1000 Jahre Löhne: Beiträge zur Orts- und Stadtgeschichte. Löhne 1993, ISBN 3-922911-00-5
  • Johannes Henke: Die Flurnamen im heutigen Stadtgebiet von Löhne – ihre Bedeutung für die mittelalterliche Flur- und Siedlungsgeschichte. Steinfurt 2004, ISBN 3-934427-49-9

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Kommunalprofil Löhne, PDF, Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW, Stand 2007
  3. Geschichtlicher Überblick auf der Internetseite der Stadt Löhne
  4. Angabe Stadtarchivar Joachim Kuschke, in: Neue Westfälische (Löhner Ausgabe) vom 18. März 2008
  5.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 75.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 323.
  7.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 115.
  8. Schüler an allgemeinbildenden Schulen in NRW nach Religionszugehörigkeit (Version vom 3. Oktober 2006 im Internet Archive), PDF, Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik, Stand 2002/03
  9. St. Laurentiuskirche, Internetpräsenz der St. Laurentiusgemeinde.
  10. Neue Westfälische, 10. Juli 2009
  11. Landesdatenbank NRW; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 05758024
  12. Landesbetrieb Information und Technik NRW: Kommunalwahlen
  13. Information und Technik NRW
  14. Deutschlands beste Hauptschulen. Bundespräsident Horst Köhler verleiht den Hauptschulpreis 2005, html, Abrufdatum: Juli 2007
  15. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Schlosspark Ulenburg in LWL-GeodatenKultur
  16. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Park der magischen Wasser in LWL-GeodatenKultur
  17. Brass Band Löhne
  18. Musikschule Löhne
  19. svbw-diehaeger.de
  20. Turn- und Rasensportverein Löhne 1910 e. V.
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