Panoramawagen Schmalspur (Schweiz)

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Als Panoramawagen werden in der Schweiz Reisezugwagen der Eisenbahn bezeichnet, deren Fenster bis in den Dachbereich hineingehen und die deshalb eine besonders gute Sicht auf das Panorama der Schweizer Alpen erlauben. Sie sind in gewissem Sinne vergleichbar mit den Aussichtswagen des Rheingold oder den Amerikanischen Dome Cars. Währenddem auf normalspurigen Strecken nur die zwölf Panoramawagen der SBB verkehren, sind auf den Schmalspurbahnen inzwischen verschiedene Bauarten unterwegs. Nachstehend findet sich eine Beschreibung jeder Bauart, in der chronologischen Reihenfolge ihrer Entstehung.

R+J Wagen für den Panoramic-Express der MOB[Bearbeiten]

Der allererste Panoramawagen As 110 von 1976, noch bis 2008 im ursprünglichen Anstrich, abgestellt in Zweisimmen, 25. Juni 2004
aktueller GoldenPass Panoramic Express: Seite Montreux (vorne) ex Superpanoramic, Seite Zweisimmen ex CrystalPanoramic
MGB PS 4011 abgestellt in Brig, 12. Februar 2005
MOB BDs 220 hat die Versuchs-Umspuranlage in Montreux durchfahren und steht jetzt auf Normalspur, 18. Mai 2010

1976 erschien bei der MOB der erste Wagen, "voiture panoramique" As 110, der auf dem Untergestell eines alten Holzkastenwagens (AB 92, SIG 1924) mitsamt den (erst 1962 untergesetzten) SIG-Torsionsstab-Drehgestellen aufgebaut worden war. Die Einstiegspartien gleichen den Einheitswagen, aber die äussere Form des Wagens ist kantiger, die mit Fenstern versehene Dachschräge läuft mit ca. 45° hinauf zu einem ziemlich flachen Dach. Der Wagenboden ist etwas erhöht, von der Einstiegsplattform führen zwei Stufen hinauf in den Passagierraum. Die Sitze beim Prototypwagen waren anfänglich als reine Reihenbestuhlung ausgeführt, so dass man immer auf der linken Seite vorwärts fuhr. Trotz 1. Wagenklasse wurden 4 Sitze in der Breite eingebaut. Anfänglich kam der Wagen zusammen mit den beiden noch vorhandenen alten Pullmanwagen (Ar 101 und As 102) zum Einsatz.

1979 erschienen drei weitere Wagen, darunter zwei Wagen 2. Klasse. Mit dem nun vorhandenen Vierwagenzug war die maximale Anhängelast der damals verfügbaren Triebfahrzeuge (ABDe 8/8 4000 oder zwei BDe 4/4 3000 in Vielfachsteuerung) erreicht. 1982 erschienen vier weitere Wagen für eine zweite Zugkomposition und 1983 wurden noch einmal zwei Wagen geliefert, da die in diesem Jahr abgelieferten Lokomotiven (GDe 4/4 6000) fünf solcher Wagen befördern konnten. Vorhanden waren jetzt

  • 4 Wagen 1. Kl. As 110-112 und 114
  • 6 Wagen 2. Kl. Bs 220-225, wovon einer mit Barabteil, Brs 223

Mit 18 bis 20 t waren diese klimatisierten Wagen relativ schwer geworden. Die FFA-Einheitswagen I in Leichtstahlausführung von 1964 wogen nur rund 16 t, die 1979-80 abgelieferten SIG-Einheitswagen II in Leichtmetallausführung brachten noch etwa 14 t auf die Waage. Für Gebirgsbahnen sind diese Gewichtsunterschiede relevant.

Als nächste Innovation kamen 1985/86 zwei "Superpanoramic"-Steuerwagen (Ast 116-117) in Betrieb, in denen 8 Plätze hinter der Frontscheibe für die Reisenden reserviert waren, der Lokführer sass ein halbes Stockwerk höher und schaute über die obere Stirnlampe hinweg auf die Strecke. Ein Barwagen (Ars 115) und der erste Panoramawagen (As 110) ergänzten die Komposition, in deren Mitte zwei Triebwagen mit Baujahr 1944/46 fuhren (in der Regel BDe 4/4 3005 und 3006).

Abgeschlossen wurde die Beschaffung dieses Wagentyps mit je zwei Wagen beider Wagenklassen (Bs 226-227, 1989-90 und As 118-119, 1993). Diese Wagen wurden auf neuen SIG-90-Drehgestellen ausgeliefert und sie erhielten einen neuen, leistungsfähigeren Klimaanlagentyp von BBC, erkenntlich an den Lüftungsgittern über den Einstiegen.

Ausser den 17 Wagen für die MOB wurden 1986-1988 auch vier Wagen an die Furka-Oberalp-Bahn geliefert. Diese erhielten nur einen Einstieg und waren zunächst als Wagen 2. Klasse (BS 4211-4214) in den Einsatz gegangen. 1988 wurden sie zu Erstklasswagen (AS 4011-4014) und 1994 zu Spezialwagen für Reisegruppen (PS 4011-4014). Im neuen Glacier-Express-Konzept ab 2006 werden sie wieder als Zweitklasswagen eingesetzt. Nach Lieferung weiterer Panoramawagen von Stadler (siehe unten), sind sie ab 2009 nur noch als Reservewagen vorgesehen.

Umfangreiche Umbauten sind auch bei der MOB vorgenommen worden. Anfänglich ging es darum, Barwagen für jede Komposition zu haben. Später wurden die Sitze statt in Reihenbestuhlung zu vis-à-vis umgruppiert. Schliesslich wurden verschiedene Wagen verlängert, drei erhielten einen Rollstuhllift und sind als BDs bezeichnet.

Hatten die zuerst gebauten Erstklasswagen (As 110...114) noch einen Drehzapfenabstand von 11.055 m, erreichte er bei den Zweitklasswagen und den später gelieferten Wagen 11.355 m. Bei den sechs verlängerten Wagen (As 111,12,14 und BDs 220,24,25) wurde dann auf das Mass der Bredawagen (siehe unten) gegangen, nämlich 12.830 m.

In den 1990er Jahren wurde der Superpanoramic-Express durch den ursprünglich silber-crème-farbigen CrystalPanoramicExpress von Breda (siehe weiter unten, Kapitel Gemeinschaftsbestellung MOB/BVZ/FO) ersetzt. Dieser Zug hatte ebenfalls Front- und Hecksitzplätze, aber eine runde Schnauze.

Die Superpanoramic-Komposition wurde umgebaut und auch mit 2. Klasse ausgestattet. Ab dem Jahr 2000 wurden dann unter Einbezug aller verfügbarer Wagen neue Zugskompositionen gebildet (siehe unten).

Im Jahre 2010 wurde der MOB BDs 220 mit einem neu entwickelten Umspurdrehgestell versehen, das es in Zukunft erlauben soll, direkte Züge Montreux–Interlaken zu führen. Drehgestell und Umspuranlagen befinden sich derzeit (Mitte 2010) in der Praxiserprobung. Sofern diese erfolgreich abgeschlossen werden kann, ist die Serienproduktion der Drehgestelle und der Umbau des Bahnhofs Zweisimmen vorgesehen.

Gemeinschaftsbestellung FO/BVZ/MOB bei Breda[Bearbeiten]

CrystalPanoramicExpress der MOB im ursprünglichen Design
MGB Api 4033 ex BVZ As 2013 im neuen Glacier-Express-Anstrich und ausgerüstet mit rollstuhlgängier Toilette, eingereiht in einen Pendelzug Brig-Zermatt, in Brig, 10. Februar 2007

Nach dem erfolgreichen Einsatz der RJ-Wagen sollte für den Glacier-Express eine grössere Zahl Wagen beschafft werden, die die Bildung einer ganzen Zugskomposition pro Richtung erlaubten. Da auch die MOB weitere Wagen beschaffen wollte und FO sowie MOB dafür öffentliche Gelder beanspruchten, musste die Lieferung ausgeschrieben werden.

1993 lieferte Breda (Pistoia, Italien) insgesamt 18 Panoramawagen auf SIG-90-Drehgestellen. Viele Merkmale wurden von den R+J-Wagen übernommen. Es kamen jedoch von Anfang an aussenbündige Schwenkschiebetüren zum Einbau. Wie beim R+J-Wagen für die FO gibt es 6 Panoramaabteile und nur am einen Wagenende Einstiege. Am anderen Wagenende ist das WC und ein Apparateschrank eingebaut, zudem gibt es eine Ladeluke für das Catering. Der Wagenkasten ist aus Aluminium aufgebaut.

Die AS 4021-4030 für die FO wurden mit geschlossenen Toiletten ausgerüstet. Hingegen hatten die vier BVZ-Wagen AS 2011-2014 Plumpsklos, wurden aber für den Wintereinsatz mit Steuerleitung für Pendelzüge ausgerüstet. Alle sechs Abteile wurden in vis-à-vis-Anordnung mit 8 Sitzplätzen bestuhlt und mit einem Tisch versehen, der Sitzteiler beträgt 2050 mm. Der Wagenboden ist durchgehend auf 950 mm über SOK. Die Tara eines Wagens beträgt 18.9 t, das Bruttogewicht 22.5 t (18.9 t + 48 x 75 kg = 22.5 t). Die FO- und BVZ-Wagen wurden gemeinsam im Glacier-Express eingesetzt.

Die MOB beschaffte nur vier Wagen, davon zwei als Steuerwagen Arst 151-152 mit erhöhtem Führerstand und 8 Aussichtsplätzen hinter der Frontscheibe. Der Passagierraum ist als Barwagen mit Längssitzbänken ausgestattet. Die beiden As 153-154 haben wie die FO/BVZ-Wagen 18 Sitzplätze, aber der Wagenboden im Abteil wurde auf 1070 mm erhöht, es hat somit beim Eingang eine leichte Rampe. Auf Tische wurde verzichtet und die Sitze am Wagenende in Reihenbestuhlung angeordnet. Alle vier Wagen wurden mit einer GDe 4/4 in der Mitte als reiner Erstklasszug Crystal Panoramic anstelle des Superpanoramic am Wochenende und im Sommer täglich eingesetzt.

Das Konzept der reinen Erstklasszüge, die neben den Taktzügen eine Trasse - und Personal - benötigten, befriedigte auf die Dauer nicht. So wurden die beiden As im Jahr 2000 zu Bs 251-252 umgezeichnet. Zwei der vier Wagen wurden gewendet, so dass der Steuerwagen immer Seite Zweisimmen steht. Zusammen mit den R+J-Wagen können damit Züge von bis zu sechs Panoramawagen mit einer Ge 4/4 8000 in der Mitte gebildet werden. Seite Montreux befindet sich einer der beiden Ast 116-117. Mit zwei solchen Pendelzügen können etwa 2/3 der zweistündlich verkehrenden Schnellzüge abgedeckt werden, eine dritte Komposition verkehrt als gezogener Zug mit Panoramawagen.

Auch bei den FO/BVZ-Wagen, seit der Fusion MGB, ergaben sich Veränderungen mit der Ablieferung der Stadler-Wagen (siehe unten). Die Wagen 4023-4030 wurden 2006/07 zu Bp umgezeichnet, die neu Ap 4021-4022 und Api 4031-4034 (ex 2011-2014) genannten Wagen erhielten eine neue Bestuhlung mit nur noch 3 Sitzen in einer Reihe, wie es für die 1. Kl. sonst üblich ist. Die Api wurden ausserdem mit einer rollstuhlgängigen Toilette ausgerüstet. Die Platzzahl sank damit auf 36 für die Ap und 30 für die Api. Schliesslich erhalten bzw. erhielten die Wagen ex FO bis Ende 2008 die Steuerleitung für den Wintereinsatz in Pendelzügen Visp - Zermatt.

Die Ap 4022 und Api 4032 wurden bei der Entgleisung in Fiesch am 23. Juli 2010 schwer beschädigt und mussten ausrangiert werden. Als Ersatz wurden ein Ap 4045 und ein Api 4040 bei Stadler bestellt.

SWA Typ PA-90[Bearbeiten]

Zentralbahn As 103 im einheitlichen GoldenPass-Anstrich in Brienz

Im Baukastensystem der PA-90 war ein Panoramawagen vorgesehen gewesen, aber es wurden nur zwei Exemplare als A 102-103 für die SBB-Brünigbahn (heute Zentralbahn) bestellt und 1994 geliefert. Auch hier wurde in der ersten Klasse der Sitzteiler 2+2 gewählt. Seit 2013 sind die beiden Wagen mit der Aufschrift «Luzern–Engelberg Express» und weiss/rotem Anstrich in die Pendelzüge nach Engelberg eingereiht.

Panoramawagen Bernina-Express von Stadler[Bearbeiten]

Panoramawagen des Bernina-Express
Bp 2506 aus der ersten Serie nach Neuanstrich in Tirano am 5. Mai 2007

Als die Rhätische Bahn sich mit weiteren Fahrzeugbeschaffungen befasste, hatte sich die Wagenindustrie nachhaltig verändert. Ebenso hatten sich die Anforderungen an die Fahrzeuge gewandelt. Auf dem Netz der RhB verkehrten inzwischen die Panoramawagen von FO und BVZ im Glacier-Express. Nun sollte auch für den Bernina-Express (BEX) ein Qualitätsschub erfolgen. Die RhB bestellte 8 Niederflur-Steuerwagen für den Verkehr ins Unterengadin und 10 Panoramawagen für den Bernina-Express. Neben den Entwürfen der PA-90-Wagen, die mit der Übernahme des Werks Altenrhein von Schindler zu Stadler gewechselt hatten, griff Stadler auf seine Arbeiten zu den GTW-Steuerwagen zurück. So erhielten alle 18 Fahrzeuge eine gemeinsame Basis. Als Drehgestell wurde jedoch weiter der Typ SIG 90 eingebaut. Wegen des Einsatzes über die Bernina mussten die Wagen verkürzt werden. Gegenüber dem Breda-Wagen mussten 3.226 m eingespart werden. Beim Sitzteiler wurden keine Kompromisse gemacht, er beträgt 2054 mm in der 1. Kl. und 1782 mm in der 2. Kl. (gleiche Masse wie beim PA-90), hingegen wurde - entsprechend der völlig anderen Kundschaft - weitgehend auf Gepäckablagen verzichtet und die Vorräume verkürzt. So konnten dennoch 34 Sitze in erster und 46 Sitze in zweiter Klasse untergebracht werden. Erstmals wurden in einem Panoramawagen nur noch drei Sitze nebeneinander in erster Klasse angeordnet. Auch hier besteht der Wagenkasten aus Aluminium und ist eine Klimaanlage eingebaut. Zudem wurden die im Jahr 2000 abgelieferten A 1291-1293 und B 2501-2507 mit Steuerleitung für Pendelzüge ausgerüstet; diese wurde aber 2006/07 wieder entfernt. Der B 2501 erhielt ein Serviceabteil für die Minibar und hat demzufolge nur 44 statt 50 Sitzplätze; er wurde in Anpassung an die Nachlieferung zum Bps 2511 umgezeichnet.

Um den Bernina-Express einheitlich mit Panoramawagen ausrüsten zu können und zudem ein Angebot Süd-Nord für italienische Gäste aus dem Raum Mailand nach St. Moritz anbieten zu können, wurden 2006-2007 noch einmal 16 gleiche Wagen (Api 1301–1306, Bps 2512–2515, Bp 2521–2526) beschafft. Diese erhielten nun allerdings luftgefederte Stadler-Drehgestelle und eine (vakuumgesteuerte) Druckluftbremse, letztere wurde auch bei den bestehenden Wagen nachgerüstet. Zudem wurde im Erstklasswagen eine rollstuhlgängige Toilette eingebaut. Da inzwischen das Rauchen in Schweizer Zügen generell verboten wurde, konnte auch auf eine Trennwand für ein Raucherabteil verzichtet werden, bei den bisherigen Wagen wurde diese entfernt.

Mit den nun 26 Wagen werden 4 Züge mit je zwei Wagen erster und vier Wagen zweiter Klasse gebildet, mit denen insgesamt fünf Zugspaare gefahren werden. Seit Inbetriebnahme der Allegras wird der Hauptzug Chur–Tirano und zurück mit sieben Wagen gefahren.

Panoramawagen Glacier-Express von Stadler[Bearbeiten]

aktueller Glacier-Express mit Panoramawagen von Stadler
Stadler Panoramawagen Bp 4064 und 4066 am Schluss des Glacier-Express nach Zermatt in Randa, 5. August 2006

Für die Neulancierung des Glacier-Express entschlossen sich RhB und MGB gemeinsam vier ganze Zugskompositionen in Auftrag zu geben. Die Grundkonzeption des Wagens, insbesondere die wichtigsten Masse (Länge über Puffer, Kastenlänge, Drehzapfenabstand, Fussbodenhöhe und Fensteranordnung) wurden vom Breda-Wagen übernommen. Die Gemeinsamkeiten zum BEX-Wagen sind beim Wagenkasten gering. Hingegen laufen die Wagen auf denselben luftgefederten Stadler-Drehgestellen, wie die zweite Serie BEX-Wagen und der Zug verfügt nur über (bei Bedarf vakuumgesteuerte) Luftdruckbremsen. Der Sitzteiler ist in beiden Wagenklassen gleich, hingegen sind in erster Klasse nur 2+1 Sitze in der Breite angeordnet, in zweiter Klasse 2+2 Sitze. Die Hälfte der Erstklasswagen erhielt eine rollstuhlgängige Toilette und hat deshalb 6 Sitzplätze weniger. Neu ist, dass in der Mitte ein Küchenwagen läuft und die Gäste das Essen an den Platz serviert erhalten. Die Wanderung zum Speisewagen (und das Vorhalten der doppelten Anzahl an Sitzplätzen) entfällt damit. Jeder Zug ist aus 6 Wagen zusammengesetzt, und zwar in der Reihenfolge Ap-Api-WRp-Bp-Bp-Bp.

2008 haben RhB und MGB weitere 8 Panoramawagen bestellt (2 Ap, 2 WRp und 4 Bp), die auf die Saison 2009 hin abgeliefert wurden. Damit können unter Beizug der Breda-Wagen zwei weitere sechsteilige Kompositionen gebildet werden, während zwei weiterhin fünfteilige Kompositionen auf Teilstrecken mit einem klassischen Speisewagen ergänzt werden. Zwei weitere Wagen mussten beschafft werden, um die in Fiesch verunglückten Breda-Wagen zu ersetzen.

2013/14 lieferte Stadler vier in weiten Teilen baugleiche Wagen aber für 76 cm Spurweite an die Mariazellerbahn. Die Wagen kommen hinter den ebenfalls von Stadler gelieferten neuen Triebzügen zum Einsatz und tragen ebenfalls einen goldenen Anstrich mit der Aufschrift «Die Himmelstreppe». Die Wagen sind als NÖVOG P1 bis P4 bezeichnet.[1]

Umbauten[Bearbeiten]

Die Transports Publics du Chablais (TPC) bauten in eigener Werkstätte und mit Unterstützung durch Bombardier den Bt 61 von 1964 und den B 52 von 1953 (beide erbaut von SIG) zu Aussichtswagen um, indem ein erhöhtes Dach mit Fenstern in der Dachschräge nach Vorbild der R+J-Wagen aufgebaut wurde. Weiter wurde der sehr enge Sitzteiler von nur ca. 1420 mm vergrössert (neu noch 5 statt 6 Fenster). Die Wagen wurden 1997 (Bst 61, ab 2001 Bst 53) und 1999 (Bs 52) in Betrieb gesetzt.

Übersicht über die Panoramawagen[Bearbeiten]

Anzahl Bahn Typ Inbetriebnahme Drehgestelltyp Typ und Nummer
ursprünglich/heute
Plätze (Anordnung) Sitzteiler Bemerkung
1 MOB R+J 1976 SIG-Torsionsstab As 110 36
3 MOB R+J 1979,82,83
2000,03
SIG-Torsionsstab As 111,112,114 36 (2+2)
33 (2+1)

verlängert
3 MOB R+J 1979,82,83
2001,02
SIG-Torsionsstab Bs 220,224,225
BDs 220,224,225,
52
43

verlängert
1 MOB R+J 1979
1987
SIG-Torsionsstab Bs (220),221
Brs (220),221
52
42
1 MOB R+J 1982 SIG-Torsionsstab Bs 222 52
1 MOB R+J 1982 SIG-Torsionsstab Brs 223
Bs 223
48
neu Schwenkschiebetüren
2 MOB R+J 1985,86 SIG-Torsionsstab Ast 116-117 50
36
1 MOB R+J 1985
1995
SIG-Torsionsstab Ars 115
Brs 228
44
42
4 FO
MGB
R+J 1986-1988 SIG-Schelling BS 4211-4214
AS/PS 4011-4014
Bp 4011-4014
48 (2+2) Ug/Dg ex Bi 4222,28,27,26
2 Wagen abgestellt
2 MOB R+J 1989,90 SIG-90 Bs 226-227 52
2 MOB R+J 1993 SIG-90 As 118-119 42
21 Total R+J
2 SBB
ZB
PA 90 1994 SIG-90 A 102-103 48 (2+2) 2054 mm
2 Total PA 90
10 FO
MGB

RhB
Breda 1993 SIG-90 AS 4021-4030
Ap 4021-4022
Bp 4023-4030
Bp 52521-24
48 (2+2) 2050 mm
30 (2+1) 2050 mm
48 (2+2) 2050 mm
48 (2+2) 2050 mm
ab 2007/08 Vielfachsteuerleitung
4022 Unfall Fiesch 2010

52521-24 ex 4023-26
4 BVZ
MGB
Breda 1993 SIG-90 AS 2011-2014
Api 4031-4034
48 (2+2) 2050 mm
30 (2+1) 2050 mm
Vielfachsteuerleitung;
ab 2006/07 Rollstuhltoilette
4032 Unfall Fiesch 2010
2 MOB Breda 1993 SIG-90 Arst 151-152 35 (3+1 und längs) Steuerwagen
2 MOB Breda 1993 SIG-90 As 153-154
Bs 251-252
48 (2+2) 2050 mm Vielfachsteuerleitung
18 Total Breda
3 RhB BEX 2000 SIG-90 A 1291-1293
Ap 1291-1293
34 (2+1) 2054 mm
6 RhB BEX 2006-07 Stadler-SSL Api 1301-1306 30 (2+1) 2054 mm Rollstuhltoilette
6 RhB BEX 2000 SIG-90 B 2502-2507
Bp 2502-2507
50 (2+2) 1782 mm
1 RhB BEX 2000 SIG-90 B 2501
Bps 2511
44 (2+2) 1782 mm Serviceabteil Minibar
4 RhB BEX 2006-07 Stadler-SSL Bps 2512-2515 44 (2+2) 1782 mm Serviceabteil Minibar
6 RhB BEX 2006-07 Stadler-SSL Bp 2521-2526 50 (2+2) 1782 mm
26 Total BEX
5 RhB
MGB
GEX 2006,11 Stadler-SSL Api 1311-1312
Api 4040-4042
30 (2+1) 2050 mm Rollstuhltoilette
7 RhB
MGB
GEX 2006,09,11 Stadler-SSL Ap 1313-1316
Ap 4043-4045
36 (2+1) 2050 mm
6 RhB
MGB
GEX 2006,09 Stadler-SSL WRp 3830-3832
WRp 3833-3835
Küchenwagen mit Stehbar
16 RhB
MGB
GEX 2006,09 Stadler-SSL Bp 2531-2538
Bp 4061-4068
48 (2+2) 2050 mm
34 Total GEX
101 Gesamttotal

Literatur[Bearbeiten]

  • Grandguillaume Michel et al., Chemin de fer Montreux Oberland Bernois, Du Léman ua Pays-d'Enhaut, Tome 2, BVA, Lausanne, 1994, ISBN 2-88125-009-2
  • Tribolet Hans, Karlen Franz, Destefani Giorgio, Die neuen Panoramawagen AS 2011-2014 der BVZ Zermatt-Bahn und AS 4021-4030 der Furka-Oberalp-Bahn, in: Schweizer Eisenbahn-Revue 7-8/1993.
  • Broennle M., Der futuristische «Crystal Panoramic-Express», in: Eisenbahn-Amateur 9/93.
  •  Wolfgang Finke, Hans Schweers: Die Fahrzeuge der Rhätischen Bahn 1889–1996. Band 1: Personenwagen, Speisewagen, Gepäck- und Postwagen. Schweers + Wall, Aachen 1996, ISBN 3-89494-103-0.
  • Moosbrugger Roman, Nachbauer Manfred, Ruf Nikolaus, Panoramawagen für die Rhätische Bahn, in: Schweizer Eisenbahn-Revue 7/2001.
  • Furgler Hans, et al., Der neue Glacier-Express, in: Schweizer Eisenbahn-Revue 7/2006 und 8-9/2006.
  • Einzelnachweise:
  1. Erster Panoramawagen für die Mariazellerbahn fertiggestellt, in: Schweizer Eisenbahn-Revue und Eisenbahn Österreich Nr. 1/2014, Verlag Minirex, Luzern.