Patton – Rebell in Uniform

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Patton – Rebell in Uniform ist ein US-amerikanischer Film des Regisseurs Franklin J. Schaffner aus dem Jahr 1970.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film zeichnet das Leben des US-Generals George S. Patton während des Zweiten Weltkriegs nach. In Nordafrika kämpft Patton im Tunesien-Feldzug gegen den deutschen Generalfeldmarschall Erwin Rommel, den er selbst für dessen taktische und strategische Meisterleistungen während des Krieges sehr bewundert. Patton ist im Jahr 1943 unter anderem an der erfolgreichen Invasion Siziliens beteiligt, bei der er sich der Konkurrenz des britischen Feldmarschalls Bernard Montgomery ausgesetzt sieht. Trotz seiner militärischen Erfolge ist Patton bei seinen Vorgesetzten umstritten. Er ist ein ehrgeiziger Egozentriker, der an Reinkarnation glaubt und in seinem Handeln oft rücksichtslos und brutal vorgeht. Als er einem verletzten Soldaten ins Gesicht schlägt, wird er kurzzeitig vom Dienst suspendiert und von der Teilnahme an der Operation Overlord ausgeschlossen.

Er bittet seinen ehemaligen Untergebenen und jetzigen Vorgesetzten General Omar Bradley um eine erneute Beteiligung am Krieg, der ihm so viel bedeutet. Die Schlacht bei Falaise wird zu seiner wichtigsten militärischen Leistung. Als Kommandant der 3. US-Armee hat er maßgeblichen Anteil an der Befreiung Frankreichs und der Abwehr der Ardennenoffensive. Schließlich marschiert Patton mit seinen Leuten in Deutschland ein. Am Ende des Films tritt er noch sehr emotional - aber dennoch erfolglos - für einen Angriff auf die Rote Armee ein, da sich, wie er meint, nie wieder eine so gute Gelegenheit bieten würde, den Feind von morgen zu schlagen.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Der Produzent Frank McCarthy, der im Zweiten Weltkrieg unter Pattons Kommando gestanden hatte, plante bereits seit 1953 einen Film über dessen Leben.
  • Die Produzenten wandten sich zunächst an die Familienangehörigen und hofften darauf, einen Einblick in Pattons Tagebücher zu erhalten. Da die Hinterbliebenen des Generals eine Zusammenarbeit jedoch ablehnten, griff man für das Drehbuch auf die Biografien Patton: Ordeal and Triumph von Ladislas Farago und A Soldier's Story von Omar N. Bradley zurück. Letzterer hatte Patton persönlich gekannt und wird im Film von Karl Malden dargestellt. Er fungierte außerdem als militärischer Berater am Set.
  • Patton wurde im Frühjahr 1969 in Spanien, Marokko, Griechenland, Italien, Großbritannien und den Vereinigten Staaten gedreht. Das Budget betrug etwa 12 Mio. US$. Die Ausrüstung der Soldaten und viele der Komparsen wurden von der spanischen Armee zur Verfügung gestellt.
  • Für die Darstellung der deutschen Panzer diente das amerikanische Modell M47, als amerikanische Panzer der M48. Beide tragen den NATO-Codenamen "Patton".
  • Zu den bekanntesten (in anderen Filmen oft zitierten) Szenen des Films zählt die Anfangssequenz mit der Rede, die General Patton an seine Truppe richtet, während er vor einer riesigen amerikanischen Flagge steht. Obwohl anfangs umstritten, zählt die Eröffnungssequenz heute zu den wirkungsvollsten ihrer Art.
  • Der Film feierte seine Premiere am 4. Februar 1970 in New York. Der ursprüngliche Titel Patton: Salut to a Rebel war kurz zuvor geändert worden. Am 26. März kam Patton auch in Deutschland in die Kinos.
  • Allein in den Vereinigten Staaten erreichte der Film ein Einspielergebnis von fast 62 Millionen US-Dollar. Im darauffolgenden Jahr gewann er sieben Oscars. 2003 wurde Patton in das National Film Registry aufgenommen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscarverleihung 1971

Der Film wurde in folgen Kategorien ausgezeichnet:

Der Film war außerdem in folgenden Kategorien nominiert:

George C. Scott lehnte die Auszeichnung ab mit der Begründung, er sehe sich nicht im Wettbewerb mit anderen Schauspielern. Frank McCarthy nahm den Preis zwar stellvertretend entgegen, gab ihn aber am nächsten Tag der Academy zurück.

Der Oscar für die Beste Regie wurde von Karl Malden entgegengenommen, da Franklin J. Schaffner nicht anwesend war.

Der Erfolg des Films bedeutete den Durchbruch für Francis Ford Coppola, der kurz darauf mit der Arbeit an Der Pate begann.

Weitere Auszeichnungen (Auswahl)

Kritiken[Bearbeiten]

  • Lexikon des internationalen Films: Der aufwendige und überlange Film bemüht sich einerseits um eine Rekonstruktion der historischen Fakten, mystifiziert den General andererseits jedoch zur legendären, „überlebensgroßen“ Gestalt.

Weblinks[Bearbeiten]