Petra Pau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Petra Pau, 2009

Petra Angelika Pau (* 9. August 1963 in Berlin) ist eine deutsche Politikerin (Die Linke). Seit 2006 ist sie Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Petra Pau wurde 1963 als Tochter eines Maurers in Ost-Berlin geboren. Nach dem Besuch einer allgemeinbildenden polytechnischen Oberschule begann sie 1979 ein Fachschulstudium am Zentralinstitut der Pionierorganisation „Ernst Thälmann“ (ZIPO) in Droyßig, das sie 1983 als Freundschaftspionierleiterin und als Unterstufenlehrerin für Deutsch und Kunsterziehung abschloss. Bis 1985 war sie in ihrem erlernten Beruf tätig. Dann begann sie ein Studium an der Parteihochschule Karl Marx (PHS) in Berlin, das sie 1988 als Diplom-Gesellschaftswissenschaftlerin abschloss. Bis 1990 war sie Mitarbeiterin beim Zentralrat der FDJ, den sie nach der Wende mit abwickelte. Bis 1991 war sie dann arbeitslos.[1]

Pau ist konfessionslos[2] und seit 1994 verheiratet.

Partei[Bearbeiten]

1983 wurde Pau Mitglied der SED. Von Januar bis Oktober 1991 war sie Vorsitzende des PDS-Bezirksverbandes Berlin-Hellersdorf und anschließend stellvertretende PDS-Landesvorsitzende in Berlin. Als André Brie wegen seiner verschwiegenen Stasi-Vergangenheit zurücktreten musste, wurde Pau im Oktober 1992 zur Landesvorsitzenden der Berliner PDS gewählt. Dieses Amt bekleidete sie bis Dezember 2001, von 2000 bis 2002 war sie außerdem stellvertretende PDS-Bundesvorsitzende. Innerhalb ihrer Partei gehört Pau zu den so genannten Reformlinken und ist zudem Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft „Bürgerrechte und Demokratie“.

Petra Pau bei der Bundestagswahl 2013.

Abgeordnete[Bearbeiten]

Pau gehörte von 1990 bis 1995 der Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Hellersdorf und von 1995 bis 1998 dem Abgeordnetenhaus von Berlin an. Bei der Bundestagswahl 1998 gewann sie das Direktmandat für den Deutschen Bundestag im Wahlkreis Berlin-Mitte – Prenzlauer Berg gegen Wolfgang Thierse, den Kandidaten der SPD, und Marianne Birthler, die Kandidatin von Bündnis 90/Die Grünen. Pau ist auch danach als direkt gewählte Abgeordnete in den Bundestag eingezogen und gehörte wie Gesine Lötzsch als direkt gewählte, aber fraktionslose Abgeordnete weiterhin dem Bundestag an, nachdem die PDS bei der Bundestagswahl 2002 an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert war. Petra Pau erzielte im Bezirk Marzahn-Hellersdorf bei der Bundestagswahl 2005 42,6 %, bei der Bundestagswahl 2009 47,8 % und bei der Bundestagswahl 2013 38,9 % der Erststimmen.

Von Oktober 2000 bis Oktober 2002 war Pau zudem stellvertretende Vorsitzende der PDS-Bundestagsfraktion. Seit Oktober 2005 gehört sie dem Vorstand der Linksfraktion im Bundestag an, von 2005 bis 2008 war sie auch stellvertretende Fraktionsvorsitzende. 2005 bis 2008 leitete sie den Fraktionsarbeitskreis BürgerInnenrechte und Demokratie.

Am 7. April 2006 wurde sie zur Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages gewählt, nachdem der ursprüngliche Kandidat der Linksfraktion, Lothar Bisky, in vier Wahlgängen nicht die notwendige Stimmenzahl erreicht hatte. Am 27. Oktober 2009 wurde sie im 17. Deutschen Bundestag und am 22. Oktober 2013 im 18. Deutschen Bundestag in dieser Position bestätigt.

Im Januar 2012 wurde bekannt, dass Petra Pau als eine von 27 Bundestagsabgeordneten der Linken unter Beobachtung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz steht,[3] was von Politikern aller Fraktionen kritisiert wurde.[4] Siehe auch: Beobachtung der Partei Die Linke durch den Verfassungsschutz.

Sie war 2012 bis 2013 Obfrau der Linken im Untersuchungsausschuss zur Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund

Stop The Bomb[Bearbeiten]

Petra Pau gehört zu den prominenten Mitunterzeichnern der überparteilichen Initiative Stop the Bomb. Die Initiative will verhindern, dass der Iran die Atombombe erlangt.[5]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Petra Pau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografie petrapau.de
  2. Forschungsgruppe Weltanschauungen:Religionszugehörigkeit (PDF; 320 kB)
  3. Geheimdienst: Verfassungsschutz beobachtet 27 Linken-Abgeordnete. In: Spiegel online. 22. Januar 2012, abgerufen am 26. Oktober 2013.
  4. Überwachung von Abgeordneten "unerträglich". In: tagesschau.de. 22. Januar 2012, archiviert vom Original am 16. Januar 2013, abgerufen am 26. Oktober 2013.
  5. http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/1942