Schladming

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Schladming
Wappen von Schladming
Schladming (Österreich)
Schladming
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Liezen
Kfz-Kennzeichen: GB
Fläche: 10,32 km²
Koordinaten: 47° 24′ N, 13° 41′ O47.39416666666713.689166666667745Koordinaten: 47° 23′ 39″ N, 13° 41′ 21″ O
Höhe: 745 m ü. A.
Einwohner: 4.402 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 427 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8970
Vorwahl: 03687
Gemeindekennziffer: 6 12 42
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Coburgstraße 45
8970 Schladming
Website: www.schladming.at
Politik
Bürgermeister: Jürgen Winter (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(21 Mitglieder)
13
4
2
2
13 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Schladming im Bezirk Liezen
Aich Gössenberg Gröbming Großsölk Haus Kleinsölk Michaelerberg Mitterberg Niederöblarn Öblarn Pichl-Preunegg Pruggern Ramsau am Dachstein Rohrmoos-Untertal Sankt Martin am Grimming Sankt Nikolai im Sölktal Schladming Steiermark Bezirk LiezenLage der Gemeinde Schladming in der Expositur Gröbing (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Schladming ist eine Stadtgemeinde im Bezirk Liezen in der Steiermark (Gerichtsbezirk Schladming). Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark ist sie ab 2015 mit den Gemeinden Pichl-Preunegg und Rohrmoos-Untertal zusammengeschlossen,[1] die neue Gemeinde wird den Namen Stadtgemeinde Schladming weiterführen. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz - StGsrG.[2] Eine Beschwerde der Gemeinden Pichl-Preunegg und Rohrmoos-Untertal gegen die Zusammenlegung beim Verfassungsgerichtshof war nicht erfolgreich.[3]

Geografie[Bearbeiten]

Schladming liegt in der Obersteiermark im oberen Ennstal an der Einmündung des Talbach in die Enns. Die Stadt wird umrahmt im Norden vom Dachsteingebirge und im Süden von den Niederen Tauern.

Die Nachbargemeinden sind im Norden Ramsau am Dachstein, im Osten Haus, im Süden Rohrmoos-Untertal, im Westen Pichl-Preunegg

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[4]):

  • Klaus (978)
  • Schladming (3456)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Klaus und Schladming.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach einem Stich von Vischer im Jahr 1681

Die erste urkundliche Erwähnung einer Siedlung an dieser Stelle geht auf das Jahr 1180 (Slaebnich, altslow. „Schluchtberg“) zurück. Das Stadtrecht ist erstmals 1322 dokumentiert. Es ist auf den blühenden Bergbau in den Schladminger Tauern zurückzuführen, wo bis zu 1500 Bergknappen beschäftigt waren. Von hier aus gehen auch erste Bestrebungen zu einer Vereinheitlichung der Arbeitsbedingungen für die Bergleute in ganz Europa (Schladminger Bergbrief 1408). Abgebaut wurde Silber, Blei, Kupfer, später auch Cobalt und Nickel.[5]

Nachdem sich im Zuge der Reformation die Bergleute an den Bauernaufständen gegen die Salzburger Obrigkeit beteiligten, wurde Schladming 1525 unter Erzherzog Ferdinand I. praktisch völlig zerstört, das Stadtrecht wurde aberkannt. Bis zum heutigen Tag stellt das wesentlich kleinere Gröbming die Verwaltung der politischen Expositur, womit die Gegenreformation auch nach beinahe 500 Jahren ihre Nachwirkungen zeigt.

In der Folge spielte Schladming jedoch weiterhin eine tragende Rolle im Bergbau. Im Laufe des 19.Jahrhunderts musste der Bergbau nach und nach eingestellt werden.

Der nächste Aufschwung erfolgte durch die Erschließung des Ennstals mit einer Eisenbahnlinie im Jahr 1875. Damit begann der Aufstieg zum Tourismus- und Wintersportzentrum.

Dachsteingasse in Schladming

Das Stadtrecht erhielt der Ort wieder 1925. Dieser fand seine ersten Höhepunkte mit der Errichtung der ersten Berghütte, der Hochwurzenhütte, 1920 und des ersten Skilifts auf der Planai 1953.

Weitere Höhepunkte der touristischen Entwicklung waren:

Bei der Bewerbung um die Alpine Skiweltmeisterschaft 2009 unterlag man knapp dem französischen Konkurrenten Val-d'Isère, 2 Jahre später hatte man gegen Garmisch-Partenkirchen das Nachsehen. Am 29. Mai 2008 wurde entschieden, dass die Alpine Skiweltmeisterschaft 2013 in Schladming stattfinden wird. Unmittelbar nach dieser Entscheidung wurde Schladming auch vom International Council for Ski Mountaineering Competitions (ISMC) als Austragungsort für die Weltmeisterschaft im Skibergsteigen 2012 ausgewählt.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Religion[Bearbeiten]

Die Wohnbevölkerung gab bei der letzten Volkszählung im Jahre 2001 folgende Religionszugehörigkeit an:

  • römisch-katholisch 55,6 %
  • evangelisch 34,2 %
  • islamisch 4,1 %
  • ohne Bekenntnis 4,3 %
  • sonstige 1,6 %

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen von Schladming zeigt einen Bergmann im Halbprofil mit Spitzhacke und Schlägel. Die Darstellung ist in Silber und Ocker vor blauem Hintergrund.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Brauerei Schladming

Wichtigster Wirtschaftsfaktor in Schladming ist der Tourismus, organisiert als Urlaubsregion Schladming–Dachstein, wobei der Wintersport (Skiregion Schladming–Dachstein/Ski amadé) mit knapp 70 % der Nächtigungen (272.427 Nächtigungen 2002/2003) die Oberhand hat. Dem gegenüber stehen 119.220 Nächtigungen in der Sommersaison 2003. In der Gemeinde gibt es etwa 3500 Gästebetten.

Der größte Tourismusmagnet ist die 4-Berge-Skischaukel, die das Zentrum mit der Planai in Schladming hat. Berühmt ist dieses Skigebiet vor allem durch das Nightrace, den Nachtslalom, dem alljährlich zirka 50.000 Besucher beiwohnen.

Seit 2004 findet auf der Planai jährlich der UCI-Mountainbike-Worldcup statt. Dadurch zieht Schladming im Sommer viele Downhill-Mountainbiker aus der ganzen Welt an.

Die Schladminger Brauerei wurde 1909 als „Erste Alpenländische Volksbrauerei“ gegründet. Heute ist sie Teil der österreichweit tätigen Brau-Union.

Bildung[Bearbeiten]

Schladming entwickelte sich ab 1974 auch zur Sport-Schulstadt, in die Schüler aus ganz Österreich aber auch allen Kontinenten, außer Afrika, kommen.

1974 startete die Skihandelsschule Schladming, im selben Jahr wurde das Jugendsporthaus, das Internat für die Skihaupt- und Handelsschüler eröffnet. 1998 gab es die erste Matura am HAK-Aufbaulehrgang.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Markt Schladming, lith. Folwerczni, um 1830
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Schladming
Das Stadttor
  • Stadtmuseum: in einem Gebäude aus 1661 untergebracht, das ursprünglich zur Unterbringung kranker Bergleute und Hinterbliebenen verunglückter Knappen diente. Das Museum zeigt vor allem Ausstellungsstücke zur Bergbauvergangenheit sowie zu den Bauernkriegen der Reformation und Gegenreformation
  • Rathaus: 1884 von August Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha als Jagdschloss erbaut
  • Stadtbefestigung: erhalten sind Mauerreste aus dem Jahr 1629, ein Stadttor, das „Salzburger Tor“, und einer von vier Rundtürmen
  • katholische Stadtpfarrkirche Schladming: im Kern spätromanisch, 1522 bis 1532 zur dreischiffigen, fünfjochigen Hallenkirche erweitert, Hochaltar von 1702–1704
  • evangelische Kirche: 1859 bis 1862 errichtet, Turm bereits 1852 errichtet, Flügelaltar im Seitenschiff aus der Reformationszeit (um 1570)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Mid Kultur: das Musikfestival Mid Kultur bietet seit 1977 – früher unter dem Namen „Schladminger Musiksommer“ – in den Monaten Juli und August Konzerte und Meisterkurse. Neu seit 1998 ist die Mid Europe, bei der faszinierende Bläsermusik geboten wird. Seit 3 Jahren gibt es auch die Pre Mid. Originell und volksnah werden dabei Alp- und Wurzhorn, Dudelsack etc. vorgestellt
  • Weltcup-Skirennen auf der Planai: seit 1973 finden auf der bekannten Weltcupstrecke Planai, dem Hausberg von Schladming, Weltcup-Skirennen statt

Tourismus[Bearbeiten]

Schladming ist das Zentrum der Urlaubsregion Schladming-Dachstein, hat 3500 Gästebetten (Hotels, Gasthäuser, Gasthöfe, Pensionen und Privatzimmer) und verzeichnet etwa 400.000 Gästenächtigungen im Jahr.

Der Schwerpunkt liegt im Wintertourismus (Ski amadé).

Sport[Bearbeiten]

Siehe auch: Planai

Während man sich im Winter hauptsächlich durch Skifahren, Langlaufen, Rodeln und Eislaufen sportlich betätigen kann, stehen einem auch im Sommer in Schladming die gängigsten Sportarten wie Wandern, Mountainbiking (vor allem Downhill) und Radfahren, Paragleiten, Klettern, Laufen, Tennis, Reiten, Beachvolleyball, Schwimmen, Fischen und Minigolf zur Verfügung.

Schladming war Austragungsort der Alpinen Skiweltmeisterschaft 1982 und 2013.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Hervorzuheben sind:

  • Schladminger Bier
  • Steirer Käse: ein Grauschimmelkäse, der ursprünglich von den Bauern des Ennstales gemacht wurde und auf Butterbrot oder auf Roggenkrapfen gegessen wird

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. § 3 Abs. 6 Z 5 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 3.
  3. Erkenntnis des VfGH vom 23. September 2014, G 43/2014, V 45/2014.
  4. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  5. Bergbau in den Schladminger Tauern. auf gemeinde.schladming.at
  6. Weltmeisterschaft der Skibergsteiger in Schladming 2012. Website der Urlaubsregion Schladming-Dachstein, 3. Juni 2008

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schladming – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien