Bischofshofen

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Bischofshofen
Wappen von Bischofshofen
Bischofshofen (Österreich)
Bischofshofen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: St. Johann im Pongau
Kfz-Kennzeichen: JO
Fläche: 49,54 km²
Koordinaten: 47° 25′ N, 13° 13′ O47.41722222222213.219444444444544Koordinaten: 47° 25′ 2″ N, 13° 13′ 10″ O
Höhe: 544 m ü. A.
Einwohner: 10.377 (1. Jän. 2013)
Bevölkerungsdichte: 209 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5500
Vorwahl: 06462
Gemeindekennziffer: 5 04 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
5500 Bischofshofen
Website: www.bischofshofen.sbg.at
Politik
Bürgermeister: Hansjörg Obinger (SPÖ)
Gemeinderat: (2014)
(25 Mitglieder)
15
8
2
15 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Bischofshofen im Bezirk St. Johann im Pongau
Bad Gastein Altenmarkt im Pongau Bad Hofgastein Bischofshofen Dorfgastein Eben im Pongau Filzmoos Flachau (Salzburg) Forstau Goldegg im Pongau Großarl Hüttau Hüttschlag Kleinarl Mühlbach am Hochkönig Pfarrwerfen Radstadt St. Johann im Pongau St. Martin am Tennengebirge Sankt Veit im Pongau Schwarzach im Pongau Untertauern Wagrain (Pongau) Werfen Werfenweng SalzburgLage der Gemeinde Bischofshofen im Bezirk St. Johann im Pongau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Bischofshofen (umgangssprachl. abgekürzt „B'hofen“, auch Behófn oder Bihófn ausgesprochen) ist eine Stadt mit 10.377 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2013) im Bezirk St. Johann im Pongau im Bundesland Salzburg in Österreich und liegt etwa 50 km südlich der Landeshauptstadt Salzburg.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt in der Salzburger Region Pongau (deckungsgleich mit dem Bezirk St. Johann im Pongau) an der Salzach und ist umgeben von den Bergen Hochkönig, Hochgründeck und dem Tennengebirge. Bis Ende 2002 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Werfen, seit 2003 ist sie Teil des Gerichtsbezirks Sankt Johann im Pongau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende neun Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Alpfahrt (149)
  • Bischofshofen (7222)
  • Buchberg (452)
  • Gainfeld (96)
  • Haidberg (94)
  • Kreuzberg (272)
  • Laideregg (514)
  • Mitterberghütten (1417)
  • Winkl (70)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Bischofshofen, Buchberg, Haidberg und Winkl.

Geschichte[Bearbeiten]

Ausgrabungen am Götschenberg belegen, dass dort bereits vor rund 5000 Jahren Menschen Kupfer abbauten. Pingenzüge als oberflächliche Spuren urzeitlicher Bergbautätigkeit sind noch streckenweise zu finden. In Einbauten des Winkelganges ist ein spätbronzezeitliches Bronzetassenfragment gefunden worden. Unterhalb des Höchstollens des Branderganges ein hallstattzeitliches Haus. Im Arthurstollen sind vom neuzeitlichen Bergbau ein Abbau- und ein Verbindungsstollen angeschnitten worden. Im Inneren der mehrere Meter offenen, schmalen Baue sind hölzerne Verschalungen und Abbautribünen erhalten. Ein Radiokarbondatum datiert auf 1150 v. Chr.

Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. waren hier Kelten ansässig, und aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. wurden Siedlungsspuren der Römer gefunden.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes liegt aus dem Jahre 711 vor, und zwar im Rahmen der Klostergründung der „Maximilianszelle“ („Cella Maximiliana“) durch den Heiligen Rupert – mit ausdrücklicher Befürwortung durch die Agilolfinger und mit Unterstützung der romanischen Adelsfamilie De Albina aus Oberalm.

Zwischen 720 und 730 wurde das Kloster von Slawen zerstört. Um 750 gab es Streit um Besitzrechte zwischen bayerischen Herzog Odilo und Virgilius von Salzburg. 798 bewirkte der Salzburger Erzbischof Arn die Rückgabe des Klosters an das Erzbistum Salzburg. 820 wurde Cella Maximiliana abermals zerstört.

1151 wird als neuer Name „Hofen“ erstmals urkundlich erwähnt. 1215 kam der damals „Pongo“ genannte Ort (von dem sich die Regionsbezeichnung „Pongau“ herleitet) in den Besitz der Bischöfe des Bistums Chiemsee. Der heutige Name entstand durch die Tatsache, dass die Ansiedlung ein „Hof des Bischofs“ war.

1525 erfassten auch die Bauernkriege Bischofshofen, und der Ort wurde zu einem Zentrum des Bauernaufstands. In einer vernichtenden Niederlage bei Radstadt wurden die Bauern jedoch geschlagen. Constantin Schlafhauser predigte hierauf protestantische Lehren und der Ort kam unter protestantische Herrschaft. Es folgten die Hinrichtung von Wilhelm Egger (1565) und Hans Steiner (1566). 1570 bis 1811 galt für die Nachkommen der Aufständischen der „Blutwidderdienst“, die Abgabe eines Widders, bedeckt mit einem roten wollenen Tuch, für die Belassung des Lehens eines Hingerichteten.

1732 begann die Vertreibung der Evangelischen aus Bischofshofen – zunächst noch unter „Abnahme der Kinder“, was in den späteren Vertreibungsedikten nicht mehr durchgeführt wurde, da die Massen an Waisenkindern nicht mehr zu versorgen waren. Dabei stellten etwa 70 % der Bevölkerung ihrem Glauben vor ihre Heimat und wurden meist in Preußen aufgenommen (Salzburger Exulanten).

Durch den Bau der Giselabahn nach Wörgl in Tirol und der Kronprinz-Rudolf-Bahn Richtung Radstadt im Jahr 1875 wuchs Bischofshofen zu einem wirtschaftlichen Mittelpunkt heran und wurde in der Folge am 9. Februar 1900 zur Marktgemeinde erhoben.

Aufgrund der kontinuierlichen Entwicklung zu einem wichtigen Wirtschafts- und Einkaufszentrum der Region erhielt Bischofshofen am 24. September 2000 Stadtrechte.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bischofshofen ist seit der ersten Zählung 1869 (1.816 Einwohner) bis 1991 ständig gewachsen und weist heute 10.290 Einwohner auf. Allerdings stagnierte diese Entwicklung bis 2001 vor allem durch den Rückgang der Beschäftigten beim Bahnbau und Fahrbetrieb der Österreichischen Bundesbahnen.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt ist „ein geteilter und in der oberen Hälfte gespaltener Schild. Oben im rechten goldenen Feld ein schwarzer, rot bezungter Adler und in dem linken roten Felde ein aus der Teilung schräglinks hervorragendes silbernes gotisches Pastorale mit weißem abflatterndem Bande. In der unteren blauen Schildeshälfte ein aus dem linken Seitenrande hervorragender Arm im schwarzen Ärmel mit weißer Manschette, in der bloßen Hand einen goldenen Taidingstab von sich geneigt haltend“.

Zusätzlich zum Wappen führt die Stadt eine Fahne mit den Farben Gelb-Rot-Blau.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 25 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2014 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 15 SPÖ – stellt die Vizebürgermeister
  • 8 ÖVP – stellt den Bürgermeister
  • 2 FPÖ

Stadtsenat[Bearbeiten]

Der Stadtsenat besteht aus neun Mitgliedern und setzt sich aus folgenden Stadträten zusammen:

  • Bürgermeister Jakob Rohrmoser (ÖVP) – Ressorts: Bauen, Raumordnung, Finanzen
  • 1. Vbgm. Hansjörg Obinger (SPÖ) – Ressorts: Bildung, Jugend und Gesunde Gemeinde
  • 2. Vbgm. Werner Schnell (SPÖ) – Ressort: Sportangelegenheiten
  • StR Barbara Saller (ÖVP) – Ressorts: Kultur, Partnerschaft und Landwirtschaft
  • StR Karolina Altmann (SPÖ) – Ressorts: Umwelt, Klimabündnis und Kindergärten
  • StR Josef Maierhofer (ÖVP) – Ressorts: Energie und Mobilität
  • StR Hannes Pichler (SPÖ) – Ressorts: Soziales, Familie und Senioren
  • StR Ing. Wolfgang Bergmüller (SPÖ) – Ressort: Vergabeangelegenheiten im Wohnungswesen
  • StR Johann Schrempf (ÖVP) – Ressorts: Wirtschaft, Stadtmarketing und Tourismus

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bischofshofen, Kirche

Die ÖVP stellt mit Jakob Rohrmoser den Bürgermeister. Die Vizebürgermeister Hansjörg Obinger und Werner Schnell gehören der SPÖ an.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bischofshofen unterhält Partnerschaften mit

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bischofshofen
Das „Buchbergkircherl“ am Buchberg

Die denkmalgeschützte Pfarrkirche St. Maximilian ist sehenswert.

Das Museum am Kastenturm ist ein im Zentrum von Bischofshofen gelegenes, im November 1998 eröffnetes Museum, das die fünftausendjährige Siedlungsgeschichte aus dem Raum Bischofshofen zeigt. Das Museum ist im Wohnturm Kasten untergebracht.

Am Buchberg befindet sich das kleine „Buchbergkircherl“, von wo aus man einen guten Blick über das Salzachtal und das Fritztal hat. Ein paar Höhenmeter tiefer am Kreuzberg befindet sich das vom Steyler Missionar Arnold Janssen gegründete Missionshaus St. Rupert.
Als sehenswert gelten auch der Gainfeld-Wasserfall und die Ruine Pongowe.

Kulturellen Aktivitäten im musikalischen Bereich wird in 15 Musikvereinigungen und Chören nachgegangen.

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Paul-Ausserleitner-Schanze
Skisport

International bekannt ist Bischofshofen als Austragungsort der Vierschanzentournee. Auf der Paul-Ausserleitner-Schanze findet alljährlich am Dreikönigstag das Abschlussspringen dieser Veranstaltungsreihe statt. Die Großschanze ist nach abgeschlossenen Umbauarbeiten auch nacht- und sommertauglich und stellt die zurzeit größte Mattenschanze der Welt dar. 1999 wurden hier im Rahmen der Nordischen Skiweltmeisterschaft die Bewerbe der Großschanze abgehalten.

Fußball

Die Fußballabteilung des Sportklubs Bischofshofen gehörte neben der Austria Salzburg und dem SAK 1914 über drei Jahrzehnte zu den drei spielstärksten und erfolgreichsten Vereinen des Bundeslandes Salzburg. Zu den größten Erfolgen des neunfachen Salzburger Landesmeisters zählen die Teilnahme an der Nationalliga in der Saison 1970/71 und das Erreichen des ÖFB-Cup-Viertelfinales 1965. In letzter Zeit zeigte der Fußballverein schwächere Leistungen.
Es existieren zudem mehrere Hobbyklubs, von denen der Karnevalsverein 05 (KV05) und die Wild Boys ’90 die spielstärksten Teams stellen.

Radsport

In Bischofshofen findet regelmäßig ein Radkriterium statt.

Zudem gibt es etliche weitere Sport- und Freizeitvereine.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Blick auf das Südende des Bahnhofs

Bischofshofen wurde in letzter Zeit u. a. durch das Einkaufszentrum KARO (13.000 m² Verkaufsfläche) – am 29. August 2002 eröffnet – zu einem Wirtschaftsfaktor im Pongau. Daneben haben Tourismus und Sportaktivitäten große Bedeutung.

Auch die Eisenbahn, die dem Ort zum großen Aufschwung verholfen hat, ist nach wie von großer Bedeutung. 2003 wurde die Modernisierung des Bahnhofs abgeschlossen. Der Bahnknotenpunkt bildet nun einen modernen Umsteigepunkt; er verliert aber aufgrund der Sparmaßnahmen bei den ÖBB trotzdem immer mehr an Bedeutung, seitdem das Güterverteilerzentrum aufgegeben und auch die Regionalverbindung Richtung Radstadt und in das Ennstal beinahe zur Gänze auf die Straße verlagert wurde. Im Zuge des Bahnhofumbaus wurde auch das Zentrum der Stadt völlig neu gestaltet. Die Hauptstraße wurde verlegt, im Stadtkern wurde eine verkehrsberuhigte Einkaufsstraße geschaffen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Der größte Arbeitgeber der Stadt ist die Firma Liebherr Werk Bischofshofen GmbH mit mehr als 830 Mitarbeitern und einem Umsatz von über 290 Millionen Euro. Im Werk Bischofshofen werden die Radlader der Liebherr Firmengruppe hergestellt.
  • Das Güterverteilungszentrum hat mittlerweile einen neuen Pächter gefunden. Das Unternehmen Fit-Log Logistikzentrum Bischofshofen GmbH bietet den Unternehmen der Region eine Bündelung der Warenströme und die Lagerung verschiedenster Güter an und erfreut sich einer guten Auslastung. Ein weiteres international renommiertes Unternehmen, welches ihre Österreichzentrale in Bischofshofen hat, ist der Glaserzeuger Pilkington.
  • Der international tätige Kesselhersteller Loos International unterhält in Bischofshofen ein Produktionswerk für Großkesselanlagen.
  • Seit März 2001 befindet sich in Bischofshofen auch ein für Österreich neuartiges Projekt: Die Region Pongau wurde im Rahmen des österreichischen Modellvorhabens „Sanfte Mobilität – Autofreier Tourismus“ mit Unterstützung des EU-Projektes „Alps Mobility“ ausgewählt, Pilotprojekte für umweltfreundliche Reiselogistik und Tourismusketten zu initiieren und umzusetzen. Aus diesem Grund wurde die erste touristische Mobilitätszentrale „mobilito“ mit Sitz in Bischofshofen, dem IC/EC-Bahnknoten der Region, gegründet. Gemeinsam mit den beiden anderen Modellgemeinden für „Sanfte Mobilität“ – Werfenweng und Bad Hofgastein – will die Mobilitätszentrale touristische Angebote für Gäste ohne eigenes Auto für den deutschen bzw. europäischen Markt schaffen. Eigentümer der GmbH sind die 25 Gemeinden des Bezirks St. Johann im Pongau über einen Regionalverband.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In Bischofshofen befinden sich ein Wirtschaftshof, eine Stadtbibliothek sowie ein Seniorenheim, dessen Neubau mit Verdoppelung der Kapazität 2006 abgeschlossen wurde.

Bildung[Bearbeiten]

Die Stadt gilt als regionales Schulzentrum, es gibt

  • zwei Volksschulen (VS) (VS Markt, VS Neue Heimat)
  • zwei Hauptschulen (HS) (Hermann-Wielandner-HS, Franz-Moßhammer-HS)

sowie weiters

  • die Polytechnische Schule
  • das Missions-Privatgymnasium St. Rupert
  • die Tourismusschule (TS) Bischofshofen der Tourismusschulen Salzburg
  • die BAKIP, Bundesbildungsanstalt für Kindergartenpädagogik
  • eine Zweigstelle des Musikums Salzburg

Zusätzlich befinden sich in der Stadt zwei Kindergärten und eine Tagesbetreuungsstätte.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Chronik Bischofshofen, hrsg. von der Stadtgemeinde Bischofshofen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bischofshofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011