Rummikub

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Rummikub
2 Rummikubständer mit Spielsteinen
2 Rummikubständer mit Spielsteinen
Daten zum Spiel
Autor Ephraim Hertzano
Verlag Hertzano (1950),
Lemada Light Industries (1978),
Intelli (1980, DE),
Arxon (1980, DE),
Jumbo (1980, DE),
Piatnik (AT, HU),
Peri Spiele (CH),
Carlit (CH),
Ravensburger (CH, IT),
Goliath (BE, NL, LU),
Pressman Toy (US, CA)
Hasbro (vers.),
u.a.
Erscheinungsjahr 1950
Art Legespiel
Mitspieler 2 bis 4
Dauer 60 – 90 Minuten
Alter ab 7 Jahren
Auszeichnungen

Spiel des Jahres 1980

Rummikub ist ein Spiel ähnlich dem Kartenspiel Rommé, nur dass es mit Zahlenplättchen gespielt wird. Das in den 1930er Jahren von Ephraim Hertzano erfundene Spiel erschien in Deutschland erstmals 1980 bei Intelli und Arxon und erhielt in demselben Jahr den Kritikerpreis der Jury Spiel des Jahres.[1] Weltweit wurde das Spiel in 52 Ländern mehr als 60 Millionen Mal verkauft und gilt als das drittmeist gespielte Familienspiel weltweit.[2] Das Spiel ist das weltweit bestverkaufte Zahlenlegespiel und das am meisten exportierte Spiel aus Israel.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Ephraim Hertzano war ein rumänischer Kaufmann, welcher Zahnbürsten, Kämme und andere Accessoires aus Kunststoff herstellte sowie weitere Kosmetikartikel verkaufte.[4] Er und seine Frau Hanna erfanden das Spiel Anfang der 1930er.[3][4] Spielkarten waren zu dieser Zeit in Rumänien verboten, doch konnte Hertzano das Verbot durch Verwendung von Spielsteinen mit Verwendung von verschiedenfarbigen Zahlen statt Farbsymbolen und Bildkarten umgehen. Aufgrund der schwierigen finanziellen Umstände war es für Hertzano nicht einfach, das Spiel herzustellen, da sowohl Plastik als auch Holz zu teuer dafür erschienen. Als in Rumänien ein Flugzeug aus Perspex recycelt werden sollte, entschloss er sich, dieses Material für sein Spiel zu verwenden, und stellte sein erstes Romméspiel mit Spielsteinen her. Nach verschiedenen Spielerunden wurde das Spiel bekannt, und Freunde und Verkäufer fragten nach dem Spiel. Die Spielregeln und die farbigen Spielsteine wurden verbessert, und das Spiel wurde 1950[5] schließlich Rummikub genannt. In den 1950ern emigrierte Hertzano nach Israel, wo er begann, Rummikub in Handarbeit herzustellen. Anfangs verkaufte er nur ein paar Dutzend Spiele im Jahr; er lud regelmäßig Nachbarn, Ladenbesitzer und Verkäufer für Spieleabende ein, sodass die Nachfrage nach dem Spiel stieg. 1977 war Rummikub das bestverkaufte Spiel des Jahres, und das Spiel wurde international vermarktet. Mariana und Micha Hertzano, die Kinder von Ephraim Hertzano, gründeten 1978 in Israel die Firma Lemada Light Industries, welche bis heute Lizenzinhaber von Rummikub ist. Die Firma ist auch heute noch im Familienbesitz von Hertzano.[2]

Heute wird Rummikub in Deutschland von Jumbo, in der Schweiz von Ravensburger und in Österreich von Piatnik vertrieben.

Spielablauf[Bearbeiten]

Ziel des Spiels[Bearbeiten]

Das Ziel des Spiels ist es, die 14 Spielsteine, die man zu Beginn des Spiels erhält, abzulegen. Das Ablegen von Spielsteinen ist, genau wie bei dem ähnlichen Kartenspiel Rommé, nur in bestimmten Kombinationen möglich. Der Spieler, der als Erster all seine Spielsteine abgelegt hat, ist der Gewinner der Runde. Er erhält den Wert der Summe der nicht abgelegten Spielsteine der anderen Mitspieler als Pluspunkte.

Ein weiteres Spielziel ist, den Wert der nicht abgelegten Spielsteine so gering wie möglich zu halten, da diese Punkte nach Beenden einer Runde dem jeweiligen Spieler als Minuspunkte aufgeschrieben werden.

Verlauf[Bearbeiten]

Das Spiel wird – je nach Anzahl der Teilnehmer – mit einem oder mehreren Sätzen von Spielsteinen gespielt. Jeder Satz enthält 52 Steine mit den Zahlen 1 bis 13, die in vier Farben (schwarz, blau, rot und gelb) eingefärbt jeweils doppelt vorkommen, sowie zwei zusätzliche Joker.

Straße: 9 10 11 12
Gruppe: 7 7 7

Zu Beginn liegen alle Spielsteine verdeckt in der Mitte des Tisches. Nun zieht jeder Spieler eine festgelegte Anzahl Spielsteine, meist 14. Der erste Spieler versucht, ähnlich wie beim Rommé, „herauszukommen“, indem er eine gewisse Mindestzahl an Steinen, meist 30 Punkte, ablegt. Es können entweder Straßen, das heißt aufeinanderfolgende Spielsteine derselben Farbe, oder Gruppen, also Steine gleichen Wertes unterschiedlicher Farbe abgelegt werden. Es müssen jedoch immer mindestens drei Steine zusammenliegen. Kann man nicht ablegen, nimmt man einen Stein vom Tisch auf. Der Joker kann dabei ohne Einschränkung jeden Stein ersetzen und zählt dessen Wert.

Beispiel
Bereits ausgespielte Steine: 3 4 5
Eigene Spielsteine: 2 5 5
Rekombiniertes Ergebnis: 2 3 4 und 5 5 5

Jeder Spieler, der „herausgekommen“ ist, kann sich seiner weiteren Steine auch entledigen, indem er bei Mitspielern anlegt oder auch eine Rekombination von Steinen auf dem Tisch vornimmt. Beispielsweise könnte er bei einer Reihe von vier Steinen einen wegnehmen, um mit zwei passenden eigenen eine neue Straße zu eröffnen. Zwei Bedingungen: Er darf keinen Stein, der einmal ausgelegt wurde, wieder aufnehmen, und es dürfen am Ende jedes Zuges nur gültige Straßen und Reihen von je mindestens drei Steinen auf dem Tisch liegen.

Ende des Spiels[Bearbeiten]

Eine Runde endet, wenn ein Spieler keine Steine mehr hat. Die Werte aller Steine, die die anderen Spieler noch haben, werden addiert und dem jeweiligen Spieler als negative, dem Sieger der Runde als positive Punkte gutgeschrieben. Der Joker zählt dabei 30 Punkte.

Es können beliebig viele Runden gespielt werden. Nach Lust und Laune oder nach vorher festgelegter Rundenzahl (im Idealfall, wenn alle Spieler gleich oft angefangen haben) wird das Spiel beendet. Der Spieler mit der höchsten Punktzahl gewinnt.

Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

Seit 1991 wird alle drei Jahre eine Rummikub-Weltmeisterschaft ausgetragen.[6] Im ersten Jahr waren zwölf nationale Meister anwesend. 2006 spielten Teilnehmer aus 31 Nationen um den Rummikub-Weltmeistertitel. Der Japaner Masato Kuwabara hat sowohl die Meisterschaft 1991 als auch 2003 gewonnen. Viermal kamen die Sieger aus den Niederlanden.

Jahr Ort Länder Sieger Nation
1991 Jerusalem, Israel 12 Masato Kuwabara JapanJapan Japan
1994 Schiff auf dem Rhein (CH, FR, DE, NL) 20 Nehad Zahran AgyptenÄgypten Ägypten
1997 England, Vereinigtes Königreich 24 Peter Mentzij NiederlandeNiederlande Niederlande
2000 Paris, Frankreich 24 Carla van Perlo NiederlandeNiederlande Niederlande
2003 St. Moritz, Schweiz 26 Masato Kuwabara JapanJapan Japan
2006 Maastricht, Niederlande 31 Jacqueline Beekman NiederlandeNiederlande Niederlande
2009 Marbella, Spanien 32 Andréa Papazissis BrasilienBrasilien Brasilien
2012 Taormina, Italien 32 Matthijs Delvers NiederlandeNiederlande Niederlande

Varianten[Bearbeiten]

Es existieren einige Varianten dieses Spieles, unter anderem „Rummikub Fortuna“ und „Rummicub Reise“ sowie eine anspruchsvolle, an Scrabble erinnernde Version „Wort-Rummikub“, ein Buchstabenspiel nach dem Kreuzworträtselprinzip, bei dem durch Buchstabenplättchen Wörter zu bilden sind, die dann ebenfalls erweitert werden können.

Es ist dem mit ähnlichen Regeln ausgestatteten türkischen Spiel namens Okey ähnlich, stammt aber entgegen anderen Behauptungen nicht von diesem ab.

Man kann Rummikub auch mit zwei gewöhnlichen 52er Kartensätzen spielen, man muss lediglich vier Joker entfernen. Bube, Dame, König und Ass ersetzen die Werte 11, 12, 13 und 1.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rummikub bei Spiel des Jahres
  2. a b About Lemada Light Industries Ltd (englisch)
  3. a b History Of Rummikub bei Lemada Light Industries (englisch)
  4. a b Rummikub Online Guide (englisch)
  5. Copyrightangabe auf Rummikub-Spieleschachtel von Jumbo aus dem Jahr 2005
  6. World Rummikub Championship bei Lemada Light Industries
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