Santa Maria delle Grazie (Mailand)

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Apsis

Santa Maria delle Grazie ist eine Dominikanerkirche in Mailand. Die seit 1980 auf der Liste des Weltkulturerbe der UNESCO stehende Kirche ist insbesondere dafür berühmt, dass sie Leonardo da Vincis in den Jahren 1494 bis 1498 geschaffene Seccomalerei Das Abendmahl beherbergt, das sich an der Nordwand des Refektoriums (Speisesaal) befindet.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor dem Bau der Kirche befand sich an der Stelle eine kleine Kapelle. Der Herzog von Mailand, Francesco I. Sforza, beauftragte Guiniforte Solari mit dem Bau eines Dominikanerklosters und einer dazugehörigen Kirche. 1469 war das Kloster errichtet, während der Kirchbau länger dauerte. Der neue Herzog, Ludovico Sforza, beschloss, die Kirche als Begräbnisstätte der Sforzas zu nutzen, und ließ Apsis und Kreuzgang neu bauen, die 1490 fertig waren. Forscher vermuten, dass Donato Bramante die Apsis baute, die Indizien sind aber nur, dass er sich zu dieser Zeit in Mailand aufhielt und im Zusammenhang mit einer Marmorlieferung in den Dokumenten der Kirche erwähnt wird. Das erste Begräbnis in der Kirche erfolgte für Ludovicos Frau Beatrice d’Este.

Kirchenschiff

Napoleons Besatzungstruppen nutzten das Refektorium zeitweilig als Pferdestall. 1943 überstand das Gemälde auf der Nordwand des Refektoriums knapp einen Bombenangriff, der nur die Südwand des Saals zum Einsturz brachte und die Nordwand verschonte.

Orgel[Bearbeiten]

Die Orgel wurde 1965 von der Orgelbaufirma Balbiani Vegezzi Bossi (Mailand) erbaut. Das Instrument hat 41 Register auf drei Manualen und Pedal. Die Trakturen sind elektrisch.[1]

I Positiv C–c4
Principalino 8′
Flauto Dolce 8′
Fugara 4′
Flauto Armonico 4′
Nazardo 22/3
Flautino 2′
Terza 13/5
Cornetto V
Sesquialtera II
Clarino 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–c4
Bordone 16′
Bordone 8′
Principale 8′
Dulciana 8′
Unda Maris 8′
Ottava 4′
Decima quinta 2′
Decima nona 11/3
Vigesima Seconda 1′
Ripieno Grave
Ripieno Acuto
Tromba 16′
Tromba 8′
III Schwellwerk C–c4
Corno Camoscio 8′
Viola Gamba 8′
Voce Celeste 8′
Principalino 4′
Quinta 22/3
Fonino 2′
Ripieno Eco
Oboe 8′
Tremulant
Pedalwerk C–a1
Contra Profondo 32′
Contra Basso 16′
Bordone 16′
Basso Armonico 8′
Bordone 8′
Quintante 4′
Oboe 8′
Contro Fagotto 16′
Tromba Armonica 8′
Chiarina 4′
  • Koppeln: I/II, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P, zahlreiche Sub- und Superoktavkoppeln.

Literarischer Schauplatz[Bearbeiten]

Leo Perutz beschreibt in seinem Roman Der Judas des Leonardo (postum, 1959) in einer fiktionalen Erzählung die Suche Leonardo da Vincis nach einem Modell für den Kopf des Judas zur Vollendung des Wandgemäldes.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nähere Informationen zur Orgel

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Santa Maria delle Grazie – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

45.4659194444449.1711388888889Koordinaten: 45° 27′ 57″ N, 9° 10′ 16″ O