Casale Monferrato

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Casale Monferrato
Kein Wappen vorhanden.
Casale Monferrato (Italien)
Casale Monferrato
Staat: Italien
Region: Piemont
Provinz: Alessandria (AL)
Koordinaten: 45° 8′ N, 8° 27′ O45.1333333333338.45116Koordinaten: 45° 8′ 0″ N, 8° 27′ 0″ O
Höhe: 116 m s.l.m.
Fläche: 86,32 km²
Einwohner: 34.929 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 405 Einw./km²
Postleitzahl: 15033
Vorwahl: 0142
ISTAT-Nummer: 006039
Volksbezeichnung: Casalesi
Schutzpatron: Sant’Evasio
Website: Casale Monferrato

Casale Monferrato (piemontesisch Casal, im lokalen Dialekt Casà) ist eine Gemeinde mit 34.929 (Stand 31. Dezember 2013) Einwohnern in der italienischen Provinz Alessandria (AL), Region Piemont.

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Casale Popolo, Rolasco, Roncaglia, San Germano, Santa Maria del Tempio, Terranova und Vialarda. Die Nachbargemeinden sind Balzola, Borgo San Martino, Camagna Monferrato, Candia Lomellina, Coniolo, Conzano, Frassineto Po, Morano sul Po, Motta de’Conti, Occimiano, Ozzano Monferrato, Pontestura, Rosignano Monferrato, San Giorgio Monferrato, Terruggia und Villanova Monferrato. Der Schutzheilige des Ortes ist Sant’Evasio.

Geographie[Bearbeiten]

Blick auf die Hügel des Montferrat, Sommer 2005
Piazza Santo Stefano
Piazza Mazzini

Der Ort liegt am rechten Ufer des Po auf einer Höhe von 116 m über dem Meeresspiegel, umgeben von den Hügeln des Montferrat. Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 86,32 km².

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bischof von Asti, Sant’Evasio, nannte das kleine Dorf Casale (nach dem italienischen Wort für Landhaus). Die erste schriftliche Erwähnung des Namens datiert auf das Jahr 988.

Nachdem Karl der Große das Dorf der Kirche von Vercelli geschenkt hatte, erlangte sie ihre Freiheit wieder unter der Herrschaft Friedrich Barbarossas. Im Jahr 1215 wurde sie nacheinander von den Truppen Vercellis, Alessandrias und Mailands geplündert, fünf Jahre später wieder aufgebaut und befestigt. Ab 1305 wurde der Ort von den Palaiologen beherrscht, 1474 erlangte die Ansiedlung das Stadtrecht und kam 1559 unter die Herrschaft der Gonzagas aus Mantua, die sie zur Festung machten. Von 1681 bis 1695 gehörte Casale zu Frankreich, das durch Vauban zur modernsten Festung [2] Italiens ausgebaut wurde. So befestigt, widerstand die Stadt dem Angriff Österreich-Ungarns im Jahr 1849.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt als capitale del cemento (Hauptstadt des Zements) bekannt, da dieser in den umliegenden Hügeln gewonnen wurde. Bis heute ist der Zement ein wichtiger Wirtschaftszweig; außerdem bestand im Ort eine große Eternitfabrik, die wegen der starken Umweltschäden geschlossen wurde. Das Unternehmen Buzzi Unicem hat seinen Firmensitz in Casale Monferrato.

Außerdem sind der Reis-Anbau und die Kultivierung von Wein bedeutende Wirtschaftsfaktoren. Bei Casale Monferrato werden Reben der Sorte Barbera für den Barbera d’Asti, einen Rotwein mit DOCG-Status angebaut.

Dom von Casale Monferrato

Verkehr[Bearbeiten]

Bei Casale Monferrato führt in Nord-Süd-Richtung die Autobahn A26 vorbei, über die Vercelli im Norden und Alessandria im Süden und dort verlaufende weitere Autobahnen schnell zu erreichen sind. Verschiedene Landstraßen verbinden Casale mit den Orten in der näheren Umgebung sowie mit Turin und Mailand. Casale liegt an den Bahnstrecken Mortara-Asti, Chiavasso-Casale Monferrato und Vercelli-Valenza. Die Stadt hat einen kleinen Flugplatz für die Allgemeine Luftfahrt.[3] Die nächstgelegenen Verkehrsflughäfen sind Turin, Mailand-Malpensa und Genua.

Kultur[Bearbeiten]

Architektur und Kunst[Bearbeiten]

Die Stadt ist reich an kulturellen Besonderheiten. Hervorzuheben sind die romanische Kathedrale Sant’Evasio, ursprünglich aus dem Jahr 742, im 12. Jahrhundert komplett neu errichtet. 1706 wurde sie bei einer Restaurierung modifiziert, im 19. Jahrhundert jedoch in ihren mittelalterlichen Zustand zurückversetzt. An Renaissance-Gebäuden sind die Kirche San Domenico sowie einige Paläste zu nennen. Das Kloster San Chiara im Zentrum der Stadt beherbergt Bilder von Il Moncalvo.

Die Burg (castello dei Paleologi) ist als militärisches Bauwerk des 15. Jahrhunderts mit einem hexagonalen Grundriss erbaut. Aus dem Jahr 1595 stammt die Synagoge der Stadt, sie gilt als eine der schönsten Europas.

Musik[Bearbeiten]

Im 16. und 17. Jahrhundert war Casale ein Zentrum der italienischen Musik. Viele Komponisten der Zeit arbeiteten in dem Ort, unter ihnen Jean Mouton, Andreas de Silva und Giovanni Pierluigi da Palestrina. Im 17. und 18. Jahrhundert fanden Opern-Premieren von Giulio Cesare Monteverdi, Pietro Alessandro Guglielmi und Pasquale Anfossi in Casale statt.

Literatur[Bearbeiten]

Casale ist Schauplatz von Umberto Ecos Roman Die Insel des vorigen Tages.

Sport[Bearbeiten]

Der Fußballverein der Stadt, AS Casale, wurde im Jahr 1909 gegründet und gewann 1913/14 die italienische Meisterschaft. 1934 stieg er aus der Serie A ab und war seitdem nicht mehr erstklassig. Der Basketballclub Junior Libertas Pallacanestro spielt ab der Spielzeit 2011/12 in der höchsten Italienischen Spielklasse, der Serie A.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ida Leinberger, Walter Pippke: Piemont und Aosta-Tal. Kunst, Kultur und Geschichte im Bogen der Westalpen. 2. Auflage. DuMont Kunstreiseführer, Köln 2001, ISBN 3-7701-4741-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Casale Monferrato – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Historische Karte als Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  3. Lage: 45.1105555555568.4563888888889. Internetseiten des örtlichen Aeroclubs