Sabbioneta

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Sabbioneta
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Sabbioneta (Italien)
Sabbioneta
Staat: Italien
Region: Lombardei
Provinz: Mantua (MN)
Koordinaten: 45° 0′ N, 10° 29′ O44.99916666666710.48972222222218Koordinaten: 44° 59′ 57″ N, 10° 29′ 23″ O
Höhe: 18 m s.l.m.
Fläche: 37 km²
Einwohner: 4.294 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 116 Einw./km²
Postleitzahl: 46018
Vorwahl: 0375
ISTAT-Nummer: 020054
Schutzpatron: heiliger Sebastian
Website: Sabbioneta

Sabbioneta ist eine italienische Renaissancestadt mit 4294 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Poebene zwischen Parma und Mantua. Die für die Größe der Stadt beeindruckende, komplett restaurierte Stadtmauer ist in Form eines unregelmäßigen Sechsecks mit sternförmig vorspringenden Bastionen angelegt. Zwei Stadttore erschließen die Stadt: Die Porta Vittoria (um 1565) und die Porta Imperiale (1579).[2] Zwei zusätzliche Zufahrtsstraßen wurden um 1900 angelegt.

2008 wurden die Altstädte von Sabbioneta und Mantua gemeinsam in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbe aufgenommen.

Geschichte[Bearbeiten]

Vespasiano Gonzaga (1531–1591), Herzog von Sabbioneta und Abkömmling einer Seitenlinie des Hauses Gonzaga von Mantua, nutzte seine Erfahrungen als Festungsbaumeister in Spanien und Nordafrika, um die väterlicherseits ererbte Stadt und Burganlage zu einer Fürstenresidenz auszubauen. Zwischen 1554 und 1571 wurde Sabbioneta als Idealstadt errichtet und bildete damit die erste autonome Stadtgründung der Renaissance[3].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Von den zahlreichen Bauten im Zentrum sind besonders erwähnenswert:

  • Der Herzogspalast (Palazzo Ducale) war der offizielle Amts- und Wohnsitz der Herzöge von Sabbioneta. Besonders erwähnenswert hier sind die kunstvoll geschnitzten Holzdecken und die lebensgroßen Pferdestatuen.
  • Die Kirche S. Maria Assunta wurde zwischen 1578 und 1582 erbaut. Glockenturm, Eingangsportal Kapelle und Innendekoration stammen aus dem 18. Jahrhundert.
  • Die Synagoge wurde 1824 auf den Grundmauern einer aus früherer Zeit stammenden Synagoge im alten jüdischen Viertel erbaut. Einrichtungsgegenstände stammen aus älteren Tempeln, teilweise aus dem 16. Jahrhundert.
  • Die Galerie der Antiken Kunst (Galleria degli Antichi) ließ Vespasiano Gonzaga errichten, um seine Antikensammlung aufzunehmen. Sie ist mit 96 Metern Länge eine der längsten Renaissancegalerien.
  • Das Teatro Olimpico wurde zwischen 1588 und 1590 von Vincenzo Scamozzi nach dem Vorbild des Teatro Olimpico in Vicenza erbaut. Es ist das erste freistehende Theater Europas, das eigens für diesen Zweck erbaut wurde. Im Innern steht eine Galerie mit korinthischen Säulen, die ein Gesims tragen, auf dem sich griechische Götterfiguren befinden. Das fest installierte Bühnenbild ging im 18. Jahrhundert verloren und wurde vor einigen Jahren dem Original nachgebaut.
  • Der Palazzo del Giardino war für das Privatleben des Herzogs reserviert. Er wurde zwischen 1578 und 1588 errichtet und beherbergte seine Marmorstatuensammlung.
  • Kirche und Kloster der Karmeliter wurden 1683 auf den Grundmauern einer um 1580 von Gonzago erbauten Kirche errichtet.
  • Der Convento dei Servi di Maria wurde zwischen 1588 und 1593 erbaut. Bis 1798 diente er als Unterkunft der Mönche des Ordens der Serviten.
  • In der achteckigen Kirche dell’Incoronata, erbaut zwischen 1586 und 1588, ist die Grabkammer des Herzogs Vespasiano Gonzaga sowie seine Bronzestatue, ein Werk von Leone Leoni.

Nach dem Tod ihres Stadtgründers verlor die Stadt jedoch immer mehr an Bedeutung. Sie ist in ihrer baulichen Gestalt nahezu vollständig erhalten

Trivia[Bearbeiten]

Die Kulisse der Stadt nutzte 1969 der italienische Regisseur Bernardo Bertolucci für seinen Film Strategia del ragno (deutsch Strategie der Spinne).

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerrit Confurius: Sabbioneta oder Die schöne Kunst der Stadtgründung. Fischer, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-596-10532-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Bettina Marten: Die Festungsbauten Vespasiano Gonzagas unter Philipp II. von Spanien. Hamburg 1995 S. 173 f.
  3. Hildegard Wulz: Die „Galleria degli Antichi“ des Vespasiano Gonzaga in Sabbioneta. Petersberg 2006, ISBN 3-86568-095-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sabbioneta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien