Matera
| Matera | ||
|---|---|---|
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| Staat: | Italien | |
| Region: | Basilikata | |
| Provinz: | Matera (MT) | |
| Koordinaten: | 40° 40′ N, 16° 37′ O40.66516.609166666667401Koordinaten: 40° 39′ 54″ N, 16° 36′ 33″ O | |
| Höhe: | 401 m s.l.m. | |
| Fläche: | 387,4 km² | |
| Einwohner: | 61.079 (31. Dez. 2011)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 158 Einw./km² | |
| Postleitzahl: | 75100 | |
| Vorwahl: | 0835 | |
| ISTAT-Nummer: | 077014 | |
| Volksbezeichnung: | Materani | |
| Schutzpatron: | Madonna della Bruna | |
| Website: | Matera | |
Matera ist eine Stadt in der süditalienischen Region Basilikata mit 61.079 Einwohnern (Stand am 31. Dezember 2011) und Hauptstadt der Provinz Matera. Die Stadt ist Sitz eines Erzbischofs. Bekannt ist Matera für seine Altstadt, die zum Teil aus Höhlensiedlungen, den Sassi, besteht.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie[Bearbeiten]
Matera liegt 244 km östlich von Neapel, 63 km südlich von Bari und 69 km westlich von Tarent. Die Stadt liegt auf der karstigen Hochebene der Murgia oberhalb des tief eingeschnittenen Tals des Gravina di Matera. Das Gemeindegebiet hat Anteil am Parco Regionale delle Chiese rupestri del Materano.
Die Stadtteile von Matera La Martella, Venusio, Borgo Picciano A, Borgo Picciano B wurden nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründet, teilweise zur Aufnahme der in den fünfziger Jahres umgesiedelten Bewohner der Sassi.
Die Nachbargemeinden sind Altamura (BA), Ginosa (TA), Gravina in Puglia (BA), Grottole, Laterza (TA), Miglionico, Montescaglioso, Santeramo in Colle (BA).
Verkehr[Bearbeiten]
Matera ist mit den Staatsstraßen 7, Via Appia (Rom-Potenza-Tarent-Brindisi) und 99, nach Altamura, in das Fernstraßennetz eingebunden.
Matera ist Endpunkt der Bahnstrecke Bari–Matera der Ferrovie Appulo Lucane. Eine Weiterführung der Strecke bis Ferrandina, und damit eine Anbindung Richtung Neapel, ist geplant.
Geschichte[Bearbeiten]
Die beiden Sassi, von denen es in der Umgebung noch mehr gibt, sind ein außergewöhnliches Beispiel einer Höhlensiedlung im mediterranen Raum. Das bereits seit der Jungsteinzeit besiedelte Gebiet kann als eine der ältesten Städte der Welt gelten. Nach der griechischen, römischen, langobardischen und byzantinischen Geschichte, die Matera mit ganz Süditalien teilt, verwüsteten im Jahr 938 Sarazenen den Ort. Er kam 1043 unter normannische Herrschaft, wurde Königssitz und gelangte so zu beträchtlichem Reichtum. Diese Blüte setzte sich unter den anschließenden Regimentern der Staufer und Anjou fort. Danach wurde Matera mehrere Jahrhunderte von lokalen Adeligen beherrscht, wobei es zu Rivalitäten, Machtkämpfen und Revolten kam; so wurde 1514 der neapolitanische Graf Giancarlo Tramontano bei einem Aufstand der Materaner getötet.
Während Matera bis 1663 zu Apulien bzw. der Küstenstadt Otranto gehörte, wurde es anschließend zu Lukanien bzw. der Basilicata gerechnet, wurde 1806 deren Hauptstadt, bis es nach einer Verwaltungsreform zur Hauptstadt der gleichnamigen Provinz wurde, die etwa die Hälfte der Basilicata umfasst. Mitte des 20. Jahrhunderts galt es als Kulturschande, dass in Italien Menschen immer noch in Höhlen lebten; Carlo Levis Erinnerungsbuch Christus kam nur bis Eboli (1944) und der gleichnamige Film von Francesco Rosi (1978) machten die katastrophalen hygienischen Zustände weltbekannt. So wurden die Bewohner in den 1950er und 1960er Jahren in neugebaute Wohnblocks umgesiedelt. Die ehemalige Handelsstadt und Lokalmetropole wurde durch die Industrialisierung des Basento-Tales zur (kleineren) Industriestadt. Da die Sassi heute eine Museumsstadt bilden, gewinnt auch der Tourismus zunehmend an Bedeutung.
Sassi[Bearbeiten]
Sehenswert sind die Höhlensiedlungen Sassi di Matera, die an den steilen Felshängen des zerklüfteten Flusstales der Gravina gelegene Altstadt Materas liegen. Die Sassi sind 1993 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden. Von mittelalterlichen Chronisten wurden sie „Spiegel des gestirnten Himmels“ genannt, Carlo Levi verglich sie dagegen mit der trichterförmigen Hölle Dantes. Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten zählen dort unter anderem die Felsenkirche San Pietro Barisano, die Torre Metellana, die Kirche San Antonio Abate, die Klosteranlage Madonna della Virtù (10. Jh.) und San Nicola dei Greci, die Krypta der Madonna degli Angioli, die Kirche San Pietro Caveoso, die Felsenkirchen Santa Maria dell' Idris und San Giovanni sowie die Felsenkirchen Cappuccino Vecchio und Cappuccino Nuovo.
Andere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Castello Tramontano[Bearbeiten]
Das Castello Tramontano wurde Anfang des 16. Jahrhunderts von Graf Gian Carlo Tramontano, dem Grafen von Matera, außerhalb der Stadtmauern errichtet. Er wollte damit nicht die Stadt schützen, sondern Kontrolle über diese ausüben. Das Kastell mit seinen drei großen Türmen liegt auf einem Hügel, genannt “Lapillo-Hügel”, über der Altstadt von Matera. Der Graf war wegen des Eintreibens hoher Steuern beim Volk sehr verhasst. Am 29. Dezember 1514 wurde er, als er aus der Kathedrale trat, auf offener Straße getötet. Der Bau blieb unvollendet. Ursprünglich waren noch weitere Türme geplant, was man aus Grabungsfunden erkennen konnte. Bei Ausgrabungen wurden auch große unterirdische Wasserspeicher mit Säulen und Deckengewölben gefunden. Die Grabungsfunde gaben auch Anhaltspunkte, wie die Leute dieses Zeitalters lebten.
Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]
| Jahr | 1861 | 1881 | 1901 | 1921 | 1936 | 1951 | 1971 | 1991 | 2001 | 2011 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 14.434 | 15.593 | 17.081 | 18.357 | 22.069 | 30.390 | 44.513 | 54.919 | 57.785 | 60.796 |
Quelle: ISTAT
Politik[Bearbeiten]
Emilio Buccio (PdL) wurde im April 2008 zum Bürgermeister gewählt. Sein Mitte-Rechts-Bündnis stellt auch mit 24 von 40 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.
Matera im Film[Bearbeiten]
Pier Paolo Pasolini drehte die Szene der Geburt Christi in seinem Matthäusevangelium (1964) in den Sassi von Matera. Mel Gibson drehte den Großteil der Außenszenen seines Filmes Die Passion Christi (2004) in den Sassi, in der Schlucht und auf dem Hügel auf der gegenüberliegenden Seite der Materaschlucht. Andere berühmte Filme in Matera gedreht:
- Il Demonio, von Brunello Rondi (1963)
- Schöne Isabella, von Francesco Rosi (1967)
- Christus kam nur bis Eboli, von Francesco Rosi (1979)
- König David, von Bruce Beresford (1985)
- Der Mann, der die Sterne macht, von Giuseppe Tornatore (1995)
- Das Omen, von John Moore (2006)
- Es begab sich aber zu der Zeit…, von Catherine Hardwicke (2006)
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
In Matera geborene Persönlichkeiten[Bearbeiten]
- Johannes von Matera (1070–1139), Mönch und katholischer Heiliger
- Tommaso Stigliani (1573–1651), Schriftsteller und Dichter
- Egidio Duni (1708–1775), Komponist
- Giovanni Battista Bronzini (1925–2002), Anthropologe und Historiker
- Luigi De Canio (* 1957), Fußballtrainer
- Cosimo Fusco (* 1962), Schauspieler
- Francesco Mancini (1968–2012), Fußballspieler
Weblinks[Bearbeiten]
- Deutsche Website über die Stadt Matera
- Website der Stadt Matera
- Website der Provinz Matera
- Unesco über Matera als Weltkulturerbe
- „Schätze der Welt“, UNESCO-Weltkulturerbe der „Sassi di Matera“ als RealPlayer-Video (15 Min.)
- Fotos der Sassi (ital., engl.)
- Dokumentarfilm über die Sassi di Matera, Roba Forestiera, 44 min., 2004
- Sassi di Matera, interaktive Fototour
- Felsenkirchenkarte von Matera
- Sassi di Matera (HD Webcam)
- Sassi di Matera (360 HD Panoramen)
- Paesaggio Italiano. Leonardo Bellotti, abgerufen am 26. Oktober 2012 (italienisch, Fotogalerie Matera).
Kulturlandschaften
Amalfiküste | Cilento und Vallo di Diano (mit Elea, Paestum und Kartause von Padula) | Dolomiten | Liparische Inseln | Porto Venere und Cinque Terre mit Palmaria, Tino und Tinetto | Spätbarocke Städte des Val di Noto (Catania, Caltagirone, Noto, Militello in Val di Catania, Modica, Palazzolo Acreide, Ragusa und Scicli) | Val d’Orcia
Historische Stadtzentren
Ferrara | Florenz | Genua (Le Strade Nuove und Palazzi dei Rolli) | Mantua und Sabbioneta | Neapel | Pienza | Rom (mit Stätten des Heiligen Stuhls und Sankt Paul vor den Mauern) | San Gimignano | Siena | Syrakus | Urbino | Venedig | Verona | Vicenza (und die Villen Palladios in der Region Venetien)
Archäologische Stätten
Archäologische Stätten von Agrigent | Su Nuraxi von Barumini | Etruskische Nekropolen von Cerveteri und Tarquinia | Nekropolis von Pantalica | Pompeji, Herculaneum und Villa Oplontis | Felsbilder im Valcamonica | Villa Romana del Casale | Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen
Einzelbauten oder Gebäudeensembles
Crespi d’Adda | Trulli von Alberobello | Basilika San Francesco von Assisi | Basilika von Aquileia | Palast von Caserta in Caserta | Castel del Monte | Die Langobarden in Italien, Orte der Macht (568 bis 774 n. Chr.) | Santa Maria delle Grazie in Mailand | Sassi di Matera | Kathedrale, Torre Civica und Piazza Grande in Modena | Botanischer Garten von Padua | Piazza dei Miracoli in Pisa (Schiefer Turm, Dom, Baptisterium und Camposanto) | Frühchristliche Baudenkmäler und Mosaike von Ravenna | Sacri Monti | Villa Adriana und Villa d’Este in Tivoli | Residenzen des Hauses Savoyen in Turin und Piemont | Villen Palladios im Veneto
Accettura | Aliano | Bernalda | Calciano | Cirigliano | Colobraro | Craco | Ferrandina | Garaguso | Gorgoglione | Grassano | Grottole | Irsina | Matera | Miglionico | Montalbano Jonico | Montescaglioso | Nova Siri | Oliveto Lucano | Pisticci | Policoro | Pomarico | Rotondella | Salandra | San Giorgio Lucano | San Mauro Forte | Scanzano Jonico | Stigliano | Tricarico | Tursi | Valsinni
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2011.