Schafgarben

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Schafgarben
Gewöhnliche Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium)

Gewöhnliche Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae
Gattung: Schafgarben
Wissenschaftlicher Name
Achillea
L.
Bittere Schafgarbe (Achillea clavennae)
Clusius-Schafgarbe (Achillea clusiana)
Gold-Schafgarbe (Achillea filipendulina)
Großblättrige Schafgarbe (Achillea macrophylla)
Zwerg-Schafgarbe (Achillea nana)

Die Schafgarben (Achillea) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Ihr botanischer Name Achillea leitet sich von dem griechischen Helden Achilles ab, von dem behauptet wird, dass er mit dieser Pflanze seine Wunden behandelt hat. Vertreter dieser Gattung finden als Heilpflanzen Verwendung.

Beschreibung[Bearbeiten]

Bei den Achillea-Arten handelt es sich um ausdauernde krautige Pflanzen, selten Halbsträucher, die Wuchshöhen von 6 bis zu 80 Zentimetern erreichen. Meist duftet die ganze Pflanze aromatisch. Im Frühling treibt das Rhizom eine Blattrosette aus. Später wächst ein Stängel, auf dem sich die Blüten bilden. Der glatte bis behaarte Stängel ist zäh und innen markhaltig. Die schmalen, wechselständigen und gefiederten Laubblätter sind gestielt bis sitzend.

Der einfache oder zusammengesetzte scheindoldige Blütenstand besteht aus vielen kleinen körbchenförmigen Teilblütenständen. 10 bis 30 Hüllblätter stehen in (ein bis) zwei bis drei (bis vier) Reihen. Die Blütenkörbchen weisen meist einen Durchmesser von 2 bis 3 (selten 5) Millimeter auf und enthalten (5 bis) 15 bis mehr als 75 Röhren- und selten keine, meist aber drei bis fünf (bis zwölf oder selten mehr) Zungenblüten. Die Blütenfarbe der meisten Arten ist weiß bis schwach gelblich, auch rosa Färbungen kommen vor. Die Achänen besitzen meist zwei Rippen.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Achillea-Arten sind in der subtropischen bis gemäßigten Zone Eurasiens beheimatet, einige Arten aber auch in Nordafrika und in Amerika. In ganz Europa sind sie bis zum Polarkreis und auch in den Alpen heimisch.

Verwendung[Bearbeiten]

Verwendung finden die blühenden Schafgarben als Bitter-Tonika bei Verdauungsstörungen und Koliken. Zudem werden die Blüten zur Pflege der Gesichtshaut in Dampfbädern eingesetzt. Die frischen Triebe und Blätter können außerdem als Beigabe zu Salaten verwendet werden und die ätherischen Öle wirken schleimlösend.[1]

Aus den Stängeln wurden Stäbchen für das traditionelle chinesische Schafgarbenorakel gefertigt, siehe auch I Ging.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Inhaltsstoffe der Schafgarben sind Proazulen, Ätherische Öle, Gerbstoffe, Flavonoide, Chamazulen (in seiner Vorstufe Matricin), Kampfer, Achillein und andere Bitterstoffe sowie verschiedene Mineralien (vor allem Kalium).[2]

Systematik[Bearbeiten]

Synonyme für Achillea sind: Leucocyclus Boiss., Ptarmica Hill[3]

In der Gattung Achillea gibt es 115 bis 200 Arten (Auswahl):[3]

Bilder[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Debra K. Trock: Achillea. In:  Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 19: Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (Mutisieae–Anthemideae), Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 2006, ISBN 0-19-530563-9, S. 492., online (engl.).
  • Abdul Ghafoor: Flora of Pakistan 207: Asteraceae (I) - Anthemideae. University of Karachi, Department of Botany, Karachi 2002, Achillea, S. 36, online (engl.).
  • Ian Bertram Kay Richardson: Achillea L. In:  T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 4: Plantaginaceae to Compositae (and Rubiaceae), Cambridge University Press, Cambridge 1976, ISBN 0-521-08717-1, S. 159–165 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans W. Kothe: Lexikon der Kräuter. Komet, Köln 2004, ISBN 3-89836-406-2.
  2. Mannfried Pahlow: Das große Buch der Heilpflanzen. Gräfe und Unzer, München 1993, ISBN 3-7742-3848-0.
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao Achillea im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  4. a b c d e Werner Greuter: Compositae (pro parte majore): Achillea. In: Werner Greuter, Eckhart von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006–2009.
  5. Debra K. Trock: Achillea. In:  Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 19: Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (Mutisieae–Anthemideae), Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 2006, ISBN 0-19-530563-9, S. 492., online (engl.).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Achillea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien