Schlacht um Điện Biên Phủ

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Schlacht um Điện Biên Phủ
Teil von: Indochinakrieg
Französische Fallschirmjäger springen über Indochina ab.
Französische Fallschirmjäger springen über Indochina ab.
Datum 13. März bis 7. Mai 1954
Ort Điện Biên Phủ, Vietnam
Ausgang Sieg der Viet Minh
Folgen Die Genfer Indochina-Konferenz
Konfliktparteien
Frankreich 1946Vierte Französische Republik Frankreich

Unterstützt von:
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Vietnam Nord 1945Nordvietnam Demokratische Republik Vietnam
Befehlshaber
Henri Navarre
Christian Marie de Castries
Marcel Bigeard
Võ Nguyên Giáp
Hoang Van Thai
Truppenstärke
16.000 Soldaten,
1 Pionierbataillon,
1 Panzerkompanie,
3 Artillerieabteilungen,
14 Flugzeuge

37 US-Piloten[1]
65.000 Soldaten,
2 Infanteriedivisionen,
3 Infanterieregimenter,
1 Pionierbataillon,
4 Artillerieabteilungen,
1 Flak-Regiment
Verluste
2.293 Gefallene
5.193 Verwundete
11.800 Gefangene
7.900 Gefallene
15.000 Verwundete und Vermisste

Die Schlacht um Điện Biên Phủ (Schreibweise auch Dien Bien Phu) gilt als die entscheidende Schlacht während des ersten Indochinakrieges zwischen der französischen Armee und den Truppen der vietnamesischen Unabhängigkeitsbewegung Việt Minh. Der Kampf um die französische Festung im Kreis Điện Biện nahe der damaligen Kreisstadt Điện Biên Phủ zwischen Him Lam im Norden und Mường Thanh im Süden begann am 13. März 1954 und endete am 7. Mai mit einer vernichtenden Niederlage der Franzosen. Dieser Erfolg beendete die französische Kolonialherrschaft in Südostasien.

Eine Reihe von Fehlentscheidungen der französischen Generalität, vor allem aber die Unterschätzung des Gegners trugen zur Niederlage bei. Die Entscheidung, die Festung in einem Tal anzusiedeln, stellte sich als besonders schwerwiegend heraus. Sie fiel in der leichtfertigen Annahme, dass es den Việt Minh nicht möglich sei, Artillerie und andere schwere Waffen in den umliegenden Bergen in Stellung zu bringen sowie mit Nachschub zu versorgen. Der vietnamesische General Võ Nguyên Giáp nutzte die taktischen Vorteile, die das hügelige Gelände rings um die Festung bot, geschickt aus und führte die Truppen der Việt Minh zum Sieg. Vor allem gelang es den Việt Minh, die Besatzung der Festung vom Nachschub abzuschneiden.

Nach der Niederlage Frankreichs wurde das Genfer Indochinaabkommen geschlossen, welches einen Waffenstillstand und die Trennung der Konfliktparteien durch Umgruppierung (die Việt Minh nördlich, die Franzosen südlich des 17. Breitengrads) sowie freie Wahlen bis Ende 1956 vorsah. Die USA unterschrieben dieses Abkommen nicht. Durch die Installierung einer US-freundlichen Regierung unter Ngô Đình Diệm nach den Scheinwahlen vom 23. Oktober 1955 wurde das Land am 17. Breitengrad in die Staaten Demokratische Republik Vietnam („Nordvietnam“) und Republik Vietnam („Südvietnam“) geteilt. Die fortgesetzten Bestrebungen Nordvietnams, den südlichen Landesteil für sich zu gewinnen, sowie die fortgesetzten Verfolgungen von echten und vermeintlichen Regimegegnern durch das Regime Ngô Đình Diệm in Südvietnam führten zu bewaffnetem Widerstand über die vom Norden unterstützte Gründung der FNL und dem militärischen Eingreifen der USA ab 1961 zum zweiten Indochinakrieg, der als „eigentlicher“ Vietnamkrieg bekannt wurde.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Indochina war bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges eine französische Kolonie. Mit dem Niederlage von 1940 und dem Erstarken Japans geriet die Kolonie in die Einflußsphäre der Achsenmächte. Dies schwächte die französische Machtposition dass sich die Viet Minh als politische und militärische Massenbewegung in der Augustrevolution 1945 im Nordteil des Landes in staatlicher Form konstituieren konnte. Die französische Kolonialmacht versuchte jedoch den kommunistischen vietnamesischen Staat zu demontieren. Dies endete in der Wiedererrichtung des Kolonialregimes 1946 und im Indochinakrieg.[2]

Seit Mitte 1950 konnte der Viet Minh die eigenen Streitkräfte durch chinesische Unterstützung deutlich an die Ausrüstung und Feuerkraft einer regulären Armee heranbringen. Die Viet Minh kämpften in Großverbänden mit unterstützender Artillerie. In Tonking konnten durch mehrere Offensiven die Kontrolle der französischen Streitkräfte auf das Delta des Roten Flusses zurückgedrängt werden. Die wechselnden französischen Regierungen nahmen den schwelenden Konflikt hin ohne ihn schlußendlich entscheidend zu lösen.[3] Die Mehrheit der französischen politischen Führung war zu Beginn der fünfziger Jahre der Ansicht dass ein militärischer Sieg gegen die Viet Minh unrealistisch sei.[4] Durch die konspirative politische Arbeit der Viet Minh-Kader war ein Großteil der Landbevölkerung durch verdeckte Viet-Minh-Organisationen in den Dörfern erfasst und leistete Abgaben und stellte Rekruten. Selbst im Delta des Roten Flusses wo an der Oberfläche die französischen Kolonialtruppen das Bild beherrschten waren rund 70% der Dörfer politisch in der Hand der Unabhängigkeitsbewegung.[5] Die französischen Streitkräfte mussten weite Teile Nord- und Zentralvietnams unter dem Druck der Viet-Minh-Guerilla räumen. Statt des verlustreichen Versuchs den ländlichen Raum des Landes zu kontrollieren wollte die französische Führung den Viet Minh in einer konventionellen Entscheidungsschlacht entscheidende Verluste zufügen. Diese sollte durch den Aufbau einer aus der Luft versorgten festungsartigen Bodenbasis geschehen welche dann erfolgreich in einer offenen Schlacht verteidigt werden solle.[3]

Operation Castor[Bearbeiten]

Lage der Festung Dien Bien Phu in Vietnam
Karte der Festungsanlage

Die französische Militärführung unter General Henri Navarre wollte dem Krieg durch die Vernichtung der Viet-Minh-Truppen eine entscheidende Wende geben. Um dies zu erreichen sollten die Einheiten der Guerilla in eine Offene Schlacht geführt werden. Zu diesem Zweck sollte ein luftversorgter Außenposten im Nordwesten Tonkings errichtet werden der die Angriffe der Viet Minh auf sich ziehen sollte. Als Vorbild diente die Luftversorgung leichter Infanteriekräfte der Chindits während des Burmafeldzugs im Zweiten Weltkrieg sowie die Verteidigung Na Sans 1952.[6] Die Wahl fiel dabei auf den bereits mehrmals verlassenen Außenposten bei Dien Bien Phu. Nach erfolgreicher Etablierung und Verteidigung des Stützpunktes sollte dieser als Patrouillenbasis dienen um das umliegende Hochland zu kontrollieren. Hierbei sollte Dien Bien Phu auch den profranzösischen Partisanen der ethnischen Minderheit der Thai und Hmong als Operationsbasis und Rückzugsort dienen. Von einer dauerhaft im Hochland gehaltenen Basis versprach sich die französische Führung die Kontrolle über die Reis und insbesondere die Opiumernte der Region. Am 17. November 1953 befahl Henri Navarre unter förmlichen Protest des Transportchefs der Luftwaffe in Indochina Jean Nicot die Wiederbesetzung Dien Bien Phus aus der Luft. Navarre traf den Befehl bewußt einen Tags vor Eintreffen Admirals Georges Cabaniers der ihm Anweisungen der Regierung überbringen sollte aus politischen und wirtschaftlichen Gründen vorerst auf offensive Operationen zu verzichten. Vom 20. bis 23. November landeten 2.200 französische Fallschirmjäger in Dien Bien Phu. Ihnen gelang es rasch die spärlichen Viet Minh-Kräfte vom Landeplatz zu vertreiben und begannen sich dort einzugraben.[7]

Errichtung der Festung bei Điện Biên Phủ

Der Ausbau Dien Bien Phus zu einem befestigten Stützpunkt wurde unverzüglich nach der Landung begonnen. Oberbefehl und Planung über die gesamte Verteidigungsanlage übertrug die französische Führung dem Oberst Christian Marie de Castries. Das rund 15 Kilometer lange und rund fünf Kilometer breite Tal sollte durch befestigte Stützpunkte, welche sich gegenseitig mit Feuer, Gegenangriffen und Verstärkung unterstützen sollten. Die Stützpunkte wurden jeweils von einem Bataillon besetzt. Ein typischer Stützpunkt bestand aus einem durchgehenden Schützengrabensystem das mit Minenfeldern und Stacheldraht gesichert wurde. An günstigen Stellen wurden befestigte Blockhäuser aus Sandsäcken und Holz gebaut. Diese wurden mit schweren Maschinengewehren besetzt. Zum Bauen wurden 130 Tonnen Holz und 20 Tonnen Alteisen eingeflogen. 2.200 Tonnen Holz konnten vor Ort geschlagen werden. Berechnungen des Befehlshabers des an der Schlacht beteiligten 31. Pionierbataillons André Sudrat berechnete den Bedarf an Baumaterial für gegen schwere Artillerie gesicherte Befestigungen für den gesamten Stützpunkt auf rund 34.000 Tonnen was mit der vorhandenen Lufttransportkapazität unmöglich zu beschaffen war. Die zentralen Stützpunkte Dominique und Eliane lagen günstig auf einer Hügelkuppe und wurden bei der Befestigung bevorzugt. Die westlich davon gelegenen Stützpunkte Claudine, Dominique und Huguette lagen in flachem Terrain. An den Taleingängen im Nordwesten beziehungsweise Nordosten wurden die Stützpunkte Gabrielle und Béatrice errichtet. Dabei hatte auch Béatrice eine vorteilhafte Höhenlage. Isoliert im Süden befand sich der StützpunktIsabelle. Hier war ein kleiner Teil der Artillerie zur Verteidigung abgestellt. An diesem Stützpunkt sollte ein zweites Flugfeld errichtet werden. Im Zentrum befand sich die Mehrheit der französischen Artillerie das Hauptflugfeld, ein Feldlazarett sowie eine Wasseraufbereitungsanlage. Die Artillerie bestand aus 24 105mm-Haubitzen, 28 120-cm Mörsern sowie vier M45 Quadmount-Luftabwehrgeschütze. Ebenso waren zehn M24 Chaffee eingeflogen worden.[8]

Angriffsvorbereitungen der Việt Minh[Bearbeiten]

Im Januar 1953 hatte sich das Plenum der Kommunistischen Partei Vietnams darauf geeinigt aufgrund der militärischen Überlegenheit der Kolonialmacht Angriffe an Schwachpunkte des Gegners zu verlagern da ein Angriff auf gut verteidigte Gebiete als zu verlustreich erachtet wurde. Daher sollten die Aktionen in der Peripherie die französischen Kräfte auseinandergezogen werden. Die verstreuten Einheiten sollten dann durch lokal überlegene Kräfte vernichtet werden. Giap spielte zwar mit dem Gedanken einer Offensive im Delta des Roten Flusses von dem eine politische Entscheidung zu erhoffen war. Er kam aber wie Ho Chi Minh zu dem Schluß dass dies zu risikoreich sei. Die chinesischen Militärberater um Giap sprachen sich ebenso für die Verschiebung der Operationen in die Peripherie aus. Die Wiederbesetzung Dien Bien Phus durch die Kolonialstreitkräfte kam für die vietnamesische Führung überraschend. Im Oktober 1953 trafen sich Giap, Ho und andere hochrangige Kader in der Provinz Thái Nguyên. Die vietnamesische Führung kam überein den Schwerpunkt in den Nordwesten des Landes zu verlagern. Im Dezember 1953 stellte Giap dem Politbüro der Partei einen Plan vor mit einer Großoffensive den feindlichen Stützpunkt Dien Bien Phu zuerst einzukesseln und dann vollständig einzunehmen. Am 6. Dezember 1953 billigte das Politbüro Giaps Plan. Ho gab jedoch Giap ausdrücklich die Anweisung nach eigenem Ermessen vom Angriff abzusehen wenn ein Sieg nicht als sicher anzunehmen sei. [9]

Bereits Anfang Dezember 1953 kontrollierten zumeist reguläre Viet Minh-Kräfte das Umland von Dien Bien Phu im Norden und Nordosten und lieferten nadelstichartige Gefechte. So wurde unter anderem de Castries Stabschef von einem Scharfschützen getötet. Der Versuch der Franzosen aus der Nachbarprovinz Lai Châu 2.100 profranzösische Thai-Partisanen auf dem Landweg nach Dien Bien Phu zu evakuieren scheiterte mit 90% Verlusten. Der Versuch die Flüchtenden mit Kräften aus Dien Bien Phu zu unterstützen scheiterten nach wenigen Kilometern Vormarsch am Widerstand der Viet Minh. Eine Expedition kleinerer Truppenteile nach Laos und Zusammentreffen mit profranzösischen Truppen unter Oberst Crèvecœur wurde von de Castries durch Mitnahme von Journalisten propagandawirksam in den Medien präsentiert blieb aber militärisch ergebnislos. Das französische Militär war Ende 1953 über die Zahl der für den Angriff vorgesehenen Kräfte und die Heranbringung von Artillerie korrekt im Bild. Navarre teilte dem US-Botschafter Donald Heath zum Jahreswechsel seine Zweifel mit dass Dien Bien Phu gehalten werden könne. De Castries und auch sein Artilleriekommandeur Charles Piroth blieben jedoch zuversichtlich die Basis erfolgreich verteidigen zu können.[10]

Der im Dezember von Giap vorgeschlagene Schlachtplan sah einen dreiphasigen Ablauf der Schlacht vor. Zuerst sollten die isolierten Stützpunkte Béatrice, Anne-Marie und Gabrielle eingenommen werden. In der zweiten Phase sollten Stellungen an die verbliebenden Stützpunkte herangetrieben werden um sie dann in der dritten Phase zu erobern.[11] Der Plan sah den Einsatz von neun Infanterieregimentern mit der Unterstützung aller verfügbaren Artillerie-, Pionier- und Luftabwehreinheiten der Viet Minh vor. Diese Kampfeinheiten umfassten zusammen rund 35.000 Mann. Dazu kamen 1.720 Soldaten für die Sicherung der Nachschubwege. 1.850 Mann zur Besetzung des Hauptquartiers inklusive einer Reserve von 4.000 frischen Rekruten. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl auf 42.570 Militärangehörige. Dazu kamen rund 14.500 Zivilisten die als Träger direkt bei den Kampfeinheiten dienen sollen. Die Zahl der im Hinterland beschäftigten Zivilisten ist nicht bekannt. Giap plante für eine fünfundvierzigtägige Schlacht. Für diese kalkulierte er 300 Tonnen Munition, 4.200 Tonnen Reis sowie 212 Tonnen Fleisch, Gemüse und Zucker.[12] DIe franzöischen Luftstreitkräfte operierten mit ihren begrenzten Ressorucen intensiv gegen die Nachschubwege Richtung Dien Bien Phu. Anfang 1954 wurde von den Soldaten der Viet Minh eine Nahrungsknappheit gemeldet. Die Luftoffensive gegen die Nachschubwege scheiterte jedoch an den Tarnmaßnahmen und der Flugabwehrartillerie der Viet Minh. Die Franzosen verloren jeden Monat mehrere Dutzend Flugzeuge und ab Februar war keine Nachschubknappheit der Truppen um Dien Bien Phu zu vermelden.[13] Der eigentliche Plan sah einen Angriff am 25. Januar vor. Die französische Führung war über die Angriffsabsichten der Viet Minh informiert. Giap verschob den Angriff jedoch auf zunächst unbestimmte Zeit um seine Truppen vor Ort auf den Angriff vorzubereiten und Stellungen, insbesondere für die Artillerie anzulegen. Entgegen der initialen Zielsetzung den Stützpunkt mit rasch herangeführten Kräften zu überrennen sollte eine gut geplante, methodische Schlacht geschlagen werden. Die Vorbereitungen zogen sich weitere sechs Wochen hin. Besonderes Augenmerk wurde auf die beschusssichere Unterbringung der Artillerie in aus dem Fels geschlagene Kasematten. Die Viet Minh legten ebenso zahlreiche Scheinstellungen am um das Gegenfeuer der Franzosen von ihren Geschützen weg zu lenken und bereiteten ihre Besatzungen methodisch auf den Beschuss ihrer zumeist fest zugewiesenen Ziele vor. Anfang März kam es zu vereinzeltem Beschuss des Flugfeldes von Dien Bien Phu. Ebenso kam es zu mehreren Sabotage- und Kommandoaktionen der Viet Minh gegen Einrichtungen und Flugzeuge der französischen Luftstreitkräfte in ganz Nordvietnam.[14]

Anfang März 1954 waren die Vorbereitungen abgeschlossen und General Giáp erhielt den Einsatzbefehl. Die folgenden Worte sprach General Võ Nguyên Giáp zu seinen Soldaten:

„Für unsere regulären Streitkräfte hat die Stunde der Offensive gegen Điện Biên Phủ geschlagen. Unser Sieg bei Dien Bien Phu wird bedeuten, die Masse der feindlichen Truppen zu vernichten, den ganzen Nordwesten zu befreien, das Hinterland für den Widerstandskrieg auszudehnen und zu festigen sowie zum Erfolg der Bodenreform beizutragen… Unser Sieg bei Dien Bien Phu wird den Zusammenbruch des Navarre-Plans bedeuten, der schon schwere Rückschläge erlitten hat.“

Verlauf der Schlacht[Bearbeiten]

Beginn der Schlacht im März[Bearbeiten]

Im März 1954 schätzte Giap seine Truppen als gut genug vorbereitet ein um eine erfolgreiche Schlacht zu schlagen. Die Viet Minh eröffneten den Angriff am 13. März 1954 mit Artilleriefeuer auf das Lager. Die französische Artillerie konnte trotz des Aufbietens von einem Viertel ihrer 105-mm-Munition die gegnerische Artillerie nicht unterdrücken. Infolgedessen wurde der Flugplatz des Lagers schwer beschädigt und bereits am ersten Tag der Schlacht fast vollständig unbrauchbar. Durch das Zusammenwirken von Artillerie und eng an die französischen Stellungen herangerückter Infanterie konnten die Viet Minh den Stützpunkt Béatrice bereits nach wenigen Stunden überrennen. Nur 250 von 750 Angehöhrigen des den Stützpunkt verteidigenden Bataillons der 13eme DBLE konnten sich zurückziehen. Am 15. März wurde der Stützpunkt Garielle eingenommen. Von den verteidigenden algerischen Infanteristen gingen 220 in Kriegsgefangenschaft. 550 wurden getötet. Der Stützpunkt Anne-Marie fiel am 17. März an die Viet Minh nachdem sich ein Großteil der verteidigenden Thai-Soldaten zurückgezogen hatten. Die Viet Minh konnten somit die erste Phase ihres Schlachtplans binnen weniger Tage erfolgreich abschliessen. Die Verluste waren mit 2.500 toten Kombattanten jedoch hoch. Als Reaktion auf den Beginn der Schlacht unter diesen Vorzeichen schickte die französische Regierung den höchstrangigen aktiven Offizier des Landes General Paul Ely nach Washington um auf Regierungsebene für Unterstützung der USA zu werben.[15]

Operation Vulture (Aasgeier)[Bearbeiten]

Die Lage in Điện Biên Phủ spitzte sich nach dem De-facto-Ausfall der Flugplätze im März dramatisch zu, und die französische Regierung musste einsehen, dass der Plan von General Navarre gescheitert war. Frankreich erkannte, dass der Krieg in Indochina alleine nicht mehr zu gewinnen war. Aus diesem Grund wurden Regierungsvertreter in die USA entsandt, um Hilfe zu erbitten. Bei Gesprächen mit dem US-Außenminister Dulles und Präsident Eisenhower gewährte man den Franzosen die gewünschte Unterstützung. Die US-Militärführung bot der französischen Regierung sogar den Einsatz von Atomwaffen in der Schlacht um Điện Biên Phủ an. Dieses Angebot erhielt die Bezeichnung Operation Vulture. Andere Quellen berichten, dass die Anfrage von den Franzosen ausging, die Amerikaner diesen Wunsch jedoch ausschlugen, da sie befürchteten, dass ein direkter Einsatz von US-Streitkräften genau wie in Korea zum Kriegseintritt Chinas führen würde.

Mit dem Einsatz von Atombomben sollten Việt-Minh-Truppen hinter der Front bombardiert werden und so auch gleichzeitig die Unterstützung der Landbevölkerung verringert oder ganz verhindert werden. Jedoch wollte die US-Regierung den Abwurf von Atombomben nur befehlen, wenn andere Länder, wie zum Beispiel Großbritannien, dies akzeptieren und unterstützen würden. Großbritannien lehnte den Einsatz von Atomwaffen aber ab. Die Operation Vulture verschwand in einer Schublade des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten.

Im Vietnamkrieg der Amerikaner kam der Einsatz von Atomwaffen gegen Nordvietnam noch einmal zur Sprache, wurde jedoch erneut verworfen.

Zweite Angriffswelle auf die Festung[Bearbeiten]

Indochina im Jahr 1954

Nach der ersten Angriffswelle setzte eine zweiwöchige Kampfpause ein. Diese Zeit nutzten die vietnamesischen Streitkräfte, um frische Truppen und neues Material ins Kampfgebiet zu schicken. General Võ Nguyên Giáp verstärkte seine Truppen in der Gefechtspause um vier weitere Infanteriedivisionen, ein Flakregiment und fünf weitere Artillerieabteilungen. Zum Start der zweiten Angriffsphase standen General Võ ca. 50.000 Mann zur Verfügung.

Die Franzosen nutzten die Pause ebenfalls, um neues Material und weitere Soldaten heranzuschaffen. Aufgrund der Einkesselung des Stützpunktes konnten keine neuen Truppen über den Landweg ins Kampfgebiet entsandt werden, sodass die Franzosen Fallschirmjäger über der Festung abspringen ließen, um so die eigenen Truppen zu verstärken. Die Blockierung der Flughäfen durch die vietnamesische Artillerie und die Ungenauigkeit der Nachschublieferung per Fallschirmabwurf verschlimmerten die Lage der französischen Truppen zusätzlich.

In der zweiten Angriffswelle sollte das Zentrum der Festung attackiert werden. Am 30. März begann die 312. Infanteriedivision mit dem Angriff auf die Stellung Dominique im nordöstlichen Sektor. Der Kampf um diese Position stellte sich als der längste und am erbittertsten geführte Angriff der ganzen Schlacht heraus und hielt bis Ende April an. Zur selben Zeit eröffneten die 316. im Osten, die 308. im Westen und die 304. Infanteriedivision im Süden den Angriff auf das Zentrum der stark ausgebauten Befestigungsanlage. Mehr als 30 Verteidigungsstützpunkte hatte Oberst de Castries anlegen und besetzen lassen, um das Zentrum und das Hauptquartier zu schützen. Ein großer Teil davon waren Eliteeinheiten der französischen Fallschirmjäger und der Fremdenlegion. Um ihre Bodentruppen zu unterstützen, setzte die französische Luftwaffe Napalm und Bombenangriffe ein, was den Angriff der Vietnamesen verlangsamte.

Die zweite Phase der Schlacht war durch einen chaotischen Stellungskampf gekennzeichnet. Angriffe und Gegenangriffe wechselten ständig, ohne dass eine Seite ihrem Angriff eine übergeordnete Stoßrichtung verleihen konnte. Die schweren Gefechte bei den östlichen Verteidigungsräumen Dominique und Eliane führte zu einer Spaltung zwischen beiden Außenposten. Im Westen konnte die 308. Division Mitte April die Stellung Huguette zum größten Teil einnehmen. Der Hauptflugplatz fiel zur gleichen Zeit. Im Süden konnten Verbände der 304. Infanteriedivision den Stützpunkt Isabelle von den übrigen Truppen abschneiden. Die französische Luftwaffe konzentrierte sich während der zweiten Phase auf die Stellungen der Việt Minh im Hinterland sowie auf Flak- und Artilleriestellungen. Doch konnten die Bombardierungen weder das Artilleriefeuer noch den Nachschub der Vietnamesen entscheidend schwächen.

Ein Versuch, mit 1.500 Hmong-Rekruten aus Einheiten der GCMA die eingeschlossenen Einheiten im April 1954 zu entsetzen, scheiterte.[16]

Die vietnamesische Fahne weht über dem französischen Befehlsbunker von Dien Bien Phu

Der Fall von Điện Biên Phủ[Bearbeiten]

Gegen Ende April waren nur noch wenige Stellungen der Festung rund um das Hauptquartier unter französischer Kontrolle, und die Lage um den Außenposten Isabelle auf der Anhöhe Hồng Cúm spitzte sich immer weiter zu. Festungskommandant Oberst Christian de Castries erkannte die Aussichtslosigkeit seiner Position. Seine Soldaten waren von den schweren Kämpfen gezeichnet und fürchteten die Gefangenschaft, einige begingen Selbstmord oder desertierten.

In der Festung gab es nur noch etwas über 2000 kampffähige Soldaten.[17] Es fehlte an Munition, schweren Waffen, es gab keine Handgranaten mehr, und es fehlte an Verpflegung und Trinkwasser. Die hunderten Verwundeten konnten nicht mehr versorgt werden, da es weder Verbandsmaterial noch sonst welche medizinischen Mittel mehr gab. Insbesondere unter den Truppen aus den Kolonien mehrten sich die Desertionen, und es gab am Fluss Gebiete, welche von vornehmlich marokkanischen Kolonialtruppen gehalten wurden, welche sich dem französischen Oberbefehl entzogen hatten und hier nur auf den Ausgang der Schlacht warteten. Sie schossen auch auf französische Verbände.[18]

Beim letzten Sturm auf die französischen Befestigungsanlagen setzte die Vietnamesische Volksarmee auf neue Techniken. Die Befestigungsanlagen von "Eliane" wurden unterminiert. In den Stollen unter der Festung wurden Sprengladungen angebracht und die Stollen mit allem verfüllt, was die Volksarmee nicht brauchen konnte. Blindgänger, in Containern abgeworfene Handgranaten, zu denen die Zünder fehlen, weil sie in anderen Containern waren, Munition, deren Kaliber die Volksarmee nicht brauchte; einfach alles, was explosiv war, wurde dort eingebracht und verdämmt. Die Explosion am 6. Mai 1954 um 17.00 Uhr war gewaltig und "Eliane" danach praktisch nicht mehr vorhanden. Beim Angriff auf die letzten Befestigungsanlagen kamen erstmals Salvengeschütze zum Einsatz. Diese Raketenwerfer, Nachfolger der Stalinorgeln, demoralisierten die letzten französischen Widerstandsnester nachhaltig.

Bunker der Festung Điện Biên Phủ

Am 2. Mai 1954 gingen die Vietnamesen zum Generalangriff über. Der aussichtslose Kampf der Franzosen zog sich noch bis zum 7. Mai hin. Bereits am 6. Mai befahl der Kommandeur die Vernichtung der militärischen Dokumente, und er ließ in der Nacht weiße Fahnen nähen. Am 7. Mai um 17.30 Uhr kapitulierte Oberst de Castries mit seinen verbliebenen Soldaten und ging in die Kriegsgefangenschaft. Einen Tag nach der Kapitulation ergaben sich auch die Soldaten des südlichen Stützpunktes Isabelle. Die letzte Bastion Frankreichs im Tal von Điện Biên Phủ war durch den Feind eingenommen worden. Die Fahne der Việt Minh wehte als Zeichen des Sieges auf dem Bunker des ehemaligen französischen Hauptquartiers.

Unmittelbar nach der Kapitulation erreichten vietnamesische Sanitäter das französische Lazarett. Hier befahlen sie den französischen Ärzten und Pflegern, sofort ihre Arbeit wieder aufzunehmen, und sie wurden ausdrücklich vorerst nicht zu Kriegsgefangenen erklärt. Im Gegenteil, die vietnamesische Volksarmee wurde dazu aufgefordert, Verbandsmaterial zu besorgen, die im bisherigen Niemandsland befindlichen Container nach Sanitätsmaterial abzusuchen und mit Hilfe der Franzosen die unzähligen Verletzten zu versorgen.[19] Dies kam jedoch für viele Verwundete zu spät.

Tod, Verwundung und Gefangenschaft[Bearbeiten]

In der Schlacht waren auf französischer Seite rund 15.000 Soldaten und Paramilitärs im Einsatz. Die größte Gruppe stellten die Vietnamesen selbst mit rund 5.400 Mann. 26 % waren Fremdenlegionäre. 19% der Soldaten ware französische Staatsangehörige aus dem Mutterland. 17,5 % waren Einwohner der französischen Kolonien in Nordafrika. Ebenso dienten 247 westafrikanische Kolonialsoldaten in Dien Bien Phu.[20] Rund 3.500 wurden während der Kampfhandlungen getötet. Zur Zeit der Kapitulation gingen rund 10.000 Personen in Gefangenschaft, darunter auch ziviles Hilfspersonal der französischen Streitkräfte. Da Giap nicht die ausreichenden Mittel hatte die Schwerverwundeten zu versorgen, wurden 900 von Ihnen dem Roten Kreuz übergeben und in französische Lazarette ausgeflogen. Rund 9.000 Kriegsgefangene wurden per Fußmarsch mehrere Hunderte Kilometer in verschiedene Gefangenenlager expediert. Gewaltakte gegenüber den Gefangenen kamen vor, waren aber nicht systematisch. Vietnamesische Soldaten der Kolonialarmee wurden dabei schlechter behandelt als französische Soldaten. Aufgrund mangelnder Ernährung und mangelnder medizinischer Versorgung starben viele Gefangene auf dem Marsch oder in den Lagern. Eine Haupttodesursache war die Amöbenruhr. Dem verbleibenden französischen Ärzteteam wurde aufgrund der Separierung von Offizieren und Mannschaften die Behandlung der eigenen Verwundeten verweigert. Rund 1.000 Legionsangehörige aus nunmehr kommunistischen Staaten wurden repatriiert. Rund 3.900 Überlebende kehrten ab August 1954 nach Frankreich zurück.[21]

Über die vietnamesischen Verluste liegen Schätzungen vor. Diese belaufen sich im Konsens auf rund 10.000 Gefallene und rund 15.000 Verwundete. Dabei war insbesondere das Risiko der angreifenden Infanterie am höchsten. Die Wahrscheinlichkeit eine Angriffswelle nicht zu überleben lag anfänglich bei rund 30%, im Verlauf der Schlacht bei rund 20% für den individuellen Soldaten.[21]

Auf beiden Seiten war die medizinische Versorgung primitiv und unzureichend. Auf französischer Seite waren für rund 15.000 Soldaten nur zwei Ärzte und eine Krankenschwester verfügbar. Aufgrund der Enge und des feindlichen Beschusses waren die hygienischen Verhältnisse unzureichend, in denen Verwundete untergebracht wurden und es wimmelte vor Parasiten. Auf vietnamesischer Seite waren für bis zu rund 50.000 Mann ein Arzt und sechs Assistenten verfügbar. Moderne medizininische Gerätschaften waren nicht verfügbar ebenso wie moderne Medikamente. Sogar das zur Malariavorbeugung eingesetzte Chinin musste auf kaum wirksame Dosen verdünnt werden.[22]

Analyse der Schlacht[Bearbeiten]

Die Niederlage Frankreichs in der Schlacht von Dien Bien Phu kann auf falsche Einschätzung des Feindes und eine geographische Fehlentscheidung zurückgeführt werden. Die Entscheidung der französischen Regierung, General Navarre den Oberbefehl über die Kolonialtruppen in Indochina zu übertragen, erwies sich ebenfalls als Fehlentscheidung.

Warnungen seiner Nachrichtendienste nicht beachtend, unterschätzte General Navarre den Gegner. Er glaubte nicht an eine Möglichkeit für den Việt Minh, schwere Flak- und Artilleriegeschütze auf der Hügelkette in Position zu bringen. Nach seiner Meinung war es nicht denkbar, größere Truppenkontingente in Bergen zu verschanzen, da deren Versorgung mit Waffen, Munition, Medikamenten und Lebensmitteln nur per Flugzeug realisierbar sei, welche den Việt Minh nicht zur Verfügung standen.

Den wichtigsten Grund für die Niederlage hatten sich die Franzosen selbst geschaffen: Die Entscheidung, die Festung in einer von Hügeln umgebenen Talmulde anzusiedeln, brachte die französischen Truppen noch vor dem ersten Schuss ins Hintertreffen. Die geographische Lage spielte einem Gegner, der das Gelände besser kannte, in die Hände. Ein zweiter Nachteil, den der Festungsstandort bot, war die Tatsache, dass ein Anflug für die Versorgungsflugzeuge aufgrund der hohen Berge nur aus einer Richtung möglich war. Der Abschuss der einfliegenden Flugzeuge wurde so erleichtert, etwa 56 Flugzeuge und deren Ladungen gingen verloren und mindestens 23 Piloten fielen.

Die Vietnamesen hatten einen erfahrenen und mutigen Anführer auf ihrer Seite. General Võ Nguyên Giáp war ein guter Stratege und kannte die Vorgehensweise der Franzosen sehr genau. Er ließ Frankreich lange in dem Glauben, seine Kräfte wären in Nordwestvietnam zu schwach. Er koordinierte schon die gemeinsamen militärischen Operationen von Việt Minh und Pathet Lao im zweiten Halbjahr 1953 und brachte die Franzosen überhaupt erst dazu, ihr Augenmerk auf Nordwestvietnam zu richten. Die Entscheidung, die Festung nicht mit einem Sturmangriff einzunehmen, sondern einen Außenposten nach dem anderen zu erobern, erwies sich schnell als erfolgreich. Er baute mit seiner Armee getarnte Stellungen in den Bergen aus, legte Gräben an, die dicht an die Festung reichten, und entwickelte ein gutes Sanitätswesen, das auch die Dorfbevölkerung einbezog.

Die ländliche Bevölkerung Vietnams trug entscheidend zum Sieg des Viet Minh bei. Sie unterstützte die Truppen, gab ihnen Unterschlupf oder half den Verwundeten. Die zivilen Bewohner des Tals schleppten auf Fahrrädern und Büffeln den Nachschub für die Front herbei.

In Frankreich stieg während der Gefechte um die Festung die Zahl der Kriegsgegner und auch die Presse sprach verstärkt von einer „guerre sale“, einem schmutzigen Krieg. Überdies machte sich in der französischen Nationalversammlung Unmut über die hohen Kosten breit. Darüber hinaus erschwerte es der kräftebindende Krieg in Indochina Frankreich, einen zureichenden militärischen Beitrag zur NATO und zur vorgesehenen Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) zu leisten.

Auswirkungen[Bearbeiten]

Vom 8. Mai bis zum 21. Juli 1954 tagte die Indochina-Konferenz in Genf. An der Konferenz nahmen die beiden Kriegsparteien Frankreich und Demokratische Republik Vietnam, sowie die USA, China, Großbritannien, die Sowjetunion, Vietnam, Laos und Kambodscha teil. Nach 87 Verhandlungstagen und unter dem Einfluss der vernichtenden Niederlage der Franzosen in der Schlacht um die Festung Điện Biên Phủ verständigten sich die Teilnehmer auf einen Waffenstillstand. Dieses „Genfer Abkommen“ trat am 21. Juli 1954 in Kraft und beendete den Indochinakrieg und die französische Kolonialzeit in Asien.

Rezeption[Bearbeiten]

Der Journalist Peter Scholl-Latour urteilte später über die Schlacht:[23]

„Die Überlebenden von Dien Bien Phu erzählten von der Schlacht, vom Versagen der Führung, von der schrecklichen Überraschung, als plötzlich Artilleriefeuer auf ihre unzureichenden Stellungen trommelte. Ein Thai-Bataillon war sofort übergelaufen. Die übrigen farbigen Truppen hatten sich passiv verhalten und Deckung gesucht. Wirklich gekämpft bis zum letzten Erdloch und bis aufs Messer hatten lediglich die französischen Fallschirmjäger, und die Fremdenlegionäre, zu 80 % Deutsche, seien zum Sterben angetreten wie in einer mythischen Gotenschlacht.“

Später wurde die Schlacht mehrfach noch in anderen Medien aufgearbeitet. Der Film Diên Biên Phú - Symphonie des Untergangs zeigt in bedrückenden Bildern frei von Heldenpathos das Leben und Sterben in einem Krieg, den die französischen Soldaten bereits verloren wissen. Das Drehbuch stammt von Pierre Schoendoerffer, einem Überlebenden der Kesselschlacht, der auch Regie führte. Bereits 1955 hatte der US-amerikanische Regisseur David Butler Jump Into Hell (deutscher Synchrontitel: Die Hölle von Dien Bien Phu) gedreht, mit Jacques Sernas, Kurt Kasznar und Peter van Eyck in den Hauptrollen.

Die deutsche Punkband Boxhamsters greift in ihrem Lied „Điên Biên Phú“ speziell den Weg der deutschen Legionäre von Frankreich nach Vietnam und die Geschichte der 55-tägigen Schlacht auf.[24]

Am 7. Mai 1954, dem letzten Tag der Schlacht, wurde das Chanson „Le déserteur“ des französischen Schriftstellers Boris Vian veröffentlicht.

Billy Joel erachtet die Schlacht in seinem Lied We Didn’t Start the Fire als maßgeblich für das Jahr 1954.

Literatur[Bearbeiten]

  • Saul David: Die größten Fehlschläge der Militärgeschichte. Heyne, München 2001, ISBN 3-453-86127-2. (Kap. 4: „Dien Bien Phu“)
  • Marc Frey: Das Ende eines Kolonialreiches. Dien Bien Phu, 13. März bis 7. Mai 1954. In: Stig Förster u.a. (Hrsg.): Schlachten der Weltgeschichte. Von Salamis bis Sinai. Dtv, München 2004, ISBN 3-423-34083-5, S. 358–373,
  • Marc Frey: Geschichte des Vietnamkriegs. Die Tragödie in Asien und das Ende des amerikanischen Traums. Beck, München 2004, ISBN 3-406-45978-1, S. 11–41.
  • John Pimlott: Vietnam. The decisive battles. Macmillan, New York 1990, ISBN 0-02-580171-6.
  • Jules Roy: Der Fall von Dien Bien Phu. Des weissen Mannes Stalingrad in Indochina. Heyne, München 1964.
  • Peter Scholl-Latour: Der Tod im Reisfeld. Dreißig Jahre Krieg in Indochina. Dtv, München 2000, ISBN 3-423-36173-5.
  • Harry Thürk: Dien Bien Phu. Die Schlacht, die einen Kolonialkrieg beendete. Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin 1997, ISBN 3-89488-076-7.
  • Paul Bonnecarrere: Frankreichs fremde Söhne. Motor-Buch-Verlag, Stuttgart 1974, ISBN 3-87943-333-X.
  • Bernhard B. Fall: Hell in a Very Small Place: The Siege of Dien Bien Phu. Lippincott, Philadelphia 1966. (Reprint: Da Capo Press, 2002, ISBN 0-306-81157-X)
  • Terry Kajuko: Képi Blanc's Paras. GaMa, Ingersheim 2010, ISBN 978-3-9807733-2-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Điện Biên Phủ – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ehrung der US-Piloten (PDF; 565 kB)
  2. Pierre Brocheux, Daniel Hémery: Indochina. An ambiguous Colonization, 1858–1954. 2009, S. 349 - 361
  3. a b Pierre Brocheux, Daniel Hémery: Indochina. An ambiguous Colonization, 1858–1954. 2009, S. 367 - 370
  4. Frederick Logevall: Embers of War – The Fall of an Empire and the Making of America's Vietnam, New York 2013, S. 357
  5. Frederick Logevall: Embers of War – The Fall of an Empire and the Making of America's Vietnam, New York 2013, S. 358 - 360
  6. Martin Windrow: The Last Valley - Dien Bien Phu and the French Defeat in Vietnam, Cambridge 2004, S. 216 - 218
  7. Frederick Logevall: Embers of War – The Fall of an Empire and the Making of America's Vietnam, New York 2013, S. 358 - 360, S. 385 - 386
  8. Martin Windrow: The Last Valley - Dien Bien Phu and the French Defeat in Vietnam, Cambridge 2004, S. 313 - 317, S. 702
  9. Frederick Logevall : Embers of War - The Fall of an Empire and the Making of America's Vietnam, New York, 2013, S 387-394
  10. Martin Windrow: The Last Valley - Dien Bien Phu and the French Defeat in Vietnam, Cambridge 2004, S. 318 - 323
    Frederick Logevall : Embers of War - The Fall of an Empire and the Making of America's Vietnam, New York, 2013, S. 419 - 421
  11. Frederick Logevall : Embers of War - The Fall of an Empire and the Making of America's Vietnam, New York, 2013, S. 448
  12. Frederick Logevall : Embers of War - The Fall of an Empire and the Making of America's Vietnam, New York, 2013, S. 394
  13. Martin Windrow: The Last Valley - Dien Bien Phu and the French Defeat in Vietnam, Cambridge 2004, S. 281 - 285
  14. Frederick Logevall : Embers of War - The Fall of an Empire and the Making of America's Vietnam, New York, 2013, S. 413, S. 421 - 425, S. 447 - 448
  15. Frederick Logevall : Embers of War - The Fall of an Empire and the Making of America's Vietnam, New York, 2013, S. 446 - 451
  16. Alfred McCoy: The Politics of Heroin. New York 1991, ISBN 1-55652-126-X, S. 140, 143. (rev. ed.; Orig. 1972)
  17. Harry Thürk: Dien Bien Phu. 1997, ISBN 3-327-00643-1, S. 265.
  18. Harry Thürk: Dien Bien Phu. 1997, ISBN 3-327-00643-1, S. 259.
  19. Harry Thürk: Dien Bien Phu. 1997, ISBN 3-327-00643-1, S. 278.
  20. Martin Windrow: The Last Valley - Dien Bien Phu and the French Defeat in Vietnam, Cambridge 2004, S. 647
  21. a b Frederick Logevall : Embers of War - The Fall of an Empire and the Making of America's Vietnam, New York, 2013, S 339-343
  22. Frederick Logevall : Embers of War - The Fall of an Empire and the Making of America's Vietnam, New York, 2013, S. 511, S. 516f
  23. Peter Scholl-Latour: Der Tod im Reisfeld – 30 Jahre Krieg in Indochina
  24. Boxhamsters: Demut & Elite. BAD MOON/LADO Musik GmbH, 2004, DNB 35885377X.