Sebastian Kehl

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Sebastian Kehl

Sebastian Kehl (2007)

Spielerinformationen
Voller Name Sebastian Walter Kehl
Geburtstag 13. Februar 1980
Geburtsort FuldaDeutschland
Größe 188 cm
Position Defensives Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1985–1994
1994–1996
1996–1998
SV Lahrbach
Borussia Fulda
Hannover 96
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1998–2000
2000–2002
2002–
2004–2011
Hannover 96
SC Freiburg
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund Amateure/II
32 0(2)
40 0(4)
256 (20)
7 0(1)
Nationalmannschaft
1997–1998
0
1999–2001
2001–2006
Deutschland U-18
Deutschland U-19
Deutschland U-21
Deutschland
19 0(3)
1 0(0)
11 0(0)
31 0(3)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 13. September 2014

Sebastian Walter Kehl (* 13. Februar 1980 in Fulda) ist ein deutscher Fußballspieler, der seit 2002 bei Borussia Dortmund unter Vertrag steht. Mit seinem Verein gewann er drei Deutsche Meisterschaften und stand in zwei Europapokalendspielen. 2002 wurde er mit der Nationalmannschaft Vize-Weltmeister.

Karriere als Spieler[Bearbeiten]

Verein[Bearbeiten]

Sebastian Kehl begann bereits mit fünf Jahren beim SV Lahrbach mit dem Fußballspielen.[1] Mit 16 Jahren verließ er seine Heimatstadt Fulda und wechselte zu Hannover 96.[2] Mit 18 Jahren kam er zu seinen ersten Einsätzen in der 2. Bundesliga, insgesamt absolvierte er 32 Ligaspiele in zwei Saisons für die Niedersachsen. Nachdem er an der Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Hemmingen das Abitur absolviert hatte,[3] holte ihn Trainer Volker Finke im Jahr 2000 in die Bundesliga zum SC Freiburg, wo er die folgenden anderthalb Jahre verbrachte. Kehl ist seit Januar 2002 für Borussia Dortmund aktiv und noch bis Sommer 2015 vertraglich an die Westfalen gebunden.[4]

Sein Wechsel vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund sorgte für Schlagzeilen, da er im Sommer 2001 dem FC Bayern München die Zusage für einen Wechsel bis „spätestens 2003“ erteilt hatte. Für die Zusage erhielt er ein Handgeld in Millionenhöhe, das er jedoch inklusive Zinsen zurückerstattete und sich im Winter für einen Wechsel zu Borussia Dortmund entschied.[5] Dies führte von Seiten des FC Bayern zu Anschuldigungen gegenüber Kehl, da der Bayern-Manager Uli Hoeneß die Ansicht vertrat, Kehl hätte bereits einen gültigen Vertrag mit dem Klub geschlossen. Auf Dortmunder Seite kritisierte Michael Meier die Praxis des FC Bayern, Spieler fremder Vereine vorab mit hohen Handgeldern auszustatten, obwohl sie mit ihren aktuellen Vereine noch mehrfach gegen die Bayern antreten müssten.[6]. Bei einem Schlichtungsgespräch einigten sich die Klubs, den Transferstreit beizulegen. Kehl entschuldigte sich daraufhin öffentlich beim FC Bayern und wechselte im Januar 2002 vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund.[7]

Sebastian Kehl (2013)

2002 wurde er mit Borussia Dortmund deutscher Meister. In der Saison 2004/05 erzielte er in 32 Spielen vier Tore und übertraf damit seine Bestmarke beim SC Freiburg. Im Zuge der Systemumstellung bei der Borussia war Kehl nun auch auf seiner Wunschposition angelangt: zentral vor der Abwehr. Dort kann er seine Stärken (Aggressivität, Balleroberung) zur Geltung bringen und das Spiel aus dem Hintergrund ordnen. Laut kicker war „Vize-Kapitän Kehl […] zu einem echten Führungsspieler aufgestiegen.“

Nach einem harten Zweikampf mit Hasan Salihamidžić am ersten Spieltag der Saison 2006/07 begann für Sebastian Kehl die erste lange Verletzungsphase seiner Profikarriere. Die Fleischwunde, die bei der Grätsche des Bayern-Spielers entstand, verheilte nur langsam und entzündete sich immer wieder, sodass Kehl erst am 4. Februar 2007 wieder ein Bundesligaspiel bestreiten konnte. Da er auch in der Folgezeit mehrfach mit Nachwirkungen der Verletzung zu kämpfen hatte, war er erst seit Mitte der Hinrunde 2007/08 wieder voll einsatzfähig, hatte jedoch den Kontakt zur deutschen Nationalmannschaft, für die er bisher 31 Spiele absolviert hat, verloren. In derselben Saison stand er mit Borussia Dortmund im DFB-Pokal-Finale in Berlin, das die Mannschaft mit 1:2 gegen den FC Bayern München verlor.

Vom neuen BVB-Trainer Jürgen Klopp wurde er im Trainingslager vor der Spielzeit 2008/09 zum Mannschaftskapitän ernannt. Am 16. Mai 2009 erzielte Kehl beim 6:0-Sieg gegen Arminia Bielefeld zum ersten Mal in seiner Profikarriere zwei Tore in einem Bundesligaspiel.

Durch mehrere Verletzungen konnte er in der Saison 2010/11 lediglich sechs Spiele in der Bundesliga absolvieren; trotzdem konnte er im Mai 2011 mit dem BVB seine zweite Meisterschaft nach 2002 feiern. 2012 folgte eine Dritte, bei der er sich mit 25 Einsätzen wieder zu einem Leistungsträger entwickelte. Zudem konnte er am 12. Mai im DFB-Pokal-Finale gegen den FC Bayern München mit einem 5:2-Sieg das erste Double seiner Karriere und auch seines Vereins feiern. Im April 2013 verlängerte der BVB den auslaufenden Vertrag um ein weiteres Jahr bis Juni 2014.[8] Am 23. März 2014 verlängerte er letztmals seinen Vertrag um ein weiteres Jahr und kündigte sein Karriereende nach der Saison 2014/15 an. Kehl trat vor seiner letzten Spielzeit nach sechs Jahren Mannschaftskapitän des BVB zurück.[9]

Kehl ist aktuell der Spieler, der am häufigsten in der Bundesliga getunnelt wurde (insgesamt 62-mal in 271 Spielen).[10]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

1998 wurde Sebastian Kehl Vize-Europameister mit der U-18-Nationalmannschaft.

Kehl war viele Jahre deutscher Nationalspieler. Sein erstes Spiel im Nationaltrikot war am 29. Mai 2001 in Bremen beim 2:0-Erfolg über die Slowakei. Er nahm mit der Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea, der Europameisterschaft 2004 in Portugal sowie an der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland teil. Das Spiel um Platz 3 gegen Portugal, das mit 3:1 endete, war Kehls letztes von 31 Spielen im Nationaltrikot. Aufgrund seiner Verletzungen schaffte er es seitdem nicht mehr in den Kreis der Nationalmannschaft.

Erfolge[Bearbeiten]

Borussia Dortmund
Nationalmannschaft
Auszeichnungen

Persönliches[Bearbeiten]

Kehl hat gemeinsam mit seiner Freundin zwei Kinder.

Bemerkenswertes[Bearbeiten]

Kehl unterstützt das Projekt Roterkeil.net als Werbebotschafter, das gegen Kinderprostitution kämpft.

Seit dem 3. Juni 2003 ist Kehl im Rahmen des Projektes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ Pate des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums im hessischen Lauterbach.

Sebastian Kehl gehört dem Kuratorium der Stiftung Jugendfußball an. Die Stiftung Jugendfußball wurde im Jahr 2000 von Jürgen Klinsmann, weiteren erfolgreichen Nationalspielern sowie den Dozenten des Fußball-Lehrer-Sonderlehrgangs gegründet.

Kehl ist einer von vier Vertretern der Bundesliga bzw. 1. Ligen im Spielerrat der Spielergewerkschaft Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VdV).[12][13]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sebastian Kehl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spitzen-Gastronomie in vierter Generation: Sternennacht-Koch Benni Kehl, osthessen-news.de vom 27. Oktober 2012
  2. Sebastian Kehl im Interview – Teil 2, www.schwatzgelb.de
  3. Welche Schule für mein Kind?, Verlagsbeilage der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 12. Januar 2011, S. 14
  4. Artikel der Ruhr Nachrichten zur Vertragsverlängerung
  5. Bayern droht Kehl.. Spiegel, 14. Dezember 2001
  6. FC Bayern will Kehl verklagen. Die Welt, 24. Dezember 2001
  7. Einigung zwischen Bayern und BVB im Fall Kehl. FAZ, 2. Januar 2002
  8. Der BVB verlängert mit Kapitän Kehl. kicker.de. 17. April 2013. Abgerufen am 17. April 2013.
  9. Sebastian Kehl gibt Amt des Mannschaftskapitäns ab auf bvb.de, abgerufen am 1. August 2014
  10. Sport Bild, Ausgabe 11, 13. März 2013, S. 50 ("Auch hier ist der BVB ganz vorne!")
  11. Posse um Supercup
  12. Hinweis in: RevierSport 38/2013, S. 12
  13. spielergewerkschaft.de: Spielerrat; abgerufen 28. März 2013