Michael Zorc

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Michael Zorc

Michael Zorc (2014)

Spielerinformationen
Geburtstag 25. August 1962
Geburtsort DortmundDeutschland
Größe 183 cm
Position Mittelfeldspieler
Vereine in der Jugend
1969–1978
1978–1981
TuS Eving-Lindenhorst
Borussia Dortmund
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1981–1998 Borussia Dortmund 463 (131)
Nationalmannschaft
1982–1983
1987–1988
1986
1992–1993
Deutschland U-21
Olympia-Auswahlmannschaft
Deutschland B
Deutschland
2 00(0)
5 00(0)
1 00(0)
7 00(0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Michael Zorc (* 25. August 1962 in Dortmund) ist ein ehemaliger Fußballspieler (Mittelfeld) von Borussia Dortmund und derzeit dortiger Sportdirektor.

Aktive Karriere[Bearbeiten]

Verein[Bearbeiten]

Michael Zorc, Sohn des Amateurnationalspielers Dieter Zorc, der 1971/72 für den VfL Bochum in der Fußball-Bundesliga spielte, kam noch als Jugendlicher 1978 vom Dortmunder Lokalverein TuS Eving-Lindenhorst zur Borussia. Wegen seiner einst langen Haare erhielt er von seinem Mitspieler Rolf Rüssmann den Spitznamen „Susi“, der auch heute noch von seinen Fans benutzt wird.[1] Michael Zorc debütierte beim BVB in der Saison 1981/82 unter Trainer Branko Zebec.

Bereits in der nächsten Saison etablierte sich Zorc im defensiven Mittelfeld als Stammkraft des Vereins. In den nachfolgenden Jahren kämpfte er mit Borussia Dortmund mehrfach gegen Abstieg an. Am Ende der Spielzeit 1985/1986 Dortmund belegte Dortmund Platz 16 und spielte in der Relegation gegen Fortuna Köln um den Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse. Nachdem Köln das Hinspiel 2:0 gewonnen hatte, erzielte Zorc, der bereits in der regulären Saison 10 Tore erzielt hatte, beim 3:1 Rückspielsieg seines Teams in Dortmund in der 54. Minute den zwischenzeitlichen Ausgleich per Elfmeter. Da die Auswärtstorregel zu diesem Zeitpunkt in der Relegation noch keine Anwendung fand, kam es zu einem Entscheidungsspiel beider Mannschaften im Düsseldorfer Rheinstadion. Dieses gewann der BVB mit 8:0. Zorc erzielte zwei Tore. Die Folgesaison schloss der BVB auf dem vierten Saisonplatz ab. Zorc steigerte seine Torausbeute dabei auf 14 Treffer.

Zu Beginn der Saison 1988/89 wurde Michael Zorc zum Mannschaftskapitän ernannt. Gleichzeitig erlebte Borussia Dortmund eine der erfolgreichsten Phasen seiner Vereinsgeschichte. Bereits in derselben Saison gewann Borussia Dortmund nach einem 4:1 Finalsieg über Werder Bremen den DFB-Pokal. Zorc hatte zuvor, mit Ausnahme des Zweitrundenspiels gegen den FC 08 Homburg, bei dem er nicht eingesetzt wurde, in jedem vorherigen Spiel des Wettbewerbs ein Tor erzielt und bereitete im Finale den 2:1 Führungstreffer durch Frank Mill vor. 1991/92 wurde Dortmund hinter dem VfB Stuttgart allein auf Grund der schlechteren Tordifferenz Vizemeister. Michael Zorc verpasste allerdings nahezu die komplette Hinrunde, steuerte dafür im Saisonendspurt noch 5 Saisontore bei.

In der Saison 1992/93 erreichte Dortmund das Finale des UEFA Pokals. Zorc erzielte dabei im Verlauf des Wettbewerbs drei Tore, unter anderem den 2:0-Entstand des Halbfinal-Hinspiels gegen den AJ Auxerre, nachdem er wenige Minuten zuvor einen Elfmeter vergeben hatte. Im Rückspiel, das ins Elfmeterschießen ging, verwandelte Zorc den ersten Elfmeter. Beide Finalspiele gegen Juventus Turin gingen jedoch verloren. Im Hinspiel wurde Michael Zorc in der 70. Minute ausgewechselt, das Rückspiel verpasste er gänzlich.

In der Saison 1994/95 gewann Borussia Dortmund zum ersten Mal seit Gründung der Bundesliga wieder die Deutsche Fußballmeisterschaft. Zorc erzielte am 17. Spieltag beim 4:0-Erfolg gegen den Hamburger SV einen Hattrick und schloss die Saison mit 15 Toren als torgefährlichster Spieler seines Teams ab. In der Folgesaison verteidigte Dortmund den Titel, wobei Zorc mit erneut 15 Toren wieder die meisten Tore aller Dortmunder Spieler erzielte.

Zu Beginn der Saison 1996/97 verpflichtete der Verein für Zorcs Position Paulo Sousa vom amtierenden UEFA Champions League Sieger Juventus Turin. Zorc dachte eigenen Angaben zufolge zu diesem Zeitpunkt erstmals über einen Vereinswechsel, Angebote habe er etwa vom Hamburger SV gehabt, nach, blieb aber in Dortmund.[2] Trotz der neuen Konkurrenz gehörte Zorc zu Beginn der Hinrunde weiter zum Stammpersonal der Mannschaft, musste am im weiteren Verlauf der Saison zunehmend schwindende Einsatzzeiten in Kauf nehmen. Nachdem er zuvor zumindest bei Verletzungen anderer Spieler gesetzt gewesen war, zog Trainer Ottmar Hitzfeld, der sich unzufrieden über Zorcs Leistungen äußerte, ihm am 30. Spieltag gegen Schalke 04 die jungen Talente Christian Timm und Wladimir But vor, während Zorc erst in der 75. Minute eingewechselt wurde, aber das 1:0 Siegtor erzielte. Zorc bezeichnete den Treffer im Anschluss als „wohl die größte Genugtuung, die ich in meiner Fußballer-Laufbahn bisher hatte.“[3][4] Das Verhältnis zwischen Kapitän und Trainer galt seitdem als belastet.[5] Auch beim 3:1-Sieg der Borussia gegen Juventus Turin im Finale der UEFA Champions League 1996/97 wurde Zorc erst in der 89. Minute eingewechselt.

Vor der nächsten Saison verlängerte Präsident Gerd Niebaum ohne Rückspräche mit Michael Meier und dem mit Saisonwechsel auf den Posten des Sportdirektors wechselnden Hitzfeld Zorcs Vertrag per Handschlag.[5] Auch unter dem neuen BVB-Trainer Nevio Scala verminderten sich Zorcs Einsatzzeiten jedoch weiter rapide. In der Saison 1997/98 spielte Zorc nur noch bei 2 seiner 22 Bundesliga-Einsätze über volle 90 Minuten. Beim Weltpokal-Finale im Dezember 1997 spielte er allerdings von Beginn an und erzielte beim 2:0-Sieg seines Teams gegen Cruzeiro Belo Horizonte das erste Tor. Nach der Saison beendete Zorc seine Karriere.

Seine 463 Bundesligaspiele absolvierte er allesamt für den BVB und ist somit Bundesliga-Rekordspieler des Vereins. Er erzielte dabei 131 Tore. Damit liegt er – nach Bernd Nickel (141 Tore) − auf der Rangliste der Mittelfeldspieler mit den meisten in der Bundesliga erzielten Toren auf Rang zwei. Lediglich der Stürmer Manfred Burgsmüller hat in der Bundesliga mehr Tore für den BVB erzielt. Zorc galt des Weiteren als einer der sichersten Elfmeterschützen der Fußball-Bundesliga (49 von 57 verwandelt). Zorc war lange Jahre Mannschaftskapitän von Borussia Dortmund und bei den Fans sehr beliebt. Er trug die Rückennummer Acht.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Zorc gewann 1981 mit der Junioren-Nationalmannschaft des DFB bei der Junioren-Fußballweltmeisterschaft den Titel. Im Verlaufe des Turniers wurde er sechsmal eingesetzt. Ein Tor erzielte er nicht. Er war ebenso deutscher Nationalspieler und bestritt in den Jahren 1992 und 1993 insgesamt sieben Länderspiele.

Erfolge als Spieler[Bearbeiten]

Nach der aktiven Karriere[Bearbeiten]

Sportdirektor[Bearbeiten]

Nach seiner aktiven Zeit hat er bei Borussia Dortmund die Funktion des Sportdirektors übernommen. Er steht beim BVB bis Sommer 2019 unter Vertrag.[6]

Erfolge als Sportdirektor[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Zorc nahm ein BWL-Studium auf, das er jedoch nicht beendete.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview Michael Zorc mit Andreas Dach, erschienen im Remscheider General Anzeiger am 5. August 2009
  2. Michael Zorc wird 50: »Mit Ommas Schal ins Westfalenstadion!« 11freunde.de, 25. August 2012, abgerufen am 29. September 2014
  3. "Die größte Genugtuung meiner Laufbahn" Berliner Zeitung, 5. Mai 1997, abgerufen am 29. September 2914
  4. Zorcs Tor folgten Schüsse gegen Hitzfeld, Rhein-Zeitung, 6. April 1997, abgerufen am 29. September 2014
  5. a b Vor einem Jahr siegte Borussia Dortmund in der Champions League. Jetzt spielt der Europameister gegen den Abstieg Die Zeit, Ausgabe 48/1997, abgerufen am 30. September 2014
  6. Sportdirektor Michael Zorc verlängert bis 2019. Borussia Dortmund, 19. Februar 2014, abgerufen am 19. Februar 2014.
  7. Hochschule für Fußballmanager: Tante Käthe, bloß studiert, abgerufen am 31. Oktober 2013