Chiavenna

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Kleven ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum norwegischen Komponisten siehe: Arvid Kleven.
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum italienischen Astronomen siehe Paolo Chiavenna.
Chiavenna
Wappen
Chiavenna (Italien)
Chiavenna
Staat: Italien
Region: Lombardei
Provinz: Sondrio (SO)
Koordinaten: 46° 19′ N, 9° 24′ O46.3166666666679.4333Koordinaten: 46° 19′ 0″ N, 9° 24′ 0″ O
Höhe: 333 m s.l.m.
Fläche: 11 km²
Einwohner: 7.342 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 667 Einw./km²
Stadtviertel Campedello, Loreto, Pianazzola, San Carlo
Angrenzende Gemeinden Mese, Piuro, Prata Camportaccio, San Giacomo Filippo
Postleitzahl: 23022
Vorwahl: 0343
ISTAT-Nummer: 014018
Volksbezeichnung: Chiavennaschi
Schutzpatron: San Lorenzo
Website: Chiavenna

Chiavenna (historisch im Rumantsch und Latein: Clavenna, deutsch: Kleven oder Cleven) ist eine Stadt und Talschaft (Valchiavenna) mit 7342 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) in der italienischen Region Lombardei. Es bildet zusammen mit dem Veltlin die Provinz Sondrio.

Chiavenna ist heute für seinen historischen Stadtkern und seine Restaurants bekannt. Es ist Mitglied der Cittàslow, einer 1999 in Italien gegründeten Bewegung zur Entschleunigung und Erhöhung der Lebensqualität in Städten.

Geographie[Bearbeiten]

Chiavenna

Chiavenna liegt rund 25 km nördlich des Comer Sees am rechten Ufer der Mera. Es ist Zentrum des Valchiavenna, das aus dem unteren Bergell (bis Castasegna), dem Val San Giacomo und dem eigentlichen Val Chiavenna (südlich von Chiavenna bis Pian di Spagna) besteht. In Chiavenna verzweigen zwei schon von den Römern genutzte Alpenübergänge. Der eine führt nördlich durch das Valle San Giacomo über den Splügenpass nach Chur; diese Passstraße wurde 1822 eröffnet. Der andere führt zunächst nach Osten durch das Bergell (Val Bregaglia) und verzweigt dann: die von den Römern genutzte Strecke führte von Casaccia am Fuße des letzten Aufstiegs des Malojapasses über den Septimerpass (bis heute nur ein Saumpfad) auf die Julierroute. Als Straße ausgebaut ist dagegen die Strecke über den Malojapass und dann weiter über den Julierpass nach Chur. Chiavennas größte Nachbargemeinden sind Piuro und Prata Camportaccio. Mit diesen beiden Orten bildet Chiavenna ein Siedlungsgebiet von rund 12.000 Einwohnern.

Geschichte[Bearbeiten]

Von der ausgehenden Spätantike bis 1194 war Chiavenna der Sitz von Grafen, die das Tal beherrschten. Im Jahre 1176 soll hier der angebliche Kniefall von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) vor seinem Vetter Heinrich dem Löwen stattgefunden haben. 1030 erhielt Chiavenna vom Bistum Como das Stadtrecht, 1194 wurde es an die Bischöfe von Chur übergeben. Bis über die Stauferzeit hinaus war es Bestandteil des Herzogtums Schwaben. Im 14. Jahrhundert erwarben die Visconti, die Herrscher über das Veltlin geworden waren, den Contado Chiavennas vom Churer Bischof.

In den Mailänderkriegen gelang 1512 den Drei Bünden die Eroberung von Cleven zusammen mit Bormio (Worms) und dem Veltlin (Valtellina) als gemeinsames Untertanengebiet, wobei die Burg zerstört wurde. Diese Talschaften gingen 1797 wieder verloren, sie wurden Teil der Cisalpinischen Republik und teilen das Schicksal der Lombardei.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Am bekanntesten dürfte wohl Il Castello sein. Auch erwähnenswert sind der monumentale Friedhof, die engen Straßen und Gässchen. Eine davon endet an dem Torbogen Santa Maria. Der botanische Garten Paradiso lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein, die besonders im Frühjahr reizvoll sind und die von dem hohen Felsen einen schönen Blick über die Stadt bieten. Einen Besuch lohnt auch der Kreuzgang von San Lorenzo mit dem Taufbecken aus dem 12. Jahrhundert und dem Museum del Tesoro. In der Umgebung Chiavennas befinden sich die Wasserfälle von Borgonuovo. Die naturnahe Landschaft ringsum bietet sowohl botanische als auch zoologische Besonderheiten. Nördlich der Stadt können einige eiszeitliche Gletschermühlen besichtigt werden.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chiavenna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.