South African Air Force

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Südafrikanische Luftwaffe
South African Air Force (SAAF)
Flagge der SAAF
Flagge der SAAF
Aufstellung 1. Februar 1920
Land SudafrikaSüdafrika Südafrika
Streitkräfte South African National Defence Force
Typ Teilstreitkraft (Luftwaffe)
Stärke 9.250
Hauptquartier Pretoria
Motto Per aspera ad astra“ (lat. „Durch das Rauhe zu den Sternen“)
Leitung
Chief of the Air Force Generalleutnant Fabian Zimpande (Zakes) Msimang
Deputy Chief of the Air Force Generalmajor Gerald Malinga
General Officer Commanding Air Command Generalmajor Wiseman Simo Mbambo
Insignien
Kokarde (seit 2003) Roundel of South African Air Force.svg
Low Visibility Kokarde Roundel of South African Air Force (Low Visibility).svg

Die Südafrikanische Luftwaffe (engl.: South African Air Force, abgekürzt SAAF) ist die Luftstreitmacht der Streitkräfte der Republik Südafrika und die mit am besten ausgerüstete südlich der Sahara.

Geschichte[Bearbeiten]

Kokarde von 1927 bis 1947
Kokarde von 1947 bis 1957
Kokarde von 1994 bis 2003

Die Ursprünge der heutigen Südafrikanischen Luftstreitkräfte reicht zurück in das Jahr 1912, als es zur Aufstellung eines Aviation Corps kam. Während des Ersten Weltkrieges jedoch kam südafrikanisches Flugpersonal hauptsächlich beim Royal Flying Corps (RFC) des damaligen britischen Mutterlandes zum Einsatz. Das erfolgreichste südafrikanische „As“ war Andrew Frederick Weatherby Beauchamp Proctor, einer der erfolgreichsten Piloten des RFC überhaupt.

Kurz nach dem Ende der Feindseligkeiten wurden die Luftstreitkräfte am 1. Februar 1920 in South African Air Force umbenannt. Bereits zwei Jahre nach ihrer Gründung wurden sie bei Unruhen weißer Minenarbeiter erstmals operativ eingesetzt.

Im Rahmen der sich verschlechternden politischen Großwetterlage ab Mitte der 1930er-Jahre kam es zu einem deutlichen Ausbau der Streitkraft, gleichwohl traf der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Europa die SAAF relativ unvorbereitet.

Wiederum leistete Südafrika einen bedeutenden Beitrag zu den Kriegsanstrengungen in allen Teilen des British Empire. Das weit von den Kriegsschauplätzen entfernte Südafrika sah in der Folge eine massive Ausweitung insbesondere des Trainingsflugbetriebes. Im September 1941, kurz vor Ausweitung des Krieges in den Pazifik, zählte man 38 Flugschulen und knapp 1.800 Flugzeuge insgesamt in Diensten der SAAF. Neben der Verteidigung des südlichen Afrikas (U-Boot-Krieg) spielte die SAAF eine bedeutende Rolle bei den Kämpfen in Nordafrika gegen das Afrikakorps und war darüber hinaus vorwiegend in Europa eingesetzt.

Die ersten Einsätze nach dem Krieg war die Abstellung von 20 Besatzungen an die RAF im Rahmen der Berliner Luftbrücke und kurz nach deren Ende wurde die noch heute aktive 2. Squadron im Koreakrieg dem 18. Fighter Bomber Wing der US Air Force (USAF) unterstellt, wo sich viele ihrer Piloten amerikanische Auszeichnungen erwarben.

Während dieser Zeit, 1951, kam es, wenige Jahre nach Gründung der unabhängigen USAF, auch in Südafrika zur Unabhängigkeit der SAAF innerhalb der Union Defence Force (UDF). 1958 wurde die SAAF Teil der South African Defence Force. In den 1950er-Jahren kam es später zu einer Verkleinerung und Anfang der 1960er-Jahre mit Gründung der Republik Südafrika zu einer weiteren Umorganisation in drei aufgabenspezifische Groups, ähnlich der Struktur der RAF, für Einsätze über Land und über See sowie Wartung.

Inzwischen war die Apartheidpolitik etabliert und in Folge dieser wurde Südafrika mehr und mehr politisch isoliert und sah sich schließlich mit einem UN-Waffenembargo konfrontiert. Ab Mitte der 1960er- bis Ende der 1980er-Jahre unterstützte die SAAF regelmäßig die Armee in den diversen Kriegen und Konflikten im anfangs noch portugiesischen Angola und im damals von Südafrika verwalteten heutigen Namibia. Auf Grund des gegen Südafrika verhängten Embargos mussten Flugzeuge und Hubschrauber (z. B. Atlas Cheetah, Atlas Oryx oder Denel AH-2 Rooivalk) aus bereits im Einsatz befindlichen Mustern weiter bzw. neu entwickelt werden.

Nach dem Ende der Apartheid und den ersten allgemeinen Wahlen 1994 wurde die SAAF Bestandteil der South African National Defence Force und sowohl in der Ausrüstung als auch der Mannschaftsstärke erheblich eingeschränkt. Nun kam jedoch wieder neue moderne Ausrüstung ins Land.

Aktuelle Ausrüstung[Bearbeiten]

Flugzeuge[Bearbeiten]

Gripen der SAAF in Kapstadt
PC-7 Mk II der Silver-Falcons-Kunstflugstaffel der SAAF

Stand: Ende 2013[1]

Luftfahrzeuge Herkunft Verwendung Version Aktiv Bestellt Anmerkungen
Kampfflugzeuge
Saab JAS 39 Gripen SchwedenSchweden Schweden Mehrzweckkampfflugzeug
Trainer
Gripen C
Gripen D
17
9
Transport-, Missions- und Schulflugzeuge
Cessna 208 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Elektronische Kampfführung
Transportflugzeug
1
9
Douglas DC-3 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Elektronische Kampfführung
Seeaufklärer
Transportflugzeug
1
4
3
Lockheed C-130 Hercules Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Transportflugzeug C-130B 6
CASA C-212 Aviocar SpanienSpanien Spanien Transportflugzeug 3
King Air Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Verbindungsflugzeug King Air 200
King Air 300
4
Pilatus PC-12 SchweizSchweiz Schweiz VIP-Transportmaschine 1
BAE Hawk Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Schulflugzeug Hawk 120 24
Pilatus PC-7 SchweizSchweiz Schweiz Schulflugzeug PC-7 MkII Turbo Traine 35

Hubschrauber[Bearbeiten]

Rooivalk der SAAF

Stand: Ende 2013[1]

Luftfahrzeuge Herkunft Verwendung Version Aktiv Bestellt Anmerkungen
Agusta A109 ItalienItalien Italien Leichter Mehrzweckhubschrauber A109 LUH 28
BK 117 DeutschlandDeutschland Deutschland Verbindungshubschrauber 6
Atlas Oryx SudafrikaSüdafrika Südafrika mittlere Transporthubschrauber 46
Denel AH-2 Rooivalk SudafrikaSüdafrika Südafrika Kampfhubschrauber 12
AugustaWestland Lynx Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Bordhubschrauber Super Lynx 300 4 Betrieben von der südafrikanischen Marine

Raketen[Bearbeiten]

  • Kentron V3 – wärmesuchende Luft-Luft-Raketen für kurze Reichweiten
  • Kentron V4 R-Darter – radargelenkte Luft-Luft-Raketen mittlerer Reichweite

Luftwaffenstützpunkte[Bearbeiten]

AFB Overberg mit C-212
AFB Swartkop mit C-160

Die größeren Militärflugplätze bezeichnet die SAAF als Air Force Base (AFB), daneben gibt es die kleinere Air Force Stations. Bei den Plätzen im Folgenden sind in der Regel lediglich die aktiven fliegenden Einheiten und ihre Einsatzmuster aufgeführt.

  • AFB Bloemspruit, Bloemfontein, Provinz Freistaat, Stützpunkt von Kampf- und Schulungshubschraubern bei der 16. Squadron (Rooivalk) und der 87. Helicopter Flying School (verschiedene Typen)
  • AFB Durban, Durban, Provinz KwaZulu-Natal (soll von einer Air Force Base zu einer Air Force Station heruntergestuft werden)
  • AFB Hoedspruit, Hoedspruit, Provinz Limpopo, Stützpunkt von Verbindungshubschraubern bei der 19. Squadron (Alouette III, Oryx)
  • AFB Langebaanweg, Langebaan, Provinz Westkap, Schulungsbasis mit der Central Flying School (PC-7)
  • AFB Makhado, Louis Trichardt, Provinz Limpopo, Haupteinsatzbasis der Kampfflugzeuge bei der 2. Squadron (Gripen) und der 85. Combat Flying School (Hawk)
  • AFB Overberg, Bredasdorp, Provinz Gauteng, Versuchs- und Entwicklungszentrum, internationale Gripen Fighter Weapon School (ab 2013)
  • AFB Swartkop, Pretoria (wird von der AFB Waterkloof aus verwaltet), u. a. ein Standort des SAAF-Museums (siehe Foto)
  • AFB Waterkloof, Pretoria, Provinz Gauteng, Haupteinsatzbasis der Transportflieger mit der 21., 28, 41, 44. und 60. Squadron (VIP-Flieger, C-130, Verbindungsflugzeuge, C-212/CN-235, 707)
  • AFB Ysterplaat, Kapstadt, Provinz Westkap, Transporthubschrauber sowie Patrouillen-, Transport- bzw. Frühwarnflugzeuge bei der 22. und 35. Squadron (Oryx/Lynx, C-47) sowie ein weiterer Standort des SAAF-Museums

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Südafrikanische Luftwaffe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b World Air Forces 2014 (PDF; 3,9 MB) In: Flightglobal Insight (Englisch). 2014. Abgerufen am 25. Februar 2014.