Ostkap

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Oos-Kaap
Eastern Cape
Mpuma-Koloni
Ostkap
Lage
Basisdaten
Staat Südafrika
Hauptstadt BhishoVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Fläche 168.966 km²
Einwohner 6.562.053 (2011[1])
Dichte 39 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 ZA-EC
Webauftritt www.ecprov.gov.za (englisch)
Politik
PremierministerVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges Phumulo MasualleVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Partei ANCVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges

Ostkap (afrikaans Oos-Kaap, englisch Eastern Cape, IsiXhosa IPhondo yaMpuma-Koloni) ist eine südafrikanische Provinz im Südosten der Republik. Sie umfasst 169.580 km² Fläche und hat rund 6,6 Millionen Einwohner, von denen 85 Prozent der Bevölkerungsgruppe der Xhosa angehören. Die Provinz Ostkap entstand 1994 durch die Vereinigung des Südostens der Kapprovinz mit den ehemaligen Homelands Ciskei und Transkei. Die Hauptstadt ist Bhisho.

Geographie[Bearbeiten]

Die größte Stadt des Ostkaps und neben East London wichtigster Industriestandort ist Port Elizabeth. Weil sich in Ostkap keine nennenswerten Bodenschätze befinden, ist die Provinz eine Region des Landes mit geringer Industrialisierung und einkommensschwachen, ländlich geprägten Siedlungen.

Die Landschaft ist über weite Strecken noch unberührt und bietet eine außerordentliche Vielfalt an morphologischen Erscheinungen und Ökosystemen, die vom Ödland der Great Karoo über den Knysna-Wald, Berggebieten bis über 2000 Metern Höhe und bis zum fruchtbaren Ackerland zwischen den Ebenen Little Karoo und dem Langkloof reicht. Die Vegetation ist sehr abwechslungsreich: Es gibt sowohl Reste immergrüner außertropischer Wälder als auch Fynbos-Vegetation, Graslandschaften und Dornbusch-Savanne. Bei Hogsback und im Tsitsikamma-Nationalpark befinden sich immergrüne Wälder mit einheimischen Baumarten.

Die Höhenlagen der Provinz sind stark differenziert und geologisch sowie naturräumlich breit gefächert. Zu den wichtigsten Gebirgslandschaften zählen Teilabschnitte der Großen Randstufe, wie Sneeuberg, Bamboesberg, Stormberge und die westlichen Ausläufer der Drakensberge, ferner die Regionen Bankberg, Winterberge und Amathole-Berge sowie die Erhebungen innerhalb der Faltungszone der Kap-Supergruppe die Grootwinterhoekberge, Baviaanskloofberge und die Tsitsikammaberge. Besonders zerklüftet ist die Bergszenerie der Wild Coast einschließlich ihres Binnenlandes.

Verkehr[Bearbeiten]

Flugverkehr[Bearbeiten]

In East London, Port Elizabeth und Mthatha gibt es Binnenflughäfen. Sie werden vorrangig von Flughäfen in Kapstadt und Johannesburg angeflogen.

Schiffsverkehr[Bearbeiten]

Die größeren Hafenstädte an der Küste besitzen einen frachtfähigen Hafen. Der Schwerpunkt liegt dabei in Port Elizabeth, dem Hafen Ngqura und in East London. Einen Binnenschiffsverkehr mit Frachtaufkommen gibt es nicht. Die geringe Wasserführung, die Sedimentfracht und einige wasserwirtschaftliche Bauwerke lassen das nicht zu.

Straßennetz[Bearbeiten]

In der Provinz Ostkap bildet heute das Straßennetz die Hauptverkehrsverbindung zwischen den Ortschaften. Das früh entstandene Eisenbahnnetz hat vergleichsweise an Bedeutung verloren. Die Nationalstraße N2 durchquert die Provinz von Südwesten nach Nordosten. Dabei verbindet sie, von Kapstadt kommend, die Städte Port Elizabeth, Grahamstown, King William’s Town, Mdantsane, East London, weiter nach Mthatha, wo sie das unwegsame Gebiet der Wild Coast umfährt. Von dort verläuft sie weiter nach Kokstad in der Nachbarprovinz KwaZulu-Natal, und führt weiter in Richtung Durban. Zwischen King William’s Town und East London sowie westlich von Port Elizabeth bis zur Ortschaft Thornhill ist sie als vierspurige Autobahn ausgebaut.

Die Nationalstraße N6 beginnt in East London und schafft eine Verbindung mit dem nordwestlich dieser Stadt liegenden Binnenland. Dabei berührt sie die Städte Macleantown und Stutterheim, überwindet danach die östlichen Ausläufer der Amathole-Berge, ferner Cathcart, Queenstown und den Verkehrsknotenpunkt Aliwal North. Bei letzterer Stadt überquert sie den Oranje, damit die Provinzgrenze und führt weiter nach Bloemfontein in der Provinz Freistaat.

Von Westen, aus der Region um Oudtshoorn erstreckt sich die Nationalstraße N9 über den westlichen Teil der Provinz. Sie erreicht am Ghwarriepoort (Gebirgspass) das Gebiet, führt durch relativ gering bewohnte Landschaften nach Graaff-Reinet. Danach streift sie die östlichen Ausläufer des Sneeuberg-Massivs mit der Ortschaft Bethesdaweg und erreicht danach Middelburg. Dort folgt sie kurz dem Verlauf der N10, verlässt südlich der Ortschaft Carlton das Provinzgebiet in nördliche Richtung nach Colesberg, wo sie in der N1 endet.

Aus der Provinz Nordkap über Britstown führt die Nationalstraße N10 in den westlichen Teil der Provinz Ostkap und erreicht nördlich von Middelburg ihr Gebiet. Dabei vereinigt sie sich kurz mit der N9, die sie nach dieser Stadt wieder verlässt und über Cradock bis in das küstennahe Gebiet führt. Bei der Ortschaft Ncanaha kurz vor Port Elizabeth wird sie von der N2 aufgenommen.

Das Verkehrswegenetz zwischen den Nationalstraßen bilden Regionalstraßen durch teilweise unwegsame, trockene und gebirgige Gebiete. Es gibt in den abgelegenen Regionen zahlreiche unbefestigte Straßen.

Seit dem Jahr 2003 regelt ein Gesetz der Provinz (Eastern Cape Roads Act, No. 3 / 2003) die Aufgaben der Provinzverwaltung für das in ihrer Zuständigkeit liegende Straßennetz. Damit wurden die Regelungen der Roads Ordinance von 1976 aufgehoben.[2] Die Provinz erhält finanzielle Zuschüsse aus dem nationalen PRMG-Fond (Provincial Road Maintenance Grant) für die Straßenunterhaltung.[3]

Distrikte[Bearbeiten]

Die Provinz gliedert sich in folgende Distrikte und eine Metropolgemeinde (Stand vor 2011): [4]

Distrikt / Metropolgemeinde Gemeinden
1. Cacadu Baviaans , Blue Crane Route, Camdeboo, Ikwezi, Kouga, Kou-Kamma, Makana, Ndlambe, Sundays River Valley
2. Chris Hani Emalahleni, Engcobo, Inkwanca, Intsika Yethu, Inxuba Yethemba, Lukhanji, Sakhisizwe, Tsolwana
3. Joe Gqabi Elundini, Gariep, Maletswai, Senqu
4. Alfred Nzo Umzimvubu, Matatiele, Mbizana, Ntabankulu
5. O.R. Tambo King Sabata Dalindyebo, Nyandeni, Ngquza Hill, Mbizana, Mhlontlo, Port St. Johns
6. Amathole Amahlathi, Great Kei, Mbhashe, Mnquma, Ngqushwa, Nkonkobe, Nxuba
7. Nelson Mandela Bay Municipality

Politik[Bearbeiten]

Bei den Wahlen 2014 zur Provincial Legislature blieb der ANC in der Provinz Ostkap die stärkste Partei. Die Mandate verteilen sich wie folgt.

Partei Sitze +/−
African National Congress (ANC) 45 + 1
Democratic Alliance (DA) 10 + 4
United Democratic Movement (UDM) 4 + 1
Economic Freedom Fighters (EFF) 2 + 2
Congress of the People (COPE) 1 – 8
African Independent Congress (AIC) 1 ± 0
Summe 63

Städte (Auswahl)[Bearbeiten]

Hochschuleinrichtungen[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Provinz existieren drei Hochschuleinrichtungen. Zwei von Ihnen verfügen über ausgeprägte internationale Beziehungen und haben zur wissenschaftlichen Entwicklung des Landes Südafrikas über einen Zeitraum von mehr als einhundert Jahren maßgeblich beigetragen. Es handelt sich um die:

Von historischer Bedeutung für die argrarwirtschaftliche Ausbildung im gesamten Land ist das Fort Cox College of Agriculture and Forestry bei Keiskammahoek.

Nationalparks und Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Nationalparks Naturschutzgebiete Naturschutzgebiete (Forts.)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Die alte Universitätsstadt Grahamstown mit Bischofssitz, das ehemalige britische Verwaltungszentrum King William’s Town sowie die Hafenstädte East London und Port Elizabeth sowie weitere Orte waren und sind die Wirkungsstätten vieler für Südafrika historisch bedeutsamer Persönlichkeiten. Zu ihnen zählen der deutschstämmige Naturforscher Selmar Schönland, sein Sohn Basil Schonland, der preußische Offizier Richard von Stutterheim, die Entdeckerin Marjorie Courtenay-Latimer, die Missionare James Stewart und Jane Elizabeth Waterston sowie der Künstler Churchill Madikida und der Musiker Alex van Heerden.

Viele bekannte Persönlichkeiten der Anti-Apartheidsbewegung, wie Nelson Mandela, Govan Mbeki und Thabo Mbeki, Walter Sisulu, ferner Chris Hani, Steve Biko und Albertina Sisulu stammen aus dieser Provinz, da auf ihrem Gebiet die früheren Homelands Ciskei und Transkei lagen, traditionelle Siedlungsgebiete der Xhosa. Auch andere Bürgerrechtler, wie Allan Hendrickse, wurden im Ostkap geboren.

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011, S. 18 (PDF-Datei; 2,8 MB), abgerufen am 6. Mai 2013
  2. Eastern Cape Roads Act (Act No. 3 / 2003) (PDF-Datei; 220 kB)
  3. Parliamentary Monitoring Group: Provincial Roads Maintenance Grant: National Treasury, North West Province, and Western Cape: hearings. auf www.pmg.org.za
  4. Gemeindegrenzen Südafrika

-3227Koordinaten: 32° S, 27° O