Staatliches Museum Schwerin

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Staatsgalerie von 1882
Ansicht vom Schloss
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Die Galerie Alte & Neue Meister Schwerin des Staatlichen Museums Schwerin / Ludwigslust / Güstrow ist ein Kunstmuseum in der mecklenburg-vorpommerschen Landeshauptstadt Schwerin. Im Auftrag von Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin (1823–1883) wurde der Museumsneubau 1882 eröffnet. Der Architekt Hermann Willebrand (1816–1899), ein Schüler Friedrich August Stülers, entwarf den damals technisch wegweisenden Museumsneubau nach modernsten Gesichtspunkten. Direkt am Schweriner See und am Alten Garten gelegen prägt die Galerie – gemeinsam mit Schloss Schwerin, dem Staatstheater, der Staatskanzlei und dem Alten Palais einen der wenigen erhaltenen historistischen Plätze in Deutschland. Weitere Standorte sind das Schloss Schwerin sowie die beiden ehemaligen Residenzschlösser in Güstrow und Ludwigslust.

Die Sammlungen des Staatlichen Museums Schwerin / Ludwigslust / Güstrow umfassen heute weit mehr als 100.000 Kunstwerke: Gemälde, Arbeiten auf Papier, Plastiken aus Holz, Terrakotta, Stein, Metall und Papiermaché, Münzen und Medaillen, Waffen, kunsthandwerkliche Arbeiten aus Glas, Porzellan, Elfenbein und Metall, Möbel sowie moderne Objekte und Installationen. Neben der Kernsammlung Alter Kunst, einschließlich der Impressionisten, liegt ein besonderer Fokus auch auf der zeitgenössischen Kunst, der in der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin sowie im Wirtschaftsgebäude von Schloss Güstrow besondere Aufmerksamkeit gilt.

Architektur[Bearbeiten]

Erste Pläne für einen neuen Museumsbau fertige der Architekt Georg Adolph Demmler (1804–1886) an. Aufgrund des frühen Todes Großherzogs Paul Friedrichs (1800–1842) wurden die Pläne jedoch nicht umgesetzt. So ruhten die Pläne für einen eigenen Museumsbau für die großherzogliche Sammlung 40 Jahre lang, bis der mecklenburgische Baubeamte Hermann Willebrand (1816–1899), ein Schüler Stiers und Stülers und langjähriger Assistent Demmlers, neue Planskizzen für einen Museumsbau am Alten Garten vorlegte. Willebrands Planung widmete sich vorrangig einer spezifisch musealen und damit funktionalen Anforderungen an ein Museum. Brand- und Eibruchssicherheit, Heizung, Lüftung und vor allem eine situations- und exponatgerechte Lichtführung wurden berücksichtigt. Damit brach Willebrand neuen Ideen Bahn und setzte den Beginn einer Ära, die die Form der Funktion unterordnete.

Willebrand erbaute das repräsentative Gebäude im Stil der „griechischen Renaissance“ in der Zeit von 1877 bis zu seiner Übergabe am 26. Mai 1882 unter Mitarbeit des Intendanten der Kunstsammlungen Eduard Prosch (1804–1878).[1] Der historistische Baustil, der vor allem ein markantes Eingangsportal mit ionischen Säulen und einer großen Treppe verwendet, ist typisch für diese Zeit. Erster Direktor der Großherzoglichen Kunstsammlung am Alten Garten war Friedrich Schlie (1839–1902). Von ihm stammt auch der Entwurf des Giebelfrieses, der die Vermählung Amors mit der Psyche darstellt.[2] Das Gebäude sollte zunächst eher ein Privatmuseum sein, das unter Großherzog Friedrich Franz II. mehr wissenschaftlichen Zwecken als einem Ausstellungsbetrieb diente.

Geschichte[Bearbeiten]

18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Rhinozeros Clara, Gemälde von Jean Baptiste Oudry

Die Museumsgeschichte entspricht in etwa der Sammlungsgeschichte. Herzog Christian Ludwig II. (Mecklenburg) (1683–1756) war es, der den ersten Schritt in Richtung einer namhaften Gemäldesammlung tat. Als begeisterter Kunstsammler erwarb er auf seinen Reisen ins In- und Ausland zahlreiche Kunstwerke. Sein Interesse galt dabei nicht nur der rein repräsentativen Kunst sondern widmete sich vielmehr den qualitativ hochwertigen alten und neuen Meistern, während in den meisten deutsche Fürstenhäusern rein summarisches Ansammeln üblich war. 1725 war Christian Ludwig II. bereits im Besitz von etwa 120 Gemälden und Grafiken holländischer Meister des 17. Jahrhunderts.[3] Ein Großteil dieser bis dahin angesammelten Werke wurde jedoch im selben Jahr beim Brand auf Schloss Grabow zerstört. Christian Ludwig II. war jedoch fest entschlossen für Mecklenburg eine bedeutende Gemäldesammlung zu etablieren. Als er zehn Jahre später im Schloss Schwerin residierte, ließ er 1736 eine erste Galerie in Form eines zweigeschossigen Fachwerkbaus errichten. Dieses Jahr gilt heute als das Gründungsjahr der Schweriner Kunstsammlungen. Akquisiteuere in den größten europäischen Kunstzentren kauften Kunst für die Schweriner Kunstsammlungen an.

Christian Ludwig II. kaufte aber auch selbst in den Ateliers der Künstler, beispielsweise bei Adriaen von Ostade oder Jan van Huysum. Auch Christian Ludwigs Sohn Friedrich (1717–1785) und dessen Neffen sammelten im großen Stil. So erfuhr die herzogliche Sammlung um 1750 eine wichtige Bereicherung durch Friedrich, der rund 56 farbige Zeichnungen und 43 Gemälde (34 davon sind noch erhalten) des französischen Tiermalers Jean Baptiste Oudry (1686–1755) erwarb.[4] In ihrer Geschlossenheit und Größe stellt die Kollektion die weltweit größte Sammlung von Werken des französischen Tiermalers dar. 1792 waren bereits 695 Gemälde im Bestand der herzoglichen Sammlung aufgeführt und wurden in einer Ausstellung auf 21 Zimmer und Kabinette verteilt.[3] Christian Ludwigs Vorliebe zur niederländischen Malerei ist es zu verdanken, dass das Staatliche Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow heute über eine der umfangreichesten Referenzsammlungen niederländischer Malerei in Deutschland verfügt.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Großherzog Friedrich Franz I. (1756–1837) strukturierte die Fülle der Kunstschätze erstmals in einer neuen Verwaltungsform und ernannte Friedrich Christoph Georg Lenthe (1774–1851) zum ersten Galeriedirektor. Dieser strukturierte und systematisierte die Sammlung erstmals nach wissenschaftlichen Standpunkten.[5] Es entstand die Idee einer öffentlich zugänglichen Galerie, die jedoch an dem Fehlen finanzieller Mittel scheiterte.[6] Später, als Schwerin 1837 unter Großherzog Paul Friedrich (1800–1842) zur Residenzstadt und somit auch zu einem Zentrum kulturellen Lebens wurde, kam es zu zahlreichen Umbauten in der gesamten Stadt. Auch das Schloss wurde 1845 umgebaut und die herzogliche Galerie im Fachwerkbau musste einen anderen Platz finden. Zunächst wurde die Kunstsammlung in der Paulsstadt untergebracht und im Dezember 1845 erstmals und von da an regelmäßig für die Öffentlichkeit geöffnet.[2] Während dieser Zeit änderten sich das Profil der Großherzoglichen Kunstsammlung. Der Intendant der Großherzoglichen Kunstsammlung Prosch, von der Archäologie beeinflusst, griff eher rückgewandt in die Sammlungserweiterung ein und tauschte wertvolle Sammlungsbestände ein.

Durch den frühen Tod Paul Friedrichs gelangten existierende Pläne Georg Adolph Demmlers (1804–1886) für einen Museumsbau nicht zur Vollendung. So ruhten die Planungen für einen Museumsbau 40 Jahre lang, bis Großherzogin Alexandrine (1803–1892), die Gemahlin Paul Friedrichs, Gelder aus den Reparationszahlungen des gewonnenen Krieges 1870–1871 gegen Frankreich zum Bau des Museums stiftete. Ausgeführt wurde der Bau durch den Architekten Hermann Willebrand (1816–1899.) Die Eröffnung des neuen Museumsbaus fand am 22. Oktober 1882 statt. Zum Direktor für das neue Großherzogliche Museum wurde Friedrich Schlie (1839–1902) berufen, der eine umfangreiche Dauerausstellung eingerichtet und zur Eröffnung des Hauses einen umfassenden Gemäldekatalog zusammengetragen hatte. Schlie gestaltete die Dauerausstellung nach Grundsätzen eines wahrnehmungsbezogenen, ganzheitlichen und ästhetischen Verständnisses ein. Sein Amtsnachfolger war (bis 1911) der spätere Gründungsdirektor der Bibliotheca Hertziana in Rom, Ernst Steinmann.

Von der Weimarer Republik bis zum Ende des Faschismus[Bearbeiten]

Im Zuge der Novemberrevolution war Großherzog Friedrich Franz IV. (Mecklenburg) gezwungen am 14. November 1918 abzudanken. Die Sammlung ging in Besitz des Staates über und das Großherzoglichen Museums wurde zu einem Landesmuseum. Die Galerie am Alten Garten beherbergte weiterhin die Gemälde, die graphischen Sammlungen sowie die „Mecklenburger Altertümer“. Die reichen kunsthandwerklichen Bestände und das Münzkabinett wurden in das Schweriner Schloss überführt und ein Schlossmuseum in den ehemaligen Privaträumen der herzoglichen Familie eingerichtet. Somit avancierte der Alte Garten, mit Schloss und Schlossmuseum, der Galerie und dem Staatstheater zu einem repräsentativen und eindrucksvollen kulturellen Zentrum in Deutschland. Walter Josephi, seit 1911 Direktor der Kunstsammlungen, erarbeitete umfangreiche Sammlungsführer nch neusten kunstgeschichtlichen Erkenntnissen. Josephi strebte, entgegen seines Vorgängers, eine offene und moderne Sammlungsstrategie an. Im Sinne der mecklenburgischen Herzöge wandte er sich auch den zeitgenössischen Künstlern zu und erwarb 1926 bedeutende Werke von Franz von Stuck, Rudolf Bartels, Max Liebermann, Lovis Corinth, Carl schuch und Wilhelm Trübner.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten und den damit einhergehenden Bewegung der entarteten Kunst, gingen bedeutende Werke der Schweriner Sammlung verloren. Mit der Einrichtung einer Uniformenfabrik in der Galerie 1943 kam schließlich die museale Arbeit vollends zum Erliegen. Mit Ausbruch des Krieges wurden bedeutende Kunstwerke der Kunstsammlung aus Sicherheitsgründen ausgelagert und zum Teil in das Salzbergwerk Grasleben, in den Keller des Schweriner Schlosses, in Herrenhäuser und Tresorräume verbracht.[7] Gegen Ende des Krieges bis weit hinein in das Jahr 1945 dienten das Schloss als Lazarett und die Galerie weiterhin als Uniformenfabrik und Unterkunft für Flüchtlinge. 1945 könnte die Galerie am Alten Garten bereits wieder eröffnet werden.[7]

DDR-Zeit[Bearbeiten]

Museum mit Freitreppe, 1959

Beginnend mit der Wiedereröffnung der Galerie 1945 wurde diese personell grundlegend umstrukturiert. Programmatisch etablierte sich bis heute die kontinuierliche Durchführung von Sonderausstellungen. Allerdings kehrten namhafte Bestände aus ihren Auslagerungsorten nicht zurück. In der DDR wurde ein neues museales Prinzip verfolgt, bei dem der Fokus auf die Zusammenhänge zwischen künstlerischem Schaffen und gesellschaftlicher Entwicklung gelegt wurde. Gesellschaftliche Ordnungen wurden zum zentralen Bestandteil der Kunst und der Kultur. Es entstanden neue Abteilungen, so zum Beispiel „Mittelalterliche Plastik und Malerei in Mecklenburg“.[8] Als 1961 die im Krieg ausgelagerten Bestände, darunter Werke von Frans Hals und Carel Fabritius, aus dem zentralen Kunstgutlager Celle rückgeführt wurden, konnte sich das Schweriner Museum endgültig einen internationalen Rang sichern und seinen Platz unter den bedeutendsten Kunstmuseen der DDR einnehmen. Seit dem Herauslösen der historischen Bereiche in den 70er Jahren präsentiert sich das Museum am Alten Garten ausschließlich als Kunstsammlung. 1972 wurden im Schloss Güstrow und 1975 im Schloss Schwerin Außenstellen eingerichtet, in den 80er Jahren folgte Schloss Ludwigslust.

Heute[Bearbeiten]

Restaurierungsarbeiten am Staatlichen Museum Schwerin im Juni 2011

Das Staatliche Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow besteht heute aus der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin, Schloss Schwerin, Schloss Ludwigslust und Schloss Güstrow. Zum Bestand der vier Häuser gehören mehr als 100.000 Gemälde, Grafiken, Drucke, Münzen, Waffen, Holzplastiken, Kunstwerke aus Porzellan und Metall und vieles mehr. Der Zeitrahmen der Kunstwerke erstreckt sich von der Antike bis ins 21. Jahrhundert.

Sammlungen[Bearbeiten]

Die Galerie Alte & Neue Meister Schwerin ist bekannt für die Spitzenkollektion holländischer und flämischer Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts, die Ernst Barlach Stiftung Bölkow und die Schweriner Sammlung Marcel Duchamp. Wechselnde Sonderausstellungen alter und zeitgenössischer Kunst ergänzen das Ausstellungsangebot. Das Staatliche Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow ist das kunsthistorische Gedächtnis des Landes Mecklenburg-Vorpommern. An seinen Museumsstandorten in Mecklenburg spiegelt es die über 1000-jährige Geschichte des Landes wider und ist zugleich mitverantwortlich für die kulturelle Weiterentwicklung und Identitätsstiftung des Landes. Die Sammlung umfasst heute mehr als 100.000 Objekte, Gemälde, Skulpturen und Graphik, Kunsthandwerk, Münzen und Medaillen.

Holländische und flämische Malerei[Bearbeiten]

Die Torwache, Gemälde von Carel Fabritius

Den mecklenburgischen Herzögen ist es zu verdanken, dass Schwerin heute über eine der größten Referenzsammlungen der niederländischen Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts verfügt. Mit Werken von Meistern wie Rembrandt, Peter Paul Rubens, Frans Hals, Paulus Potter, Gerard Dou, Ludolf Backhuysen, Pieter Claesz, Simon de Vlieger oder Adriaen van Ostadeund Jan Brueghel d. Ä. ist das Goldene Zeitalter der niederländischen Malerei in der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin durch mehrere hundert verschiedenformatige Gemälde repräsentiert. Eine besondere Kostbarkeit des Museums ist Die Torwache von Carel Fabritius, der die Delfter Lichtmalerei begründete und ein Oeuvre von weltweit nur 13 Gemälden hinterließ. 2013 wurde dem Staatlichen Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow eine umfangreiche Sammlung niederländischer Malerei des 16. bis 18. Jahrhunderts geschenkt. Der Sammler Christoph Müller schenkte dem Museum 155 flämische und holländische Gemälde, die wohl größte Schenkung von Altmeistergemälden, die ein deutsches Museum nach dem Zweiten Weltkrieg erhalten hat. Die Schenkung Christoph Müller bereichert und ergänzt die Sammlung des Staatlichen Museums Schwerin mit seinen rund 600 niederländischen Gemälden. Das Museum verfügt dadurch über einen der umfangreichsten Niederländer-Bestände in Deutschland. Es gehört somit zu den wichtigsten Referenzsammlungen für die Malerei dieser Epoche.

Malerei vom 18. bis zum 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Winterlandschaft, Gemälde von Caspar David Friedrich

Die zahlreichen Werke des französischen Tiermalers Jean-Baptiste Oudry nehmen eine Sonderstellung in der Sammlung des Staatlichen Museums Schwerin / Ludwigslust / Güstrow ein. Die in ihrer Geschlossenheit weltweit größte Sammlung des französischen Tiermalers sucht Ihresgleichen. Hervorheben kann man auch Caspar David Friedrichs Winterlandschaft. Die Kunst des 20. Jahrhunderts ist unter anderen mit Lovis Corinth, Alexej Jawlensky, Max Pechstein oder auch Pablo Picasso vertreten. Skulpturen von Ernst Barlach und zeitgenössische Kunst von Sigmar Polke, Daniel Spoerri, Erich Heckel und Rachel Whiteread sind ebenso vertreten.

Sammlung Marcel Duchamp[Bearbeiten]

Mit ihrem Bestand von 90 Werken Duchamps aus allen Werkgruppen und Schaffensphasen des Künstlers besitzt Schwerin eine der bedeutendsten Duchamp-Sammlungen in Europa. Den Grundstock der Sammlung bilden 68 Werke, die im Jahre 1998 vom belgischen Sammler und Galeristen Ronny Van De Velde übernommen wurden.[9]

Zur Sammlung gehören neben verschiedenen Ready-mades mehrere Plastiken, zahlreiche Grafiken, Plakate sowie von Duchamp gestaltete Bücher. Zu den wichtigsten Exponaten gehören zwei Versionen seiner berühmten Boîte-en-Valise/Schachtel im Koffer,[10] in der Duchamp seine wichtigsten Werke in der Art eines Bilderbuchs oder Miniaturmuseums vereinigt hat.

Seit 2009 existiert das Duchamp-Forschungszentrum (siehe Weblinks), das sich mit der Sammlung, dem Leben und Werk Marcel Duchamps auseinandersetzt. Neben der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Sammlung, stellt das Forschungszentrum eine allgemeine Plattform für Forschungen zu Duchamp bereit. 2011 wurde die begleitende Schriftenreihe Poeisis initiiert. Zudem wird mit Unterstützung des Vereins der Freunde des Staatlichen Museums Schwerin e. V. jährlich das Duchamp-Forschungsstipendium verliehen, um die Forschung am Duchamp-Forschungszentrum des Staatlichen Museum Schwerin zu befördern und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu unterstützen.

Kupferstichkabinett[Bearbeiten]

Das Kupferstichkabinett ist ebenfalls mit einer Fülle von wertvollen Werken bestückt. Neben Arbeiten von Albrecht Dürer, Käthe Kollwitz und Martin Schongauer, Daniel Chodowiecki, Erich Heckel, Max Pechstein und Emil Nolde stellen die zahlreichen Radierungen Rembrandts einen Höhepunkt der Kabinettsammlung dar.[11]

Kunsthandwerkliche Sammlung[Bearbeiten]

Die Abteilung Kunsthandwerk verzeichnet mehr als 10.000 Stücke. Den Schwerpunkt der Sammlung bilden Objekte aus Meißener Porzellan und Keramik. Weitere Sammlungsgebiete sind Möbel, die Elfenbeinsammlung, Fächer und Schmuck, Prunk- und Zierwaffen, Münzen, Medaillen. Die Zeitspanne der Entstehung der Kunstwerke erstreckt sich von der Antike bis zur Gegenwart.

Schloss Schwerin[Bearbeiten]

Das repräsentative historistische Schloss ist das Wahrzeichen der Landeshauptstadt Schwerin. Neben dem heutigen Sitz des Landtages befindet sich in den Sälen und Räumen auch ein auf eine langjährige Tradition zurückblickendes Museum. In diesem werden vor allem kunsthandwerkliche Objekte, aber auch Gemälde, zum Beispiel die Ahnengalerie des Herzogtums, ausgestellt.[12] Mobiliar aus dem 19. Jahrhundert, Porzellanfiguren und Tierskulpturen schmücken die prunkvollen Säle des Schlosses. Aus der historischen Waffensammlung des Staatlichen Museums Schwerin / Ludwigslust / Güstrow sind heute überwiegend Jagd- und Prunkwaffen in Schloss Schwerin ausgestellt, darunter herausragende Zeugnisse europäischer und mecklenburgischer Waffentechnik, gefertigt mit hohem kunsthandwerklichem Anspruch.

Schloss Ludwigslust[Bearbeiten]

Schloss Ludwigslust

Seit 1986 gehört das Schloss Ludwigslust zum Staatlichen Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow.[13] und wird schrittweise für Besucher museal erschlossen. Von der ursprünglichen Einrichtung haben sich unter anderem Kamine, Spiegel und Supraporten, Parkettfußböden und Kronleuchter sowie Ornamente und Dekorationen aus Ludwigsluster Carton (Papiermaché) erhalten und prägen den Eindruck von Authentizität. Die historische, künstlerische und geistesgeschichtliche Dimension höfischen Residierens, Lebens und der fürstlichen Sammelleidenschaft wird im Schloss erlebbar. Ziel des Museums im Schloss ist es, „einem breiten Publikumskreis umfassenden Einblick in das Leben und künstlerische Schaffen am mecklenburgischen Hof zur Zeit des 18. und frühen 19. Jahrhunderts zu geben.“[14]

Schloss Güstrow[Bearbeiten]

Seit 1972 ist das Schloss Güstrow eine der Außenstellen des Staatlichen Museums Schwerin / Ludwigslust / Güstrow.[15] Schloss Güstrow ist eines der bedeutendsten Renaissance-Schlösser in Nordeuropa. Verschiedene Kunstwerke vom Mittelalter bis hin zur Gegenwart finden hier ihren Platz. Dazu gehören im Bereich der sakralen Kunst der spätgotische Neustädter Altar des Meisters des Jakobialtars, aber auch Jagd- und Prunkwaffen, Gemälde, Skulpturen und verschiedene Exponate aus Glas.[16] Schloss Güstrow wird zudem durch ein vielseitiges Konzept von Sonderausstellungen bereichert. Im Wirtschaftsgebäude des Schloss werden regelmäßig Sonderausstellungen zeitgenössischer Kunst oder der großen DDR-Sammlung präsentiert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Strutz: Staatliches Museum Schwerin, Hrsg. Staatliches Museum Schwerin VEB E.A. Seemann Verlag, Leipzig 1984
  • Regina Erbentraut: Schloß Güstrow, Hrsg. Staatliches Museum Schwerin 1999, ISBN 3-86106-052-3
  • Berna Bartel, Antje Marthe-Fischer, Stephan Wenzl: Schloß Schwerin, Hrsg. Staatliches Museum Schwerin
  • Heike Kramer: Schloss Ludwigslust, Hrsg. Staatliches Museum Schwerin 1997
  • Karin Annette Möller: Porzellan aus Fürstenberg. Katalog, Schwerin 2002, ISBN 3-86106-073-6
  • Duchamp. Schweriner Sammlung. 2003. ISBN 3-86106-074-4
  • Thomas W. Gaehtgens (Hrsg.), Berna Bartel, Hela Baudis, Antje Marthe Fischer u.a.: Staatliches Museum Schwerin. Kunstsammlungen, Schlösser und Gärten, Hrsg. Museen, Schlösser und Denkmäler in Deutschland 1995, ISBN 2-907333-94-1
  • Sabine Bock: Großherzogliche Kunst im Schloss Ludwigslust. Fürstenabfindung, Enteignung und Restitution. Thomas Helms Verlag Schwerin 2014, ISBN 978-3-940207-98-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Staatliches Museum Schwerin – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Übergabe an den Cominissar des Grofsherzoglichen Ministeriums (PDF; 796 kB), Centralblatt der Bauverwaltung, 3. Juni 1882, S. 196, abgerufen am 10. Dezember 2012
  2. a b Hans Strutz, Staatliches Museum Schwerin, VEB E.A. Seemann Verlag Leipzig, 1984, S. 14
  3. a b Hans Strutz, Staatliches Museum Schwerin, VEB E.A. Seemann Verlag Leipzig, 1984. S. 7
  4. Hans Strutz, Staatliches Museum Schwerin, VEB E.A. Seemann Verlag Leipzig, 1984. S. 8
  5. Hans Strutz, Staatliches Museum Schwerin, VEB E.A. Seemann Verlag Leipzig, 1984. S. 10
  6. Hans Strutz, Staatliches Museum Schwerin, VEB E.A. Seemann Verlag Leipzig, 1984. S. 11
  7. a b Hans Strutz, Staatliches Museum Schwerin, VEB E.A. Seemann Verlag Leipzig, 1984. S. 17
  8. Hans Strutz, Staatliches Museum Schwerin, VEB E.A. Seemann Verlag Leipzig, 1984. S. 18
  9. Klaus Irler, Mächtiger Zufall. Avantgarde in McPomm, in: taz vom 12.09.2013. Abgerufen am 18. Mai 2014.
  10. Boîte-en-valise
  11. Sammlungen – Staatliches Museum Schwerin. Abgerufen am 23. April 2014.
  12. Hans Strutz, Staatliches Museum Schwerin, VEB E.A. Seemann Verlag Leipzig, 1984. S. 35
  13. Staatliches Museum Schwerin (Hrsg.) Schloss Ludwigslust, S. 46
  14. Staatliches Museum Schwerin (Hrsg.) Schloss Ludwigslust, S. 50
  15. Hans Strutz, Staatliches Museum Schwerin, VEB E.A. Seemann Verlag Leipzig, 1984. S. 20
  16. Regina Erbentraut: Schloß Güstrow. Schwerin 1999, S. 49

53.62638888888911.418333333333Koordinaten: 53° 37′ 35″ N, 11° 25′ 6″ O