Steinerne Rinne
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Eine Steinerne Rinne ist ein Rinnsal, das im Karst in einem durch Kalktuffablagerung (Quellkalk-Ablagerung) entstandenen Hochbett aus Travertin fließt.
Dieses kann sich mehr als 5 m über dem Niveau des angrenzenden Bodens befinden. Steinerne Rinnen sind seltene Geotope (geologische Naturdenkmäler), die eine Beschreibung aus der Uni Erlangen (vgl. Weblinks) für Bayern 12 mal registriert, bevorzugt an den Karsträndern der Fränkischen Alb (geologische Jurazeit) und am nördlichen Alpenrand.
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[Bearbeiten] Entstehung
Steinerne Rinnen entstehen aus der Abscheidung von Kalk aus gemächlich fließenden Rinnsalen. Dazu muss karbonatreiches (kalkreiches) Wasser an einer Schichtquelle austreten und an einem relativ sanftem Hang abfließen können. Dort gibt das Quellwasser einen Teil des in ihm gelösten Kohlendioxids ab (durch Druckentlastung, Wassererwärmung sowie wegen Kohlendioxidentzugs durch Pflanzen, vor allem Algen). Nun ist jedoch der im Wasser vorhandene Kalk als Kalziumhydrogenkarbonat, also Ca(HCO3)2, gelöst, welches durch den Entzug des CO2 wieder als unlöslicher Kalk (Kalziumkarbonat, CaCO3) ausfällt, nach folgender Reaktion:

Der ausfallende Kalk setzt sich nun vor allem am Rande des Rinnsals ab und bildet den emporwachsenden Kalktuff (Quellkalk). Im kälteren Wasser in der Mitte verläuft dieser Prozess langsamer, so dass die Rinne erhalten bleibt. Da die Kalkausfällung auch heute noch anhält, können Steinerne Rinnen unter günstigen Bedingungen um 1 bis 2 cm jährlich wachsen.
Durch zufällige Störungen, zu denen bereits herabfallendes Laub gehören kann, wird dieser Prozess aber früher oder später unterbrochen. Die eindrucksvollsten Steinernen Rinnen entstanden deshalb mit Unterstützung durch - zum Teil jahrhundertelange - menschliche Pflege.
[Bearbeiten] Vorkommen
Ein großes Gebilde in der Gruppe der "Steinernen Rinnen" ist der Wachsende Felsen in Usterling bei Landau an der Isar. Das Gebilde ist 24 m lang (nach offizieller Angabe; andere Angaben bis zu 50 m) und bis zu 5,4 m hoch. Es wird seit vielen Jahrhunderten von Menschenhand gepflegt.
Andere Steinerne Rinnen gibt es in Deutschland in bzw. bei
- der Baun-Alm bei Wackersberg: 15 m lang, bis zu 1 m hoch
- Düsselbach, Raschbach und Engelthal im Landkreis Nürnberger Land
- Erasbach bei Berching: 80 m lang, bis zu 0,77 m hoch
- Hechlingen bei Heidenheim (Mittelfranken): 10 m lang, bis zu 0,3 m hoch
- Knapp bei Wackersberg: 30 m lang, bis zu 1 m hoch
- Kuharsch bei Krautheim[1]
- Rohrbach bei Ettenstatt: 80 m lang, bis zu 1 m hoch
- Roschlaub bei Scheßlitz : 30 m lang, bis zu 0,4 m hoch
- Schönbrunn bei Landshut: 7 m lang, bis zu 0,5 m hoch, auch „Wachsender Stein“ genannt
- Wolfsbronn am Hahnenkamm bei Meinheim: 128 m lang, bis zu 1,5 m hoch
[Bearbeiten] Literatur
- Baier, Alfons: Die „Steinerne Rinne“ am Berg südlich Erasbach/Opf. Eine Untersuchung zur Hydrogeologie und -chemie des Seichten Karstes. Mit 17 Abb. und 2 Tab. im Text und Taf. 13-15, in: Geologische Blätter für Nordost-Bayern und angerenzende Gebiete 52 (2002,1-4), S. 139-194.
- Voigtländer, W.: Eine „Steinerne Rinne“ auf der Baun-Alm bei Bad Tölz, in: Jahrbuch zum Schutz der Alpenpflanzen und -tiere 32 (1967), S. 86-93.
[Bearbeiten] Weblinks
- Vorkommen Steinerner Rinnen, Angew. Geologie, Uni erlangen
- http://www.angewandte-geologie.geol.uni-erlangen.de/eras09.htm Erasbach
- http://www.uok.bayern.de/static/GEOTOPE/GEOTOPE_1756.html Hechlingen
- http://www.uok.bayern.de/static/GEOTOPE/GEOTOPE_114.html Knapp
- http://www.ingolstadt.de/stadtmuseum/scheuerer/region/rinne-01.htm Rohrbach
- http://www.uok.bayern.de/static/GEOTOPE/GEOTOPE_663.html Usterling

