Stig Tøfting

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Stig Tøfting (* 14. August 1969 in Århus) ist ein ehemaliger dänischer Fußballspieler.

Karriere[Bearbeiten]

Verein[Bearbeiten]

Stig Tøfting begann seine Profikarriere 1989 bei Aarhus GF und wurde auf Anhieb Stammspieler. Nachdem er fünf Jahre lang Leistung in Aarhus brachte, wo er auch 1992 den Landspokalturneringen (dänischen Pokal) gewann, kam folgerichtig auch das Interesse an ihm aus dem Ausland. Der deutsche Bundesligist Hamburger SV machte das Rennen und holte Tøfting. Doch beim HSV konnte sich Stig Tøfting nicht durchsetzen und kam in der ersten Saisonhälfte nur auf acht Einsätze. In der Winterpause der Saison kehrte Stig Tøfting auf Leihbasis nach Dänemark zurück und heuerte bei Odense BK an. Zu Beginn der Saison 1994/95 verlieh der HSV ihn an seinen Heimatverein Aarhus GF. Als zum Jahresende der Leihvertrag auslief, einigten sich Aarhus GF und der HSV auf eine weitere Leihe, ehe der Klub aus Jütland Tøfting endgültig kaufte. Dort spielte Stig Tøfting bis Winter 1997, dann wechselte er zurück zu Odense BK. Aber nach nur einem halben Jahr kehrte er nach Deutschland zurück. Diesmal aber zum MSV Duisburg. Dort konnte er sich einen Stammplatz erkämpfen und erreichte mit den Duisburgern überraschend das Finale des DFB-Pokals, welches sie allerdings mit 1:2 gegen den FC Bayern München verloren. Nachdem er seinen Stammplatz verlor, wechselte er im April 2000 abermals zurück zu Aarhus GF. Allerdings wechselte er im Sommer des gleichen Jahres wieder nach Deutschland in die Fußball-Bundesliga und kehrte zum Hamburger SV zurück. Anders als beim ersten Mal konnte er sich durchsetzen. Im Februar 2002 kehrte er dem HSV wieder den Rücken und wechselte zum englischen Erstligisten Bolton Wanderers. Dort wurde er allerdings nie glücklich. Nachdem er im Herbst 2002 in Dänemark zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war[1], trennten sich 2003 Tøfting und Bolton. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis wechselte er nach Asien und ging nach China. Dort unterschrieb er bei Tianjin Teda an. Aber wieder nach nur einem halben Jahr wechselte er zurück nach Europa und ging zurück in seine dänische Heimat. Dort unterschrieb er bei seinem Stammverein Aarhus GF. Allerdings wurde er in der Winterpause der Saison 2004/05 bei Aarhus GF entlassen, weil er sich prügelte. So wechselte Stig Tøfting im Winter zum schwedischen Erstliga-Aufsteiger BK Häcken. Nach dem Klassenerhalt in Schweden kehrte er wieder nach Dänemark zurück zum Zweitligisten Randers FC. Mit den Jüten stieg er in die SAS Liga auf und gewann überraschend mit einem 1:0-Sieg nach Verlängerung gegen Esbjerg fB auch zum mittlerweile dritten Mal den dänischen Pokal. Im Dezember 2007 beendete er seine Karriere und wurde Co-Trainer in Randers.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Tøfting bestritt von 1993 bis 2002 41 Länderspiele. Sein Debüt gab er am 30. Januar 1993 gegen die USA (2:2). Mit der Nationalmannschaft nahm er an den Fußball-Europameisterschaften 1996 und 2000 sowie an den Fußball-Weltmeisterschaften 1998 und 2002 teil. Bei der Europameisterschaft 1996 scheiterten Tøfting und Dänemark bereits nach der Vorrunde. Zwei Jahre später, bei der Weltmeisterschaft in Frankreich, drang man bis ins Viertelfinale vor. Dort schied man sehr knapp gegen Brasilien aus (2:3). Wiederum zwei Jahre später, bei der Europameisterschaft 2000 in den Niederlanden und Belgien, schied man wieder nach der Vorrunde aus. 2002, bei der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea, schied man erst im Achtelfinale aus, als man gegen England verlor (0:3). Die Achtelfinalniederlage war auch Tøftings letztes Spiel im Nationaltrikot Dänemarks. Nach der Weltmeisterschaft beendete er seine Karriere in der Nationalmannschaft.

Karriere als Trainer[Bearbeiten]

Nach seinem Karriereende wurde er Co-Trainer bei Randers FC und hatte den Posten bis 2009 inne. Am 19. April 2010 kehrte er zu seinem Stammklub Aarhus GF zurück und übernahm bis zum Saisonende den Posten des Co-Trainers. Den Abstieg des Klubs konnte er allerdings nicht abwenden.

Titel[Bearbeiten]

Landspokalturneringen: 1992, 1996 (beide mit Aarhus GF) und 2006 (mit Randers FC)

Konflikt mit der Justiz[Bearbeiten]

Stig Tøfting hatte im Laufe seiner Karriere mehrere Konflikte mit der Justiz in seiner Heimat. 1999 wurde der Däne in Aarhus zu einer 20-tägigen Haftstrafe verurteilt, nachdem er zuvor einen Passanten niederschlug. Im Juni 2002, nach der Rückkehr von der Fußball-Weltmeisterschaft 2002, hatte Tøfting im Kopenhagener Restaurant „Café Ketchup“ den Chef niedergeschlagen. Bei der Flucht wurde er von einer Zivilstreife festgenommen.[2] Im Oktober 2002 wurde er deswegen zu einer viermonatigen Haftstrafe verurteilt.[3] Deswegen trennte sich Tøfting 2003 von seinem damaligen englischen Klub Bolton Wanderers.[4] Im Juli 2003 folgte Tøftings Entlassung aus dem Gefängnis.[5]

2014 veröffentlichte die Redaktion von France Football eine Liste der „50 weltweit problematischsten Fußballspieler seit den späten 1960er Jahren“, in der sie Tøfting auf Rang drei einordnete und dies insbesondere damit begründete, dass er wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt geraten sei.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.welt.de abgerufen am 4.Juni 2010
  2. Prügel im Café Ketchup. In Spiegel Online, 24. Juni 2002, abgerufen am 9. Juni 2012
  3. Stig Töfting muss hinter Gitter. In Spiegel Online, 15. Oktober 2002, abgerufen am 9. Juni 2012
  4. Töfting muss Bolton verlassen. In Spiegel Online, 1. November 2002, abgerufen am 9. Juni 2012
  5. Aus dem Knast nach China. In Spiegel Online, 11. Juli 2003, abgerufen am 9. Juni 2012
  6. Artikel „Les fous du stade“ in France Football vom 18. Februar 2014, S. 16–25; zu Tøfting auf S. 24

Weblinks[Bearbeiten]