Brasilianische Fußballnationalmannschaft

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Dieser Artikel befasst sich mit der brasilianischen Fußballnationalmannschaft der Männer. Für das Team der Frauen, siehe brasilianische Fußballnationalmannschaft der Frauen, für die U-20-Mannschaft siehe Brasilianische Fußballnationalmannschaft (U-20-Männer).
Brasilien
Brasil
Logo des brasilianischen Fußballverbandes
Spitzname(n) Seleção
Canarinho
Verde-Amarela
Pentacampeões
Verband Confederação Brasileira
de Futebol
Konföderation CONMEBOL
Technischer Sponsor Nike
Trainer Carlos Dunga[1]
Kapitän Neymar
Rekordtorschütze Pelé (77)
Rekordspieler Cafu (142)
Heimstadion verschiedene, vorwiegend Maracanã
FIFA-Code BRA
FIFA-Rang 6. (1291 Punkte)
(Stand: 18. September 2014)[2]
Erstes Trikot
Zweites Trikot
Bilanz
926 Spiele
582 Siege
192 Unentschieden
152 Niederlagen
Statistik
Erstes Länderspiel
ArgentinienArgentinien Argentinien 3:0 Brasilien Brasilien 1889Brasilien
(Buenos Aires, Argentinien; 20. September 1914)
Höchster Sieg
Brasilien 1889Brasilien Brasilien 10:1 Bolivien BolivienBolivien
(São Paulo, Brasilien; 10. April 1949)
Höchste Niederlagen
UruguayUruguay Uruguay 6:0 Brasilien Brasilien 1889Brasilien
(Viña del Mar, Chile; 18. September 1920)
BrasilienBrasilien Brasilien 1:7 Deutschland DeutschlandDeutschland
(Belo Horizonte, Brasilien, WM 2014; 8. Juli 2014)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 20 (Erste: 1930)
Beste Ergebnisse Weltmeister 1958, 1962, 1970, 1994, 2002
Südamerikameisterschaft
Endrundenteilnahmen 32 (Erste: 1916)
Beste Ergebnisse Gewinner 1919, 1922, 1949, 1989, 1997, 1999, 2004, 2007
Konföderationen-Pokal
Endrundenteilnahmen 7 (Erste: 1997)
Beste Ergebnisse Gewinner 1997, 2005, 2009, 2013
Nord- und Zentralamerikameisterschaft
Endrundenteilnahmen 3
Beste Ergebnisse Zweiter 1996, 2003
(Stand: 14. Juli 2014)

Die brasilianische Fußballnationalmannschaft, genannt Seleção (port. „Auswahl“), ist ein vom brasilianischen Fußballtrainer zusammengestellter Kader von Spitzenspielern. Sie repräsentiert den brasilianischen Fußballverband, die Confederação Brasileira de Futebol (C.B.F.), auf internationaler Ebene bei Freundschaftsspielen und internationalen Turnieren.

Mit fünf gewonnenen Titeln ist sie die weltweit erfolgreichste Fußball-Nationalmannschaft bei den Fußball-Weltmeisterschaften. Der letzte WM-Sieg wurde 2002 erreicht.

Seit dem Start der FIFA-Weltrangliste im August 1993 war die Mannschaft Brasiliens insgesamt in 141 von 220 Monaten, in denen eine Weltrangliste veröffentlicht wurde, auf Rang eins. Dies entspricht 64 % der Zeit. Dabei waren sie ab Juli 1994 knapp über sechs Jahre (73 Monate) und ab Juli 2002 noch einmal viereinhalb Jahre (54 Monate) ununterbrochen Erster. Zuletzt stand Brasilien im Mai 2010 auf Platz eins. Im Juni 2013 wurde mit Platz 22 der bisher schlechteste Platz und erstmals ein Platz außerhalb der Top-20 belegt, auch bedingt durch die Tatsache, dass Brasilien als Gastgeber der WM 2014 derzeit keine Pflichtspiele bestreiten muss. Durch den Sieg beim Konföderationen-Pokal 2013 konnte sich Brasilien um 13 Plätze verbessern und stand zwischenzeitlich auf Rang 9 (Stand 4. Juli 2013). Zur Zeit belegt die Nationalmannschaft den 7. Platz (Stand 14. August 2014).

Geschichte[Bearbeiten]

1914–1938: Aufstieg in die Weltspitze[Bearbeiten]

Das erste brasilianische Fußball-Nationalteam.

Das erste offizielle Spiel der Nationalmannschaft fand 1914 gegen die englische Vereinsmannschaft Exeter City statt und wurde 2:0 gewonnen.

1916 nahm Brasilien am erstmals ausgetragenen Campeonato Sudamericano de Fútbol teil. 1919 gewann Brasilien erstmals diese südamerikanische Meisterschaft.

Die Teilnahme am Campeonato 1921 wurde vom Rassismus gegen die farbigen Spieler überschattet. Schon Wochen vor dem Turnier äußerten sich Abgeordnete in einer Parlamentsdebatte besorgt, dass eine dunkelhäutige Mannschaft Brasilien als ein halbzivilisiertes Land erscheinen lassen könne. Sie verwiesen darauf, dass die brasilianischen Spieler beim Campeonato Sudamericano 1917 von den argentinischen als „macaquitos“ (Affen) beschimpft worden waren.[3] Am Vorabend der Nominierung des brasilianischen Kaders rief der brasilianische Präsident Epitácio Lindolfo da Silva Pessoa den Vorsitzenden der Confederação Brasileira de Desportos (CBD) zu sich und erklärte, dass keine farbigen Spieler aufgestellt werden dürften. Das Eingreifen von Präsident Pessoa bewährte sich nicht. Die rein weiße Mannschaft wurde ohne die schwarzen Stars beim Campeonato Sudamericano 1921 nur zweite.[4]

Polen 5:6 Brasilien, 1938

Beeinträchtigt wurde die Nationalmannschaft auch durch Streit innerhalb der Brasilianischen Fußballkonföderation CBD, insbesondere zwischen den Fußballverbänden der Bundesstaaten São Paulo und Rio de Janeiro. Deren Rivalität führte dazu, dass man nicht die besten Spieler des Landes aufstellte, sondern um des Friedens willen Mannschaften antreten ließ, die nur aus Spielern aus dem einen oder aus dem anderen der beiden zerstrittenen Verbände bestanden. Bei der Weltmeisterschaften 1930 kamen z.B. nur Spieler aus dem Bundesstaat Rio de Janeiro zum Zuge. Derart geschwächt schied die brasilianische Mannschaft bei den Weltmeisterschaften 1930 und 1934 jeweils schon in der ersten Runde (Gruppenspiele bzw. Achtelfinale) aus.[5] Doch schon bei der WM 1938 konnte Brasilien mit einem starken dritten Platz den Grundstein für weitere Erfolge legen. Bei dieser WM wurde Leônidas da Silva mit sieben Treffen Torschützenkönig.

1938–1954: Historische Niederlage im Maracanã-Stadion[Bearbeiten]

Infolge des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 wurde bis 1950 keine Weltmeisterschaft ausgetragen. 1950 war Brasilien Gastgeber der ersten Weltmeisterschaft nach dem Krieg. Brasilien hatte im Gegensatz zur europäischen Konkurrenz kaum unter dem Zweiten Weltkrieg gelitten. Der Fußballbetrieb war praktisch ungestört weitergelaufen und Brasilien konnte auf eine große Anzahl talentierter Spieler zurückgreifen. Brasilien galt daher zusammen mit England als hoher Favorit auf den Turniersieg. Einmalig in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft war es, dass bei dieser WM der Weltmeister in zwei Gruppenphasen ohne ein abschließendes Finalspiel ermittelt wurde. Jedoch wurde das letzte Gruppenspiel zwischen Brasilien und Uruguay zum Finale dieses Turniers, bei dem Brasilien bereits ein Unentschieden genügt hätte. Vor 199.854 fanatischen Cariocas im Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro ging Brasilien zunächst mit 1:0 in Führung. Mitte der zweiten Hälfte glich Uruguay aus. Zehn Minuten vor Schluss gelang Uruguay der entscheidende Treffer zum Sieg und zur Weltmeisterschaft. Der 16. Juli 1950 war die bis dahin dunkelste Stunde des brasilianischen Fußballs. Niemals vorher war die Enttäuschung größer. Wie groß sie war, belegt die Tatsache, dass die bis zu diesem Tag von der brasilianischen Nationalelf getragene weiße Spielkleidung „verbannt“ worden ist. Das Spiel im Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro ist seitdem in Südamerika als „Maracanaço“ bekannt. Danach gab es zwei Jahre lang kein Länderspiel Brasiliens.

Um die Maracanã-Niederlage zu vergessen, wurde für die WM 1954 die brasilianische Mannschaft fast vollständig ersetzt, hatte aber trotzdem einen Stamm guter Spieler, einschließlich Nílton Santos, Djalma Santos und Didi. Brasilien schied allerdings bereits im Viertelfinale gegen die seit vier Jahren unbesiegten Ungarn aus. Die 2:4-Niederlage gegen den Favoriten des Turniers war mit drei Feldverweisen eines der hässlichsten WM-Spiele in der Fußballgeschichte und ist seitdem als „Schlacht von Bern“ bekannt.

1958–1971: Die Ära Pelé mit drei WM-Titeln[Bearbeiten]

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1958 in Schweden begann die Ära Pelé, der diesem Turnier seinen Stempel aufdrückte. Brasilien gewann mit dem blutjungen Pelé seinen ersten Weltmeister-Titel, indem es Gastgeber Schweden im torreichsten Finale der WM-Geschichte mit 5:2 besiegte. Mit sechs Toren belegte er zusammen mit Helmut Rahn den 2. Platz in der Torjägerliste und ihm gelang das erste Kopfballtor in einem Finale.

Bei der WM 1962 in Chile konnte Brasilien seinen Titel verteidigen. Diesmal schlug man im Finale die CSSR mit 3:1. Im Gruppenspiel hatte man sich noch 0:0 getrennt. Hierbei verletzte sich Pelé und fiel für das weitere Turnier aus, sodass bei diesem Turnier Garrincha im Vordergrund stand.

Die Weltmeister-Mannschaft 1970 vor dem Viertelfinalspiel gegen Peru

Bei der WM 1966 in England wurde die brasilianische Mannschaftsaufstellung durch sportpolitische Einflüsse beeinträchtigt. Alle größeren brasilianischen Vereine wollten die WM für ihre Spieler als Bühne benutzen. In den letzten Monaten der Vorbereitung musste Trainer Vicente Feola mit 46 Spielern arbeiten, von denen er schließlich nur 22 mit nach England nehmen konnte. Dies führte zu internen Streitigkeiten und psychischer Belastung und schlug sich in einer der bis dato schlechtesten Darbietungen Brasiliens bei einer Weltmeisterschaft nieder: Brasilien schied als zweiter amtierender Weltmeister (nach Italien 1950) bereits in der Vorrunde aus. Die überalterte Mannschaft war nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden Pelés nicht in der Lage, in der Gruppenphase gegen Ungarn (1:3) und Portugal (1:3) einen Sieg zu erringen. Mit dem Ausscheiden Brasiliens war der Titelfavorit überraschend eliminiert.

Der dritte WM-Titel folgte 1970 in Mexico. Nach einem nie gefährdeten Durchmarsch und dem 4:1 im Endspiel gegen Italien konnte Brasilien durch den dritten Titelgewinn den Coupe Jules Rimet behalten. Mário Zagallo gelang es bei diesem Turnier auch als erstem Trainer, der zuvor (1958 und 1962) als Spieler Weltmeister geworden war, den Titel zu erringen.

1971 beendete Pelé seine Karriere in der Nationalmannschaft. 1972 gewann Brasilien noch die Taça Independência, ein internationales Turnier an dem 18 Nationalmannschaften und zwei Kontinentalvertretungen teilnahmen. Zu diesem Turnier waren nicht die weltbesten Teams wie Polen, Italien, Deutschland oder die Niederlande angereist. Nach dem Turnier beendete auch Tostao seine Nationalmannschaftskarriere, womit neben Pele und Carlos Alberto Torres eine weitere wichtige Säule der 1970er Mannschaft die Mannschaft verlassen hatte.

1974–1990: „Durststrecke“ ohne WM-Titel[Bearbeiten]

Nachdem Pelé und andere Stars aus der brasilianischen Nationalmannschaft zurückgetreten waren, spielte man bei der WM 1974 in Deutschland ein enttäuschendes Turnier. Die Vorrunde hatte man als Gruppenzweiter nach zwei Unentschieden erreicht und traf dort in der Zweiten Finalrunde auf die Niederlande, Argentinien und die DDR. Die Spiele gegen die DDR und Argentinien gewann man knapp. Gegen die Top-Favoriten aus den Niederlanden und deren „Totalen Fußball“ konnte man sich nicht durchsetzen und verlor mit 0:2. Brasilien beendete nach einer 0:1-Niederlage im Spiel um Platz 3 gegen Polen das Turnier auf dem 4. Platz. Der medizinische Betreuer Mário Américo, der der Selecao jahrzehntelang gedient hatte, zog sich zurück.

Das Resultat bei der Weltmeisterschaft 1978 war aus Sicht der Brasilianer umstritten. In der Zweiten Finalrunde konkurrierte Brasilien mit dem Gastgeber Argentinien um den zur Finalteilnahme berechtigenden ersten Platz, nachdem das direkte Aufeinandertreffen torlos endete. Das abschließende Gruppenspiel der Brasilianer fand vor dem der Argentinier statt, wodurch Argentinien vor dem Spiel bereits wusste, dass sie mit vier Toren Unterschied gewinnen mussten. Das Spiel gegen Peru wurde mit 6:0 gewonnen, der spätere Weltmeister Argentinien qualifizierte sich aufgrund des besseren Torverhältnisses für das Finale. Die Brasilianer monierten, dass der peruanische Torwart Ramón Quiroga, in Argentinien geboren, in den fünf vorhergehenden Spielen nur sechs Tore kassiert hatte und Argentinien im bisherigen Turnierverlauf ebenfalls erst sechs Tore erzielen konnte. Zum anderen hält sich bis heute der Verdacht, die argentinische Militärjunta hätte den hohen Sieg mit eventuellen Getreidelieferungen an den peruanischen Staat erkauft. Ein Fehlverhalten wurde von beiden Seiten jahrzehntelang verneint. Jahre später erwähnte ein peruanischer Senator, dass man absichtlich in der Höhe verloren habe.[6][7] Deshalb und weil Brasilien in diesem Turnier die einzige ungeschlagene Mannschaft geblieben war, sehen viele Brasilianer ihre Mannschaft als den moralischen Sieger. Durch einen 2:1-Sieg über Italien wurde man immerhin Dritter. Ende 1980 nahm man an der sogenannten Mini-WM teil. In der Vorrunde besiegte man den amtierenden Weltmeister Argentinien und den amtierenden Europameister Deutschland souverän (4:1) und zog ins Endspiel ein, welches man gegen Uruguay knapp verlor. 1983 kam man dann bis ins Endspiel der Copa América verlor dieses jedoch – wieder gegen Uruguay.

Bei der Weltmeisterschaft 1982 galt Brasilien als Favorit und die Nationalmannschaft zeigte mit Spitzenspielern wie Zico, Falcão, Toninho Cerezo, Éder Aleixo und Sócrates, unter dem Trainer Telê Santana schön anzusehenden Offensiv-Fußball. Brasilien agierte bei diesem Turnier mit einem 4-2-2-2-System. In der Innenverteidigung spielten Luizinho und Oscar, während die beiden Außenverteidiger Leandro und Junior die Offensive mitunterstützten. Toninho Cerezo und Falcao, Socrates und Zico, sowie Eder und Serginho bildeten dann Mittelfeld und Angriff, wobei alle Spieler sehr flexibel agierten und für den Gegner schwer einzuschätzen waren. Brasilien gewann alle Gruppenspiele der Vorrunde und traf in der ersten Finalrunde auf Argentinien und Italien. Im ersten Spiel wurde Argentinien mit 3:1 besiegt. Dem WM-Favoriten hätte im zweiten Spiel ein Unentschieden zum Erreichen des Halbfinals gereicht, aber in einem Klassiker der WM-Geschichte verlor man 2:3 gegen Italien, wobei Paolo Rossi alle drei Treffer für den späteren Weltmeister erzielte. Vorher hatte er in vier Spielen kein einziges Tor erzielt.

Während der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko konnte Brasilien, mit Telê Santana und einigen Spielern von 1982, an die bezaubernde Leistung der vorherigen WM anknüpfen. Brasilien verlor im Viertelfinale gegen Frankreich in einem der besten WM-Spiele nach Elfmeterschießen mit 4:5. Zico verschoss dabei einen Elfmeter schon während der regulären Spielzeit. Nach diesem Turnier endete auch eine Ära. Nationaltrainer Santana, Falcao, Zico und Socrates traten aus der Nationalmannschaft zurück. Toninho Cerezo war bereits 1985 zurückgetreten und Eder Aleixo war gar nicht mehr berücksichtigt worden, da er seine Form nicht mehr erreicht hatte.

Um die Spieler Romario, Bebeto, Taffarel und Dunga wurde eine neue Mannschaft aufgebaut, die bereits 1989 die Copa América gewinnen konnte und zur WM 1990 als Mitfavorit anreiste.

Bei der Weltmeisterschaft 1990 wurde Brasilien vom bis dahin wenig bekannten Sebastião Lazaroni trainiert. Die Brasilianer schafften es mit einer für sie ungewöhnlich defensiven Spielweise, die Vorrunde schadlos zu überstehen. Im Achtelfinale schied Brasilien trotz seiner besten Turnierleistung gegen Argentinien aus. Sie erspielten sich Chance um Chance und mussten sich dennoch dem Südamerika-Rivalen geschlagen geben. Eine Kombination von Maradona und Caniggia neun Minuten vor dem Ende bescherte Argentinien den schmeichelhaften 1:0-Sieg.

1994–2002: Zwei weitere Weltmeistertitel[Bearbeiten]

Erst 24 Jahre nach dem dritten Titelgewinn konnte die Seleção bei der WM 1994 in den USA ihren vierten Titel holen. Trainer Parreira ließ mit einem defensiv interpretiertem 4-4-2-System spielen. Romario und Bebeto bildeten das Offensivduo und agierten sehr erfolgreich. Gemeinsam schossen sie acht der elf brasilianischen Tore. Weiterer Leistungsträger war Kapitän Dunga, der im linken defensiven Mittelfeld spielte und in der Spieleröffnung glänzte. Erstmals in einem WM-Finale musste im Spiel gegen Italien nach 120 torlosen Minuten ein Elfmeterschießen über die Weltmeisterschaft entscheiden. Brasilien gewann dieses mit 3:2. Ausgerechnet Roberto Baggio, der zuvor mit fünf erzielten Treffer maßgeblich an Italiens Finaleinzug beteiligt war, verschoss den entscheidenden Elfmeter. Der 17-jährige Ronaldo gehörte zwar zum Kader der Brasilianer, wurde im Turnier aber nicht eingesetzt. Er sollte sich in den nächsten Jahren zum Top-Stürmer entwickeln.

Zur WM 1998 reiste Brasilien als einer der Favoriten an. 1997 hatte man die Copa América gewonnen und mit Ronaldo, Rivaldo, Roberto Carlos und Cafu Weltstars im Team. Brasilien wurde trotz einer 1:2-Niederlage gegen Norwegen in der WM-Vorrunde noch Gruppensieger und kämpfte sich dann später im Halbfinale gegen die Niederlande per Elfmeterschießen bis ins Finale vor. Dort verlor man aber deutlich gegen Gastgeber Frankreich mit 0:3. Zinédine Zidane schoss die Franzosen mit zwei Toren zum Sieg. Ronaldo, der kein gutes Spiel machte, hatte wohl vor dem Spiel einen epileptischen Anfall erlitten. Die Frage, warum er aufgestellt worden war, wurde in Brasilien später von einem staatlichen Untersuchungsausschuss untersucht.

Dreifacher Weltfußballer des Jahres: der brasilianische Fußballspieler Ronaldo

Ihren fünften WM-Titel gewannen die Brasilianer bei der WM 2002 in Japan und Südkorea. Dies kam relativ überraschend, weil der Rekord-Weltmeister nicht wie 1998 zu den Topfavoriten gezählt hatte. Vor allem Titelverteidiger Frankreich, Argentinien und Vize-Europameister Italien wurden damals stärker eingeschätzt. Frankreich und Argentinien schieden aber schon in der Vorrunde aus, Italien im Achtelfinale. Brasilien gewann jedes Spiel. Leistungsträger waren Ronaldo, Rivaldo, Cafu, Roberto Carlos und der junge Ronaldinho. Das Finale wurde 2:0 gegen die bislang bei Weltmeisterschaften zweiterfolgreichste Mannschaft Deutschland gewonnen. Es war zugleich das erste Mal, dass die Nationalmannschaften Brasiliens und des Deutschen Fußballbundes einander bei einer Fußball-Weltmeisterschaft gegenüberstanden. Zuvor war bereits die Auswahl der DDR bei der WM 1974 Gegner der Seleção. Entschieden wurde das Spiel durch Ronaldo, der beide Tore erzielte und mit acht Toren auch Torschützenkönig des Turniers wurde.

2006–2010: Zwei enttäuschende Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Training der brasilianischen Fußball-Nationalmannschaft in Weggis (1. Juni 2006)

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 befand sich die Seleção in der Gruppe F mit Kroatien, Australien und Japan. Das erste Gruppenspiel gewannen sie knapp mit 1:0 gegen Kroatien, bevor sie sich im zweiten Spiel mit 2:0 gegen Australien zu behaupten wussten. In beiden Spielen konnten sie spielerisch allerdings überhaupt nicht überzeugen. Dies änderte sich auch nicht wirklich im letzten Spiel gegen Japan, das nach einem zwischenzeitlichem 0:1-Rückstand aber schließlich noch mit 4:1 gewonnen wurde. Bei diesem Spiel erzielte Ronaldo seinen insgesamt 14. Treffer bei einer WM-Endrunde und stellte damit den 32 Jahre alten Rekord von Gerd Müller ein. Im Achtelfinale gegen Ghana gelang ihm in der 5. Minute sein 15. WM-Tor, womit er alleiniger Rekordhalter wurde. Das Spiel gegen Ghana gewann die Seleção mit 3:0. Ihr zweites Tor in dieser Begegnung war sehr umstritten, weil der Torschütze Adriano sich in einer eindeutigen Abseitsposition befand. Das dritte Tor wurde durch Zé Roberto erzielt. Ghana war lange Zeit ebenbürtig, nutzte aber seine Torchancen nicht aus. Schließlich schied die Auswahl im Viertelfinale gegen den späteren Vize-Weltmeister Frankreich mit einem 0:1 aus, womit sie die Chance auf eine Revanche für die Finalniederlage von 1998 nicht nutzte.

Das für brasilianische Erwartungen enttäuschende Abschneiden des Teams löste heftige Diskussionen über die sportliche Turniervorbereitung und die Spielstrategie von Trainer Carlos Alberto Parreira während des Wettbewerbs aus. Sportjournalistische Kommentare in internationalen Zeitungen hatten bereits im Vorfeld des Turniers nach 14 öffentlichen Trainingseinheiten im schweizerischen Weggis kritisiert, die Trainingsmethoden wären zu stark auf mediale und kommerzielle Außenwirkung der Seleção als auf sportliche Fitness ausgerichtet gewesen. Brasilianische Medien bezeichneten die für das gesamte Turnier als wenig virtuos beurteilte fußballerische Leistung als „Bürokratenfußball“. Besonders enttäuschend war der Auftritt von Ronaldinho, der als kommender WM-Star gehandelt wurde. Er war meilenweit entfernt von seinen Leistungen beim Confed-Cup 2005, als Brasilien im Halbfinale Deutschland mit 3:2 besiegte und anschließend das Finale gegen den Erzrivalen Argentinien 4:1 gewann.

Für die WM 2010 konnte sich Brasilien als Erster der Südamerika-Qualifikation bereits am 5. September 2009 qualifizieren und reiste als Weltranglistenerster nach Südafrika. Nach den schlechten Erfahrungen mit öffentlichen Trainingseinheiten bei der letzten WM, setzte Nationaltrainer Dunga auf eine professionelle Vorbereitung. Er verzichtete zudem auf einige Stars wie Ronaldinho und Adriano, was von der Brasilianischen Presse kritisiert wurde. Zur Vorbereitung spielte Brasilien gegen die in der Weltrangliste auf Platz 110 und 108 stehenden Mannschaften aus Simbabwe (3:0) und Tansania (5:1).

In die WM 2010 startete Brasilien mit einem 2:1 gegen Nordkorea, wobei den Nordkoreanern ihr einziges Tor bei dieser WM gelang.[8] Nach einem 3:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste stand Brasilien bereits vor dem letzten Gruppenspiel als Achtelfinalteilnehmer fest.[9] Da auch den Portugiesen im letzten Gruppenspiel ein Remis für den Einzug ins Achtelfinale reichte, machten beide Mannschaften im abschließenden Gruppenspiel keine großen Anstrengungen, zumal es im parallel stattfindenden Spiel der Elfenbeinküste nicht gelang ihre Tordifferenz entscheidend zu verbessern um bei einer eventuellen Niederlage Portugals noch den zweiten Platz zu erreichen.[10] Im Achtelfinale gegen Chile hatte Brasilien in der ersten Hälfte zunächst Probleme, erst ein Kopfballtor durch Juan in der 35. Minute brach den Bann. Das zweite Tor durch Luis Fabiano in der 38. Minute ebnete dann endgültig den Weg ins Viertelfinale, den Robinho in der 59. Minute dann klarmachte.[11] Im Viertelfinale trafen sie auf die Niederlande. Brasilien ging bereits in der 10. Minute in Führung und dominierte die 1. Halbzeit. Ein Tor von Wesley Sneijder nach einem Torwartfehler von Júlio César brachte in der 53. Minute die Wende und mit seinem 2. Tor entschied Sneijder in der 68. Minute das Spiel, zumal Brasilien nach einer roten Karte für Felipe Melo ab der 73. Minute nur noch mit 10 Spielern spielte. Brasilien war damit zum zweiten Mal nacheinander im Viertelfinale gescheitert.[12] Nationaltrainer Dunga wurde vom Verband umgehend entlassen, die Mannschaft bei ihrer Heimkehr in Rio de Janeiro von wütenden Fans empfangen.[13] Zudem verlor Brasilien durch das Viertelfinal-Aus Rang 1 in der FIFA-Weltrangliste.

2010–2014: Vom Neuanfang bis zum „Schock von Mineirão“[Bearbeiten]

Kurz nach der Weltmeisterschaft, noch im Juli 2010, wurde bekannt, dass Mano Menezes neuer Trainer der brasilianischen Landesauswahl werde.[14] Sein Nachfolger beim SC Corinthians Paulista wurde Adílson Batista. Jedoch war Menezes nur zweite Wahl, nachdem Muricy Ramalho für den Posten absagte. Am 10. August 2010, beim Freundschaftsspiel gegen die USA, stand er erstmals an der Seitenlinie des fünfmaligen Weltmeisters. Menezes' Hauptaufgabe war es, eine junge, konkurrenzfähige Mannschaft aufzubauen, die bei der Copa América 2011 in Argentinien und der WM 2014 in Brasilien nach Möglichkeit den ersten Platz belegen sollte. Für sein erstes Länderspiel als Cheftrainer, bei der er den meisten WM-Fahrern eine Pause gab und nicht berief, nominierte Menezes mit Victor, Renan, Jefferson, Rafael, David Luiz, Réver, Jucilei, Ganso, Ederson, André und Neymar insgesamt elf Spieler, die zuvor noch ohne Nationalmannschaftseinsatz waren. Viele weitere Akteure hatten bis dahin nur wenige Spiele im Dress der Seleção absolviert. Einzige WM-Fahrer im Aufgebot waren Daniel Alves, Ramires, Robinho und Thiago Silva.[15] Menezes Premierenspiel wurde schließlich mit 2:0 gewonnen. Bis Februar 2011 kamen fünfzehn Spieler zu ihrem Debüt in der Nationalmannschaft unter der Leitung des neuen Trainers.[16] Auf dem gesamten Weg zur Copa América 2011 in Argentinien nominierte Menezes insgesamt 57 Spieler. Hinzu kam Ronaldo, der für sein Abschiedsspiel gegen Rumänien am 7. Juni 2011 im Kader stand. Im 23-Mann-Kader zur Copa América standen mit Torwart Júlio César, Lúcio, Maicon, Daniel Alves, Luisão, Thiago Silva, Elano, Ramires und Robinho neun Spieler, die bei der WM 2010 im Viertelfinale scheiterten. Außerdem waren mit David Luiz, Elias, Jádson, Lucas, Ganso und Neymar sechs Spieler im Kader, die unter Menezes ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft feierten. Auch dabei waren mit den Torhütern Victor und Jefferson, André Santos, Adriano, Sandro, Lucas Leiva, Alexandre Pato und Fred acht Spieler, die unter seinem Vorgänger Dunga länger nicht berücksichtigt worden waren. Menezes war es gelungen, innerhalb eines Jahres das Team im Schnitt zu verjüngen. Jüngste Spieler im Kader zur Copa América waren Neymar (19) und Lucas (18). Hinzu kamen mit Ganso und Alexandre Pato (beide 21) zwei Spieler, die noch für die U-21 spielberechtigt gewesen wären.

Die Copa América begann für Brasilien mit einem 0:0 gegen Venezuela im ersten Gruppenspiel schleppend. Man trat mit folgender Startaufstellung im 4-2-3-1 an: J. César – D. Alves, Lúcio, T. Silva, A. Santos – Lucas Leiva, Ramires – Robinho, Ganso, Neymar – Pato. Auch im zweiten Spiel konnte die Seleção nicht wirklich überzeugen und kam gegen Paraguay zu einem glücklichen 2:2-Unentschieden. Im Vergleich zum ersten Spiel wechselte Menezes ein Mal und brachte Jádson für Robinho. Dieser brachte Brasilien in der 39. Minute mit 1:0 in Führung, die Paraguay in elf Minuten durch Santa Cruz (55.) und Valdez (67.) zu einer 2:1-Führung umwandeln konnte. In der 90. Minute traf Joker Fred zum glücklichen 2:2 für die Brasilianer. Im letzten Gruppenspiel benötigte die Seleção gegen Ecuador also einen Sieg, um ins Viertelfinale zu kommen. Menezes stellte im Vergleich zum Spiel gegen Paraguay auf zwei Positionen um und brachte Robinho für Jadson und Maicon für Daniel Alves. Die Seleção kam gegen Ecuador deutlich besser in Tritt und ging in der 29. Minute durch Pato in Führung. In der 50. Minute traf Neymar zum 2:1, nachdem Ecuador durch Caicedo (50.) ausgleichen konnte. In der 59. Minute war es wieder Caicedo, der zum 2:2-Ausgleich traf. Zum Ende machten Pato (61.) und Neymar (72.) den 4:2-Sieg gegen starke Ecuadorianer klar.

Im Viertelfinale traf man wieder auf Paraguay, die sich als einer der beiden besten Gruppendritten für die K.o.-Phase qualifizierten. Brasilien trat mit derselben Elf an, die 4:2 gegen Ecuador gewann. Die Seleção war im Spiel klar besser, vergab aber Chance um Chance, sodass es in die Verlängerung ging, in der sich beide Mannschaften keine Chancen herausspielen konnten. Einziger Aufreger war eine Rudelbildung, nach der Lucas Leiva und der Paraguayer Alcaraz nach Tätlichkeiten vom Platz gestellt wurden (103.). So kam es zum Elfmeterschießen, in dem Brasilien alle seine vier Elfmeter verschoss. Als erster Schütze trat Elano an, der den Ball über das Tor schoss. Nachdem auch Paraguay seinen Elfmeter verschoss, trat Thiago Silva an, der an Torhüter Justo Villar scheiterte. Den zweiten Elfmeter für Paraguay verwandelte Estigarribia zum 1:0. Auch der dritte Schütze der Seleção André Santos scheiterte, indem er den Ball deutlich über das Tor schoss. Im Anschluss verwandelte Riveros zum 2:0 für Paraguay. Den letzten Elfmeter schoss Fred links am Tor vorbei, wodurch die Seleção wie bei der WM 2006 und 2010 im Viertelfinale scheiterte.

Am 10. August 2011 verlor Brasilien erstmals seit dem 17. November 1993 wieder ein Spiel gegen Deutschland als man in Stuttgart mit 2:3 unterlag. 2012 bestritt die Seleção mehrere Testspiele, bei denen überwiegend Spieler eingesetzt wurden, die noch unter 23 Jahren waren und die dann Brasilien beim Olympischen Fußballturnier in London vertreten sollten, bei dem Brasilien erstmals die Goldmedaille gewinnen wollte. Nach fünf Siegen in der Gruppenphase, dem Viertel- und Halbfinale, bei denen immer je 3 Tore erzielt wurden, verlor Brasilien aber das Finale gegen Mexiko mit 1:2. Nach den olympischen Spielen konnte Brasilien, aufbauend auf dem Stamm der Olympiamannschaft, zwar mehrere Spiele gewinnen, nach einer 1:2-Niederlage am 21. November 2012 gegen Argentinien, wurde Mano Menezes aber entlassen.[17] Nachfolger wurde Luiz Felipe Scolari mit Unterstützung durch Carlos Alberto Parreira als Technischem Direktor.[18] Mit beiden wurde Brasilien bereits je einmal (2002 bzw. 1994) Weltmeister.

Das erste Spiel am 6. Februar 2013 unter der Leitung Scolaris wurde mit 1:2 gegen England im Wembley-Stadion zu London verloren und auch in den folgenden vier Spielen wurde lediglich ein Unentschieden erreicht ehe mit einem 3:0 gegen Frankreich der erste Sieg folgte. Den folgenden Confederations Cup 2013 gewann Brasilien nach verlustpunktfreier Gruppenphase und einem 2:1-Halbfinalsieg gegen Uruguay mit 3:0 im Finale gegen Spanien. Im ersten Spiel nach dem Confed-Cup erlitt man dann wieder eine Niederlage als man in Basel gegen die Schweiz mit 0:1 verlor. Diese Niederlage war auch die erste Niederlage Brasiliens gegen die Schweiz seit 1989. Alle folgenden Spiele konnte Brasilien allerdings gewinnen. Die hohen Erwartungen bei der Heim-WM 2014 konnte die Mannschaft um Superstar Neymar dagegen nicht erfüllen. Zwar drang Brasilien bis ins Halbfinale vor, musste sich dort jedoch ohne seinen verletzten Ausnahmestürmer in einem denkwürdigen Spiel gegen Deutschland am 8. Juli 2014 mit 1:7 geschlagen geben.[19] Für die Seleção war die Begegnung, die auch als Mineiraço (sinngemäß etwa „Schock von Mineirão“) bezeichnet wird, die erste Heimniederlage in einem Pflichtspiel seit 1975 und die höchste Niederlage in ihrer Turniergeschichte.[20] Im abschließenden Spiel um den dritten Platz misslang den Brasilianern die erhoffte Wiedergutmachung. Sie verloren gegen die Niederlande mit 0:3 und wurden letztlich nur WM-Vierter.[21]

Aktueller Kader[Bearbeiten]

Folgende 23 Spieler wurden von Trainer Dunga am 19. August 2014 in den Kader berufen.[22]

Nr. Name Verein Geburtsdatum Einsätze Tore
Tor
0 Jefferson Botafogo FR Botafogo FR 02. Jan. 1983 000000000000009.00000000009 000000000000000.00000000000
Rafael SSC Neapel SSC Neapel 20. Mai  1990 000000000000003.00000000003 000000000000000.00000000000
Abwehr
0 Luiz, DavidDavid Luiz Paris SG Paris SG 22. Apr. 1987 000000000000043.000000000043 000000000000002.00000000002
0 Marquinhos Paris SG Paris SG 14. Mai  1994 000000000000001.00000000001 000000000000000.00000000000
0 Gil Corinthians Corinthians São Paulo 12. Juni 1987 000000000000000.00000000000 000000000000000.00000000000
Miranda Atlético Madrid Atlético Madrid 07. Sep. 1984 000000000000007.00000000007 000000000000000.00000000000
Sandro, AlexAlex Sandro FC Porto FC Porto 26. Jan. 1991 000000000000006.00000000006 000000000000000.00000000000
Danilo FC Porto FC Porto 15. Juli 1991 000000000000006.00000000006 000000000000000.00000000000
Luís, FilipeFilipe Luís FC Chelsea FC Chelsea 09. Aug. 1985 000000000000004.00000000004 000000000000000.00000000000
Mittelfeld
0 {{{2}}}, FernandinhoFernandinho Manchester City Manchester City 04. Mai  1985 000000000000012.000000000012 000000000000002.00000000002
0 Ribeiro, ÉvertonÉverton Ribeiro Cruzeiro EC Cruzeiro Belo Horizonte 10. Apr. 1989 000000000000000.00000000000 000000000000000.00000000000
0 Goulart, RicardoRicardo Goulart Cruzeiro EC Cruzeiro Belo Horizonte 05. Juni 1991 000000000000000.00000000000 000000000000000.00000000000
Oscar FC Chelsea FC Chelsea 09. Sep. 1991 000000000000038.000000000038 000000000000011.000000000011
{{{2}}}, RamiresRamires FC Chelsea FC Chelsea 24. Mär. 1987 000000000000049.000000000049 000000000000004.00000000004
Gustavo, LuizLuiz Gustavo VfL Wolfsburg VfL Wolfsburg 23. Juli 1987 000000000000025.000000000025 000000000000001.00000000001
Elias Corinthians Corinthians São Paulo 16. Mai  1985 000000000000013.000000000013 000000000000000.00000000000
{{{2}}}, WillianWillian FC Chelsea FC Chelsea 09. Aug. 1988 000000000000012.000000000012 000000000000002.00000000002
Philippe Coutinho FC Liverpool FC Liverpool 12. Juni 1992 000000000000001.00000000001 000000000000000.00000000000
Angriff
0 Hulk Zenit Sankt Petersburg Zenit St. Petersburg 25. Juli 1986 000000000000041.000000000041 000000000000009.00000000009
Neymar FC Barcelona FC Barcelona 05. Feb. 1992 000000000000054.000000000054 000000000000035.000000000035
Diego Tardelli Atlético Mineiro Atlético Mineiro 10. Mai  1985 000000000000005.00000000005 000000000000000.00000000000

Stand: 19. August 2014

Statistiken, Namen und Rekorde[Bearbeiten]

Fans der brasilianischen Mannschaft

Teilnahme Brasiliens an Fußball-Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Brasilien hat als einzige Nationalmannschaft an jeder bisherigen Weltmeisterschaftsendrunde teilgenommen und ist auch die einzige Mannschaft, die einen WM-Titel auf drei von vier Kontinenten, auf denen WM-Turniere ausgetragen wurden, gewinnen konnte. Sie durchbrach mit ihrem WM-Sieg 1958 in Schweden erstmals die Serie, dass in Europa immer europäische Mannschaften gewannen und in Amerika immer amerikanische Teams; und sie siegte 2002 in Japan und Südkorea noch einmal auf einem anderen Kontinent. Jedoch gelang der brasilianischen Auswahl als bisher einzigem Weltmeister, neben Spanien, noch kein Titel im eigenen Land.

Brasilien hat 17-mal die Vorrunde bzw. erste Runde überstanden. Nur bei der WM 1930 in Uruguay und 1966 in England ist die Brasilianische Nationalmannschaft schon in der Vorrunde und bei der WM 1934 in Italien in der ersten Runde (Achtelfinale) ausgeschieden. Brasilien wurde jeweils als erstes Land zum dritten (1970) und vierten Mal (1994) und als bisher einziges Land zum fünften Mal Weltmeister (2002). Durch den dritten Sieg, durch den Brasilien Rekordweltmeister wurde, ging der erste WM-Pokal in den Besitz Brasiliens über. Brasilianische Spieler wurden am häufigsten (viermal) WM-Torschützenkönig, wobei Garrincha 1962 per Los ermittelt wurde, da fünf andere Spieler, darunter der Brasilianer Vavá, gleich viele Tore erzielten. Mit Ronaldo stellte Brasilien von 2006 bis 2014 den erfolgreichsten WM-Torschützen (15 Tore), seit dem WM-Halbfinale 2014 ist Miroslav Klose erfolgreicher. Brasilien hat mit 104 Spielen nach Deutschland (106 Spiele) die meisten WM-Spiele bestritten, mit 70 Siegen am häufigsten den Platz als Sieger verlassen sowie mit 221 Toren die zweitmeisten WM-Tore (nach Deutschland - 224 Tore) erzielt und führt die Ewige WM-Tabelle an.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzter Gegner Ergebnis[23] Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1930 Uruguay Vorrunde Jugoslawien, Bolivien 6. de Carvalho, PindaroPindaro de Carvalho 1. Spiel gegen eine europäische Mannschaft
1934 Italien Achtelfinale Spanien 14. Vinhaes, LiuzLiuz Vinhaes 1. Spiel in Europa
1938 Frankreich Spiel um Platz 3 Schweden Dritter Pimenta, AdhemarAdhemar Pimenta Leônidas Torschützenkönig
1950 Brasilien Finalrunde Schweden, Spanien, Uruguay Vize-Weltmeister Costa, FlávioFlávio Costa Maracanaço, Ademir Torschützenkönig
1954 Schweiz Viertelfinale Ungarn 5. Moreira, ZezéZezé Moreira
1958 Schweden Finale Schweden Weltmeister Feola, VicenteVicente Feola Einziger WM-Titel einer südamerikanischen Mannschaft in Europa
1962 Chile Finale Tschechoslowakei Weltmeister Moreira, AymoréAymoré Moreira Garrincha Torschützenkönig
1966 England Vorrunde Ungarn, Bulgarien, Portugal 11. Feola, VicenteVicente Feola
1970 Mexiko Finale Italien Weltmeister Zagallo, MárioMário Zagallo 1. Weltmeister in Mittelamerika, Brasilien wird Rekordweltmeister
1974 Deutschland Spiel um Platz 3 Polen Vierter Zagallo, MárioMário Zagallo
1978 Argentinien Spiel um Platz 3 Italien Dritter Coutinho, ClaudioClaudio Coutinho Brasilien als einzige Mannschaft ungeschlagen
1982 Spanien Zweite Finalrunde Argentinien, Italien 5. Santana, TelêTelê Santana Italien stellt mit seinem 3. WM-Titel den Rekord von Brasilien ein
1986 Mexiko Viertelfinale Frankreich 5. Santana, TelêTelê Santana Niederlage im Elfmeterschießen
1990 Italien Achtelfinale Argentinien 9. Lazaroni, SebastiaoSebastiao Lazaroni Deutschland stellt mit seinem 3. WM-Titel den Rekord von Brasilien und Italien ein
1994 USA Finale Italien Weltmeister Parreira, Carlos AlbertoCarlos Alberto Parreira Brasilien wieder alleiniger Rekordweltmeister, Romário bester Spieler
1998 Frankreich Finale Frankreich Vize-Weltmeister Zagallo, MárioMário Zagallo Ronaldo bester Spieler
2002 Südkorea/Japan Finale Deutschland Weltmeister Scolari, Luiz FelipeLuiz Felipe Scolari 1. Weltmeister in Asien, 1. WM-Spiel gegen Deutschland, Ronaldo Torschützenkönig
2006 Deutschland Viertelfinale Frankreich 5. Parreira, Carlos AlbertoCarlos Alberto Parreira Ronaldo wird mit seinem 15. WM-Tor erfolgreichster WM-Torschütze. Bei der WM 2014 wurde er von Miroslav Klose abgelöst
2010 Südafrika Viertelfinale Niederlande 6. Dunga
2014 Brasilien Spiel um Platz 3 Niederlande Vierter Scolari, Luiz FelipeLuiz Felipe Scolari Höchste Niederlage eines Gastgebers im Halbfinale gegen Deutschland (1:7)

Teilnahme Brasiliens am Konföderationen-Pokal[Bearbeiten]

Brasilien ist mit sieben Teilnahmen Rekordteilnehmer und mit vier Titeln Rekordsieger des FIFA-Konföderationen-Pokals. Brasilien gewann als erste Mannschaft den Titel dreimal in Folge.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzter Gegner Ergebnis[K 1] Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1992 Saudi-Arabien nicht qualifiziert
1995 Saudi-Arabien nicht eingeladen[K 2]
1997 Saudi-Arabien Finale Australien Sieger Zagallo, MárioMário Zagallo Denílson bester Spieler, Romário Torschützenkönig
1999 Mexiko Finale Mexiko Zweiter Luxemburgo, WanderleyWanderley Luxemburgo Ronaldinho bester Spieler und Torschützenkönig
2001 Südkorea/Japan Spiel um Platz 3 Australien Vierter Leão Einzige Niederlage gegen Australien
2003 Frankreich Vorrunde Kamerun, Türkei, USA 5. Parreira, Carlos AlbertoCarlos Alberto Parreira Brasilien scheidet punktgleich mit der Türkei aufgrund der weniger erzielten Tore aus.
2005 Deutschland Finale Argentinien Sieger Parreira, Carlos AlbertoCarlos Alberto Parreira Adriano bester Spieler und Torschützenkönig
2009 Südafrika Finale USA Sieger Dunga Kaká bester Spieler und Luís Fabiano Torschützenkönig
2013 Brasilien Finale Spanien Sieger Scolari, Luiz FelipeLuiz Felipe Scolari Brasilien gewinnt zum dritten Mal in Folge und damit als erste Mannschaft bei einem FIFA-Turnier dreimal in Folge.
Neymar bester Spieler, Júlio César bester Torhüter
  1. Laut All-time Ranking 1992–2009 [1] (PDF; 1,8 MB)
  2. Bei den ersten beiden Austragungen war der Weltmeister noch nicht eingeladen, so dass Brasilien als Weltmeister von 1994 nicht teilnahm

Erfolge[Bearbeiten]

Rekordnationalspieler[Bearbeiten]

Stand: 6. September 2014[24]

Rekordnationalspieler Cafu
Rang Name Einsätze Position Zeitraum
1. Cafu 142 Abwehr 1990–2006
2. Roberto Carlos 125 Abwehr 1992–2006
3. Lúcio 105 Abwehr 2000–2011
4. Cláudio Taffarel 101 Torwart 1987–1998
5. Ronaldo 98 Angriff 1994–2011
Djalma Santos 98 Abwehr 1952–1968
7. Ronaldinho 97 Mittelfeld 1999–
8. Gilberto Silva 93 Mittelfeld 2001–2010
Gilmar 93[25] Torwart 1953–1969
Robinho 93 Angriff 2003–
11. Pelé 92 Angriff 1957–1971
Roberto Rivelino 92 Mittelfeld 1965–1978

Chronik der Rekordnationalspieler[Bearbeiten]

Rekordhalter seit Anzahl der Spiele
Arnaldo, Arthur Friedenreich, Lagreca, Marcos, Nery 8. Juli 1916 3
Arnaldo, Arthur Friedenreich, Lagreca, Nery 10. Juli 1916 4–5
Arnaldo, Arthur Friedenreich, Lagreca 18. Juli 1916 6
Arnaldo, Lagreca 3. Oktober 1917 7–10
Arnaldo 11. Mai 1919 11–14
Arnaldo, Amílcar Barbuy 15. Oktober 1922 14
Amílcar Barbuy 22. Oktober 1922 15
Amílcar Barbuy, Arthur Friedenreich 17. Dezember 1925 15
Arthur Friedenreich 25. Dezember 1925 16–17
Arthur Friedenreich, Afonsinho 24. Januar 1942 17
Afonsinho 31. Januar 1942 18–19
Afonsinho, Domingos da Guia 16. Dezember 1945 19
Domingos da Guia 20. Dezember 1945 20–25
Domingos da Guia, Jair da Rosa Pinto 13. April 1949 25
Domingos da Guia, Jair da Rosa Pinto, Rui 17. April 1949 25
Jair da Rosa Pinto 24. April 1949 26–37
Jair da Rosa Pinto, Ademir de Menezes 1. März 1953 37
Ademir de Menezes 12. März 1953 38–39
Ademir de Menezes, Zizinho 27. März 1953 39
Zizinho 13. November 1955 40–53
Zizinho, Nílton Santos 10. März 1959 53
Zizinho, Nílton Santos, Didi 4. April 1959 53
Nílton Santos, Didi 13. Mai 1959 54
Nílton Santos, Didi, Djalma Santos 17. September 1959 54
Djalma Santos 20. September 1959 55–98
Djalma Santos, Cláudio Taffarel 23. Juni 1998 98
Cláudio Taffarel 27. Juni 1998 99–102
Cláudio Taffarel, Cafu 7. Oktober 2001 102[R 1]
Cafu 7. November 2001 103–142
Anmerkungen:
  1. Inkl. eines Spiels von Taffarel am 31. Juli 1988 gegen die schwedische Olympiamannschaft und eines Spiels von Cafu gegen die rumänische B-Mannschaft am 17. April 1991, die von der CBF als A-Länderspiel gezählt werden,[2][3] von der FIFA aber nicht.

Daten ermittelt anhand der Aufstellungen (Quelle)

Rekordtorschützen[Bearbeiten]

Brasilien besitzt zusammen mit Ungarn die meisten Spieler, die mindestens 50 Länderspieltore erzielt haben und nach Deutschland die meisten mit mindestens 30 Toren. Nur Ali Daei (109) und Ferenc Puskás (84) erzielten mehr Länderspieltore als Pelé.

Rekordtorschütze Pelé im WM-Finale 1958

Stand: 6. September 2014[24]

Rang Name Tore Einsätze Quote Zeitraum
01. Pelé 77 92 0,84 1957–1971
02. Ronaldo 62 98 0,63 1994–2011
03. Romário 55 70 0,79 1987–2005
04. Zico 52 72 0,72 1971–1989
05. Neymar 40 58 0,68 2010–
06. Bebeto 39 75 0,52 1985–1998
07. Rivaldo 34 74 0,46 1993–2003
08. Jairzinho 33 81 0,41 1963–1982
Ronaldinho 33 97 0,34 1999–
010. Ademir de Menezes 32 39 0,82 1945–1953
Tostão 32 54 0,59 1966–1972
012. Zizinho 30 53 0,57 1942–1957

Weitere bekannte Spieler[Bearbeiten]

     

Nationaltrainer[Bearbeiten]

Eine Auswahl

  • Luiz Felipe Scolari (2012–2014)
  • Dunga (2014–)

Verschiedenes[Bearbeiten]

Seleção[Bearbeiten]

Der Name Seleção (portugiesisch für „Auswahl“) ist in Brasilien allgemein verbreitet.

Das Trikot[Bearbeiten]

Die gelb-blauen Trikots wurden erst nach der Niederlage bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1950 im eigenen Land gegen Uruguay von Aldyr Schlee entworfen. Zuvor spielte die Seleção in weißen Trikots.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Commons: Brasilianische Fußballnationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neuer Brasilien-Trainer: Dunga bekommt zweite Chance. In: Spiegel Online. 22. Juli 2014, abgerufen am 22. Juli 2014.
  2. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com, August 2014. Abgerufen am 18. September 2014
  3. Martin Curi: Friedenreich. Das vergessene Fußballgenie. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2009. ISBN 978-3-89533-646-1. S. 85.
  4. Martin Curi: Friedenreich. Das vergessene Fußballgenie. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2009. ISBN 978-3-89533-646-1. S. 77.
  5. Martin Curi: Friedenreich. Das vergessene Fußballgenie. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2009. ISBN 978-3-89533-646-1. S. 78.
  6. http://www.11freunde.de/artikel/1978-wm-argentinien
  7. http://www.dailymail.co.uk/sport/football/article-2098970/Argentina-cheated-World-Cup-1978-says-Peru-senator.html
  8. Kicker.de: Maicon macht's mit Effet
  9. Kicker.de: Luis Fabiano schießt die Seleçao ins Achtelfinale
  10. Kicker.de:Nichtangriffspakt im Prestigeduell
  11. Kicker.de: Juan bringt Samba ins brasilianische Spiel
  12. Kicker.de:Sneijders Tor stürzt den Favoriten
  13. Kicker.de: Dunga ist nicht mehr Trainer
  14. Mano Menezes übernimmt Brasilien vom 24. Juli 2010 auf sportbild.de
  15. Kein Ronaldinho, kein Adriano: Mano Menezes nominiert Brasiliens Kader für USA-Freundschaftsspiel vom 26. Juli 2010 auf goal.com
  16. All Players of Brazilian National Team auf rsssf.com
  17. fifa.com: Nach Menezes-Aus: Brasilien ohne Hast
  18. fifa.com: Scolari wird neuer Trainer der "Seleção"
  19. Deutschlands 7:1 gegen Brasilien: Was für ein Spiel! In: Spiegel Online vom 9. Juli 2014 (abgerufen am 9. Juli 2014).
  20. "Das schlimmste, was ich je mit ansehen musste". In: Focus vom 9. Juli 2014 (abgerufen am 9. Juli 2014).
  21. Brasilien versagt erneut – Niederlande WM-Dritter. In: fussball-wm-total.de. FUSSBALL-WM-total, 13. Juli 2014, abgerufen am 13. Juli 2014.
  22. globo.com: „Thiago Silva, também fora da lista, está machucado no PSG“ (Brasiliens Kaderberufung am 19. August 2014)
  23. Laut All-time FIFA World Cup Ranking 1930–2010 [4] (PDF; 200 kB)
  24. a b Brazil - Record International Players
  25. Für Gilmar wird in der rsssf-Statistik noch ein Spiel gegen Portugal am 24. Juni 1964 gelistet, das aber weder in den FIFA-Statistiken noch anderen Statistiken geführt wird.