Superbike-Weltmeisterschaft

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Superbike-Weltmeisterschaft
Aktuelle Saison Superbike-Weltmeisterschaft 2014
FIM SBK WM Logo.jpg
Fahrzeugtyp Superbike
Land oder Region Weltmeisterschaft
Aktueller Name FIM World Superbike Championship
Erste Saison 1988
Reifen Pirelli
Offizielle Website www.worldsbk.com

Die Superbike-Weltmeisterschaft ist eine Rennsportklasse für seriennahe Motorräder. Sie ist auch unter den Kürzeln SBK und WSBK bekannt.

Als Superbikes werden straßenzugelassene, vollverkleidete Sportmotorräder der 1000-cm³-Klasse beziehungsweise (bis 2003) der 750-cm³-Klasse bezeichnet.

Die Weltmeisterschaft wird seit 1988 ausgetragen und findet unter dem Dach der FIM statt. Es werden getrennte Weltmeistertitel für Fahrer und Hersteller vergeben. Das erste Rennen fand am 3. April 1988 in Donington Park (Großbritannien) statt. Erster Sieger war der Italiener Davide Tardozzi auf Bimota.

Die Superbike-WM wurde ursprünglich auf Betreiben der vier großen japanischen Hersteller Honda, Yamaha, Kawasaki und Suzuki ins Leben gerufen. Die bislang erfolgreichste Marke ist Ducati aus Italien.

Promotor und Rechteinhaber der Serie ist seit Ende 2008 die Schweizer Firma Infront Sports & Media AG als Nachfolgerin von FGSport.

Reglement[Bearbeiten]

Reglementänderungen 2003 bis 2008[Bearbeiten]

Seit 2003 werden in der Superbike-WM Einheitsreifen der Marke Pirelli verwendet.

Bis 2003 sah das Reglement Hubraumlimits von 750 cm³ für Vierzylinder- und von 1000 cm³ für Zweizylinder-Motoren vor. Diese Regelung sollte den Vorteil von Vierzylinder-Motoren, höhere Drehzahlen und damit eine größere Leistung als Zweizylinder zu erreichen, kompensieren. Ab 2004 war für alle Motoren ein Hubraumlimit von 1000 cm³ vorgeschrieben, man ließ jedoch den Zweizylindern mehr Spielraum zur Leistungssteigerung. Da dies allerdings deutlich höhere finanzielle Aufwendungen bedeutete, wurde ab der Saison 2008 auf Bestrebungen von Ducati und wohl auch KTM hin abermals ein größerer Hubraum für Zweizylinder-Motoren zugelassen.

Reglement seit 2008[Bearbeiten]

Weltmeister 2009: Ben Spies 2009 auf Yamaha YZF-R1
Rennszene aus der Saison 2005: James Toseland (Nr. 1) vor Chris Walker (9) und Yukio Kagayama (71)
  • Hubraumlimits
    • 2-Zylinder: über 850 cm³ bis max. 1200 cm³
    • 3-Zylinder: über 750 cm³ bis max. 1000 cm³
    • 4-Zylinder: über 750 cm³ bis max. 1000 cm³
  • Mindestgewichte
    • 2-Zylinder: 168 kg
    • 3-Zylinder: 162 kg
    • 4-Zylinder: 162 kg

Das Gewicht der Zweizylinder kann im Laufe der Saison je nach Bedarf in ±3-kg-Schritten angepasst werden (maximal auf 171 kg, minimal auf 162 kg).

  • Luft-Restriktoren

Die Zweizylinder werden mit Ansaugrestriktoren (50 mm Durchmesser) begrenzt. Diese können im Laufe der Saison nach Bedarf in ±2-mm-Schritten angepasst werden (maximale Begrenzung auf 46 mm, kompletter Entfall des Restriktors möglich).

  • Motorentuning

Alle Motorenkonzepte unterliegen den Tuning-Regeln, die bis 2007 für die 1000er-Vierzylinder galten. Die Zweizylinder müssen serienmäßige Pleuel aufweisen.

  • Homologations-Stückzahlen

2008 und 2009 müssen alle Hersteller 1000 Basismotorräder produzieren, um eine Homologation für die WSBK zu erhalten. Ab 2010 wurde diese Anzahl auf 3000 Stück erhöht.[1]

Superbike-Weltmeister[Bearbeiten]

Jahr Fahrertitel Motorrad Herstellertitel Saisonstatistik
1988 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Fred Merkel JapanJapan Honda VFR 750 / RC30 JapanJapan Honda Saisonstatistik
1989 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Fred Merkel JapanJapan Honda VFR 750 / RC30 JapanJapan Honda Saisonstatistik
1990 FrankreichFrankreich Raymond Roche ItalienItalien Ducati 851 JapanJapan Honda Saisonstatistik
1991 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Doug Polen ItalienItalien Ducati 888 ItalienItalien Ducati Saisonstatistik
1992 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Doug Polen ItalienItalien Ducati 888 ItalienItalien Ducati Saisonstatistik
1993 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Scott Russell JapanJapan Kawasaki ZXR 750 ItalienItalien Ducati Saisonstatistik
1994 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Carl Fogarty ItalienItalien Ducati 916 R ItalienItalien Ducati Saisonstatistik
1995 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Carl Fogarty ItalienItalien Ducati 916 R ItalienItalien Ducati Saisonstatistik
1996 AustralienAustralien Troy Corser ItalienItalien Ducati 916 R ItalienItalien Ducati Saisonstatistik
1997 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten John Kocinski JapanJapan Honda RVF 750 / RC45 JapanJapan Honda Saisonstatistik
1998 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Carl Fogarty ItalienItalien Ducati 996 ItalienItalien Ducati Saisonstatistik
1999 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Carl Fogarty ItalienItalien Ducati 996 RS ItalienItalien Ducati Saisonstatistik
2000 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Colin Edwards JapanJapan Honda VTR 1000 SP1 ItalienItalien Ducati Saisonstatistik
2001 AustralienAustralien Troy Bayliss ItalienItalien Ducati 996 R ItalienItalien Ducati Saisonstatistik
2002 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Colin Edwards JapanJapan Honda VTR 1000 SP2 ItalienItalien Ducati Saisonstatistik
2003 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Neil Hodgson ItalienItalien Ducati 999 F03 ItalienItalien Ducati Saisonstatistik
2004 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich James Toseland ItalienItalien Ducati 999 F04 ItalienItalien Ducati Saisonstatistik
2005 AustralienAustralien Troy Corser JapanJapan Suzuki GSX-R 1000 K5 JapanJapan Suzuki Saisonstatistik
2006 AustralienAustralien Troy Bayliss ItalienItalien Ducati 999 F06 ItalienItalien Ducati Saisonstatistik
2007 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich James Toseland JapanJapan Honda Fireblade CBR1000RR JapanJapan Yamaha Saisonstatistik
2008 AustralienAustralien Troy Bayliss ItalienItalien Ducati 1098 F08 ItalienItalien Ducati Saisonstatistik
2009 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ben Spies JapanJapan Yamaha YZF-R1 ItalienItalien Ducati Saisonstatistik
2010 ItalienItalien Max Biaggi ItalienItalien Aprilia RSV4 Factory ItalienItalien Aprilia Saisonstatistik
2011 SpanienSpanien Carlos Checa ItalienItalien Ducati 1098R ItalienItalien Ducati Saisonstatistik
2012 ItalienItalien Max Biaggi ItalienItalien Aprilia RSV4 Factory ItalienItalien Aprilia Saisonstatistik
2013 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Tom Sykes JapanJapan Kawasaki ZX-10R ItalienItalien Aprilia Saisonstatistik
2014 FrankreichFrankreich Sylvain Guintoli ItalienItalien Aprilia RSV4 Factory ItalienItalien Aprilia Saisonstatistik

Schwere Unfälle[Bearbeiten]

  • Am 10. September 1995 ist im niederländischen Assen der junge japanische Nachwuchsfahrer Yasutomo Nagai (Yamaha World Superbike Team) schwer gestürzt. Er starb am 12. September 1995 im Krankenhaus.
  • Am 23. April 2000 fand die große Karriere Carl Fogartys in Phillip Island (Australien) ein bitteres Ende. Er stürzte im zweiten Rennen an diesem Tage in Runde 5. Es dauerte Monate, bis er sich von den schweren Verletzungen erholte.

Rekorde[Bearbeiten]

Fahrer[Bearbeiten]

Rekordweltmeister Carl Fogarty auf Ducati 916

(Stand: Saisonende 2013, noch aktive Fahrer sind grau hervorgehoben)

Weltmeisterschaften
1. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Carl Fogarty 4
2. AustralienAustralien Troy Bayliss 3
3. AustralienAustralien Troy Corser 2
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Colin Edwards 2
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Fred Merkel 2
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Doug Polen 2
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich James Toseland 2
ItalienItalien Max Biaggi 2
9. SpanienSpanien Carlos Checa 1
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Neil Hodgson 1
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten John Kocinski 1
FrankreichFrankreich Raymond Roche 1
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Scott Russell 1
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ben Spies 1
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Tom Sykes 1
Rennstarts
1. AustralienAustralien Troy Corser 377
2. JapanJapan Noriyuki Haga 312
3. ItalienItalien Pierfrancesco Chili 276
4. NeuseelandNeuseeland Aaron Slight 229
5. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Carl Fogarty 220
6. SpanienSpanien Rubén Xaus 215
7. ItalienItalien Michel Fabrizio 211
8. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich James Toseland 201
9. ItalienItalien Piergiorgio Bontempi 195
10. SpanienSpanien Gregorio Lavilla 188
Siege
1. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Carl Fogarty 59
2. AustralienAustralien Troy Bayliss 52
3. JapanJapan Noriyuki Haga 43
4. AustralienAustralien Troy Corser 33
5. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Colin Edwards 31
6. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Doug Polen 27
7. SpanienSpanien Carlos Checa 24
8. FrankreichFrankreich Raymond Roche 23
9. ItalienItalien Max Biaggi 21
10. ItalienItalien Pierfrancesco Chili 17
Podiumsplatzierungen
1. AustralienAustralien Troy Corser 130
2. JapanJapan Noriyuki Haga 116
3. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Carl Fogarty 109
4. AustralienAustralien Troy Bayliss 94
5. NeuseelandNeuseeland Aaron Slight 87
6. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Colin Edwards 75
7. ItalienItalien Max Biaggi 70
8. ItalienItalien Pierfrancesco Chili 61
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich James Toseland 61
10. FrankreichFrankreich Raymond Roche 57
Pole-Positions
1. AustralienAustralien Troy Corser 43
2. AustralienAustralien Troy Bayliss 26
3. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Carl Fogarty 21
4. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Tom Sykes 19
5. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Doug Polen 17
6. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Neil Hodgson 16
7. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Colin Edwards 15
8. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ben Spies 11
9. ItalienItalien Pierfrancesco Chili 10
SpanienSpanien Carlos Checa 10
Schnellste Rennrunden
1. JapanJapan Noriyuki Haga 58
2. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Carl Fogarty 48
3. AustralienAustralien Troy Corser 45
4. AustralienAustralien Troy Bayliss 35
5. SpanienSpanien Carlos Checa 30
6. ItalienItalien Pierfrancesco Chili 29
7. NeuseelandNeuseeland Aaron Slight 26
8. FrankreichFrankreich Raymond Roche 25
9. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Colin Edwards 23
10. ItalienItalien Max Biaggi 19

Hersteller[Bearbeiten]

Ducati – erfolgreichster Hersteller der Superbike-WM

(Stand: Saisonende 2013)

Konstrukteursweltmeisterschaften
1. ItalienItalien Ducati 17
2. JapanJapan Honda 4
3. ItalienItalien Aprilia 3
4. JapanJapan Suzuki 1
JapanJapan Yamaha 1
Siege
1. ItalienItalien Ducati 313
2. JapanJapan Honda 114
3. JapanJapan Yamaha 74
4. JapanJapan Kawasaki 51
5. ItalienItalien Aprilia 38
6. JapanJapan Suzuki 31
7. DeutschlandDeutschland BMW 12
8. ItalienItalien Bimota 11
Podiumsplatzierungen
1. ItalienItalien Ducati 781
2. JapanJapan Honda 364
3. JapanJapan Yamaha 252
4. JapanJapan Kawasaki 181
5. JapanJapan Suzuki 132
6. ItalienItalien Aprilia 94
7. DeutschlandDeutschland BMW 23
8. ItalienItalien Bimota 22
9. MalaysiaMalaysia Petronas 2
Pole-Positions
1. ItalienItalien Ducati 163
2. JapanJapan Honda 44
3. JapanJapan Kawasaki 38
4. JapanJapan Yamaha 37
5. JapanJapan Suzuki 19
6. ItalienItalien Aprilia 17
7. ItalienItalien Bimota 4
8. MalaysiaMalaysia Petronas 2
9. DeutschlandDeutschland BMW 1
Schnellste Rennrunden
1. ItalienItalien Ducati 306
2. JapanJapan Honda 102
3. JapanJapan Yamaha 80
4. JapanJapan Kawasaki 55
5. JapanJapan Suzuki 44
6. ItalienItalien Aprilia 38
7. DeutschlandDeutschland BMW 12
8. ItalienItalien Bimota 5

Medienpräsenz[Bearbeiten]

Die Superbike-Weltmeisterschaft wird 2012 im Fernsehen bei Eurosport und Eurosport 2 übertragen.[2] Des Weiteren werden die Superpole-Qualifikation und Rennen im kostenpflichtigen IP-TV von Eurosport angeboten.

Bis 2009 wurden die Superpole-Qualifyings und Rennen über die offizielle Internetpräsenz der Superbike-WM per Livestream frei empfangbar angeboten.

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Superbike-Weltmeisterschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Rohrer: Sport: Reglement der Superbike-WM 2010, Zugriff am 1. Januar 2011
  2. Yahoo! Eurosport: Superbike-WM live bei Eurosport, Zugriff am 1. Januar 2011