The Prodigy

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
The Prodigy
Gründung 1990
Genre Electronica, Big Beat, Electropunk, Acid House, u.a.
Website http://www.theprodigy.com/
Gründungsmitglieder
DJ, Keyboard Liam Howlett
Tanz, Keyboard Leeroy Thornhill
Tanz, Gesang Keith Flint
Aktuelle Besetzung
DJ Liam Howlett
Gesang Keith Flint
Gesang, MC Keith Palmer alias Maxim Reality
Ehemalige Mitglieder
Gesang Sharky
Gesang Leeroy Thornhill (1990–2000)

The Prodigy (engl. das Wunder, Wunderkind) ist eine englische Band, die Anfang der 90er Jahre Breakbeats in der Elektronischen Tanzmusik populär machten. In der Anfangsphase noch stark am Acid House und Techno der frühen 90er orientiert, entwickelten sie schnell ihren eigenen Stil, der auch neue Stile wie Drum'n'Bass und Jungle einbezog. Etwa ab 1996 prägten The Prodigy auch aktuelle Sounds wie Big Beat und Trip Hop, wobei sie auch Elemente des Alternative und des Punk in ihren Sound einbauten.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Bandgeschichte

[Bearbeiten] Liam Howlett

Die musikalische Kraft der Band ist Liam Howlett (* 21. August 1971) aus Braintree in Essex, England. Sein musikalisches Interesse begann während der Grundschule, als er von seinem Vater gegen seinen Willen zum Klavierunterricht geschickt wurde.

Auf der weiterführenden Schule kam er mit der Hip-Hop-Kultur in Kontakt. Zu seinen Favoriten gehörte Grandmaster Flash & the Furious Five. Howlett wollte seine eigenen musikalischen Vorstellungen in eigenen Songs umsetzen und kaufte sich einen Moog Prodigy-Synthesizer. Von diesem Gerät leitet sich auch der Name der späteren Band ab.

In der selben Zeit gewann er als DJ einen Mix-Wettbewerb bei Capitol Music. Wenig später wurde er von einer Hip-Hop-Band namens „Cut To Kill“ als zweiter DJ aufgenommen und hatte so seine ersten vereinzelten Auftritte. Nach seinem Abitur bekam er einen Job bei einem Londoner Magazin, dem „Metropolitan“. Er freundete sich schnell mit dem Besitzer an und erhielt von ihm £4000 für die Produktion seines ersten Albums. Da er aber als weißer DJ von den anderen Bandmitgliedern nicht als vollwertig akzeptiert wurde, platzte die Produktion: die anderen unterzeichneten – mit Hilfe eines von Liam geschriebenen Liedes – hinter seinem Rücken einen Vertrag mit einer Plattenfirma. Er trennte sich von der Band.

Inzwischen dominierte in England der Acid House. Die Rave-Kultur, die sich daraus entwickelte, steckte auch Howlett an.

[Bearbeiten] Gründung

Howletts eigentliche Karriere startete er als DJ auf Partys. Dort wurde er auch von dem zwei Meter großen Tänzer Leeroy Thornhill (* 8. Oktober 1969) und dessen Freund Keith Flint (* 17. September 1969) angesprochen. Die beiden waren begeistert von Liams Musik und fragten ihn nach einem Tape. Liam machte ihnen eine Kassette mit einem DJ-Mix auf der einen und selbst produzierten Tracks auf der anderen Seite. Flint rümpfte nach eigenen Angaben erst die Nase darüber, dass der DJ ihnen seine eigenen Tracks unterjubeln wollte. Es sei gewesen wie „ein Weihnachtsgeschenk, das man sich gar nicht gewünscht hat“. Doch als sich Flint die B-Seite anhörte, war er begeistert und wollte sofort mit Liam eine Band zusammenstellen. Mit der Unterstützung von Thornhill und einer Tänzerin namens Sharky wurde The Prodigy gegründet.

Kurze Zeit später buchten sie ihren ersten Auftritt im Labyrinth in London, an dem sie Keith Palmer alias Maxim Reality (* 26. Juli 1967) kennenlernten. Da sie noch einen MC brauchten, wurde er ins Team aufgenommen. In den folgenden Monaten zogen die vier von Ort zu Ort, um sich und ihre Musik bekannter zu machen. Die Anzahl der Besucher variierte von nur fünf bis zu 12.000.

[Bearbeiten] Plattenvertrag

Weihnachten 1990 überraschte Liam die anderen mit einem Plattenvertrag mit XL Recordings, auf den alle, bis auf Sharky, mit Begeisterung reagierten. Sharky verließ daraufhin die Band, da die Termine für sie zu viel geworden waren.

Im Februar 1991 gab Liam das erste Prodigy-Release mit Namen What Evil Lurks heraus. Er enthielt vier Breakbeat-Tracks, die noch aus Howletts Cut To Kill-Zeit stammten, unter anderen den Track What Evil Lurks, den Liam als Demotape an XL-Recordings schickte, um sich für einen Plattenvertrag zu bewerben. Danach probierten sie, an ihrer Live-Show zu arbeiten. Die Probe kam aber wegen der fehlenden Atmosphäre nicht zustande, und es heißt, dass The Prodigy seither nie wieder geprobt haben.

Ein halbes Jahr später entstand ihre Erfolgssingle Charly. Howlett merkte, dass vor allem die härtere Version, der Alley Cat Mix, das Publikum ansprach. Im Dezember 1991 veröffentlichten sie ihre dritte Single Everybody In The Place und im November 1992 kam das Album Experience.

Da die Rave-Szene mehrfach totgesagt wurde, wollte Howlett einiges ändern. Unter dem Pseudonym Earthbound (so heißt Liams Tonstudio) veröffentlichte Liam ihre neue Single One Love, mit der er eine neue Ära für Prodigy begann.

[Bearbeiten] Music for the Jilted Generation

Da die Leute aber mit breiter Mehrheit sehr angetan von dem neuen Sound waren, hatte Liam nun die Möglichkeit, 1994 auf dem neuen Album Music for the Jilted Generation sehr viel zu experimentieren, was er dann auch tat: die CD enthielt viele harte Breakbeats, Jazz-Funk Grooves, mechanische Gitarren, einen einfach nur harten Dance-Track (No Good (Start The Dance)) und mit dem Lied Poison eine Rückkehr zum Hip-Hop, wobei auch gleichzeitig zum ersten Mal Maxims Gesang verwendet wurde. Dies erweiterte die musikalischen Möglichkeiten der Band noch um ein Weiteres.

Das Album schoss in den britischen Charts von Null auf Eins und wurde über 1.000.000 Mal verkauft. Aufgrund dieses Erfolgs folgten Auftritte in der ganzen Welt und sie gewannen den MTV Award als „Bester Dance Act“.

1995 tourte die Band von Festival zu Festival, wobei sie in Glastonbury die „größte Show auf Erden“ (so die Veranstalter) hatten.

[Bearbeiten] The Fat Of The Land

Im April 1996 kam die Single Firestarter, ein Big-Beat Track, mit Keith Flint als Sänger heraus. Der Rhythmus wurde dieses mal allerdings von einem externen Produzenten programmiert. Als das Video zum ersten Mal in der Musikshow Top of the Pops gezeigt wurde, musste der Sender BBC einem Ansturm von Beschwerdebriefen entrüsteter Eltern standhalten, die sich über den „schändlichen“, „spöttischen“ und „provozierenden“ Text und die Verhaltensweise Flints beschwerten und sich fragten, warum das Video überhaupt am frühen Abend gezeigt werden darf.

Die Single verkaufte es sich in weniger als 6 Wochen über 750.000 Mal. Mit der Single Breathe bestätigte die Gruppe im November 1996 ihren Erfolg und schaffte damit den endgültigen Durchbruch. Bis heute ist es die erfolgreichste Singleauskopplung der Band. Erst am 30. Juni 1997 veröffentlichte The Prodigy ihr drittes Album The Fat Of The Land mit 10 Titeln, das in 27 Ländern Platz 1 der Charts belegte und für das sie wiederum weltweit Mehrfach-Platin bekamen. Das Album war das meistverkaufte Album im Jahr 1997. Im Mai begann dann eine Mammutwelttournee über 5 Kontinente, welche bis zum Sommer 1999 andauern sollte. Unter anderem traten sie im September 1997 vor 250.000 begeisterten Menschen auf dem roten Platz in Moskau auf, wo mit Hilfe vom Musiksender MTV ein beeindruckendes Konzert aufgezeichnet wurde. Im Jahre 1998 verschlug es die Band in den Inselstaat Bahrain, wo sie nach eigenen Angaben das beste Konzert ihrer Bandgeschichte gaben.

Ende 1997 sorgte die Auskopplung Smack My Bitch Up (Regie Jonas Åkerlund) für Furore: das Video wurde in den USA und England sowie in anderen Staaten verboten, da es Drogen-, Sex- und Gewalt-Exzesse visualisierte. Mastermind Liam Howlett ließ aufgrund der vielen Proteste danach verlauten, dass es kein viertes Album mehr geben werde. Es folgte eine 7 Jahre lange Durststrecke ohne aufbrausende Musik von The Prodigy.

[Bearbeiten] The Dirtchamber Session

Dieses „Tribut Album“ produzierte Liam ursprünglich für eine Sendung des britischen BBC Radio 1 namens Breezeblock, bei der verschiedene „Stars“ des Musikgeschäfts einen Mix aus ihren persönlichen Lieblingsliedern 50 Minuten lang live auflegten. Liam vermischte Samples aus 50 verschiedenen Songs (von The Chemical Brothers bis zu den Beatles). Weil Liam und den Zuhörern dieser Mix so gut gefiel, veröffentlichte er ihn 1999 auf einer CD unter dem Namen The Dirtchamber Session Vol. 1. Eine Fortsetzung dieser Reihe wird es sehr wahrscheinlich nicht geben.

[Bearbeiten] Solo-Karrieren

Im Jahre 2001 starteten Maxim und Leeroy ihre eigene Solo-Karriere und veröffentlichten jeweils eine eigene Single. Die Singles waren der erste Hinweis auf eine mögliche bevorstehende Trennung der Band; Leeroy gab im April 2001 das Ausscheiden aus der 4er-Konstellation bekannt, wünschte den anderen alles Gute und widmete sich nun unter dem Alias-Namen „Flightcrank“ endgültig seiner Solo-Performance.

Das ganze Prozedere tat Liams Tatendrang keinen Abbruch: 2002 trat die Band zu dritt bei mehreren Festivals in Europa auf und präsentierte etwa zur gleichen Zeit ihren neuen Song Baby's Got A Temper.

[Bearbeiten] Always Outnumbered, Never Outgunned

2004 erschien das vierte Album von The Prodigy. Es trägt den Titel Always Outnumbered, Never Outgunned. Nachdem 2002 die zwischengeschobene Single Baby's Got A Temper erschien und von Kritikern zerrissen wurde, merkte die Band, dass sie nicht ein zweites Fat of the Land herausbringen konnten. Die Band, besonders Liam Howlett, hatte eine Schaffenskrise. Maxim und Flint waren bei der Produktion nicht mehr mit von der Partie, dafür aber Gäste wie Kool Keith, Liam Gallagher (Oasis) und Princess Superstar. Jedoch blieben Maxim und Keith Flint ein fester Bestandteil der Live-Shows.

Nachdem The Prodigy Ende 2004 und 2005 wieder auf Tour gingen, erschien im September 2005 ein Album mit dem Titel Their Law - The Singles 1990–2005. Darauf befinden sich die größten Hits der Band, von Out of Space über No Good (Start The Dance) bis hin zu Firestarter und Girls. Dem Album liegt auch eine limitierte Bonus-CD bei, die Remixe, seltene Stücke und Live-Versionen enthält.

[Bearbeiten] Back to Mine

Anfang 2006 erschien ein Mix-Album von Liam Howlett als Teil 23 der Back to Mine-Serie, bei der verschiedene Künstler ihre Lieblingslieder als Zusammenstellung preisgeben.

[Bearbeiten] Neues Album

Ein neues Album sollte ursprünglich 2007 erscheinen, in einem Interview im April 2008 sagte Howlett, dass es noch in diesem Jahr erscheinen soll.[1] Die neueste Veröffentlichung ist das Stück Shadow Of The Devil, das als Titelmusik des XBOX 360-Rennspiels Project Gotham Racing 4 erschien.


[Bearbeiten] Diskografie

alle erschienen auf XL-Recordings außer "Back to Mine"

[Bearbeiten] Studioalben

4. Oktober 1992: Experience
14. Juli 1994: Music For The Jilted Generation
30. Juni 1997: The Fat Of The Land
23. August 2004: Always Outnumbered, Never Outgunned

[Bearbeiten] Kompilationen

22. Februar 1999: Prodigy Present The Dirtchamber Sessions Volume One
14. Oktober 2005: Their Law – The Singles 1990–2005
21. Februar 2006: Back To Mine (kein Prodigy-Album sondern nur Lieblingssongs von Liam Howlett)

[Bearbeiten] Singles (CDs oder Vinyl)

Februar 1991: What Evil Lurks
12. August 1991: Charly
Dezember 1991: Everybody In The Place
7. September 1992: Fire/Jericho
9. November 1992: Out Of Space
29. März 1993: Wind It Up (Rewound)
4. Oktober 1993: One Love
16. Mai 1994: No Good (Start The Dance)
August 1994: Voodoo People
6. März 1995: Poison
9. April 1996: Firestarter
11. November 1996: Breathe
10. November 1997: Smack My Bitch Up
1. Juni 2002: Baby's Got A Temper
30. August 2004: Girls
1. November 2004: Hotride
11. April 2005: Spitfire
7. Oktober 2005: Voodoo People (Pendulum Remix)/Out Of Space (Audio Bullys Remix)

[Bearbeiten] Quellen

  1. http://www.self-titledmag.com/2008/04/07/qa-with-liam-howlett-of-the-prodigy-interview-by-andrew-parks/
  • unknown author, A description of rave (Village Voice, 1993)
  • Stuart Coles, Prodigy – An illustrated biography (London, 1997)
  • Jay Strongman, Rave culture '99 (Dischord, 1999)

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge