Umag

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Dieser Artikel behandelt den kroatischen Küstenort Umag; zur deutschen Monatszeitschrift siehe uMag.
Umag
Umago
Wappen von UmagUmago
Umag (Kroatien)
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45.43357513.5172166666670Koordinaten: 45° 26′ 1″ N, 13° 31′ 2″ O
Basisdaten
Staat: Kroatische Flagge Kroatien
Gespanschaft: Flagge der Gespanschaft Istrien Istrien
Höhe: m. i. J.
Fläche: 83 km²
Einwohner: 13.467 (2011)
Bevölkerungsdichte: 162 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+385) 052
Postleitzahl: 52 470
Kfz-Kennzeichen: PU
Bootskennzeichen: UM
Struktur und Verwaltung
(Stand: 2013, vgl.)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Vili Bassanese (SDP)
Postanschrift: Giuseppe Garibaldija 6
52 470 Umag
Umago
Webpräsenz:
Umag Kirche.jpg
Ansicht von Umag
Umago

Umag (italienisch Umago, deutsch veraltet: Humag, lateinisch Humagum) ist eine kroatische Kleinstadt mit Hafen an der Nordwest-Küste Istriens in der Region Buje, nur wenige Kilometer von der kroatisch-slowenischen Grenze entfernt. Es ist ein bekanntes Geschäfts- und Fremdenverkehrszentrum und 40 km von Triest, 150 km von Ljubljana und 50 Seemeilen von Venedig entfernt.

Touristisch gesehen ist das Hinterland von Umag für viele noch unbekanntes Gebiet, das sich zwischen den istrischen Flüssen Dragonja und Mirna erstreckt und von der Savudrijer Riviera, der Umager Riviera und der Novigrader Riviera umgeben ist.

Die Strände in Umag und in der Umgebung der Stadt sind nicht, wie man es normalerweise vermuten würde, Sandstrände, Kiesstrände oder Felsstrände, sondern großteils betonierte Vorsprünge, die bis ins Meer ragen. Abschnittsweise gibt es auch zierliche Kies- und Felsstrände, die aber eher eine Ausnahme bilden.

Seit 1990 findet dort auch ein ATP-Tennisturnier, die Croatia Open, statt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Umag wurde erstmals im 7. Jahrhundert von einem unbekannten Bürger aus Ravenna erwähnt, jedoch hat die Stadt schon zu römischen Zeiten existiert. Dafür sprechen zahlreiche römische Relikte, wie eine Villa rustica, die überall an der Küste entdeckt wurden. Die Geschichte der Stadt ist eng verbunden mit der Siedlung Sipar, deren Ruinen sich an einer Meeresengstelle sechs Kilometer nördlich von Umag befinden. Im 9. Jahrhundert wurde die Sipar-Siedlung durch einfallende Neretva Piraten zerstört. Dennoch wuchs Umag nach diesem Ereignis weiter, was auf die Insellage, die nur durch einen schmalen Kanal vom Festland getrennt ist, zurückzuführen ist. Dieser strategische Vorteil ermöglichte eine effektive Verteidigung der Insel, und die zahlreiche Angriffe konnten abgewehrt werden. Nach der römischen Zeit, die durch Wohlstand und Wachstum gekennzeichnet war, folgte eine Zeit der Unsicherheit, eben auch ausgelöst durch ständige Angriffe, aber auch Seuchen wie Malaria und Cholera, was zu einer starken Bevölkerungsabnahme führte. Umag wurde schließlich Teil des Königreiches Odoacre, Theodoric und wurde ebenfalls von den Langobarden regiert.

Vom 6. bis zum 8. Jahrhundert geriet Umag unter byzantinische Herrschaft, später dann unter die der Langobarden (751) und der Franken (774). Wiederum wechselten sich die Herrscher rasch ab, unter anderem die Erzväter von Grado und Aquileia und dann die Bischöfe von Triest. Später, mit dem Aufstieg Venedigs, welche ganz Istrien kontrollieren wollte, mussten Umag und andere Städte ihre Treue Venedig zusagen. Dazu kam es 1269, wobei der Bund bis 1797 andauerte. Venedig ernannte dabei adlige Einwohner als Statthalter von Umag. Diese Zeit war jedoch nicht friedlich.

Der seit Jahrhunderten andauernde Streit mit Genua brachte Leid und Zerstörung über die Stadt. Die genuese Seemacht griff die Stadt 1370 an und zerstörte dabei das Stadtarchiv. In der folgenden Zeit kam es erneut durch Seuchen zu einer Abnahme der Bevölkerung, was die Herrscher in Venedig dazu veranlasste, Siedler in das Gebiet zu senden. Dabei sollten vor allem Gebiete gestärkt werden, die durch türkische Invasionen bedroht waren. Während der Jahrhunderte in Abhängigkeit von Venedig war die Wirtschaft Umags von Landwirtschaft bestimmt. Der Hafen von Umag diente dazu, landwirtschaftliche Erzeugnisse aus dem Hinterland zu verschiffen. Bis zum Zusammenbruch Venedigs war Umag eine gewöhnliche istrische Stadt, deren kommunale Herrschaft im Vertrag von 1541 garantiert wurde.

Mit dem Ende der Republik Venedig wurden Umag sowie die gesamte östliche Adriaküste französisch. Dies änderte sich erst 1815, als das Gebiet bis 1918 an Österreich-Ungarn fiel. Nach der k.u.k. Volkszählung 1900 lebten in Umag 2750 Italiener, jedoch keine Slowenen oder Kroaten. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Istrien Teil Italiens. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zur Einführung des Freien Territoriums Triest, wobei Umag Teil davon wurde und von der jugoslawischen Armee regiert wurde. Schließlich wurde Umag Teil der Sozialistischen Republik Kroatiens, innerhalb der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawiens.

Im Jahr 1993 wurde Umag nach der Einführung der lokalen Verwaltung eine unabhängige Gemeinde (općina); 1997 erhielt sie dann die Status einer Stadt (grad).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die natürlichen Gegebenheiten der Region haben einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung. So kam es nach dem 2. Weltkrieg aufgrund der Lage zu einem erheblichen Wachstum der Tourismusbranche, die seitdem immer stärker wird. Auch führt die Nähe zu den westeuropäischen Märkten und Zentren zu einer weiteren Verbesserung der Wirtschaftslage, wobei vor allem die Landwirtschaft weiterhin sehr wichtig ist. Der sehr fruchtbare Boden der Region dient auch zum Anbau von Erzeugnissen, die typisch für die Mittelmeerregion sind, wie Oliven und Wein.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Umag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien