Poreč
| Poreč Parenzo |
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| Basisdaten | ||
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| Staat: | ||
| Gespanschaft: | ||
| Höhe: | 0 m. i. J. | |
| Fläche: | 139 km² | |
| Einwohner: | 17.460 (2001) | |
| Bevölkerungsdichte: | 126 Einwohner je km² | |
| Telefonvorwahl: | (+385) 052 | |
| Postleitzahl: | 52 440 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PU | |
| Bootskennzeichen: | PO | |
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2009, vgl.) |
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| Gemeindeart: | Stadt | |
| Bürgermeister: | Edi Štifanić (IDS/DDI) | |
| Postanschrift: | Obala maršala Tita 5 52 440 Poreč Parenzo |
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| Webpräsenz: | ||
Die Stadt Poreč [ˈpɔrɛtʃ] (ital. Parenzo, lat. histor. Parens oder Parentium, deutsch histor. Parenz) ist neben Rovinj und dem urbanen Zentrum Pula die bedeutendste Küstenstadt an der Westküste der Halbinsel Istrien in Kroatien und hat 17.460 Einwohner (Stand 2001). Das wohl bedeutendste Bauwerk Porečs ist das Bischofsgebäude mit der Euphrasius-Basilika, das von der UNESCO in das Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Die Stadt ist außerdem Sitz der katholischen Diözese Poreč-Pula.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie und Wirtschaft [Bearbeiten]
Poreč liegt auf einer schmalen Halbinsel, die durch die vorgelagerte kleine Insel Sveti Nikola (St. Nikolai) geschützt wird. Es bildet zusammen mit angrenzenden und zum Teil eingegliederten Gemeinden das größte und vom Angebot her vielfältigste Touristenzentrum Istriens. In den Sommermonaten steigt die Einwohnerzahl auf 70.000, in der übrigen Zeit leben etwa 10.500 Menschen (2005) in der Stadt.
Die bei genügender Bewässerung sehr fruchtbaren Roterdeböden in der Umgebung von Poreč werden landwirtschaftlich sehr intensiv genutzt. Es wird Obst, Gemüse, vor allem aber Wein kultiviert. Die alten bodenständigen Sorten wie der gelbe bis grünlichgelbe Malvasier und der rote Teran werden immer häufiger moderneren Reben geopfert. Nördlich von Poreč, in der Gegend von Tar-Vabriga, wird ein qualitativ hochwertiges Olivenöl erzeugt.
Poreč war 1902–1935 vorläufiger Endpunkt der Lokalbahn Triest–Parenzo zur besseren verkehrstechnischen Anbindung ans Hinterland, heute dient diese 153 km lange Trasse nur noch als beliebter Radwanderweg.
Geschichte [Bearbeiten]
Die Gegend war schon sehr früh besiedelt wie Funde aus dem Neolithikum sowie der Bronzezeit belegen. Um 800 v. Chr. siedelte der illyrische Stamm der Histrier in diesem Gebiet, wahrscheinlich entstand in dieser Zeit auch der erste geschützte Hafen. Das Siedlungszentrum der Histrier, die der Halbinsel auch ihren Namen gaben, lag in Nesactium, in der Nähe von Pula.
Um 100 v. Chr. gelang es den Römern, die Histrer zu besiegen. In Poreč legten sie ein befestigtes Lager (castrum) an, in dessen Nähe sich eine römische Zivilsiedlung (oppidum) sehr schnell entwickelte und schließlich unter Kaiser Tiberius den Rang einer Kolonie (Colonia Iulia Parentium) erhielt. Die planmäßige Anlage mit den beiden Hauptstraßen Decumanus und Cardo Maximus sowie dem im Zentrum liegenden Forum ist in ihren Grundzügen bis heute erhalten.
Nach der Völkerwanderung geriet Poreč von 539 n. Chr. an für etwa 250 Jahre unter oströmische Herrschaft. Aus dieser Epoche stammt das wohl berühmteste Bauwerk der Stadt, die Euphrasius-Basilika. Sie wurde vom Bischof der frühen Christengemeinde, Euphrasius, gegründet. Die UNESCO erklärte die Kirche und ihre Nebengebäude 1997 zum Weltkulturerbe.
Wechselnde, zum Teil unklare und umstrittene Besitzverhältnisse kennzeichnen die nächsten Jahrhunderte, bis Venedig 1267 die Stadt einnahm und bis zum Ende der Dogenrepublik 1797 in ihrem Besitz hielt. Der heutige Baubestand entstand im Wesentlichen während dieser Zeit, doch wurde durch Bombardements im Zweiten Weltkrieg sehr viel zerstört.
1354 hat eine genuesische Flotte Poreč eingenommen, geplündert und angezündet. Auch die Gebeine des Stadtpatrons St. Maurus wurden geraubt. 1440 war die Stadt von einem schweren Erdbeben betroffen, bei dem u. a. die Basilika beschädigt wurde.
Häufige Pestepidemien entvölkerten Poreč jedoch immer mehr, so dass die Stadt gegen Ende des 17. Jahrhunderts kaum mehr als 100 Einwohner zählte.
Im 18. Jahrhundert und während der österreichischen Herrschaft seit 1797 bzw. 1815 erholte sich Poreč sowohl wirtschaftlich als auch bevölkerungszahlenmäßig, allerdings war das Übergewicht der Italiener in jener Zeit noch größer als in den vorangegangenen Epochen. Dazu trugen nicht zuletzt auch Entscheidungen des in Poreč tagenden istrischen Landtags bei. Das von der italienischen Oberschicht beherrschte Parlament bevorzugte einseitig das Italienische als Schulsprache in allen istrischen Städten, so auch in Poreč. In der Verwaltung war Kroatisch lange Zeit gar nicht zugelassen. Die österreichische Volkszählung des Jahres 1900 ermittelte für Poreč 3390 Bürger italienischer und 13 slowenischer Muttersprache, während Kroaten überhaupt nicht vertreten waren.
Nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie 1918 war Poreč bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Teil Italiens. 1944 gab es einen schweren Luftangriff der Alliierten. 1945 rückten die jugoslawischen Partisanen in die Stadt ein, was mit der Flucht und Vertreibung vieler italienischer Bewohner einherging. Im Pariser Friedenskonferenz 1946 wurde Jugoslawien im Besitz ganz Istriens und damit auch Porečs bestätigt. Die Stadt wurde der Teilrepublik Kroatien zugeschlagen.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Die bekannteste Sehenswürdigkeit von Poreč ist wohl die Euphrasius-Basilika und der sie umgebende Komplex kirchlicher Bauten (Baptisterium, Bischofspalast u. a.).
Der Trg Marafor (Forumsplatz), der ursprünglich aus der Römerzeit Forum Romanum hieß [1], ist ein kleiner Platz mit Resten römischer Tempel. Die ursprüngliche römische Bepflasterung blieb erhalten und ist an einigen Stellen sichtbar.
Sehenswerte Beispiele später romanischer Architektur sind das Kanonikerhaus, im 13. Jahrhundert errichtet, sowie das Haus der zwei Heiligen, im 14. und 15. Jahrhundert erbaut. Letzteres wurde nach zwei Heiligenbildern an der Außenwand benannt.[1]
Ein weiteres Bauwerk im romanischen Stil ist das Romanische Haus. Es wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Markant für das Gebäude ist der hervortretende Holzbalkon. Des Weiteren besitzt es ein Biforium und eine monolithische Archivolte.[1]
Das Palais Polezini und das Palais Sinčič sind zwei spätgotische Adelssitze. In letzterem befindet sich das Heimatmuseum der Poreština, mit prähistorischer und Antikensammlung.
Der Runde Turm aus dem späten 15. Jahrhundert [1] ist ein Rest der mittelalterlichen Stadtbefestigung.
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Poreč, romanisches Haus mit Biforium und Holzbalkon
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Mosaik über dem Portal zur Euphrasius-Basilika in Poreč
Strände auf dem Gebiet der Stadt Poreč [Bearbeiten]
Sport [Bearbeiten]
Der Handballverein RK Poreč trägt seine Heimspiele in der anlässlich der Handball-Weltmeisterschaft der Herren 2009 errichteten Športska dvorana Žatika aus.
Volksfeste [Bearbeiten]
In Poreč werden mehrere Volksfeste gefeiert. Der Tag der Stadt Poreč am 30. April ist ein Feiertag, an dem sportliche und kulturelle Veranstaltungen sowie Unterhaltungsprogramme stattfinden. Mandalenjina am letzten Sonntag im Juli ist ein traditionelles Volksfest und eine religiöse Feier zu Ehren der Heiligen Magdalena in Višnjan. Rokova am 16. August ist ebenfalls ein Volksfest und eine religiöse Feier anlässlich des Feiertages Sveti Rok (dt.: Sankt Rochus), dem Beschützer des Ortes Nova Vas. Mavrova am 21. November ist eine religiöse Feier in den Kirchen Porečs anlässlich des Feiertages St. Mauro, dem Schutzpatron der Stadt. An diesem Tag finden auf dem Trg Slobode (Platz der Freiheit) Sportveranstaltungen und Unterhaltungsprogramme statt.[1]
Städtepartnerschaft [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Milan Prelog: Poreč. Grad i spomenici. Beograd 1957.
- Egmont Strigl: Istrien entdecken. Unterwegs zwischen Poreč, Pula und Opatija. Berlin 2004. ISBN 3-89794-048-5
- Antun Travirka: Istrien – Geschichte, Kultur, Künstlerisches Erbe. Zadar 2006. ISBN 953-179-468-5
- Pavanello, Giuseppe (Hrsg.): Istria città maggiori. Capodistria, Parenzo, Pirano, Pola. Opere d’arte dal Medioevo all’Ottocento. Trieste 2001.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- Tourismusverband Porec - Offizielle Webseite
- Fotografien aus Poreč
- Illustration von Daniel Meisner von 1625: Parens. Der recht thũt, wirds einmahl finden (Digitalisat der ULB Düsseldorf)
Städte: Buje | Buzet | Labin | Novigrad | Pazin | Poreč | Pula | Rovinj | Umag | Vodnjan
Gemeinden: Bale | Barban | Brtonigla | Cerovlje | Fažana | Funtana | Gračišće | Grožnjan | Kanfanar | Karojba | Kaštelir-Labinci | Kršan | Lanišće | Ližnjan | Lupoglav | Marčana | Medulin | Motovun | Oprtalj | Pićan | Raša | Sveta Nedelja | Sveti Lovreč | Sveti Petar u Šumi | Svetvinčenat | Tar-Vabriga | Tinjan | Višnjan | Vižinada | Vrsar | Žminj