Rovinj

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Rovinj
Rovigno
Rovinj (Kroatien)
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45.08273333333313.6331750Koordinaten: 45° 4′ 58″ N, 13° 37′ 59″ O
Basisdaten
Staat: Kroatische Flagge Kroatien
Gespanschaft: Flagge der Gespanschaft Istrien Istrien
Höhe: m. i. J.
Fläche: 79 km²
Einwohner: 14.234 (2001)
Bevölkerungsdichte: 180 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+385) 052
Postleitzahl: 52 210
Kfz-Kennzeichen: PU
Bootskennzeichen: RV
Struktur und Verwaltung
(Stand: 2007 veraltet, vgl. 2009)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Giovanni Sponza (IDS/DDI)
Postanschrift: Matteottijev trg 2
52 210 Rovinj
Rovigno
Webpräsenz:
Rovinj2007.jpg
Ansicht von Rovinj
Rovigno

Rovinj [ˈrɔʋiɲ] (it. Rovigno, istriot. Ruvèigno, dt. veraltet Ruwein) ist eine Stadt in Kroatien an der Westküste der Halbinsel Istrien. Sie hat 14.234 Einwohner (Stand: 2001), davon gehören 16,74 % der italienischen Minderheit an.

Im Westen und Südwesten ist die Stadt vom Adriatischen Meer umgeben, im Norden vom Limski-Kanal. Im Osten liegt der Vorort Rovinjsko Selo und etwa 25 Kilometer weiter die Stadt Kanfanar. Im Südosten liegt der Vorort Kokuletovica und etwa 9 Kilometer weiter die Gemeinde Bale.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Geschichtlich wurde Rovinj erstmals im 5. Jahrhundert als Castrum Rubini erwähnt und war erst Teil von Byzanz, bevor es zunächst von Langobarden, dann von Franken beherrscht wurde. Ab 1283 zu Venedig gehörend, erlebte Rovinj eine kurze Blütezeit und war dann Teil des Reiches der Habsburger. Nach dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns fiel Rovinj mit Istrien an Italien. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es 1947 an Jugoslawien bzw. zur Teilrepublik Kroatien, die seit 1991 unabhängig ist.

Die abwechslungsreiche Geschichte hat das Stadtbild Rovinjs stark geprägt. Die auf einem ins Meer ragenden Hügel erbaute Altstadt mit ihren verwinkelten Gässchen mit ihrem romanisch-gotischen Stadtbild verfügt über zahlreiche Elemente aus Renaissance, Barock und neoklassizistischen Bauten.

Kirche Sveta Eufemija[Bearbeiten]

Sveta Eufemija - Altar

Überthront wird die Altstadt von der Kirche Sveta Eufemija (Hl. Euphemia) aus dem 18. Jahrhundert. Wahrzeichen der Stadt ist der auf dem höchsten Punkt der ehemaligen Insel stehende Kirchturm, dessen Vorbild der Campanile in Venedig ist.

Euphemia war eine Märtyrerin zur Zeit des Kaisers Diokletians. Der Legende nach taten ihr die wilden Tiere, denen sie zum Fraß vorgeworfen worden war, nichts zuleide. Sie musste durch einen Dolchstoß getötet werden. Der Sarkophag mit ihren Gebeinen wurde in Byzanz aufbewahrt, verschwand jedoch in den Jahren des Bildersturms. Im Jahre 800 soll er auf wundersame Weise bei Rovinj ans Land geschwemmt worden sein. Seit dieser Zeit werden die Gebeine der hl. Euphemia hinter der Kirche von Rovinj in einem Steinsarkophag aufbewahrt. Die Hl. Euphemia wurde zur Schutzpatronin Rovinjs und ganz Istriens.

Meeresbiologische Station[Bearbeiten]

1891 wurde in Rovinj durch das Berliner Aquarium Unter den Linden eine kleine meeresbiologische Station gegründet, die zunächst dem Sammeln von Meerestieren diente, später aber von Bedeutung für die Erforschung der Adria und des Mittelmeers wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg kam die Arbeit der Station zunächst zum Erliegen, bis sie dann unter anderem durch das Wirken der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften als Deutsch-Italienisches Institut für Meeresbiologie zu Rovigno eine neue Blüte erfuhr. Von 1931 bis 1940 war der österreichische Zoologe und Meeresbiologe Adolf Steuer einer der Direktoren des Instituts.

Tourismus und Verkehr[Bearbeiten]

Strand von Zlatni rt mit Blick auf Rovinj

Das malerische Stadtbild, die zahlreichen Strände in der Nähe der Stadt – v. a. am Goldenen Kap (Zlatni rt) – und die günstige Lage für Ausflüge in die nähere Umgebung z. B. zum Limski-Kanal, machen die Stadt zu einem äußerst attraktiven Tourismusziel.

Landschaftlich reizvoll sind auch die der Stadt vorgelagerten 22 Inseln wie die Rote Insel (Crveni Otok), die mit Booten leicht zu erreichen sind und ebenfalls Bade- und Tauchgelegenheiten bieten.

Zahlreiche Restaurants rund um die Hafenpromenade, viele Kneipen sowie die generell für Fahrzeuge gesperrte Innenstadt laden zum Flanieren ein.

Für Radfahrer gibt es einen Radweg (Ausgangspunkt ist der Jachthafen), gut ausgeschildert bis zum Campingplatz Polari – ca. 4 km durch Pinienwälder und vorbei an Badebuchten.

Rovinj hatte einen direkten Bahnanschluss an die Strecke DivačaPula in Kanfanar/Canfanaro. Die eingleisige gut 20 km lange Trasse endete nördlich der Altstadt am Wasser. Sie wurde schon vor vielen Jahren aufgelassen, ist aber auf Satellitenaufnahmen noch deutlich erkennbar – ebenso wie einige Bahnübergänge in der Straßenpflasterung. Ihr Verlauf ist in OpenStreetMap sowie den Bing- und Google-Karten selbst 2012 noch eingezeichnet, wenn auch in letzteren mitunter einige Meter nicht ganz deckungsgleich mit den tatsächlichen Landmarken.

Autofahrer können vom Istrischen Ypsilon aus am Schnittpunkt von A8/A9 über die D303 bequem die letzten 15 km zurücklegen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Rovinj unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Bildgalerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hänsel, Bernhard: Rovinj prije Rima / Rovigno prima dei Romani / Rovinj vor den Römern (Kiel 2002) (zusammen mit K. Mihovilić, B. Terzan, B. Hänsel, D. Matošević, C. Becker).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rovinj – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien