Marktredwitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Marktredwitz
Marktredwitz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Marktredwitz hervorgehoben
50.00305555555612.083055555556529Koordinaten: 50° 0′ N, 12° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Wunsiedel im Fichtelgebirge
Höhe: 529 m ü. NN
Fläche: 49,52 km²
Einwohner:

17.045 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 344 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95615
Vorwahl: 09231
Kfz-Kennzeichen: WUN (wahlweise MAK)[2]Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält KleinbuchstabenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 09 4 79 136
Stadtgliederung: 27 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Egerstraße 2
95615 Marktredwitz
Webpräsenz: www.marktredwitz.de
Oberbürgermeisterin: Birgit Seelbinder (parteilos)
Lage der Stadt Marktredwitz im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge
Martinlamitzer Forst-Süd Meierhöfer Seite Weißenstadter Forst-Süd Weißenstadter Forst-Nord Tröstauer Forst-West Tröstauer Forst-Ost Selber Forst Neubauer Forst-Süd Kaiserhammer Forst-Ost Vordorfer Forst Selb Selber Forst Hohenberger Forst Hohenberger Forst Marktleuthen Thierstein (Fichtelgebirge) Selb Selb Wunsiedel Weißenstadt Tröstau Thiersheim Schönwald (Bayern) Schirnding Röslau Marktredwitz Kirchenlamitz Hohenberg an der Eger Höchstädt im Fichtelgebirge Arzberg (Oberfranken) Bad Alexandersbad Nagel (Fichtelgebirge) Tschechien Landkreis Tirschenreuth Landkreis Bayreuth Landkreis Hof Kaiserhammer Forst-OstKarte
Über dieses Bild

Marktredwitz ist eine Große Kreisstadt im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge.

Der Raum Marktredwitz-Wunsiedel-Waldershof ist das südliche Ballungsgebiet im Landkreis Wunsiedel. Das nahe gelegene Waldershof gehört schon zum Landkreis Tirschenreuth.

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Geographische Lage [Bearbeiten]

Die Stadt liegt in einer Talsenke zwischen Steinwald und Kösseine, etwa 15 Kilometer von der Landesgrenze zwischen Deutschland und Tschechien entfernt.

Nachbargemeinden [Bearbeiten]

In unmittelbarer Nähe der Stadt liegen im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordwesten:

Stadtgliederung [Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Marktredwitz hat 27 amtlich benannte Ortsteile[3]:

Geschichte [Bearbeiten]

Altes Rathaus und St. Bartholomäus-Kirche am Markt
Neues Rathaus
Innenraum der St. Bartholomäus-Kirche

Marktredwitz wurde erstmals im Jahr 1140 urkundlich erwähnt, damals noch als Redwitz (Radewitze). Lokales Adelsgeschlecht war die Familie von Redwitz.[4] Kaiser Ludwig der Bayer übereignete Redwitz 1339 dem Kloster Waldsassen, das jedoch den Flecken bereits ein Jahr später an die Freie Reichsstadt Eger verkaufte. 1788 wurde die Chemische Fabrik Marktredwitz (CFM), eine der ersten chemischen Fabriken überhaupt, gegründet. 1816 kam Redwitz zum Königreich Bayern – im Austausch für die Stadt Vils, die Bayern an Österreich abgab. Der Ort erhielt 1907 das Stadtrecht. Der über Jahrhunderte geführte Markt-Titel wurde am 16. Dezember 1907 Bestandteil des Ortsnamens. Nach zwölf Jahren wurde die Stadt Marktredwitz am 1. Dezember 1919 kreisfrei.[5]

Vor der Erhebung zur Stadt wurde der Ort Markt Redwitz genannt. Die umgangssprachliche Bezeichnung Rawetz geht auf den alten Ortsnamen zurück. Im Laufe der Zeit sind die Städte Marktredwitz und Waldershof durch Baumaßnahmen nahe zusammengerückt und bilden eine Agglomeration mit annähernd 22.000 Einwohnern. Der Raum Wunsiedel-Marktredwitz-Waldershof deckt viele überregionale Aufgabenbereiche ab und hat den Status eines möglichen Oberzentrums.

Im Zuge der Gemeindegebietsreform verlor Marktredwitz am 1. Juli 1972 seinen Status als kreisfreie Stadt wieder und wurde in den Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge eingegliedert. Es ist die größte Stadt im Landkreis. 1985 wurden schwere Umweltschäden auf dem Betriebsgelände der Chemischen Fabrik Marktredwitz (CFM) festgestellt. Insbesondere waren Böden und Gewässer mit Quecksilber belastet. Die Fabrik wurde geschlossen, Betriebsgelände und Umgebung grundlegend saniert. Auf der sanierten Fläche befindet sich heute das Kösseine-Einkaufszentrum (KEC).

Im Jahre 2006 fand in Marktredwitz die grenzüberschreitende Landesgartenschau Marktredwitz-Cheb statt.

Eingemeindungen [Bearbeiten]

Am 1. April 1939 wurden die bis dahin selbständige Gemeinde Dörflas bei Marktredwitz und Teile der Gemeinde Oberredwitz eingegliedert; am 1. Juli 1972 kam Leutendorf hinzu.[6] Die Gemeinde Thölau wurde am 1. Juli 1974, Korbersdorf am 1. Januar 1975 und Wölsau am 1. Januar 1976 eingegliedert. Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Lengenfeld bei Großschlattengrün folgten am 1. Juli 1976, Wölsauerhammer und Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Haid mit damals weniger als 50 Einwohnern am 1. Januar 1977. Brand bei Marktredwitz und Lorenzreuth wurden am 1. Januar 1978 eingemeindet.[7]

Politik [Bearbeiten]

Stadtrat [Bearbeiten]

Der Stadtrat hat 24 Mitglieder:

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Städtepartnerschaften [Bearbeiten]

Kirchen [Bearbeiten]

  • Annakirche jetzt Heilig Geist (Oberredwitz)
  • St. Bartholomäus
  • Theresienkirche
  • St. Josef
  • Auferstehungskirche (Pfaffenreuth)

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Altstadt, Egerstraße

Museen [Bearbeiten]

Im Egerland-Kulturhaus in der Fikentscherstraße befindet sich das Egerland-Museum. Seit 1946 werden dort Andenken an das Egerland gesammelt. Es stellt aus: Volkskultur und Gewerbe des Egerlandes (heute Cheb, Tschechien), Porzellan, Glas, Schmuck, Zinn, Trachten und Hausindustrie. Seit 2000 kam ein großzügiger Anbau und eine Multimedia-Abteilung dazu.

Im Neuen Rathaus, das 1794 als Wohnhaus des Fabrikanten W. C. Fikentscher im klassizistischen Stil erbaut wurde, befindet sich das sogenannte Goethezimmer. Hier wohnte Johann Wolfgang von Goethe während seines Besuchs in Marktredwitz vom 13. bis 18. August 1822. Im Goethezimmer sind Gemälde und andere Gegenstände ausgestellt, die an den Besuch des berühmten Gastes erinnern.

Historische Bauwerke [Bearbeiten]

Baudenkmäler [Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Marktredwitz

Sport [Bearbeiten]

Marktredwitz besitzt ein Hallenbad (Deutschlands erstes Ozon-Hallenbad) und ein Freibad, das im Rahmen der Bauarbeiten zur Landesgartenschau Marktredwitz-Cheb 2006 saniert wurde. Etliche Turn- und Sporthallen sowie Sportplätze runden das Programm zur sportlichen Betätigung ab. Mit der Wiedereröffnung des Auenparks am 24. Mai 2007 bietet die Stadt ein weiteres Naherholungsgebiet in zentraler Innenstadtlage.

Der älteste Verein von Marktredwitz ist die Schützengesellschaft 1551 e. V., die 2001 ihr 450jähriges Bestehen feierte. Die Turnerschaft 1887 e. V. ist der mitgliederstärkste Verein der Stadt und bietet neben diversen Sportarten auch ein Amateurtheater und eine Faschingsgilde an. Die Karnevalsgesellschaft Narhalla Rot-Weiß Marktredwitz e. V. nimmt mit ihren Garden, ebenso wie die Faschingsgilde Marktredwitz-Dörflas, regelmäßig an Turnieren des Fastnacht-Verbands Franken teil. Ein breites Angebot unterschiedlicher Sportarten bietet der SV 04 Marktredwitz e. V., in den 2006 der ehemalige Tennisclub Grün-Weiß Marktredwitz e. V. als neue Abteilung aufgenommen wurde. Das Sportangebot rundet der FC Wacker 2004 e. V., ein Nachfolgeverein des Traditionsclubs SC Wacker Marktredwitz von 1913, ab. Der Motorsportclub Marktredwitz e. V. bietet den Freunden des Automobil-, Kart- und Motorradsports Raum.

Die Ortsgruppe Marktredwitz des Deutschen Alpenvereins (DAV) Sektion Greiz bietet von September bis Mai an der Kletterwand in der Dörflaser Turnhalle ein reichhaltiges Angebot an Kursen sowie die Möglichkeit, sich über den Winter an den „Berg“ zu begeben.

Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]

Vom alljährlichen Maibaumaufstellen über das Volks- und Schützenfest zum Siedlerfest, das zur Marktredwitzer Kirwa (Kirchweih) Ende August stattfindet, ist das ganze Jahr etwas geboten. Einen besonderen Status genießt das Altstadtfest, das immer Mitte Juli abgehalten wird. Viele Marktredwitzer und auch Gäste von außerhalb nehmen an diesem traditionellen Fest teil.

Alle zwei Jahre findet am ersten Septemberwochenende der Egerlandtag, das Bundestreffen der Egerländer, und seit 1988 jährlich das zweitägige Rock-, Punk- und Metal-Festival Sticky Fingers am Naherholungsgebiet Weidersberg statt.

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Wirtschaft [Bearbeiten]

Marktredwitz ist das wirtschaftliche Zentrum des Landkreises Wunsiedel. Einer der wichtigsten Betriebe mit Sitz in Marktredwitz ist die Edeka Handelsgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen mbH, Sparte Diska. Marktredwitz ist weiterhin einer der Hauptstandorte der CeramTec AG in Deutschland, die hier mit den Geschäftsbereichen Chemietechnik, Elektronik und Medizintechnik vertreten ist und Komponenten aus Technischer Keramik fertigt. Des Weiteren befindet sich hier der Sitz der Scherdel GmbH, ein international tätiges Unternehmen der Automobilzulieferindustrie. Mit den Stammwerken in Marktredwitz und der nahen Umgebung (ca. 20 km) ist es der größte Arbeitgeber von Marktredwitz.

Verkehr [Bearbeiten]

Straße [Bearbeiten]

Marktredwitz hat einen direkten Anschluss an die A 93 HofRegensburg. Die B 303 und die B 15 durchlaufen den Ort.

In den zur Zeit laufenden Planungen um eine Autobahn durch das Fichtelgebirge Fichtelgebirgsautobahn wird auch eine Streckenführung bei Marktredwitz (Ausbau der B 303 zur Bundesautobahn) geprüft. Sollte diese Streckenführung den Zuschlag bekommen, entstünde bei Marktredwitz ein Autobahnkreuz zwischen der A 93 und der Fichtelgebirgsautobahn.

ÖPNV [Bearbeiten]

Marktredwitz ist, teilweise bedingt durch die weiterführenden Schulen, zentraler Knotenpunkt für alle regionalen Buslinien des südlichen Landkreises Wunsiedel und des nördlichen Landkreises Tirschenreuth. Darüber hinaus verfügt Marktredwitz über eine gut funktionierende Stadtbuslinie.

Schiene [Bearbeiten]

Bahnhofsplatz

Der Bahnhof Marktredwitz ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und Umschlagbahnhof für den kombinierten Verkehr Schiene/Straße. An ihm treffen sich die Bahnstrecken Nürnberg–Cheb und Regensburg–Hof, über die direkte Zugverbindungen nach Cheb, Dresden, Gera, Hof, Lindau, München, Nürnberg, Regensburg, Schwandorf und Weiden bestehen.

Luft [Bearbeiten]

Die Stadt Marktredwitz befindet sich in zentraler Lage zwischen wichtigen deutschen und tschechischen Flughäfen. In einer halben bis zwei Stunden lassen sich die Flughäfen von Eger (20 km; wieder eröffnet am 19. August 2010), Hof-Plauen (50 km), Karlsbad (75 km), Nürnberg (125 km), Leipzig-Altenburg (145 km), Leipzig-Halle (200 km) und München (245 km) erreichen.

Medizinische Versorgung [Bearbeiten]

Neben vielen niedergelassenen Ärzten der Allgemeinmedizin sind in Marktredwitz auch Fachärzte verschiedener Bereiche ansässig. Mit dem Klinikum Fichtelgebirge, welches in die beiden Häuser Marktredwitz und Selb aufgegliedert ist, hat Marktredwitz ein leistungsfähiges Klinikum der Versorgungsstufe III.

Bildung [Bearbeiten]

  • Grundschule
  • Alexander-von-Humboldt-Mittelschule (seit Schuljahr 2010/2011 wurde aus der Haupt- eine Mittelschule)
  • Fichtelgebirgsrealschule
  • Otto-Hahn-Gymnasium
  • Fachoberschule Marktredwitz (seit September 2008)
  • Berufsoberschule Marktredwitz (seit September 2011)
  • Berufsschule
  • Städtische Sing- und Musikschule
  • Erich-Kästner-Schule (sonderpädagogisches Förderzentrum)
  • Lebenshilfeschule
  • Krankenpflegeschule am Klinikum Fichtelgebirge
  • Städtische Bibliothek

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Ehrenbürger [Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Marktredwitz

Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben [Bearbeiten]

  • Georg August Fikentscher (1790–1864), Dr. med., Stadtphysikus und Gründer der Kaltwasserheilanstalt in Alexandersbad (1838)
  • Reinhard Scheer (1863–1928), Admiral in der Kaiserlichen Marine, starb hier.

Literatur [Bearbeiten]

  • Bernhard Leutheußer: Marktredwitz im Industriezeitalter. Von der Gründung der „Chemischen Fabrik“ bis zum Beginn des Dritten Reiches 1788–1933. ASF Akademie Steinwald-Fichtelgebirge e. V. Marktredwitz. ISBN 3-939037-00-1.
  • Gerhard Bayerl, Manfred Schultes, Bernhard Setzwein: Brücke zwischen West und Ost / Most mezi Vychodem a Západem. Marktredwitz (Bild-Text-Band). Buch- und Kunstverlag Oberpfalz, Amberg 2005, tschech. Übersetzung: Václav Maidl, ISBN 3-935719-30-2 (= 1. Ausgabe); Brücke zwischen West und Ost / A Bridge between West and East. Marktredwitz. 2006, engl. Übersetzung: Silke Lindner, John Hart, ISBN 978-3-935719-36-0 (= 2. Ausgabe).
  • Bernhard Hermann Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredtwitz. Die Kunstdenkmäler von Bayern, VIII. Regierungsbezirk Oberfranken, Band 1. München 1954. ISBN 3-486-41941-2. S.593-720.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. Kreisfreie Stadt Marktredwitz
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111206/190223&attr=OBJ&val=1304
  4. vergleiche Liste fränkischer Rittergeschlechter#R, ein gleichnamiges, aber nicht verwandtes Geschlecht war Redwitz mit Ursprung in Redwitz an der Rodach
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 598.
  6.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 601.
  7.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 700 und 701.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Marktredwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Marktredwitz – Reiseführer