Wer ist Hanna?
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel | Wer ist Hanna? |
| Originaltitel | Hanna |
| Produktionsland | Deutschland, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten |
| Originalsprache | Englisch, Deutsch Kurze Dialoge: Italienisch, Spanisch, Arabisch, Französisch |
| Erscheinungsjahr | 2011 |
| Länge | 111 Minuten |
| Altersfreigabe | FSK 16[1] JMK 12[2] |
| Stab | |
| Regie | Joe Wright |
| Drehbuch | Seth Lochhead |
| Produktion | Leslie Holleran Marty Adelstein Scott Nemes |
| Musik | The Chemical Brothers |
| Kamera | Alwin H. Kuchler |
| Schnitt | Paul Tothill |
| Besetzung | |
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Wer ist Hanna? ist ein europäisch-amerikanischer Actionthriller mit Roadmovie- und Coming-of-Age-Elementen aus dem Jahr 2011.
Inhaltsverzeichnis |
Handlung [Bearbeiten]
Die 16-jährige Hanna Heller lebt mit ihrem Vater Erik in einem Wald in Finnland. In der Eingangsszene des Films jagt Hanna im Winter mit Pfeil und Bogen ein Wildtier, dessen Herz sie jedoch verfehlt. Sie verpasst dem sterbenden Tier schließlich einen Fangschuss mit der Pistole und sagt dazu: „Ich habe dein Herz verfehlt.“
In Finnland hat Erik sie in allerlei Künsten, vom Kämpfen über verschiedene Sprachen bis hin zum Wissen über die Welt und Kulturen, unterrichtet. Sie hatte nie Kontakt zu der modernen Außenwelt und kennt deshalb keine Elektrizität, keine Musik und hat nie das Verhalten in der Außenwelt erlebt. Für eine spätere Mission hat sie eine falsche Identität verinnerlicht und sie auswendig gelernt. Später übergibt Erik ihr einen Funksender; sie soll selbst entscheiden, ob sie dazu bereit ist, damit ihren Aufenthaltsort zu verraten. Sobald dies geschehen sei, könne es nur durch den Tod Hannas oder den der CIA-Agentin Marissa Wiegler enden. Hanna benutzt den Sender nach einigem Zögern; er übermittelt ein Signal, das von der CIA aufgefangen wird.
Wiegler schickt ein Team los, um Erik gefangen zu nehmen. Bei der Einsatzbesprechung erzählt sie den anderen, Erik sei ein desertierter CIA-Agent, dessen Fingerabdrücke auf einer Waffe neben der ermordeten Johanna Zadeck gefunden wurden. Er wisse etwas, das unbedingt geheim gehalten werden müsse; deshalb könne man den Fall nicht Interpol überlassen. Als das Einsatzkommando in Finnland eintrifft, ist Erik bereits fort. Hanna, die von der CIA nicht erwartet wird, tötet mühelos die ersten beiden Soldaten, lässt sich dann jedoch gefangen nehmen. Sie wird in eine Einrichtung nach Marokko gebracht. Bei einer Untersuchung ihres Blutes werden Auffälligkeiten festgestellt, die Techniker halten es aber für eine verfälschte Probe. Als Hanna in der Zelle sagt, sie möchte Marissa Wiegler sprechen, wird eine Doppelgängerin zu ihr geschickt. Diese fragt danach, ob Hanna wisse, wo sich Erik aufhalte; man mache sich Sorgen um ihn. Hanna täuscht einen Weinkrampf vor, klammert sich an die Frau und in der Zeit, die die Wachen brauchen, um die Zellentür zu öffnen, bricht sie der falschen Marissa das Genick. Sie entwaffnet einen der herein stürzenden Soldaten und schießt die Wachen nieder. Dabei verzieht sie keine Miene. Die echte Marissa verfolgt das Ganze geschockt über Livestream in Langley. Hanna flieht aus der Anlage in die Wüste von Marokko.
Auf ihrer Flucht trifft sie Sebastian und Rachel sowie deren Tochter Sophie und Sohn Miles. Noch in Marokko macht sie erste Erfahrungen mit Elektrizität und modernen Dingen in einer Unterkunft. Es macht ihr Angst und sie entflieht von dort.
Als sie später von Sophies Familie entdeckt wird, erzählt sie, dass sie auf dem Weg nach Berlin ist. Sie freundet sich mit Sophie an und reist als blinder Passagier im Bus der Familie mit. Zwischenzeitlich hat Marissa den Barbesitzer Isaacs angeheuert, damit dieser Hanna findet und einfängt. Er macht sich mit seinen zwei Komplizen auf und findet die Familie kurze Zeit später auf einem Campingplatz in Spanien. Von dort verfolgen sie die Reise der Familie, bis diese auf einem Parkplatz halt macht. Dort verlässt Hanna den Bus und wird von Isaacs und seinen Komplizen verfolgt. Bei einer Jagd im Containerterminal tötet sie einen der beiden Handlanger Isaacs' und entkommt dann. Marissa verhört die Familie von Sophie und bewegt den Sohn dazu, ihr zu verraten, dass sich Hanna auf dem Weg nach Berlin befindet. In Berlin begibt sich Hanna, wie vorher mit ihrem Vater verabredet, zu Grimms Haus (im geschlossenen Freizeitpark „Spreepark“) und trifft dort einen früheren Freund von Erik, der sie schon erwartet. Während dieser ausgelassen zu Musik tanzt, werden die beiden von Marissa und ihrer Schlägertruppe überrascht. Hanna kann noch rechtzeitig in das Obergeschoss fliehen, wo sie sich unter einem Bett versteckt. Dabei erfährt sie, dass sie offenbar nicht die leibliche Tochter von Erik ist. „Herr Grimm“ wird von Marissas Leuten inmitten des Zimmers mit dem Kopf nach unten gehängt und von Isaacs mit Pfeilen getötet. Marissa selbst wird durch einen Anruf ihres Vorgesetzten aus dem Haus abgezogen, bevor sie Hanna finden kann. Diese macht sich auf den Weg zum Haus ihrer Großmutter.
Dort sieht sie das Bild ihrer Mutter, das von der Kugel getroffen wurde, mit der Marissa die Großmutter getötet hat. Kurze Zeit später stößt auch ihr vermeintlicher Vater Erik dazu, den Hanna fragt, ob er ihr leiblicher Vater sei. Dieser erklärt ihr den wahren Hintergrund ihres Daseins: Hanna ist die Tochter einer Frau, die von der CIA vor einer Abtreibungsklinik angeworben wurde. Als Teil eines Projektes wurde die DNS der Föten verändert, um sie stärker, schneller und immun gegen Gefühle wie Angst und Schmerz zu machen, um so den perfekten Soldaten zu schaffen. Das Projekt wurde von Marissa beendet und alle beteiligten Frauen und Kinder sollten getötet werden. Erik, der nicht zulassen wollte, dass Hanna und ihrer Mutter etwas zustößt, floh mit den beiden. Marissa tötete Hannas Mutter und Erik nahm sich der Tochter an. Mit dem Ziel, sie vor der CIA zu verstecken und sie für eine spätere Rache an Marissa auszubilden, lebte er mit ihr jahrelang in dem Versteck in Finnland.
In der Wohnung der Großmutter stellt Hanna Erik wegen ihrer Vaterschaft zur Rede und gerät mit ihm in Streit, der in Kampf ausartet. Dabei werden sie von Marissa, Isaacs und dem verbleibenden Handlanger unterbrochen. Erik lenkt diese ab, damit Hanna fliehen kann. Es gelingt ihm, Isaacs und seinen Schläger zu töten, doch er wird von Marissa erschossen. Marissa verfolgt Hanna zurück in den Vergnügungspark. Die beiden stehen sich schlussendlich gegenüber. Hanna sagt, dass sie möchte, dass es endet; sie will Leuten nicht mehr weiter weh tun. Daraufhin wird sie von Marissa angeschossen, schießt im Gegenzug aber mit einem improvisierten Bogen einen Pfeil, mit dem „Herr Grimm“ getötet wurde, auf Marissa. Der Pfeil verletzt diese und sie läuft vor Hanna davon. Dabei stürzt sie in der Abfahrt einer stillgelegten Wasserbahn und bleibt schwer verletzt liegen. Hanna erschießt sie mit den gleichen Worten vom Anfang des Filmes: „Ich habe dein Herz verfehlt.“
Trivia [Bearbeiten]
Grimms Haus, der Treffpunkt an dem sich Hanna und ihr Vater verabredet haben, steht im Film in dem verlassenen Berliner Freizeitpark Spreepark. Dieses Haus ist jedoch ausschließlich eine Fiktion, denn dieses Gebäude hat es niemals im Spreepark gegeben. Es wurde für die Dreharbeiten aufgebaut und anschließend wieder abgebaut, da es nicht stabil war.[3] Außerdem lautet die Postleitzahl des Bezirkes, in dem sich jenes Haus befinden soll, 10559. Diese Postleitzahl gehört zum Berliner Stephankiez, der alte Spreepark befindet sich jedoch im Plänterwald und hat die Postleitzahl 12435.
Den Club Safari in Hamburg gibt es wirklich. Bekanntheit erlangte er auch durch die WDR-Dokumentation über Stefan Hentschel, „Der Boxprinz“.
Drehorte [Bearbeiten]
Der Film wurde an folgenden Orten gedreht:
- Deutschland: hauptsächlich in Potsdam (zahlreiche Innen- und Außendreharbeiten auf dem Gelände des auch als Koproduzent in Erscheinung tretenden Studio Babelsberg)[4], außerdem Bad Tölz (Aufnahmen zu Eriks Hütte), Berlin (unter anderem am ZOB, in der Passerelle zum ICC (Internationales Congress Centrum Berlin), im Großen Windkanal auf dem Campus Adlershof, am Kottbusser Tor und Görlitzer Bahnhof sowie im geschlossenen Berliner Freizeitpark Spreepark), Hamburg, Fehmarn, Heiligenhafen, Manhagen, Wasserstraßenkreuz Magdeburg
- Finnland: in der Nähe von Kuusamo (Nord-Finnland)
- Marokko: Ouarzazate, Essaouira
Kritiken [Bearbeiten]
“Hanna is good, sound filmmaking. It depends on stylistic order and discipline, a clear story map and ingenious action sequences. It is not all banging and flashing.”
„Hanna ist gutes, stimmiges Filmhandwerk. Er beruht auf Stilsicherheit und -disziplin, einem ausgearbeiteten Plot und raffinierten Action-Sequenzen. Er reiht nicht nur Spezialeffekte aneinander.“
„Furios inszenierter Actionfilm, bei dem die überzeugenden Schauspieler nicht über die Substanzlosigkeit der Figuren und der Geschichte hinwegtäuschen können. Das Handwerk des Tötens wird zudem zum spannenden Parcours verharmlost.“
„Leider ist dieses Werk von Joe Wright [...] ein unausgegorene Mischung aus Agententhriller, Initiationsgeschichte, Abenteuerfilm und Familiendrama, das zudem auch noch überlang inszeniert ist. Trotz der guten Darsteller hakelt das seltsame Konstrukt der Geschichte an allen Ecken und Enden. Aus dem Thema hätte man durchaus mehr machen können.“
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Freigabekarte (PDF; 34 kB) der FSK
- ↑ Freigabe der Jugendmedienkommission
- ↑ KR325 Spreepark. Küchenradio, 5. Mai 2012, abgerufen am 13. Juni 2012 (Christopher Flade bei 1:10:20 Min.): „[…] hat hier auf diesem Grundriss, da ist ein Grundriss einer abgebrannten Imbissbude, da hat man noch ein Hexenhaus zusätzlich aufgebaut, das hat man aber hinterher wieder abgebaut, das hätt' glaub' ich fünf ma' Regen durchgehalten, war halt 'ne Filmkulisse.“
- ↑ PNN PNN über Hintergrundinfos und Studio Babelsberg als Koproduzent
- ↑ Roger Ebert: Hanna. Review (englisch)
- ↑ Wer ist Hanna? im Lexikon des Internationalen Films
- ↑ Wer ist Hanna?, prisma.de
Weblinks [Bearbeiten]
- Wer ist Hanna? in der Internet Movie Database (englisch)
- Offizielle Seite zum Film
- Sammlung von Kritiken zu Wer ist Hanna? bei Rotten Tomatoes (englisch)
- Deutschsprachige Pressekritiken zu Wer ist Hanna? bei film-zeit.de
- Wer ist Hanna? in der Synchronkartei
- David Kleingers: Blutiges Kinomärchen „Wer ist Hanna?“. Wolfskind im Schafspelz auf Spiegel Online am 25. Mai 2011