Abbitte (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Abbitte
Originaltitel Atonement
Abbitte Kinoplakat.svg
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2007
Länge 118 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
Regie Joe Wright
Drehbuch Christopher Hampton
Produktion Tim Bevan,
Eric Fellner,
Ian McEwan,
Paul Webster
Musik Dario Marianelli
Kamera Seamus McGarvey
Schnitt Paul Tothill
Besetzung
Synchronisation

Abbitte (Originaltitel Atonement) ist ein britisches Filmdrama aus dem Jahr 2007. Regie führte Joe Wright, das Drehbuch schrieb Christopher Hampton nach dem gleichnamigen Roman von Ian McEwan.

Der Film besteht aus drei Teilen, die durch Rückblenden verknüpft sind. Sie spielen Mitte der 1930er-Jahre auf einem englischen Landsitz, 1939/40 im Zweiten Weltkrieg in London und im französisch-belgischen Kriegsgebiet sowie Ende der 1990er-Jahre in einem Fernsehstudio. Erzählt wird von einem schicksalhaften Missverständnis und dessen tragischen Folgen für zwei Töchter aus reichem Hause und den Protegé der Familie.

Handlung[Bearbeiten]

Erster Teil[Bearbeiten]

Auf einem englischen Landsitz an einem Sommertag im Jahr 1935: Die 13-jährige Briony Tallis möchte Schriftstellerin werden, auf der Schreibmaschine tippt sie „Die Heimsuchungen Arabellas“. Sie beobachtet aus dem Fenster ihres Zimmers, wie ihre ältere Schwester Cecilia in Unterwäsche und völlig durchnässt am Brunnen im Garten steht. Cecilia befindet sich in Gegenwart des Sohns der Haushälterin, Robbie Turner, dem der Vater der Schwestern das Studium finanziert. Briony meint, zwischen beiden habe es eine verfängliche Situation gegeben.

Danach sieht der Zuschauer dieselbe Szene aus der Perspektive der direkt Beteiligten: Cecilia hat Blumen für ihren Bruder Leon gepflückt, der zusammen mit einem Freund erwartet wird, und ist in den Park gegangen, um für die Blumen eine wertvolle Vase mit Wasser zu füllen. Robbie verrichtet dort Gartenarbeiten und so gehen die beiden zusammen zum Brunnen, dort wird die wertvolle Vase durch ein Missgeschick Robbies beschädigt, eine Scherbe fällt in den Brunnen. Robbie scherzt darüber, verärgert zieht Cecilia kurzerhand ihr sommerliches Kostüm aus, springt in den Brunnen, taucht hinab und holt die Scherbe vom Grund des Brunnens. Danach entsteigt sie dem Brunnen, steht durchnässt im Unterkleid vor Robbie, der seinen Blick verschämt abwendet, zieht ihr Kleid wieder an und läuft mit der Vase ins Haus zurück.

Leon und sein Freund, der Schokoladenfabrikant Paul Marshall, treffen ein. Leon besteht gegen Cecilias Wunsch darauf, auch Robbie zum Abendessen zu laden. Leon berichtet seinem Freund, Cecilia habe während des dreijährigen gemeinsamen Studienaufenthalts in Cambridge jeden Kontakt zu Robbie gemieden. Paul Marshall flirtet mit Lola, der noch halbwüchsigen Cousine der Geschwister Tallis.

Robbie schreibt Cecilia von Hand einen Brief, in dem er sie um Entschuldigung für sein Missgeschick bittet. In einer anderen Brieffassung schreibt er mit der Schreibmaschine in groben Worten seine sexuellen Wünsche nieder, die er heimlich für Cecilia hegt. Nur die erste, offizielle Fassung ist jedoch für Cecilia bestimmt. Aus Versehen steckt er aber die zweite Fassung in den Umschlag und händigt diesen auf dem Weg zum Abendessen Briony aus, um ihn Cecilia im Voraus überbringen zu lassen. Briony, durch die beobachtete Situation am Brunnen neugierig, öffnet jedoch den Umschlag und liest den Brief. In Verbindung mit ihrer Beobachtung denkt sie, Robbie sei eine Art Triebtäter, dessen Treiben Einhalt geboten werden müsse. Den geöffneten Brief übergibt sie Cecilia.

Vor dem Abendessen kommt es zwischen Cecilia und Robbie zur Aussprache. Beide gestehen einander in der Bibliothek ihre Liebe, sie lassen ihrer Anziehungskraft füreinander freien Lauf bis zum heimlichen Geschlechtsakt. Dabei werden sie aber durch Zufall von der eifersüchtigen Briony entdeckt, die schon lange eine heimliche Liebe für den Gärtnersohn hegt. Als am Abend ihre Zwillings-Cousins Jackson und Pierrot ausreißen, weil sie sich von ihrer älteren Schwester Lola drangsaliert fühlen, beginnt auf Vorschlag von Paul Marshall eine Suchaktion, an der sich alle beteiligen. Auch Briony sucht mit einer Lampe das Gelände ab. Hierbei überrascht sie erneut ein kopulierendes Pärchen. Der Mann läuft davon. Bei dem Mädchen handelt es sich um Lola, die erklärt, nicht zu wissen, wer sie überfallen habe. Gegenüber der schnell herbeigerufenen Polizei lügt die gekränkte Briony vorsätzlich und sagt aus, Robbie sei der Täter gewesen, den sie sicher erkannt habe. Brionys Mutter lobt sie für ihre klare Aussage, während Cecilia der Polizei sagt, man dürfe nicht alles glauben, was ihre Schwester erzähle. Paul Marshall ist auf dem Sofa eingeschlafen und wird von der Polizei nicht befragt. Als Tatverdächtigter wird nur Danny, der leicht debile Sohn eines Hausangestellten, verhört, der aber ein Alibi vorweisen kann. Während die Ermittlungen noch andauern, kehrt Robbie mit den Zwillingen zurück, die er bei der Suche gefunden hat. Er wird festgenommen und weggefahren.

Zweiter Teil[Bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg wird Robbie vor die Wahl gestellt, entweder weiterhin im Gefängnis zu bleiben oder als Soldat in der britischen Armee zu dienen. Robbie entscheidet sich für den Kriegsdienst. Kurz vor dem Einsatz trifft er Cecilia in einem Café in London. Zum Abschied schenkt sie ihm das Bild eines Hauses am Meer, in dem sie später ihre Ferien verbringen könnten. Robbie nimmt als Teil des britischen Expeditionskorps am Kampf gegen die Wehrmacht in Europa teil. In Frankreich wird Robbie von seinem Trupp getrennt und schlägt sich mit zwei Kameraden an die Küste von Dünkirchen durch, wo tausende Soldaten nach der Schlacht auf ihren Heimtransport warten. Cecilia arbeitet als Kriegskrankenschwester, ebenso wie Briony, die sich langsam des tragischen Ausmaßes ihres Handelns bewusst wird. Cecilia verweigert den Kontakt zu ihrer Schwester und zu ihrer Familie.

In einer Rückblende schildert der Film die Schwärmerei Brionys für Robbie, der sie als Kumpel bezeichnet. Beim gemeinsamen Schwimmen fragt Briony ihn, ob er sie retten würde, wenn sie ins Wasser fiele. Kaum hat Robbie ihr dies versichert, springt sie schon in den Teich. Robbie holt sie aus dem Wasser, macht ihr aber danach Vorhaltungen und geht wütend davon.

In einem Wochenschaufilm erfährt Briony, dass ihre Cousine Lola und Paul Marshall sich verlobt haben. Sie geht zur Hochzeit in die Kirche. In der Szene werden auch Brionys Erinnerungen gezeigt. Hierbei ist Paul Marshall, welcher Lola vergewaltigt hat, sehr klar zu erkennen. Der Priester fragt vor der Trauung, ob jemand Einwände gegen die Heirat habe: Wer jetzt nicht rede, der schweige für immer. Briony schweigt. Sie macht Cecilia ausfindig und geht zu deren Wohnung, wo sie auch Robbie antrifft, der mit einem Transport von Dünkirchen nach Hause gekommen ist und jetzt Urlaub von der Front hat. Briony leistet betreten und flehentlich Abbitte. Weder Cecilia noch Robbie sind bereit, ihr zu vergeben. Robbie verlangt von ihr, dass sie die wahre Geschichte ihren Eltern schreibt. Briony verspricht es und geht.

Dritter Teil[Bearbeiten]

Briony Tallis bereut ihre Tat bis an ihr Lebensende. Sie wird eine erfolgreiche Romanautorin. Nach zahlreichen Werken schreibt sie schließlich die autobiografische Geschichte ihres Irrtums und Verrats nieder, wobei sie das Ende jedoch abgewandelt hat, wie sie in einer Fernsehsendung dem Moderator gesteht. In dem Roman, der krankheitsbedingt ihr letzter sein wird, überleben Robbie und Cecilia den Krieg und führen ein glückliches Leben. Ausgelassen verbringen sie die Ferien am Meer bei dem Haus, dessen Bild Cecilia Robbie in den Krieg mitgegeben hatte. Mit diesem fiktiven Ende versucht Briony, Cecilia und Robbie zu dem Glück zu verhelfen, welches ihnen zu Lebzeiten durch ihre Tat nicht vergönnt war. Tatsächlich starb Robbie am 1. Juni 1940, einige Stunden vor dem rettenden Abtransport nach England, in Dünkirchen an einer Blutvergiftung, bei sich das Bild des Hauses am Meer. Cecilia ertrank am 15. Oktober 1940, als im sogenannten „Blitz“ eine deutsche Fliegerbombe die Wasser- und Abwasserleitungen traf und die Wassermassen den Londoner U-Bahnhof Balham überfluteten, in den sie sich mit anderen Flüchtlingen vor den Luftangriffen geflüchtet hatte. Somit hat sich auch die Begegnung, in der Briony bei Cecilia und Robbie Abbitte leistet, nur in Brionys Phantasie abgespielt. Den Akt einer Versöhnung hat es nie gegeben.

Synchronisation[Bearbeiten]

Rolle Darsteller Dt. Synchronsprecher
Robbie Turner James McAvoy Johannes Raspe
Cecilia Tallis Keira Knightley Dascha Lehmann
Briony Tallis, 13 Jahre Saoirse Ronan Stella Sommerfeld
Briony Tallis, 18 Jahre Romola Garai Maren Rainer
Briony Tallis, 77 Jahre Vanessa Redgrave Doris Gallart
Paul Marshall Benedict Cumberbatch Christian Weygand
Fiona Michelle Duncan Marieke Oeffinger

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film wurde im Vereinigten Königreich – darunter in London – vom Mai 2006 bis August 2006 gedreht.[3][4] Die Dreharbeiten der drei Abschnitte des Films erfolgten nahezu vollständig in der Reihenfolge, in der sie schließlich im Film zu sehen sind.[5] Die Postproduktion benötigte weitere neun Monate.[5]

Die Aufnahmen des Tallishauses, des Gartens mit dem Brunnen und dem Teich entstanden in Stokesay Court, einem viktorianischen Landhaus bei dem Dorf Onibury in der Grafschaft Shropshire. Die Teehausszene 1939 mit dem Wiedersehen von Cecilia und Robbie entstand in der Bethnal Green Town Hall in Whitehall, einer Straße im Regierungsviertel Westminster, London. Die Kuss- und Abschiedsszene, in der sich Robbie und Cecilia letztmals lebend sehen, wurde in der Straße Great Scotland Yard in Westminster gedreht. Streatham Hill in Südlondon stand für Balham als Drehort zur Verfügung. Die Hochzeitsszene von Lola entstand in der St.John's Church am Smith Square im Londoner Stadtteil Westminster. Die in verschiedenen Filmen als Drehort zur Verfügung stehende frühere Piccadilly Line-Station Aldwych diente als Kulisse für den U-Bahnhof Balham, in dem Cecilia ums Leben kam. Die beeindruckende Strandszene von Dünkirchen entstand in Redcar, einem 33.000-Einwohner-Städtchen nahe Middlesbrough in North Yorkshire, und kostete etwa 1 Million Pfund Sterling.[5] Ebenfalls in Redcar entstanden die Aufnahmen im Stahlwerk. Die der Strandszene vorangegangenen Hinterlandaufnahmen von Nordfrankreich wurden in Gedney Drove Ends/Grafschaft Lincolnshire, Denver/Grafschaft Norfolk und in Coates, March und Pymore in der Grafschaft Cambridgeshire aufgenommen. Die Korridoraufnahmen des St. Thomas Hospitals entstanden in dem Gutshaus Park Place, einer ehemaligen Schule nahe Henley-on-Thames in der Grafschaft Berkshire, die restlichen Innenaufnahmen in den Shepperton Studios. Die Außenaufnahmen des Hospitals entstanden am University College London. Das Interview der 77-jährigen Briony entstand zur Gänze im BBC-Television-Center an der Wood Line in London. Die abschließende Strandszene der herumalbernden Cecilia und Robbie mit der Steilküste im Hintergrund wurde bei den Seven Sisters, präziser beim Strandabschnitt Cuckmere Haven in Sussex, nahe der größeren Kanalhafenstadt Eastbourne, gedreht. Das Cottage vor der Steilküste, als Postkartenmotiv im Film ein zentrales Element, beherbergt in Wirklichkeit Rettungsboote.

Die Produktionskosten des Films betrugen rund 30 Millionen US-Dollar.[4] Seine Weltpremiere eröffnete am 29. August die Internationalen Filmfestspiele von Venedig 2007, wobei der Regisseur Joe Wright im Alter von 35 Jahren der jüngste Regisseur war, dem diese Ehre zuteilwurde.[6][5] In den britischen Kinos startete er am 7. September 2007, wo er bis zum 7. Oktober 2007 etwa 9,7 Millionen Pfund Sterling einspielte.[6][4] Am 10. September 2007 wurde der Film auf dem Toronto International Film Festival gezeigt, dem einige weitere Festivalvorführungen folgten.[6] Der Kinostart in Deutschland und der Schweiz war am 8. November 2007, in Österreich einen Tag später.[6] In den Vereinigten Staaten lief der Film am 7. Dezember 2007 an, wo am Eröffnungswochenende knapp 800.000 US-Dollar und insgesamt fast 51 Millionen US-Dollar eingespielt werden konnten.[6][4] Am Eröffnungswochenende standen in Deutschland knapp 700.000 Euro und in der Schweiz knapp 175.000 Schweizer Franken zu Buche.[4] Die Gesamteinnahmen in Deutschland beliefen sich auf knapp 1,35 Millionen Euro, während in Österreich rund 162.000 Euro eingespielt wurden und weltweit Einnahmen von über 102 Millionen US-Dollar generiert wurden.[4] An den deutschen Kinokassen wurden bis Ende des Jahres 2007 fast 400.000 Zuschauer gezählt.[4] Der Film war die letzte Produktion, die von den Universal Studios als HD-DVD veröffentlicht wurde.[5]

Für die Rolle der Emily Tallis, die schließlich von Harriet Walter gespielt wurde, waren zunächst Emily Watson sowie Kristin Scott Thomas im Gespräch.[5] Die 18-jährige Briony sollte von Abbie Cornish gespielt werden, die jedoch aufgrund von zeitgleichen Dreharbeiten an „Elizabeth – Das goldene Königreich“ ablehnen musste.[5] Auch Keira Knightley sollte auf Wunsch von Joe Wright die Rolle der 18-jährige Briony übernehmen, identifizierte sich jedoch sofort mit der Rolle der Cecilia, in der sie im Film zu sehen ist.[5] Damit war Keira Knightley zwar drei Jahre jünger als Romola Garai, spielte jedoch deren ältere Schwester.[5] Die Szenen mit Romola Garai wurden binnen vier Tagen abgedreht.[5]

Ursprünglich sollte Richard Eyre die Regie übernehmen, der aufgrund von zeitlichen Überschneidungen mit anderen Dreharbeiten den Auftrag nicht übernehmen konnte.[5] Daraufhin wurde von den Produzenten der Regisseur Joe Wright eingesetzt, der mit einem Cameo-Auftritt während der Szene am Strand von Dünkirchen zu sehen ist.[5]

Das grüne Kleid, welches Keira Knightley im Film trägt, wurde zum Anfang des Jahres 2008 von der US-amerikanischen Modezeitschrift In Style zum schönsten Kostüm der Filmgeschichte gewählt. Marilyn Monroes weißes Kleid aus Das verflixte 7. Jahr und Audrey Hepburns schwarzes Ensemble in Frühstück bei Tiffany folgten auf den Plätzen zwei und drei.[5][7]

Der Einschlag der Fliegerbombe, der zur Überflutung des Londoner U-Bahnhofs Balham führte, ist tatsächlich passiert, jedoch nicht, wie im Film gezeigt, am 15. Oktober 1940, sondern bereits am Tag zuvor.

Soundtrack[Bearbeiten]

Um die Filmmusik zu produzieren, engagierte Dario Marianelli Musiker, die bereits an der Filmmusik von Stolz und Vorurteil mitgewirkt hatten, darunter das English Chamber Orchestra.[5]

Am 9. November 2007 erschien der Soundtrack zum Film bei Universal Music Group, der 15 Musiktitel enthält.

Nr. Titel Interpret Dauer
1. Briony Dario Marianelli 1:43
2. Robbies Note Dario Marianelli 3:04
3. Two Figures By A Fountain Dario Marianelli 1:15
4. Cee, You and Tea Dario Marianelli 2:25
5. With My Own Eyes Dario Marianelli 4:39
6. Farewell Dario Marianelli 3:32
7. Love Letters Dario Marianelli 3:09
8. The Half Killed Dario Marianelli 2:09
9. Rescue Me Dario Marianelli 3:17
10. Elegy For Dunkirk Dario Marianelli 4:15
11. Come Back Dario Marianelli 4:28
12. Denouement Dario Marianelli 2:26
13. The Cottage On The Beach Dario Marianelli 3:24
14. Atonement Dario Marianelli 5:18
15. Suite bergamasque – 3. Clair de lune Jean-Yves Thibaudet 4:51

Kritiken[Bearbeiten]

Ray Bennett bezeichnete den Film in der Zeitschrift The Hollywood Reporter vom 30. August 2007 als eine brillante Verfilmung eines guten Romans über Liebe, Krieg und eine verheerende Lüge. Er sei die beste Romanverfilmung der letzten Zeit. Die Darstellungen von Keira Knightley und James McAvoy seien fesselnd und charismatisch. Bennett verglich den Film mit Der englische Patient und prophezeite ihm bedeutende Auszeichnungen.[8]

James Berardinelli schrieb auf ReelViews, der Film beweise, dass Joe Wright verstehe, was er tue, wenn es um Literaturverfilmungen gehe. Der Roman sei nicht einfach zu verfilmen, doch dem Regisseur und dem Drehbuchautor sei eine sinngetreue Adaption gelungen. Der Film sei optisch „wunderschön“, sein Tempo sei richtig, insbesondere in der ersten Hälfte. Zudem sei er berührend und gehe wirkungsvoll unter die Haut.[9]

Boyd van Hoeij urteilte auf european-films.net, der Film sei eine „gelungene“ und getreue Verfilmung der Romanvorlage. Dieselben Ereignisse seien aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Keira Knightley spiele „in Hochform“ und beweise, dass ihre Oscar-Nominierung für Stolz und Vorurteil kein Zufall gewesen sei. Sie „fülle die Leinwand mit magnetischer Präsenz“. Saoirse Ronan spiele ähnlich „eindrucksvoll“, während Romola Garai den schwierigen mittleren Teil des Films meistere. Eine „echte Offenbarung“ sei die „überzeugende“ Darstellung von James McAvoy.[10]

Daniel Kothenschulte schrieb in der Frankfurter Rundschau vom 1. September 2007, der Eröffnungsfilm der Filmfestspiele in Venedig sei „gewohnt nichtsnutzig“ und würde „schnell vergessen“ werden. Zitate aus den Werken von John Ford und Friedrich Wilhelm Murnau würden für ein „fruchtloses cineastisches Déjà-vu“ sorgen.[11]

In der Filmrenzension von Ulrich Greiner in Die Zeit vom 1. November 2007 hieß es, „Keira Knightley […] trägt den Film ein gutes langes Stück. Aber Joe Wright verlässt sich allzu sehr auf sie und ihre schönen Augen, er schwelgt in einer Hochglanzfotografie, die auf die Dauer eindimensional wirkt. Sogar noch die Bilder des grauenhaften Krieges wirken wie nachgestellte Szenen üppiger Schlachtgemälde.”[12]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film war in sieben Kategorien bei den Golden Globe Awards 2008 nominiert.[13] Ausgezeichnet wurde er als Bester Film – Drama. Dario Marianelli erhielt den zweiten Golden Globe für die Beste Filmmusik. Bei den Satellite Awards 2007 gewann Christopher Hampton eine Auszeichnung für das Drehbuch, der Film wurde außerdem in vier weiteren Kategorien nominiert: Knightley und Ronan als Beste Darsteller, Filmmusik sowie Kostüme.[13]

Bei der Verleihung des Europäischen Filmpreis 2008 wurden James McAvoy als Bester Darsteller und die Filmmusik nominiert.[13]

Das Werk wurde 2008 mit zwei BAFTA-Awards ausgezeichnet, als bester Film und für das beste Szenenbild. Ebenfalls war der Film in zwölf weiteren Kategorien nominiert (Bester Britischer Film, Regie, Adaptiertes Drehbuch, Hauptdarsteller an James McAvoy, Hauptdarstellerin an Keira Knightley, Nebendarstellerin an Saoirse Ronan, Kamera, Kostüm, Schnitt, Make-Up, Ton, Filmmusik).[13]

Der Film gewann im Jahr 2007 den Phoenix Film Critics Society Award in drei Kategorien: Beste Kameraarbeit (Best Achievement in Cinematography), für die Filmmusik und für Saoirse Ronan.[13] Er wurde 2007 für den Chicago Film Critics Association Award in drei Kategorien nominiert: Für das Drehbuch, die Filmmusik und die Kameraarbeit.[13] Der Film wurde für die im Jahr 2008 zu verleihenden London Critics Circle Film Awards in acht Kategorien nominiert, darunter Britischer Film des Jahres, für die Regie, das Drehbuch und die Darstellungen von James McAvoy, Keira Knightley, Saoirse Ronan sowie Vanessa Redgrave.[13] Für den Broadcast Film Critics Association Award 2008 wurde er in fünf Kategorien nominiert: Bester Film, Regie, Filmmusik sowie für die Darstellungen von Vanessa Redgrave und Saoirse Ronan.[13]

Das Drama wurde bei den 80th Annual Academy Awards (Oscar-Verleihung) in sieben Kategorien nominiert:[13]

Die Oscarverleihung des Jahres 2008 fand am 24. Februar statt. Dabei konnte der Film den Oscar in der Kategorie „Beste Filmmusik“ gewinnen.[13]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabekarte der FSK (PDF; 80 kB)
  2. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  3. Internet Movie Database: Drehorte
  4. a b c d e f g Internet Movie Database: Budget und Einspielergebnis
  5. a b c d e f g h i j k l m n Internet Movie Database: Hintergrundinformationen
  6. a b c d e Internet Movie Database: Starttermine
  7. Filmstarts: Zeitschrift „In Style“: Kürt die schönsten Kostüme der Filmgeschichte, London, Firstnews.de, 2. Januar 2008, abgerufen am 27. November 2012
  8. The Hollywood Reporter: Filmkritik (Version vom 23. August 2007 im Internet Archive), Ray Bennett, abgerufen am 7. Januar 2008
  9. ReelViews: Filmkritik, James Berardinelli, 2007, abgerufen am 7. Januar 2008
  10. european-films.net: Atonement (Venice 2007), Written by Boyd van Hoeij, 18. August 2007 (Version vom 9. Februar 2009 im Internet Archive), abgerufen am 1. September 2007
  11. 'Abbitte’ Keira Knightley betört die Herzen der Zuschauer, 8. November 2007, zitiert aus einem Artikel von Daniel Kothenschulte in der Frankfurter Rundschau
  12. Schöne Keira – Joe Wright verfilmt Ian McEwans »Abbitte« – eher eindimensional als doppelbödig. In: Die Zeit, 1. November 2007. Abgerufen am 30. September 2013.
  13. a b c d e f g h i j Internet Movie Database: Nominierungen und Auszeichnungen