Cate Blanchett

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Cate Blanchett 2011
Blanchett 2012

Catherine „Cate“ Élise Blanchett ['blænʧɘt] (* 14. Mai 1969 in Melbourne) ist eine australische Schauspielerin. Seit Beginn der 1990er Jahre war sie in mehr als 40 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Nach ihrer preisgekrönten Titelrolle in dem Historienfilm Elizabeth (1998) stieg sie zu den führenden Charakterdarstellerinnen Hollywoods auf.[1] Sie wurde mit über 70 internationalen Film- und Festivalpreisen geehrt. Für ihre Darstellung der Katharine Hepburn in Martin Scorseses Filmbiografie Aviator (2004) erhielt sie einen Oscar als beste Nebendarstellerin und für ihre Rolle in dem Woody-Allen-Film Blue Jasmine (2013) einen weiteren Oscar als beste Hauptdarstellerin.

Daneben tritt Blanchett auch als Theaterschauspielerin in Erscheinung. Seit Ende 2008 obliegt ihr zusammen mit ihrem Ehemann Andrew Upton die künstlerische Leitung der australischen Sydney Theatre Company (STC).

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Blanchett wurde als zweites von drei Kindern einer Melbourner Schullehrerin und eines texanischen Marineoffiziers geboren. Ihr Vater starb an einem Herzinfarkt, als sie zehn Jahre alt war. Zunächst studierte sie Wirtschaftswissenschaften und Kunst an der University of Melbourne. Während eines Urlaubsaufenthaltes in Ägypten, wurde sie für eine kleine Cameorolle als Tänzerin in einer lokalen Filmproduktion angeworben. Davon begeistert, brach sie zurück in ihrer Heimat ihr Studium an der Universität ab, um eine Ausbildung zur Schauspielerin zu beginnen.

Bereits kurz nach ihrem Abschluss am National Institute of Dramatic Art (NIDA) in Sydney begann sie mit dem Sammeln von Auszeichnungen für ihre darstellerische Arbeit auf der Bühne. So war sie 1993 die erste Schauspielerin, die in Sydney einen begehrten Kritikerpreis als Bestes Talent wie auch als Beste Schauspielerin gewinnen konnte. Parallel zu ihrer Theaterarbeit trat sie erfolgreich in australischen Fernsehserien auf. Ihr erster Kinofilm war 1997 Paradise Road, in dem sie an der Seite von Glenn Close und Frances McDormand eine Kriegsgefangene in einem japanischen Lager auf Sumatra während des Zweiten Weltkriegs spielte.

Den Durchbruch hatte Blanchett 1998 mit ihrer Darstellung der Königin Elisabeth I. von England in dem Film Elizabeth, für die sie einen Golden Globe, die erste Oscar-Nominierung und den London Critics Circle Film Award als Beste Schauspielerin erhielt. Sie spielte 2001 in Tom Tykwers Heaven, übernahm im selben Jahr die Rolle der Elbenherrscherin Galadriel in den Verfilmungen von Der Herr der Ringe und erntete Auszeichnungen für die Titelrollen in Die Liebe der Charlotte Gray (2001) und Die Journalistin (2003). 2004 spielte sie unter der Regie von Martin Scorsese in Aviator Katharine Hepburn; sie war für diese Darstellung für einen Golden Globe nominiert und gewann einen Oscar in der Kategorie Beste Nebendarstellerin.

Im Frühjahr 2006 gab die dort bis dahin nur als Filmschauspielerin bekannte Blanchett an der Brooklyn Academy of Music auch in den Vereinigten Staaten ihr erfolgreiches Bühnendebüt als Henrik Ibsens Hedda Gabler mit der Sydney Theatre Company.[2]

Ebenfalls 2006 trat sie in dem unter der Regie von Alejandro González Iñárritu entstandenen und von der Kritik vielfach als Meisterwerk[3] gefeierten sowie mit einem Golden Globe als bester Film ausgezeichneten Babel als in der Einsamkeit der marokkanischen Wüste von einer verirrten Gewehrkugel verletzte Gattin Brad Pitts auf. Im selben Jahr spielte sie an der Seite von George Clooney in Steven Soderberghs The Good German „eine perfekte Femme fatale“.[4] Und schließlich erntete sie 2006 auch selbst eine Golden-Globe- und Oscar-Nominierung als Nebendarstellerin für ihre Rolle in dem Psychodrama Tagebuch eines Skandals. Blanchett und die in der Hauptrolle ebenfalls für einen Golden Globe und einen Oscar nominierte Judi Dench bieten ein „fesselndes Zusammenspiel“[5] als Lehrerinnen, deren zunächst freundschaftliche Beziehung sich in eine bittere Auseinandersetzung verwandelt.

2007 drehte Blanchett mit Clive Owen und Geoffrey Rush den Film Elizabeth – Das goldene Königreich, die Fortsetzung von Elizabeth. Das Drama von Regisseur Shekhar Kapur kam am 20. Dezember 2007 in die deutschen Kinos.[6] Noch im selben Jahr wurde sie für ihre Darstellung von Bob Dylan in Todd Haynes' Filmbiografie I’m Not There mit der Coppa Volpi, dem Darstellerpreis der 64. Filmfestspiele von Venedig, geehrt. Für diese Rolle wurde sie außerdem 2008 mit dem Golden Globe Award in der Kategorie Beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.

Blanchett wurde am 22. Januar 2008 für ihre Hauptrolle in Elizabeth: The Golden Age als beste Hauptdarstellerin und für ihre Nebenrolle in I'm Not There als beste Nebendarstellerin jeweils für den Oscar nominiert. Sie zählt damit zu den wenigen Schauspielerinnen, die in einem Jahr zweimal für einen Oscar nominiert waren. Am selben Tag starb Heath Ledger, bei dessen Beerdigung sie die Trauerrede hielt.

2008 spielte sie in Steven Spielbergs Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels die russische Agentin Irina Spalko.

Blanchett bei den Dreharbeiten zu Blue Jasmine in San Francisco, 22. August 2012

Im selben Jahr war sie in David Finchers Der seltsame Fall des Benjamin Button neben Brad Pitt in einer Hauptrolle zu sehen. Für die Darstellung der Daisy erhielt sie eine Nominierung der Broadcast Film Critics. 2009 übernahm sie in Robin Hood unter der Regie von Ridley Scott die Rolle der Maid Marian an der Seite von Russell Crowe.

Im Dezember 2008 wurde Blanchett mit einem Stern auf dem Walk of Fame geehrt. Es handelt sich dabei um den 2376. Stern, der sich direkt vor Grauman’s Egyptian Theatre auf dem Hollywood Boulevard befindet. Noch in dem Jahr übernahm sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Andrew Upton die künstlerische Leitung der Sydney Theatre Company (STC). Seitdem drehte sie weniger Filme, in denen sie meist kleinere Rollen übernahm. Für Inszenierungen an der STC konnte Blanchett u.a. Liv Ullmann, Steven Soderbergh und Philip Seymour Hoffman gewinnen. Sie führte das Theater aus den roten Zahlen und verlängerte ihren Vertrag bis 2013.[7] 2012 ging sie als Lotte in Botho StraußGroß und klein auf Tournee und gastierte damit u.a. in London, bei den Wiener Festwochen sowie den Ruhrfestspielen in Recklinghausen.

2012 übernahm Blanchett in den Hobbit-Verfilmungen wieder die Rolle der Elbenkönigin Galadriel, die sie bereits in der Herr der Ringe-Trilogie verkörperte.[8]

2013 spielte Blanchett in Woody Allens Blue Jasmine eine blasierte Ehefrau in der New Yorker High Society, deren Leben sich radikal verändert, als ihr Ehemann wegen Börsenbetrugs zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird.[9] Für diese Rolle wurde sie im März 2014 mit einem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.[10]

Blanchett ist Schirmherrin der internationalen Nichtregierungsorganisation SolarAid.

Privatleben[Bearbeiten]

Cate Blanchett ist seit 1997 mit dem australischen Drehbuchautor Andrew Upton (* 1966), mit dem sie drei Söhne (* 2001, 2004 und 2008) hat, verheiratet. Die Familie lebte mehrere Jahre im englischen Brighton, bevor sie 2007 zurück in die alte Heimat Australien zog und dort schließlich in einem Vorort von Sydney wohnhaft wurde.

Zitate[Bearbeiten]

„I can’t talk highly enough of her skill and sense of humour.“

„Ich kann sie gar nicht genug für ihre Fähigkeiten und ihren Humor loben.“

– Kollege und Produzent Russell Crowe am Filmset von Robin Hood (2009)[11]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen und Nominierungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Blanchett bei der Verleihung der AACTA Awards 2012
  • Golden Globe
    • 1999 Beste Hauptdarstellerin – Elizabeth
    • 2002 Beste Hauptdarstellerin – Komödie oder Musical – Banditen! (Nominierung)
    • 2004 Beste Hauptdarstellerin – Drama – Die Journalistin (Nominierung)
    • 2005 Beste Nebendarstellerin – Aviator (Nominierung)
    • 2007 Beste Nebendarstellerin – Tagebuch eines Skandals (Nominierung)
    • 2008 Beste Hauptdarstellerin – Drama – Elizabeth – Das goldene Königreich (Nominierung)
    • 2008 Beste Nebendarstellerin – I’m Not There
    • 2014 Beste Hauptdarstellerin – Drama – Blue Jasmine
  • British Academy Film Award
    • 1999 Beste Hauptdarstellerin – Elizabeth
    • 2000 Beste Nebendarstellerin – Der talentierte Mr. Ripley (Nominierung)
    • 2005 Beste Nebendarstellerin – Aviator
    • 2008 Beste Hauptdarstellerin – Elizabeth – Das goldene Königreich (Nominierung)
    • 2008 Beste Nebendarstellerin – I’m Not There (Nominierung)
    • 2014 Beste Hauptdarstellerin – Blue Jasmine
  • Screen Actors Guild Award
    • 1999 Beste Hauptdarstellerin – Elizabeth (Nominierung)
    • 2004 Bestes Schauspielerensemble – Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs
    • 2005 Beste Nebendarstellerin – Aviator
    • 2007 Beste Nebendarstellerin – Tagebuch eines Skandals (Nominierung)
    • 2008 Beste Nebendarstellerin – Banditen! (Nominierung)
    • 2008 Beste Nebendarstellerin – I’m Not There
    • 2008 Beste Hauptdarstellerin – Elizabeth – Das goldene Königreich (Nominierung)
    • 2013 Beste Hauptdarstellerin – Blue Jasmine
  • Empire Award
    • 1998 Beste/r Newcomer/in – Elizabeth (Nominierung)
    • 1998 Beste Darstellerin – Elizabeth
    • 2003 Beste Darstellerin – Die Journalistin (Nominierung)
    • 2007 Beste Darstellerin – Elizabeth – Das goldene Königreich (Nominierung)
  • Satellite Award
    • 1998 Beste Hauptdarstellerin – Drama – Elizabeth
    • 1999 Beste Nebendarstellerin – Musical/Komödie – Ein perfekter Ehemann (Nominierung)
    • 2001 Beste Hauptdarstellerin – Drama – Die Liebe der Charlotte Gray (Nominierung)
    • 2004 Beste Nebendarstellerin – Drama – Aviator (Nominierung)
    • 2006 Beste Nebendarstellerin – Tagebuch eines Skandals (Nominierung)
    • 2007 Beste Hauptdarstellerin – Musical/ Komödie – I’m Not There (Nominierung)
  • Critics’ Choice Movie Award
    • 1998 Beste Hauptdarstellerin – Elizabeth
    • 2004 Beste Nebendarstellerin – Aviator (Nominierung)
    • 2006 Beste Nebendarstellerin – Tagebuch eines Skandals (Nominierung)
    • 2007 Beste Nebendarstellerin – I’m Not There (Nominierung)
    • 2007 Beste Hauptdarstellerin – Elizabeth – Das goldene Königreich (Nominierung)
    • 2008 Beste Hauptdarstellerin – Der seltsame Fall des Benjamin Button (Nominierung)
    • 2014 Beste Hauptdarstellerin – Blue Jasmine

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cate Blanchett – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cate Blanchett auf boxofficemojo.com.
  2. Deutschlandfunk: Besprechung von Cate Blanchetts New Yorker Auftritt als Hedda Gabler, 15. März 2006
  3. James Berardinelli: „Babel“
  4. James Berardinelli: „The Good German“
  5. Variety: Review „Notes on a Scandal“ (Version vom 22. Oktober 2007 im Internet Archive), 18. Dezember 2006
  6. movie-infos.net: Elizabeth: The Golden Age – Zweiter Trailer veröffentlicht, 27. Juni 2007
  7. Ein Strauß für Lotte. In: Der Standard, 4. Mai 2012, S. 4
  8. Kino.de, 9. Dezember 2009
  9. Wolfgang Höbel: Woody Allens "Blue Jasmine": Königin Cate im freien Fall auf Spiegel Online am 6. November 2013
  10. Die Preisträger auf einen Blick: Das sind die Oscar-Gewinner 2014 auf Spiegel Online am 3. März 2014
  11. Brisbanetimes.com.au vom 22. Juni 2009 Zitat Rusell Crowe am Set von Robin Hood