Wislikofen

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Wislikofen
Wappen von Wislikofen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Zurzachw
BFS-Nr.: 4322i1f3f4
Postleitzahl: 5463
Koordinaten: 669639 / 26792347.5583268.363894394Koordinaten: 47° 33′ 30″ N, 8° 21′ 50″ O; CH1903: 669639 / 267923
Höhe: 394 m ü. M.
Fläche: 3.75 km²
Einwohner: 338 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 90 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 10,1 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.wislikofen.ch
Wislikofen

Wislikofen

Karte
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Wislikofen (schweizerdeutsch: Wislike, ˈʋislikχə)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Zurzach des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt etwa zwei Kilometer südlich der Grenze zu Deutschland.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Dörfern Wislikofen im Westen und Mellstorf im Osten, die rund einen Kilometer voneinander entfernt sind. Beide liegen im Tal des Tägerbachs; dieser fliesst zunächst von Südosten nach Nordwesten, danach nordwärts durch die tief eingeschnittene Chessel-Schlucht, und mündet schliesslich östlich von Mellikon in den Rhein. Das enge Tal wird durch zwei langgestreckte Hügel des Tafeljuras begrenzt, dem Gweslig (505 m ü. M.) im Norden und der Flue (585 m ü. M.) im Süden. Beide sind im unteren Bereich äusserst steil und gehen in Hochebenen über. Ganz im Südwesten besitzt Wislikofen einen Anteil am Südhang der Flue, der steil ins Tal des Chrüzlibachs abfällt.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 375 Hektaren, davon sind 133 Hektaren bewaldet und 40 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt liegt auf 585 Metern auf der Hochfläche der Flue, der tiefste auf 360 Metern am Tägerbach.

Nachbargemeinden sind Rümikon im Norden, Fisibach im Nordosten, Siglistorf im Osten, Schneisingen im Süden, Böbikon im Westen und Mellikon im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1107, damals trat Adelbero de Wiscilinchoven als Zeuge bei einem Grundstücksgeschäft des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen auf. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Wizzilinghofun und bedeutet «bei den Höfen der Sippe des Wizzilo».[3] Am 27. Dezember 1113 schenkten die Edlen von Waldhausen dem Kloster St. Blasien umfangreichen Grundbesitz in der Region. Das Benediktinerkloster richtete daraufhin eine Propstei ein, um den neu erworbenen, aber ziemlich weit entfernt liegenden Besitz zu verwalten. Die Propstei entwickelte sich zum kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum und prägte jahrhundertelang die Dorfgemeinschaft.

Schirmherren des Klosters und Inhaber der hohen Gerichtsbarkeit über das Dorf waren zunächst die Grafen von Kyburg, nach deren Aussterben im Jahr 1264 die Habsburger. Die Eidgenossen eroberten 1415 den Aargau und Wislikofen gehörte nun zum Amt Ehrendingen der Grafschaft Baden, einer Gemeinen Herrschaft.

Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein und riefen die Helvetische Republik aus. Wislikofen wurde eine Gemeinde im kurzlebigen Kanton Baden, seit 1803 gehört sie zum Kanton Aargau. Die kleine Nachbargemeinde Mellstorf wurde am 1. Januar 1899 eingemeindet. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein blieb die Gemeinde landwirtschaftlich geprägt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Propstei
Hölzerner Glockenturm der Propstei

Das Dorfbild von Wislikofen wird durch die im Jahr 1113 gegründete Propstei Wislikofen des Klosters St. Blasien geprägt. 1804 wurde sie säkularisiert und gehörte gemeinsam der Kirchgemeinde und dem Kanton. Da das Gebäude kaum mehr genutzt wurde, verfiel es im Laufe der Zeit. 1962 beschloss das Kantonsparlament sogar den Abriss, doch denkmalschützerische Bedenken schoben den Vollzug dieser Massnahme auf. Die Aufbruchstimmung des Zweiten Vatikanischen Konzils führte zur Eröffnung zahlreicher katholischer Bildungshäuser, auch für die Propstei Wislikofen war eine solche Nutzung vorgesehen. 1973 erwarb die römisch-katholische Landeskirche des Kantons Aargau das Gebäude. Es dient seit 1976 als Seminar- und Bildungszentrum, daneben wird es auch als Hotel und Restaurant genutzt. Daran angegliedert ist die seit 1137 bestehende Pfarrkirche von Wislikofen.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Blau auf grünem Hügel steigender weisser Löwe.» Das Gemeindewappen geht auf jenes der Propstei des Klosters St. Blasien zurück, das bis ins Jahr 1562 zurückverfolgt werden kann.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[7]

Jahr 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 291 240 246 286 238 246 284 374 344 329

Am 31. Dezember 2013 lebten 338 Menschen in Wislikofen, der Ausländeranteil betrug 10,1 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 64,8 % römisch-katholisch und 20,1 % reformiert; 1,2 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[8] 98,5 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache.[9]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Bad Zurzach zuständig. Wislikofen gehört zum Friedensrichterkreis Kaiserstuhl.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Wislikofen gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 150 Arbeitsplätze, davon 38 % in der Landwirtschaft, 25 % in der Industrie und 37 % im Dienstleistungssektor.[10] Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Bad Zurzach und Umgebung oder in der Region Baden.

Verkehr[Bearbeiten]

Wislikofen liegt zwar abseits des Durchgangsverkehrs, ist aber über die nahe gelegene Hauptstrasse 7 zwischen Basel und Winterthur leicht erreichbar. Die Anbindung an das Netz des öffentlichen Verkehrs erfolgt durch die Postautolinie von Kaiserstuhl über Niederweningen nach Baden.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Die Realschule und die Bezirksschule können in Bad Zurzach besucht werden, die Sekundarschule in Rekingen. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Baden und Wettingen. Am südlichen Dorfrand von Wislikofen befindet sich das «Haus Goldenbühl», ein Heim für Jugendliche mit geistigen und körperlichen Behinderungen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 365–367.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1050, Swisstopo
  5. Propstei Wislikofen
  6.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 317.
  7. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 26. August 2012.
  9. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 26. August 2012.
  10. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 26. August 2012.