Zali Steggall

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Zali Steggall Ski Alpin
Nation AustralienAustralien Australien
Geburtstag 16. April 1974
Geburtsort Sydney
Größe 175 cm
Beruf Rechtsanwältin
Karriere
Disziplin Slalom, Riesenslalom
Verein Mount Buller Ski Club
Status zurückgetreten
Karriereende 20. Februar 2002
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
WM-Medaillen 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Bronze 1998 Nagano Slalom
FIS Alpine Skiweltmeisterschaften
Gold 1999 Vail/Beaver Creek Slalom
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Debüt im Weltcup 27. März 1993
 Weltcupsiege 1
 Gesamtweltcup 32. (1997/98)
 Slalomweltcup 9. (1997/98)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Slalom 1 1 0
 

Zali Steggall (* 16. April 1974 in Sydney) ist eine ehemalige australische Skirennläuferin. Sie fuhr hauptsächlich Slaloms und wurde 1999 Weltmeisterin in dieser Disziplin, als bisher einzige Athletin von der südlichen Hemisphäre. Hinzu kommen eine olympische Bronzemedaille und ein Sieg im Skiweltcup.

Biografie[Bearbeiten]

Plakette für Zali Steggall auf dem Pathway of Olympians in Manly

Vom vierten bis zum 14. Lebensjahr lebte Zali Steggall mit ihren Eltern und ihrem Bruder Zeke (später als Profi-Snowboarder aktiv) in Frankreich. Sie erlernte im Wintersportort Morzine in Hochsavoyen das Skifahren und nahm regelmäßig an Rennen teil. Als australische Staatsbürgerin fand sie jedoch keine Aufnahme in die französischen Förderprogramme und Jugendkader. Nachdem sie drei Jahre in Manly bei Sydney gelebt hatte, zog sie als 17-jährige wieder nach Europa, um ihren Traum von einer Skisportkarriere zu verwirklichen.[1]

Mit guten Ergebnissen in FIS-Rennen und im Europacup qualifizierte sich Steggall für die Olympischen Winterspiele 1992 in Albertville; im Riesenslalom fuhr sie auf den 23. Platz. Ihre Premiere im Weltcup hatte sie am 27. März 1993 in Åre. Auch an den Olympischen Winterspielen 1994 nahm sie teil, konnte sich aber nur unwesentlich auf Platz 22 verbessern. Die australische Regierung begann 1994, den Wintersport gezielt zu fördern, wovon auch Steggall zunehmend profitierte.[1] Am 17. Dezember 1995 fuhr sie beim Slalom von St. Anton am Arlberg erstmals unter die besten zehn eines Weltcuprennens und bestätigte diese Leistung fünf Wochen später in Sestriere mit dem vierten Platz.

Nach einer eher durchzogenen Saison 1996/97 gelang Steggall am 23. November 1997 endgültig der Durchbruch an die Weltspitze, als sie den Slalom von Park City für sich entschied und somit die erste australische Siegerin eines Weltcuprennens wurde. Ein weiterer Weltcupsieg gelang ihr zwar nie mehr, doch erzielte sie zahlreiche Top-10-Ergebnisse. Ein weiterer Höhepunkt in Steggalls Karriere waren die Olympischen Winterspiele 1998 in Nagano. Im Slalomrennen fuhr Steggall auf Platz 3 und gewann für Australien die erste Medaille in einer Einzeldisziplin bei Winterspielen (vier Jahre zuvor hatte die Shorttrack-Staffel der Männer die erste Wintersportmedaille überhaupt gewonnen).

Den größten Erfolg ihrer Karriere feierte Steggall an der Weltmeisterschaft 1999 in Vail. Mit klarer Bestzeit im zweiten Lauf sicherte sie sich die Slalom-Goldmedaille und wurde die erste Weltmeisterin von der Südhalbkugel. Bei der Siegerehrung passierte eine Panne: Anstatt der australischen Hymne erklang jene Armeniens. Da die überraschten Organisatoren kein Tonband mit der richtigen Hymne vorrätig hatten, wiederholten sie die Ehrung am darauf folgenden Tag.[2] Nach diesen Erfolgen gelangen Steggall nur noch mittelmäßige Ergebnisse. Ihr letztes Rennen war der Slalom der Olympischen Winterspiele 2002, bei dem sie aber bereits im ersten Lauf ausschied. Anschließen gab sie ihren Rücktritt vom aktiven Skirennsport bekannt.

Steggall, die fließend Französisch spricht, hatte während ihrer Skikarriere einen Fernstudienkurs in Kommunikationswissenschaft begonnen. Sie schloss ihr Studium 2001 an der Griffith University ab und begann danach, Rechtswissenschaft zu studieren.[3] Im Januar 2007 erhielt sie den Order of Australia für ihre sportlichen Leistungen und ihr Engagement in verschiedenen wohltätigen Organisationen.[4], im darauf folgenden Jahr das Anwaltspatent für den Bundesstaat New South Wales.[3] Steggall war seit September 1999 mit dem australischen Ruderer David Cameron verheiratet und hatte mit ihm zwei Kinder. Die Ehe wurde jedoch nach sieben Jahren geschieden. Im Juni 2008 gab sie bekannt, dass sie den ebenfalls geschiedenen Marketingmanager Tim Irving heiraten werde.[5]

Erfolge[Bearbeiten]

Olympische Spiele[Bearbeiten]

Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Juniorenweltmeisterschaften[Bearbeiten]

  • Maribor 1992: 18. Kombination, 25. Slalom, 28. Riesenslalom, 31. Abfahrt, 32. Super-G
  • Monte Campione 1993: 18. Kombination, 21. Riesenslalom, 28. Slalom, 46. Super-G

Weltcup[Bearbeiten]

  • 1997/98: 9. Slalomwertung
  • 2 Podestplätze, davon 1 Sieg:
Datum Ort Land Disziplin
23. November 1997 Park City USA Slalom

Europacup[Bearbeiten]

  • Saison 1993/94: 6. Slalomwertung
  • Saison 1996/97: 3. Slalomwertung
  • 3 Podestplätze, davon 1 Sieg

Weitere Erfolge[Bearbeiten]

  • 7 australische Meistertitel (Riesenslalom 1994 und 1995; Slalom 1994, 1995, 1997, 1998 und 1999)
  • 18 Siege bei FIS-Rennen (berücksichtigt sind nur die Ergebnisse ab 1994)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Athletenprofil, Sports Illustrated
  2. The Sports Factor, Radio National transcripts
  3. a b Lebenslauf von Zali Steggall
  4. Biografischer Eintrag, National Foundation for Australian Women
  5. Zali Steggall announces her engagement, news.com.au