Marielle Goitschel

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Marielle Goitschel Ski Alpin
Marielle Goitschel (2008)
Marielle Goitschel im Jahr 2008
Nation FrankreichFrankreich Frankreich
Geburtstag 28. September 1945
Geburtsort Sainte-Maxime
Karriere
Disziplin Slalom, Riesenslalom,
Abfahrt, Kombination
Verein CS Val d'Isère
Status zurückgetreten
Karriereende 1968
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 2 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Weltmeisterschaften 7 × Gold 4 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Gold Innsbruck 1964 Riesenslalom
Silber Innsbruck 1964 Slalom
Gold Grenoble 1968 Slalom
FIS Alpine Skiweltmeisterschaften
Gold Chamonix 1962 Kombination
Silber Chamonix 1962 Slalom
Gold Innsbruck 1964 Riesenslalom
Gold Innsbruck 1964 Kombination
Silber Innsbruck 1964 Slalom
Gold Portillo 1966 Abfahrt
Gold Portillo 1966 Riesenslalom
Gold Portillo 1966 Kombination
Silber Portillo 1966 Slalom
Gold Grenoble 1968 Slalom
Silber Grenoble 1968 Kombination
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Debüt im Weltcup Januar 1967
 Weltcupsiege 7
 Gesamtweltcup 2. (1967)
 Abfahrtsweltcup 1. (1967)
 Riesenslalomweltcup 4. (1967)
 Slalomweltcup 1. (1967, 1968)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Abfahrt 2 0 1
 Riesenslalom 0 3 1
 Slalom 5 3 1
 

Marielle Goitschel (* 28. September 1945 in Sainte-Maxime, Département Var) ist eine ehemalige französische Skirennläuferin. Sie war eine der erfolgreichsten Athletinnen der 1960er Jahre.

Karriere[Bearbeiten]

Bei der Ski-WM 1962 in Chamonix wurde sie Weltmeisterin in der Kombination und Zweite im Slalom. Bei den Olympischen Spielen 1964 in Innsbruck wurde sie Olympiasiegerin im Riesenslalom und gewann hinter ihrer Schwester Christine Goitschel die Silbermedaille im Slalom. Dazu gewann sie die Kombinationswertung, die allerdings nur als Weltmeisterschafts- und nicht als Olympiadisziplin zählte. Sie sorgte für zusätzlichen Presserummel, als sie ihre baldige Heirat mit Jean-Claude Killy bekanntgab. Allerdings war dies bloß ein Scherz, den sie zusammen mit ihrer Schwester ausgeheckt hatte, um sich über die Journalisten lustig zu machen. Im selben Jahr wurde sie von der Sportzeitung L’Équipe als erste Frau zu Frankreichs Sportlerin des Jahres („Champion des champions“) gewählt und von der Internationalen Vereinigung der Ski-Journalisten zusammen mit ihrer Schwester mit dem Skieur d’Or ausgezeichnet.

Goitschel war der absolute Superstar der Ski-WM 1966 in der chilenischen Skistation Portillo, als sie in drei Disziplinen gewann (Abfahrt, Riesenslalom und Kombination) sowie einmal Zweite wurde (Slalom). Die Goldmedaille in der Abfahrt wurde ihr allerdings erst zwei Jahre später zugesprochen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass Erika Schinegger eigentlich ein Mann ist. Bei den Olympischen Spielen 1968 in Grenoble wurde sie erneut Olympiasiegerin, diesmal im Slalom, und Zweite in der Kombination. Auch hier wurde die Kombination nur als Weltmeisterschaftsmedaille, nicht als olympische Medaille gewertet.

Im Jahr 1967, als der Skiweltcup erstmals ausgetragen wurde, gewann sie die Disziplinenwertungen im Slalom (punktgleich mit Annie Famose) und in der Abfahrt, in der Gesamtwertung wurde sie mit vier Punkten Rückstand auf die Kanadierin Nancy Greene Zweite. 1968 entschied sie erneut die Disziplinenwertung im Slalom für sich und beendete dann ihre sportliche Karriere. Insgesamt gewann sie sieben Weltcuprennen (zwei Abfahrten und fünf Slaloms, darunter der ebenfalls zum Weltcup zählende Slalom der Olympischen Spiele 1968).

Wichtige Siege vor Einführung des Weltcups erzielte sie unter anderem beim Kriterium des ersten Schnees in Val-d’Isère 1961 und 1962, beim Goldenen Fuchs in Maribor und den Silberkrugrennen in Bad Gastein 1964 sowie beim Goldschlüsselrennen in Schruns und dem Harriman Cup in Sun Valley 1965. Bei den SDS-Rennen in Grindelwald feierte sie von 1963 bis 1966 vier Siege und beim Staufenpokal in Oberstaufen stand sie bis 1966 insgesamt fünf Mal an erster Stelle. Ihr sechster Sieg in Oberstaufen zählte 1968 bereits zum Weltcup.

Mit insgesamt 11 Weltmeisterschaftsmedaillen von 1962 bis 1968 (7 goldene, 4 silberne) ist sie in dieser Wertung nach Christl Cranz (15 Weltmeisterschaftsmedaillen von 1934 bis 1939: 12 goldene, 3 silberne) die zweiterfolgreichste Skirennläuferin aller Zeiten. Allerdings wurde zur aktiven Zeit von Cranz jährlich um Weltmeisterschaftsmedaillen gefahren, zur aktiven Zeit von Goitschel nur jedes zweite Jahr.

Von 1962 bis 1966 wurde Goitschel zehnmal Französische Meisterin (viermal im Slalom und je dreimal im Riesenslalom und in der Kombination). Ihr Neffe Philippe Goitschel hielt von 1993 bis 1995 und von 2002 bis 2006 den Weltrekord im Geschwindigkeitsskifahren.

Weltcupsiege[Bearbeiten]

Datum Ort Land Disziplin
18. Januar 1967 Schruns Österreich Abfahrt
19. Januar 1967 Schruns Österreich Slalom
3. März 1967 Sestriere Italien Abfahrt
12. März 1967 Franconia USA Slalom
6. Januar 1968 Oberstaufen Deutschland Slalom
2. Februar 1968 Chamrousse Frankreich Slalom *
28. März 1968 Rossland Kanada Slalom

* Die Rennen der Olympischen Spiele 1968 zählten ebenfalls zum Weltcup.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  •  Marielle Goitschel, Christine Goitschel: Les soeurs Goitschel: Les Etoiles des neiges. Éditions Jacob-Duvernet, Paris 2008, ISBN 978-2-84724-2-058.

Weblinks[Bearbeiten]