St. Anton am Arlberg

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Dieser Artikel erläutert die Gemeinde, die Tourismusregion siehe Stanzer Tal.
St. Anton am Arlberg
Wappen von St. Anton am Arlberg
St. Anton am Arlberg (Österreich)
St. Anton am Arlberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Landeck
Kfz-Kennzeichen: LA
Fläche: 165,81 km²
Koordinaten: 47° 7′ N, 10° 16′ O47.11666666666710.2666666666671284Koordinaten: 47° 7′ 0″ N, 10° 16′ 0″ O
Höhe: 1284 m ü. A.
Einwohner: 2.426 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 15 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6580
Vorwahl: 05446
Gemeindekennziffer: 7 06 21
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfstraße 46
6580 St. Anton am Arlberg
Website: www.st-anton.at
Politik
Bürgermeister: Mall Helmut (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
6 Einheitsliste St. Anton,
3 Liste St. Jakob,
2 Alternative Liste 2010,
2 Dorfgemeinschaft,
1 Allianz der Vernunft,
1 Liste WIR
Lage der Gemeinde St. Anton am Arlberg im Bezirk Landeck
Faggen Fendels Fiss Fließ Flirsch Galtür Grins Ischgl Kappl Kaunerberg Kaunertal Kauns Ladis Landeck Nauders Pettneu am Arlberg Pfunds Pians Prutz Ried im Oberinntal St. Anton am Arlberg Schönwies See Serfaus Spiss Stanz bei Landeck Strengen Tobadill Tösens Zams TirolLage der Gemeinde St. Anton am Arlberg im Bezirk Landeck (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
St. Anton am Arlberg (Hauptort der Gemeinde), Blick talauswärts
St. Anton am Arlberg (Hauptort der Gemeinde), Blick talauswärts
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

St. Anton am Arlberg ist ein Wintersportort in den österreichischen Alpen. Er befindet sich in Tirol, an der Grenze zu Vorarlberg am Fuße des Arlbergpasses, und liegt auf 1.284 bis 1489 m ü. A.

St. Anton, einst bedeutender Passort, ist einer der bekanntesten Wintersportorte weltweit, und gilt mit als die Wiege des alpinen Skifahrens.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

St. Anton liegt im oberen Teil des Stanzertales im Bundesland Tirol, rund 100 km westlich der Landeshauptstadt Innsbruck, an der Grenze zu Vorarlberg zwischen den Lechtaler Alpen im Norden und der Verwallgruppe im Süden an der Rosanna. Der Hausberg ist der Gampen[1] und der höchstgelegene, mit Aufstiegshilfen erreichbare Punkt ist der Gipfel der Valluga mit 2811 m ü. A..

Die Gemeinde hat eine Fläche von 165,81 km² und 2426 Einwohner (Stand 1. Jänner 2014), damit ist St. Anton flächenmäßig größer als das Fürstentum Liechtenstein, und ganz Wien ist nur dreimal so groß.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Kaisers (Bez. Reutte)
Klösterle (Bez. Bludenz, Vlbg.) Nachbargemeinden

Kappl
Lech, Bez. Bludenz, Vlbg., grenzt um ein kleines Stück Kamm an der Valluga nicht an, Klösterle grenzt dort an Kaisers

Geschichte[Bearbeiten]

Entwicklung des Gemeindenamens[Bearbeiten]

St. Anton am Arlberg trägt innerhalb von 750 Jahren bereits den fünften Namen: Um 1275 als Vallis taberna bezeichnet, folgte über Jahrhunderte der Name Stanzertal (1275 – ca. 1805) ehe für kurze Zeit der Gemeindename St. Jakob als Standort der alten Kuratie St. Jakob übernommen wurde. (1805 – ca. 1811). Auch dieser Name dürfte nicht zufriedenstellend gewesen sein und man einigte sich auf den Gemeindenamen nach dem alten Ortsteil Nasserein (1811 – 1927), der inmitten der beiden Fraktionen St. Jakob und St. Anton gelegen ist, wohl auch deswegen, da sich das Postgasthaus in diesem Ortsteil bis 1824 befand. Mit dem Bau der neuen Landstraße im Jahr 1824 wurden die beiden Ortsteile St. Jakob und Nasserein umfahren und der Ortsteil St. Anton gewann immer mehr an Bedeutung. Als in den Jahren 1880 bis 1884 die Arlbergbahn gebaut wurde, stand bereits bei der Planung fest, dass die Bahnstation St. Anton am Arlberg heißen werde, obwohl der Gemeindename nach wie vor Nasserein war. Im Jahre 1927 benannte sich die bisher Stanzertal genannte Gemeinde schließlich in St. Anton am Arlberg um.

Verkehrsentwicklung[Bearbeiten]

Historische Ansicht von 1889 des Ortsteils St. Christoph

Die Geschichte des Ortes, erstmalig um 1275 als Vallis taberna erwähnt, ist eng mit der Verkehrsentwicklung des Arlbergpasses verknüpft.

Arlbergpass[Bearbeiten]

Als 1363 Tirol und bald darauf auch Vorarlberg zum Habsburgerreich gekommen waren, setzte auf dem Fahrweg über den Arlberg verstärkter Verkehr ein, wobei dem Transport von Handelswaren aller Art, insbesondere dem Salztransport und den militärischen Gütern samt Truppenbewegungen größte Bedeutung zu kam. Die Dörfer dies- und jenseits des Arlbergs erblühten und neue Siedlungen entstanden. Im Untertanenverzeichnis von 1427 werden 88 „Familienväter mit Weib und Kindern“ genannt, im Feuerstättenverzeichnis jedoch nur 65 Feuerstätten. Dies lässt darauf schließen, dass viele Familien in Doppel- und Dreifachhäusern gewohnt haben. Sehr aufschlussreich sind auch die im Original erhaltenen Dorfordnungen aus dem Jahre 1656 und 1802, die alle Gehöfte mit ihren Bewohnern samt Rechten und Pflichten nennen.

Nach dem Verkauf der Alpgebiete auf dem Arlberg (Alpe Stern genannt) samt sonstiger Alprechte im Jahr 1450 an die Stadt Lindau am Bodensee verschafften sich diese die Kontrolle über den Arlbergverkehr. Lindau förderte aber den Salztransport von Hall über den Fernpass und schädigte so den Salztransportverkehr über den Arlberg empfindlich.

Im Laufe des 15. Jahrhunderts verfiel die Straße über den Arlberg derart, dass er mit Wagen nicht mehr befahrbar war. Dieser Zustand hielt sich von ca. 1450 bis 1787 und wurde erst mit der Eröffnung der Josephinischen Straße über den Arlberg wieder behoben. Der dadurch wieder stark steigende Fuhrwerksverkehr erzwang mit der Kunststraße 1824 den weiteren Ausbau, was die Umfahrung von St. Jakob und Nasserein zur Folge hatte.

Etwa um 1860 nahm der Arlbergverkehr wieder rasch ab, da im Alpenvorland bereits Eisenbahnen entstanden waren und der Transport des Salzes nunmehr wieder über Bayern erfolgte. Für die Bevölkerung war der finanzielle Niedergang in allen Teilen des Dorfes spürbar. Viele Einheimische gingen nunmehr wieder als Maurer, Zimmerleute oder Handlanger ins Ausland, da sie von der klein strukturierten Landwirtschaft nicht leben konnten.

Eisenbahntunnel[Bearbeiten]

Bau des Eisenbahntunnels

1880 wurde mit dem Bau der Arlbergbahn und des Arlbergtunnels begonnen. Die Eröffnung 1884 bedeutete nicht nur eine einmalige technische Großleistung, sondern auch einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung für die Gebiete dies- und jenseits des Arlbergs. Der Bahnbau brachte Arbeit und auch die ersten Touristen kamen nunmehr mit der Eisenbahn nach St. Anton am Arlberg.

Straßentunnel[Bearbeiten]

Zunächst Segen, später Fluch der Arlberggemeinde St. Anton wurde der zunehmende Verkehr über den Arlbergpass. Ab Mitte der 50er Jahre hatte der Verkehr derart stark zugenommen, dass die Gemeinde Gegenmaßnahmen ergreifen musste. Es entstand die Idee des Arlberg Straßentunnels in Verbindung mit der Arlberg Schnellstraße. 1974 begannen schließlich die Arbeiten zu dem 13,91 Kilometer langen Tunnel zwischen St. Anton und Langen in Vorarlberg. Am 1. Dezember 1978 wurde dieser seiner Bestimmung übergeben. Diese Maßnahme führte zu einer starken Beruhigung des Autoverkehrs in St. Anton, sodass in der Folgezeit die Dorfstraße in weiten Teilen zur Fußgängerzone erklärt werden konnte.

Die Schwabenkinder[Bearbeiten]

Um 1815 begann auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Situation im Dorf das oft traurige Kapitel der Schwabenkinder. Unzählige Kinder armer Leute – zumeist Bergbauern und Tagelöhner – wurden in Gruppen über den Sommer ins relativ reiche Schwaben geschickt und dort auf den Kindermärkten z. B. in Ravensburg als billige Arbeitskräfte angeboten. Zumeist mussten sie sich als Hüterkinder und Mägde verdingen – erst 1914 sollte dies ein Ende nehmen.

Einflüsse der nationalsozialistischen Herrschaft und des Zweiten Weltkrieges[Bearbeiten]

Auch der Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich 1938 blieb in St. Anton nicht ohne Folgen. Es gab Verhaftungen, Vertreibungen und antisemitische Maßnahmen; so wurde am westlichen Ortsrand die Tafel „In St. Anton sind Juden unerwünscht“ aufgestellt. Psychisch Kranke und Behinderte wurden Opfer der Aktion T4. So wurden zwei Frauen des Ortes nach Hartheim verschleppt und dort als „unwertes Leben“ ermordet.

Unter den von den Nationalsozialisten wegen ihrer Gesinnung Verfolgten war auch der damals größte Sohn des Dorfes Hannes Schneider, der nach einer Verhaftung in die USA floh.

Kurz vor Kriegsende glich das Dorf einem Heerlager: Vor den vorrückenden Amerikanern fliehende deutsche Truppen stauten sich vor dem Arlbergpass, der wegen ungewöhnlich hoher Schneelage unpassierbar war. Kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner Anfang Mai 1945 gelang es den deutschen Truppen, weiterzuziehen, sodass der Ort weitgehend ohne Kampfhandlungen von den amerikanischen Truppen eingenommen werden konnte.

Von 240 im Zweiten Weltkrieg eingerückten Soldaten aus St. Anton kamen 86 nicht mehr zurück.

Tiefschneehang am Arlberg

Entwicklung des Fremdenverkehrs[Bearbeiten]

1895 wurde durch den Gastwirt Carl Schuler das erste Hotel erbaut, welches 1897 mit dem Namen Hotel Post eröffnet werden konnte. Das Hotel Post verfügte über ca. 110 Betten, Zentralheizung, elektrisches Licht sowie Lese- und Billardzimmer, eine Kegelbahn und einen Lawn-Tennisplatz. Weitere Hotels folgten bald. 1910 verfügte St. Anton bereits über 328 Gästebetten, die bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs, der die touristische Entwicklung vorerst stoppte, auf 369 anstiegen.

Am 3. Jänner 1901 wurde im Hospiz in St. Christoph der Ski-Club Arlberg gegründet und bald wurden erste Skirennen durchgeführt. 1907 kam Hannes Schneider als Skilehrer in das Hotel Post nach St. Anton. Mit seiner Arlbergtechnik revolutionierte er den modernen Skilauf. 1922 gründete er die Skischule St. Anton. In den darauf folgenden Jahren folgte eine weitere Erhöhung der Bettenzahl, 1927 zählte man bereits 664 Fremdenbetten.

In den 30er Jahren drehte Arnold Fanck einige Spielfilme in St. Anton, darunter Der weiße Rausch', Fuchsjagd im Engadin und Wunder des Schneeschuhs, die nachhaltig die Entwicklung des Skilaufes nicht nur am Arlberg, sondern in den gesamten Alpen mit beeinflussten. 1934 zählte man in St. Anton 1.000 Gästebetten und ca. 55.000 Übernachtungen.

Blick vom Moostal auf die Passstraße und den Galzig

Mit dem Bau der Seilbahn auf den Galzig 1937 wurde der Grundstein für eine groß angelegte Seilbahnerschließung gelegt, die in den Nachkriegsjahren mit dem Bau der St. Christoph-, Valluga-, Gampen- und Kapallbahn ihre Fortführung fand. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs konnten 1.154 Betten gezählt werden, während des Krieges war St. Anton Fronturlaubsziel mehrerer Heeresverbände.

Erst 1947 kam der Fremdenverkehr langsam wieder in Gang und setzte sich kontinuierlich mit großen Steigerungen fort. Die Zahl der Gästebetten stieg von 1.700 (Jahr 1956) bis auf 5.658 (Jahr 1975) bei nunmehr über 560.000 Übernachtungen. Weitere Seilbahnerschließungen erfolgten in den Jahren 1965 bis 1975, darunter eine komplette Neuerschließung mit dem Bau der Rendlbahn im Moostal.

Von 1975 bis 1985 setzte sich diese Entwicklung fort und St. Anton wurde mit dem Arlberg Tarif Verbund zu einem Großraum-Skigebiet, der den Gästen die Benutzung aller Liftanlagen am gesamten Arlberg ermöglichte. 1985 erhöhte sich die Bettenzahl auf 7.325 bei 815.000 Übernachtungen. 1995 konnte eine Bettenzahl von 8.500 bei 900.000 Übernachtungen erreicht werden. In den 1990er Jahren erfolgte auch die Ausweitung der Beschneiungsanlagen durch die Arlberger Bergbahnen, welche eine weitgehende Schneesicherheit auf allen Skibergen herstellte.

Alpine Ski-WM 2001[Bearbeiten]

1996 beim FIS-Kongress in Christchurch/Neuseeland erhielt St. Anton den Zuschlag zur Durchführung der Alpinen Skiweltmeisterschaft 2001. Die Weltmeisterschaft selbst wurde dann zu einem großen sportlichen Ereignis mit mehr als 350.000 Zuschauer vor Ort. Mittelbar oder unmittelbar im Zusammenhang mit der WM entstanden zahlreiche Neubauprojekte im Ort. Das multifunktionale Kongresszentrum ARLBERG-well.com, das Zielstadion "FIS Alpine Ski WM 2001" und die Nassereinbahn waren direkte WM-Projekte, darüber hinaus haben viele Hoteliers den Anlass genutzt, um die Bettenzahlen durch Erweiterungen aufzustocken oder ihre Gästehäuser zu renovieren. Als Großprojekt im Zusammenhang mit der Alpinen Skiweltmeisterschaft stand außerdem die Verlegung des Bahnhofes und des Streckenverlaufes, auf die gesondert eingegangen wird.

Bahnverlegung[Bearbeiten]

Im Zusammenhang mit der Alpinen Skiweltmeisterschaft 2001 wurde die Arlbergbahnlinie auf dem Gemeindegebiet verlegt und ein neuer Bahnhof errichtet. Innerhalb von 36 Monaten wurde das zwei Milliarden Schilling teure Projekt realisiert und am 10. September 2000 wurde der offizielle Fahrbetrieb auf der neuen Strecke aufgenommen. Durch die Bahnverlegung wurde die über Jahrzehnte andauernde Teilung des Ortes durch die Bahnlinie aufgehoben und es entstanden neue Freiflächen mitten im Ort, die z. T. mit einem Park begrünt wurden. Auch ging die Lärmbelästigung durch die nunmehr eingehauste Bahnführung erheblich zurück. Das alte Bahnhofsgebäude steht unter Denkmalschutz und bleibt erhalten.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Im Jänner 2006 liegt die Einwohnerzahl bei 2.848. Sie hat sich somit in den letzten 100 Jahren mehr als verdreifacht, denn 1901 waren es gerade einmal 877 Einwohner. Die Anzahl der Häuser lag 1901 bei 106 und im Jahre 2006 bei über 830.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Landeck.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandaten der folgenden Listen zusammen:[2]

  • 6 Einheitsliste für alle der Gemeinde St. Anton – stellt den Bürgermeister
  • 3 Liste St. Jakob
  • 2 Alternative Liste 2010
  • 2 Dorfgemeinschaft
  • 1 Allianz der Vernunft
  • 1 Liste WIR

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei den Bürgermeisterwahlen 2010 konnte sich Helmut Mall mit 58,30 % der gültigen Stimmen gegen seine beiden Mitbewerber Walter Strolz und Bernhard Falch durchsetzen.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von St. Anton am Arlberg

Blasonierung: In Silber über blau gewelltem Schildfuß drei grüne Berge, der rechte und linke erhöht und mit silbernen Spitzen, der mittlere mit einem sich nach oben verjüngendem Pfahl, darüber mit den Fängen auf dem rechten und linken Berg aufstützend, der Tiroler Adler. Die Farben der Gemeindefahne sind Weiß-Rot.

Seit 1927 haben alle Tiroler Gemeinden das Recht, ein Wappen zu führen (bis dahin war das den Städten und Märkten vorbehalten). St. Anton war die erste Gemeinde, die nach dem neuen Gesetz ein Wappen verliehen bekam. Es wurde im Zuge der Namensänderung 1927 verliehen und symbolisiert die Passlage am „Tor zu Tirol“ von Westen. Der silberne Pfahl steht dabei für die Arlbergstraße, der gewellte Schildfuß für die Rosanna.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten]

Touristische Infrastruktur[Bearbeiten]

St. Anton – Blick auf die Passstraße bei St. Christoph

Der Tourismus dominiert die nahezu monostrukturierte Wirtschaft am gesamten Arlberggebiet. Es gibt zwar noch mehrere Handwerks,- Handels- und Dienstleistungsbetriebe, die jedoch vorwiegend in Abhängigkeit vom Ski-Tourismus stehen. Die Arlberger Bergbahnen AG erschließt als einer der größten Arbeitgeber mit 31 Seilbahn- und Liftanlagen mit einer stündlichen Gesamtförderleistung von 58.405 Personen das Skigebiet am Arlberg.

Mit circa 10.000 Gästebetten in Hotels und Beherbergungsbetrieben werden pro Wintersaison ca. eine Million Übernachtungen erreicht. Während die Sommersaison bis in die 70er Jahre durch den Titel Höhenluftkurort auch von Bedeutung war, jedoch durch den Beginn des immer leistungsfähigeren Fernreisetourismus erheblich zurückging, ist seit Anfang der 90er Jahre wieder ein Trend zum Sommertourismus in St. Anton auffällig. Sportarten wie Mountainbiking oder Nordic Walking locken immer mehr sportbegeisterte Urlauber in der schneearmen Zeit an den Arlberg. Hotels, Gaststätten und die Bergbahnen haben sich darauf eingestellt und bieten mittlerweile spezielle Aktiv-Pakete für Sommergäste an.

Seit 2002 besteht ein Freibad mit Wellnesscenter, um Touristen auch in den Sommermonaten anzuziehen. 2008 wurde weiters die alte Tennishalle erneuert, die nun eine Bowling-/Kegelbahn, eine Mehrzweckhalle (Tennis, Volleyball, Fußball) sowie einen Squash-Platz und einen Luftgewehrschießstand enthält. Herzstück der neuen Halle ist der Kletterbereich.

Dennoch bleibt der Ski-Tourismus weiterhin die Haupteinnahmequelle des Ortes.

Die touristische Infrastruktur im Sommer umfasst

  • ca. 96 km markierte Wanderwege
  • zwei Klettersteige
  • einen Winterklettersteig
  • ein Hallenbad mit Außenbereich (neben zahlreichen Hotelhallenbädern)
  • Wanderwege
  • Mountainbike Routen
  • Angelmöglichkeiten
Blick auf Skirouten im Mattun

Die touristische Infrastruktur im Winter umfasst

  • 94 Lifte und Seilbahnen
  • 340 km präparierte Pisten (davon: „leicht“ = 142 km / „mittel“ =153 km / „schwer“ =45 km)
  • 200 km naturbelassene aber gesicherte Pulverpisten
  • 10 Skiwanderrouten
  • ein Hallenbad mit Außenbereich (neben zahlreichen Hotelhallenbädern) und Fitnesscenter
  • ein multifunktionales Sportzentrum
  • eine beleuchtete, 4,3 km lange Rodelbahn (ab der Bergstation der Nassereinbahn) mit einem Höhenunterschied von über 500m.

Skihütten (teilweise auch im Sommer bewirtschaftet) gibt es im gesamten Skigebiet. Hier eine Auswahl: Rodelhütte (an der Rodelbahn), Hospiz-Alm (St. Christoph), Heustadl, Sennhütte, Ulmer Hütte (DAV-Hütte), Kaminstube, Mooserwirt, u.v.m.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Die Landwirtschaft ist in der Gemeinde von jeher klein strukturiert und seit vielen Jahren stark rückläufig. Aktuell gibt es noch 41 Nebenerwerbsbetriebe, die zumeist im Ortsteil St. Jakob gelegen sind. Auch die Almen (Alpen genannt) werden noch bewirtschaftet. Neben der Rinder- und Schafhaltung werden in den letzten Jahren vermehrt wieder Pferde (Haflinger) gehalten.

Bildung[Bearbeiten]

St. Anton verfügt über zwei Kindergärten, zwei Volksschulen und eine Hauptschule/Neue Mittelschule. Im Ortsteil St. Christoph ist die Bundesskiakademie St. Christoph am Arlberg (Ski Austria Academy, früher Bundessportheim). Hier werden neben Skilehrern und Sportstudenten auch Leistungssportler im alpinen Bereich ausgebildet. Zahlreiche erfolgreiche Schisportler haben diese Schule besucht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke und Museen[Bearbeiten]

Innerhalb der Gemeinde bestehen die beiden katholischen Pfarreien St. Anton und St. Jakob, deren Kirchengebäude sehenswert ist.

  • Die Kirche von St. Anton wurde 1698 zu Ehren der hll. Jungfrau, Franziskus und des Ortspatrons Antonius von Padua geweiht. Die Kirche wurde 1932 von Clemens Holzmeister erweitert, und gilt als besonders gelungenes Beispiel früher Denkmalpflege, die Altsubstanz mit moderner Architektur vereint. Außen weitgehend barock wirkend, ist das Interieur in Architektur, Malerei und Ausstattung von Moderne geprägt.
    Der St. Antoner Friedhof liegt abseits unterhalb des Dorfs, und steht ebenfalls unter Denkmalschutz.
  • Die St. Jakober Kirche, dem Apostel Jakobus dem Älteren geweiht. Die Vorgängerkirche war die älteste Kirche im oberen Stanzertal (1275 erwähnt). Die heutige Kirche wurde 1773–1778 erbaut. Der trutzige Turmhelm von 1888 wahr wahrzeichen des Orts, wurde aber nach Brand 1943 spitz neu konstruiert. Das innere ist ein bedeutendes geschlossenes Barockensemble, insbesondere die Kanzel ist in künstlerischer Hinsicht besonders wertvoll. Die Fassade ist von einem großen Christophorus-Gemälde geziert. Auch der Friedhof der Kirche ist bemerkenswert.
  • Sehenswert ist das Ski- und Heimatmuseum in der Trier-Villa.
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in St. Anton am Arlberg

Nachtleben[Bearbeiten]

St. Anton ist bekannt für seine Diskos, Pubs und Bars auf der Dorfstraße und an den Hängen entlang der Talabfahrten. Bekannt sind z. B. der Mooserwirt, das Krazy Kanguruh ,die Kaminstube und das TAPS an den Pisten, und im Ort das Piccadilly, das Scotty’s, das Bobo’s und die Murrmel Bar. Durch den hohen Anteil internationaler Gäste (über 50 % sind nicht-deutschsprachig) ist die „Kneipensprache“ teilweise Englisch.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter:

  • Cassian Spiß (1866–1905), Benediktinermönch und Bischof von Südsansibar (heute Erzdiözese Dar-Es-Salaam)
  • Rudolph Matt (1909–1993), österreichischer Skisportler und Weltmeister im Slalom 1936
  • Friedl Pfeifer (1911–1995), österreichischer Skirennläufer
  • Josef „Pepi“ Jennewein (1919–1943), österreichischer und deutscher Skirennläufer und Skispringer und Weltmeister in der Alpinen Kombination 1939
  • Albert Pfeifer (1919–1943), österreichischer und deutscher Skirennläufer
  • Josef „Pepi“ Gabl (1920–1992), österreichischer Skirennläufer und -trainer
  • Franz Gabl (1921–2014), österreichischer Skirennläufer und Gewinner der Silbermedaille in der Abfahrt bei den Olympischen Winterspielen 1948
  • Karl Fahrner (1929–1996), österreichischer Skirennläufer
  • Hans Thöni (* 1931), Baumeister und Heimatforscher
  • Ernst Falch (* 1939), österreichischer Skirennläufer
  • Max von Tilzer (* 1939), österreichischer Biologe und emeritierter Professor für aquatische Ökologie an der Universität Konstanz und früherer Direktor des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung
  • Helmut Schranz (* 1941), österreichischer Skirennläufer
  • Gertrud Gabl (1948–1976), österreichische Skirennläuferin und Weltcupsiegerin

Ehrenbürger der Gemeinde:

  • Hannes Schneider (1890–1955), Skipionier und Gründer der Skischule Arlberg
  • Fritz Tschol (* 1929), katholischer Ordensgeistlicher und Generalvikar der Territorialprälatur Xingu, der größten Diözese Brasiliens
  • Adolf Werner (* 1936), Bruderschaftsmeister der Bruderschaft St. Christoph und Hotelier
  • Karl Schranz (* 1938), Skiweltmeister aus St. Anton
  • Rudolf Streicher, Unternehmer, Politiker und Dirigent
  • Herbert Sprenger (1932–2003), 24 Jahre Bürgermeister, Hauptschul-Direktor, Kapellmeister, Organist
  • Bruno Decristoforo (* 1946), Pfarrer in Dölsach (Osttirol). War 25 Jahre (bis 2008) Pfarrer in Sankt Anton am Arlberg.
  • Tschol Rudolf, Altbürgermeister, ehemaliger Obmann Tourismusverband
  • Wendelin Weingartner, Altlandeshaupmann Tirol
  • Karl Schlögl, ehemaliger Innenminister Österreichs

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Thöni: St. Anton am Arlberg. Freipresse, Bludenz 1996, ISBN 3-85193-027-05 (formal falsche ISBN)
  • Hans Thöni: Hannes Schneider – zum 100. Geburtstag des Skipioniers. (keine ISBN)
  • Skiclub Arlberg (Hrsg.): Skiclub Arlberg – Ein Jahrhundertbericht. ISBN 3-9501375-0-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sankt Anton am Arlberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. St. Anton am Arlberg
  2. a b http://wahlen.tirol.gv.at/gemeinderatswahl_2010/gemeinden/st_anton_am_arlberg.html Wahlergebnisse der Gemeinde St. Anton: Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen 2010
  3.  Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4.
Dies ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel.
Dieser Artikel wurde am 10. Januar 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.