Rosi Mittermaier

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Rosi Mittermaier Ski Alpin
Rosi Mittermaier (li.) mit Ehemann Christian Neureuther (2013)
Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 5. August 1950
Geburtsort Reit im Winkl
Karriere
Disziplin Abfahrt, Riesenslalom,
Slalom, Kombination
Status zurückgetreten
Karriereende 12. März 1976
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 2 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Weltmeisterschaften 3 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Gold Innsbruck 1976 Abfahrt
Gold Innsbruck 1976 Slalom
Silber Innsbruck 1976 Riesenslalom
FIS Alpine Skiweltmeisterschaften
Gold Innsbruck 1976 Abfahrt
Gold Innsbruck 1976 Slalom
Gold Innsbruck 1976 Kombination
Silber Innsbruck 1976 Riesenslalom
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Debüt im Weltcup 1967
 Weltcupsiege 10
 Gesamtweltcup 1. (1975/76)
 Abfahrtsweltcup 5. (1968/69)
 Riesenslalomweltcup 3. (1975/76)
 Slalomweltcup 1. (1975/76)
 Kombinationsweltcup 1. (1975/76)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Abfahrt 0 2 2
 Riesenslalom 1 5 5
 Slalom 8 8 6
 Kombination 1 2 1
 

Rosemarie („Rosi“) Mittermaier-Neureuther, geb. Mittermaier (* 5. August 1950 in Reit im Winkl, Bayern) ist eine ehemalige deutsche Skirennläuferin.

Sportliche Karriere[Bearbeiten]

Bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck gewann sie bei allen drei alpinen Ski-Wettbewerben eine Medaille: Zwei Goldmedaillen in der Abfahrt und im Slalom und eine Silbermedaille im Riesenslalom. Im selben Jahr wurde sie Weltmeisterin in der Alpinen Kombination und Gesamtweltcupsiegerin. Seither ist sie als Gold-Rosi bekannt. Die Fachjournalisten wählten die 14-fache Deutsche Meisterin zur Sportlerin des Jahres 1976, die Internationale Vereinigung der Ski-Journalisten zeichnete sie im selben Jahr mit dem Skieur d’Or aus. Kurzfristig war sie auch Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre für den Internationalen Skiverband (FIS) tätig, als sie Rennstrecken für Damen begutachtete. So musste sie im Januar 1990 ein Comeback der Damen auf der Kitzbüheler Streif (es sollte ein Super-G gefahren werden) absagen, weil wegen Schneemangels die Streckenführung zu gefährlich war.

Ihre in der Öffentlichkeit wahrgenommene sportliche Karriere startete sie anlässlich des damals noch ausgetragenen "Alpencups", der am 11./12. Februar in Bad Gastein veranstaltet wurde und sie Rang 9 in der Kombination (Abfahrt/Slalom) belegte. - Rang 9 war dann auch ihre erste Top-Ten-Platzierung (11. Januar 1968 beim Slalom in Grindelwald, als sie erstmals in der 1. Startgruppe fahren durfte und dabei die Start-Nr. 2 zugelost erhalten hatte). Schon am 11. Dezember 1968 stand sie als Zweite des Riesentorlaufs in Val d'Isère erstmals am Podest. Sie wurde Abfahrts-Zweite am 10. Januar 1969 in Grindelwald und gewann am 16. Januar 1969 beim "Goldschlüssel-Rennen" von Schruns ihren ersten Weltcup-Slalom. Als "besondere Verletzung" gab es einen Armbruch und eine Knieverletzung, als sie am 5. Februar 1975 beim Training in der Axamer Litzum mit einem Touristen zusammenstieß, doch konnte sie beim Finale im März in Gröden wieder starten. - Interessant ist auch, dass sie bei den Rennen in Bad Gastein am 21./22. Januar 1976 vorerst in der Abfahrt Letzte wurde und Tags darauf im Slalom siegte. Ihr letztes Rennen bestritt sie am 19. März 1976 beim Riesentorlauf in Mt. St. Anne, wobei sie allerdings (auf dem Weg zum Sieg; sie hatte eine um 1.7 sec. bessere Zwischenzeit als die Laufsiegerin Monika Kaserer) ausschied. Mit 281 zu 214 Punkten gegenüber der zweitplatzierten Lise-Marie Morerod (SUI) holte sie sich in überlegener Manier den Gesamtweltcup.

Privates und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Rosi Mittermaier ist seit 6. Juni 1980 mit dem ehemaligen Skirennläufer Christian Neureuther verheiratet. Zusammen haben sie zwei erwachsene Kinder, Felix und Ameli Neureuther. Sie ist die Schwester der Skirennläuferinnen Heidi Mittermaier und Evi Mittermaier. 1974 erhielt sie den Silbernen, 1976 den Goldenen Bravo Otto der deutschen Jugendzeitschrift BRAVO. 1997 wurde Rosi Mittermaier-Neureuther vom Bundesministerium des Innern in Absprache mit dem Sport zur ersten Nationalen Botschafterin für Sport, Toleranz und Fair Play berufen. Seit 1998 wirkt sie an der Verleihung des jährlich vergebenen Preises des Bundesinnenministers für Toleranz und Fair Play im Sport mit. 2004 nahm sie für die CSU als Mitglied der Bundesversammlung an der Wahl des Bundespräsidenten teil. 2006 wurde sie in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen. 2007 wurde sie vom bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Ab 2007 war Rosi Mittermaier im Ehrenpräsidium des Organisationskomitees der Alpinen Skiweltmeisterschaften 2011 in Garmisch-Partenkirchen. Zusätzlich fungierte sie, auch schon während der Bewerbungsphase, als zentrale Botschafterin für das alpine Großereignis.

Erfolge[Bearbeiten]

Olympische Winterspiele 1976 in Innsbruck:

Hinzu kommt ein Sieg im Gesamtweltcup (1976)

Weltcupsiege[Bearbeiten]

Mittermaier errang insgesamt 41 Podestplätze, davon 10 Siege (hinzu kommen weitere 76 Top-Ten-Platzierungen):

Datum Ort Land Disziplin
16. Januar 1969 Schruns Österreich Slalom
14. März 1970 Voss Norwegen Slalom
2. Februar 1973 Schruns Österreich Slalom
27. Februar 1974 Abetone Italien Slalom
8. März 1974 Vysoké Tatry Tschechoslowakei Slalom
13. Dezember 1974 Cortina d’Ampezzo Italien Slalom
17. Dezember 1975 Cortina d’Ampezzo Italien Kombination
22. Januar 1976 Bad Gastein Österreich Slalom
5. März 1976 Copper Mountain USA Riesenslalom
6. März 1976 Copper Mountain USA Slalom

Außerhalb des Weltcups siegte sie am 17. Februar 1974 beim Holmenkollenrennen am Kikerudbakken im Riesenslalom und in der Kombination.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Rosi Mittermaier 1976 Paraguay stamp 2 crop.jpg

Literatur[Bearbeiten]

  • Jupp Suttner: Rosi Mittermaier. Sonderausgabe. Copress-Verlag, München 1976, ISBN 3-7679-0103-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rosi Mittermaier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. zeiten - weiten - resultate. Arbeiter-Zeitung, 19. Februar 1974, S. 11, abgerufen am 11. April 2015.