Øyer

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Wappen Karte
Wappen der Kommune Øyer
Øyer (Norwegen)
Øyer (61° 17′ 57″ N, 10° 30′ 0″O)
Øyer
Basisdaten
Kommunennummer: 3440
Provinz (fylke): Innlandet
Verwaltungssitz: Tingberg
Koordinaten: 61° 18′ N, 10° 30′ OKoordinaten: 61° 18′ N, 10° 30′ O
Höhe: 916 moh.
Fläche: 639,92 km²
Einwohner: 5.093 (1. Jan. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 8 Einwohner je km²
Sprachform: neutral
Webpräsenz:
Verkehr
Straße: Europastraße 6
Bahnanschluss: Dovrebanen
Politik
Bürgermeister: Brit Kramprud Lundgård (Ap) (2015)
Lage in der Provinz Innlandet
Lage der Kommune in der Provinz Innlandet

Øyer ist eine Kommune im norwegischen Fylke Innlandet. Die Kommune hat 5093 Einwohner (Stand: 1. Januar 2021) und liegt nördlich der Stadt Lillehammer. Verwaltungssitz ist die Ortschaft Tingberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus der Kommune

Die Gemeinde liegt im geografischen Zentrum von Innlandet im südlichen Abschnitt des Tals Gudbrandsdal. Øyer grenzt an Ringebu im Norden, Stor-Elvdal im Osten, Ringsaker und Lillehammer im Süden sowie Gausdal im Westen. Durch den Westen der Kommune fließt der Fluss Lågen. In seinem Verlauf befindet sich etwas südlich der Ortschaft Tretten der Wasserfall Hovdefossen. Im Osten des Flusses befinden sich Berge mit Höhen über 1000 moh., das Gebiet dort ist außerdem von Moorgebieten durchzogen.[2] Die Erhebung Eldåhøgda im äußersten Nordosten der Gemeinde stellt mit einer Höhe von 1232,08 moh. den höchsten Punkt der Kommune Øyer dar.[3] Insgesamt liegt etwa die Hälfte des Gemeindeareals über 900 moh.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Großteil der Einwohner lebt im Osten des Flusses Lågen. Die größeren Ortschaften Tretten und Grandrudmoen liegen beide Lågen-Ostufer. In den 1970er-Jahren begann die Einwohnerzahl anzusteigen, womit Øyer eine Sonderstellung in der Gudbrandsdal-Region einnimmt, da bis auf Øyer und Lillehammer alle weiteren Kommunen in dieser Zeit einen Rückgang der Einwohnerzahlen zu verzeichnen hatten.[4] In der Gemeinde liegen zwei sogenannte Tettsteder, also zwei Ansiedlungen, die für statistische Zwecke als eine Ortschaft gewertet werden. Diese sind Tretten mit 857 und Granrudmoen-Øyer mit 2108 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2020).[5]

Die Einwohner der Gemeinde werden Øyværing genannt.[6] Øyer hat wie viele andere Kommunen der Provinz Innlandet weder Nynorsk noch Bokmål als offizielle Sprachform, sondern ist in dieser Frage neutral.[7]

Jahr 1986 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020
Einwohnerzahl[8] 4507 4521 4706 4859 4840 5002 5065 5100

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grenzen der Gemeinde Øyer blieben über die Zeit hinweg fast unverändert, nur zum 1. Januar 1867 ging ein von damals 40 Personen bewohntes Gebiet an Gausdal über.[9] Bis zum 31. Dezember 2019 gehörte Øyer der damaligen Provinz Oppland an. Sie ging im Zuge der Regionalreform in Norwegen in die zum 1. Januar 2020 neu geschaffene Provinz Innlandet über.[10]

Die Øyer kirke ist eine Holzkirche aus dem Jahr 1725. Sie hat einen kreuzförmigen Grundriss.[11] Die Tretten kirke ist ebenfalls eine Holzkirche. Sie wurde im Jahr 1728 fertiggestellt.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Øyertunnel

Durch das Gudbrandsdal verläuft parallel zum Fluss Lågen die Europastraße 6 (E6). Die Straße stellt unter anderem die Verbindung zum südlich gelegenen Lillehammer und nach Hamar her und führt in der Kommune durch den Øyertunnel. Ebenfalls durch das Tal führt die Bahnlinie Dovrebanen, die in ihrem gesamten Verlauf von Oslo bis an die an der norwegischen Westküste gelegenen Stadt Trondheim führt.[2] Der Bahnhof Øyer wurde 1894 eröffnet, als die Strecke von Hamar bis nach Tretten verlängert wurde. Heute ist die Station nicht mehr in Betrieb.[13]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bereich der Landwirtschaft ist die Haltung von Rindern, Schweinen und Schafen verbreitet. Traditionell war auch die Almwirtschaft von größerer Bedeutung, wobei die sogenannten Seter die Basis bildeten. Neben der Landwirtschaft spielt auch die Forstwirtschaft eine größere Rolle. Die Industrie der Kommune baut vor allem auf der Verarbeitung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf und hat die Lebensmittelindustrie als größten Industriezweig. Des Weiteren gibt es Betriebe zur Holzverarbeitung und Maschinenbau. Auch der Tourismus ist von wirtschaftlicher Bedeutung.[4] Im Jahr 2020 arbeiteten von etwa 2500 Arbeitstätigen nur 1115 in Øyer selbst, 858 waren in Lillehammer tätig. Der Rest verteilte sich auf Gemeinden wie Gausdal, Ringebu und Oslo.[14]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alpinzentrum Hafjell

In der Kommune fanden schon mehrfach größere Sportveranstaltungen statt. Im Rahmen der Olympische Winterspiele 1994 wurde mit am Hafjell eine alpine Skisportanlage gebaut. Dort fanden seitdem unter anderem auch die Alpine Ski-Juniorenweltmeisterschaft 2015 statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Øyer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 07459: Alders- og kjønnsfordeling i kommuner, fylker og hele landets befolkning (K) 1986 – 2021 Statistisk sentralbyrå. 23. Februar 2021 (norwegisch)
  2. a b Øyer kommune. In: Norgeskart. Abgerufen am 1. August 2021 (norwegisch).
  3. Høgaste fjelltopp i kvar kommune. Kartverket, 25. Mai 2021, abgerufen am 1. August 2021 (norwegisch (Nynorsk)).
  4. a b c Øyer. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 1. August 2021 (norwegisch).
  5. Population and land area in urban settlements. Statistisk sentralbyrå, 6. Oktober 2020 (englisch).
  6. Innbyggjarnamn. Språkrådet, abgerufen am 1. August 2021 (norwegisch (Nynorsk)).
  7. Forskrift om målvedtak i kommunar og fylkeskommunar (målvedtaksforskrifta). In: Lovdata. 6. Januar 2020, abgerufen am 1. August 2021 (norwegisch).
  8. Population. Municipalities, pr. 1.1., 1986 - latest year. In: ssb.no. Abgerufen am 1. August 2021 (englisch).
  9. Dag Juvkam: Historisk oversikt over endringer i kommune- og fylkesinndelingen. (PDF) In: ssb.no. 1999, abgerufen am 1. August 2021 (norwegisch).
  10. Kommunal- og moderniseringsdepartementet: Nye kommune- og fylkesnummer fra 2020. In: regjeringen.no. 27. Oktober 2017, abgerufen am 1. August 2021 (norwegisch).
  11. Øyer kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 1. August 2021 (norwegisch).
  12. Tretten kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 1. August 2021 (norwegisch).
  13. Øyer stasjon. In: Bane Nor. Abgerufen am 1. August 2021 (norwegisch).
  14. Pendlingsstrømmer. Statistics Norway, abgerufen am 1. August 2021 (norwegisch).