Nord-Aurdal

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Wappen Karte
Wappen der Kommune Nord-Aurdal
Nord-Aurdal (Norwegen)
Nord-Aurdal
Basisdaten
Kommunennummer: 3451
Provinz (fylke): Innlandet
Verwaltungssitz: Fagernes
Koordinaten: 61° 0′ N, 9° 21′ OKoordinaten: 61° 0′ N, 9° 21′ O
Höhe: 990 moh.
Fläche: 906,47 km²
Einwohner: 6.354 (1. Jan. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 7 Einwohner je km²
Sprachform: neutral
Webpräsenz:
Politik
Bürgermeister: Knut Arne Fjelltun (Sp) (2019)
Lage in der Provinz Innlandet
Lage der Kommune in der Provinz Innlandet

Nord-Aurdal ist eine Kommune im norwegischen Fylke Innlandet. Die Kommune hat 6354 Einwohner (Stand: 1. Januar 2022). Verwaltungssitz ist die Stadt Fagernes.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Fagernes

Die Gemeinde liegt in der Landschaft Valdres im Westen des Fylkes Innlandet. Nord-Aurdal grenzt an Vestre Slidre und Øystre Slidre im Nordwesten, Gausdal und Nordre Land im Nordosten, Etnedal im Osten, Sør-Aurdal im Süden sowie Gol und Hemsedal im Südwesten. Die Grenze zu Hemsedal und Gol stellt dabei auch die Grenze zwischen den Fylkern Innlandet und Viken dar.

Im Zentrum der Gemeinde liegt der See Strondafjorden. An dessen Westufer liegt die Stadt Fagernes. Richtung Südosten fließt der Fluss Begna ab. Weiter im Osten der Gemeinde fließt auch die Etna durch das Gebiet. An der Westgrenze der Kommune liegt der See Tisleifjorden. Sowohl im Westen als auch im Nordosten der Gemeinde befinden sich größere Moorflächen.[2] Die Erhebung Djuptjernkampen auf der Grenze zu Nordre Land und Gausdal stellt mit einer Höhe von 1325,04 moh. den höchsten Punkt der Kommune Nord-Aurdal dar.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung lebt vor allem im Haupttal entlang der Begna verteilt.[4] In der Gemeinde liegen mehrere sogenannte Tettsteder, also mehrere Ansiedlungen, die für statistische Zwecke als eine Ortschaft gewertet werden. Diese sind Fagernes mit 1951, Leira mit 927 und Aurdal mit 658 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2021).[5] Fagernes und Leira liegen beide am Ufer des Sees Strondafjorden, Aurdal etwas weiter südlich.[2]

Die Einwohner der Gemeinde werden Nordaurdøl genannt.[6] Nord-Aurdal hat wie viele andere Kommunen der Provinz Innlandet weder Nynorsk noch Bokmål als offizielle Sprachform, sondern ist in dieser Frage neutral.[7]

Jahr 1986 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020
Einwohnerzahl[8] 6560 6573 6552 6560 6442 6415 6466 6413

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Aurdal

Im Jahr 1894 wurde ein Teil von Nord-Aurdal abgespalten und mit einem Teil von Sør-Aurdal zur neu gegründeten Kommune Etnedal zusammengelegt. Dabei gingen 362 Einwohner von Nord-Aurdal nach Etnedal über. Zum 1. Januar 1979 wurde ein unbewohntes Gebiet von Etnedal an Nord-Aurdal überführt, am 1. Januar 1984 ging ein ebenfalls unbewohntes Gebiet von Sør-Aurdal an Nord-Aurdal über.[9] Bis zum 31. Dezember 2019 gehörte Nord-Aurdal der damaligen Provinz Oppland an. Sie ging im Zuge der Regionalreform in Norwegen in die zum 1. Januar 2020 neu geschaffene Provinz Innlandet über.[10]

In Fagernes liegt das Valdres Folkemuseum. Dabei handelt es sich um ein Freilichtmuseum mit alten Gebäuden und Ausstellungen zu traditioneller Kleidung.[4] Des Weiteren befinden sich in der Gemeinde mehrere Kirchen. Die Aurdal kirke ist eine Holzkirche mit kreuzförmigem Grundriss aus dem Jahr 1737.[11] Aus der Zeit um 1250 stammt die Ulnes kyrkje.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Kommune führt östlich der Begna die Europastraße 16 (E16). Die Straße verbindet dabei auch die Orte Fagernes, Leira und Aurdal. Bei Fagernes zweigt von der E16 der Fylkesvei 51 in den Norden ab. Der Fylkesvei führt zudem in den Südwesten in die Kommune Gol.[2] Etwas östlich von Fagernes befindet sich der Flughafen Fagernes, Leirin. Er wurde im Jahr 1987 eröffnet und wird von Avinor betrieben.[13]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell war in der Kommune vor allem die Land- und Forstwirtschaft von Bedeutung. Mit der Zeit vollzog die Gemeinde einen Wandel und wurde ein Dienstleistungszentrum für die Region. Dabei spielt auch der Tourismus eine größere Rolle. Typisch sind dabei touristische Aktivitäten in der Natur mit den umliegenden Bergen. Im Bereich der Landwirtschaft ist vor allem die Tierhaltung verbreitet, in der Industrie stellt die Lebensmittelherstellung einen größeren Zweig dar.[4] Im Jahr 2020 arbeiteten von etwa 3300 Arbeitstätigen zirka 2600 in Nord-Aurdal selbst, der Rest verteilte sich vor allem auf umliegende Kommunen wie Vestre Slidre, Øystre Slidre und Sør-Aurdal.[14]

Name und Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das seit 1985 offizielle Wappen der Kommune zeigt drei blaue Blumen auf gelben Hintergrund. Bei den Blumen handelt es sich um Schnee-Enzian. Der Name „Nord-Aurdal“ setzt sich aus dem Bestandteil „Nord-“ und „Aurdal“ zusammen. Der Wortbestandteil „-dal“ bedeutet dabei „Tal“, die erste Silbe leitet sich vom Flussnamen „Aura“ ab.[15]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nord-Aurdal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 07459: Population, by sex and one-year age groups (M) 1986 - 2022. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, abgerufen am 26. Februar 2022 (englisch).
  2. a b c Nord-Aurdal kommune. In: Norgeskart. Abgerufen am 16. August 2021 (norwegisch).
  3. Høgaste fjelltopp i kvar kommune. Kartverket, 25. Mai 2021, abgerufen am 16. August 2021 (norwegisch (Nynorsk)).
  4. a b c Trond Olav Svendsen: Nord-Aurdal. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 16. August 2021 (norwegisch).
  5. Population and land area in urban settlements. Statistisk sentralbyrå, 26. Oktober 2021 (englisch).
  6. Innbyggjarnamn. Språkrådet, abgerufen am 16. August 2021 (norwegisch (Nynorsk)).
  7. Forskrift om målvedtak i kommunar og fylkeskommunar (målvedtaksforskrifta). In: Lovdata. 6. Januar 2020, abgerufen am 16. August 2021 (norwegisch).
  8. Population. Municipalities, pr. 1.1., 1986 - latest year. In: ssb.no. Abgerufen am 16. August 2021 (englisch).
  9. Dag Juvkam: Historisk oversikt over endringer i kommune- og fylkesinndelingen. (PDF) In: ssb.no. 1999, abgerufen am 16. August 2021 (norwegisch).
  10. Kommunal- og moderniseringsdepartementet: Nye kommune- og fylkesnummer fra 2020. In: regjeringen.no. 27. Oktober 2017, abgerufen am 16. August 2021 (norwegisch).
  11. Aurdal kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 20. August 2021 (norwegisch).
  12. Ulnes kyrkje. In: Kirkesøk. Abgerufen am 20. August 2021 (norwegisch).
  13. Fagernes lufthamn, Leirin. In: Avinor. Abgerufen am 20. August 2021 (norwegisch).
  14. Pendlingsstrømmer. Statistics Norway, abgerufen am 16. August 2021 (norwegisch).
  15. Nord-Aurdal. In: Norsk stadnamnleksikon. Abgerufen am 16. August 2021 (norwegisch).