1267

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Portal Geschichte | Portal Biografien | Aktuelle Ereignisse | Jahreskalender

| 12. Jahrhundert | 13. Jahrhundert | 14. Jahrhundert |
| 1230er | 1240er | 1250er | 1260er | 1270er | 1280er | 1290er |
◄◄ | | 1263 | 1264 | 1265 | 1266 | 1267 | 1268 | 1269 | 1270 | 1271 | | ►►

Staatsoberhäupter · Nekrolog

1267
Angebliche Zerstörung Glanzenbergs während der Regensberger Fehde 1267, Darstellung aus dem Jahr 1715
Die Regensberger Fehde eskaliert.
1267 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 715/716 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 1259/60
Buddhistische Zeitrechnung 1810/11 (südlicher Buddhismus); 1809/10 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 66. (67.) Zyklus

Jahr des Feuer-Hasen 丁卯 (am Beginn des Jahres Feuer-Tiger 丙寅)

Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 629/630 (Jahreswechsel April)
Iranischer Kalender 645/646
Islamischer Kalender 665/666 (Jahreswechsel 21./22. September)
Jüdischer Kalender 5027/28 (21./22. September)
Koptischer Kalender 983/984
Malayalam-Kalender 442/443
Seleukidische Ära Babylon: 1577/78 (Jahreswechsel April)

Syrien: 1578/79 (Jahreswechsel Oktober)

Spanische Ära 1305
Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1323/24 (Jahreswechsel April)

Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik und Weltgeschehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreuzzüge und Kreuzfahrerstaaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Zusage an Papst Clemens IV. nimmt Ludwig IX. („der Heilige“), König von Frankreich, am 24. März mit seinen Söhnen in Paris das Kreuz und bricht ins Heilige Land auf. Der Siebte Kreuzzug beginnt. Innerhalb des französischen Adels stellt sich allerdings kein besonders hoher Enthusiasmus zu einem weiteren aufwendigen und kostenintensiven Kreuzzug ein. Aus diesem Grund wird das Gros des französischen Kreuzfahrerheers dieses Mal hauptsächlich aus dem engsten persönlichen und höfischen Umfeld des Königs gestellt, während der Feudaladel in seiner Mehrheit auf eine Kreuznahme verzichtet. Dafür erhält Ludwig IX. Zusagen seines Bruders Karl von Anjou, der inzwischen als König in Sizilien herrscht, des katalanischen Königs Jakob I. und des englischen Kronprinzen Edward Plantagenet zur persönlichen Teilnahme, mitsamt eigener Kontingente.

  • November: Hugo II., König von Zypern und Regent von Jerusalem, stirbt minderjährig und kinderlos. Sein Cousin Hugo, der schon bisher für ihn die Regentschaft geführt hat, wird als Hugo III. neuer König. Die Regentschaft im Königreich Jerusalem bleibt vorläufig ungeklärt.

Königreich Sizilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Reiter auf der Falkenjad aus dem Codex Manesse: Die Bildüberschrift lautet: „Kunig Cunrat der Junge“, weshalb man heute den Reiter mit der Krone als Konradin identifiziert

Konradin, nach dem Tod seines Onkels Manfred der letzte legitime männliche Erbe aus der Dynastie der Staufer, zieht im Spätsommer in Begleitung von Friedrich I. von Baden nach Italien, um seine Ansprüche auf das staufische Erbe in Sizilien gegen Karl I. von Anjou durchzusetzen. Er erhält dabei die Unterstützung seines Onkels Herzog Ludwigs II. von Bayern und seines Stiefvaters Meinhard II. von Kärnten und Tirol. Papst Clemens IV., der sich von den Staufern bedroht fühlt, belegt ihn hingegen am 18. November mit dem Kirchenbann. Das Heer überwintert wegen finanzieller Probleme als Gäste von Stadtherr Mastino I. della Scala in Verona.

Heiliges Römisches Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kölner Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg, der im Zuge eines Streits mit den Patriziern der Stadt die Kontrolle über Köln verloren hat, gerät über von ihm neu erhobene Zölle in Neuss in eine Fehde mit der Grafschaft Jülich. Nach anfänglichen Erfolgen erleidet er am 18. Oktober trotz zahlenmäßiger Überlegenheit eine schwere Niederlage gegen den Grafen von Jülich Wilhelm IV. und seine Verbündeten in der Schlacht von Zülpich. Engelberg und einige seiner Verbündeten geraten in Gefangenschaft. Die meisten Gefangenen wie Graf Dietrich VII. von Kleve und der Paderborner Bischof Simon I. von Lippe werden bald gegen Lösegeld freigelassen. Engelbert wird hingegen für mehrere Jahre in der Burg Nideggen festgehalten.

Wappen der Freiherren von „Regensperg“ in der Zürcher Wappenrolle

Die Regensberger Fehde, ein Krieg zwischen Rudolf von Habsburg und der mit Habsburg verbündeten Stadt Zürich gegen die Freiherren von Regensberg, eskaliert: Angeblich werden die Burgen Uznaberg, Uetliburg und Glanzenberg zerstört. Eine gewaltsame Zerstörung ist aber in keinem der Fälle nachweisbar. Geprägt ist dieser Kleinkrieg wohl nicht von großen Schlachten, sondern von Scharmützeln und Kriegslisten, mit insbesondere begleitenden politischen Manövern von Graf Rudolf von Habsburg in von Regensberg beherrschten Gebieten und bei mit den Regensbergern verbündeten Adelsgeschlechtern.

England / Wales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 21. Februar: Robert Wallerand, Lord of Kilpeck, wird beauftragt, einen auf zwei oder drei Jahre befristeten Waffenstillstand mit dem walisischen Fürsten Llywelyn ap Gruffydd zu schließen. Gleichzeitig beauftragt der englische König Heinrich III. seinen Sohn Edmund Crouchback, Earl of Leicester und Inhaber mehrerer Baronien in den Welsh Marches, zusammen mit Wallerand einen dauerhaften Frieden auszuhandeln. Die Verhandlungen stocken jedoch bald.
  • 21. September: Der päpstliche Legat Ottobono Fieschi erhält von Heinrich III. die Vollmacht, direkte Verhandlungen mit dem walisischen Fürsten zu führen. Am 25. September kommt eine Einigung zustande.
Llywelyn ap Gruffydd als Fürst von Wales
Wales nach dem Vertrag von Montgomery

Osteuropa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vaišelga tritt nach dreijähriger Regierung zugunsten von Svarnas, dem Herrscher der Rus, als Großfürst von Litauen zurück und geht wieder ins Kloster.

Asien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrechte und urkundliche Ersterwähnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissenschaft und Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roger Bacon schickt Papst Clemens IV. (auf dessen Anforderung) drei Schriften: das Opus maius, das Opus minus (eine Zusammenfassung des Ersteren) und das Opus tertium. Im Opus maius diskutiert er alchemistische, astrologische, astronomische, mathematische und optische sowie andere Themen, wobei er auch wichtige Vorarbeiten zur Entwicklung der Brille leistet. Im Opus minus erinnert er u. a. daran, dass 40 Jahre zuvor (1227) durch Zusammenarbeit von Pariser Theologen und Buchhändlern die Pariser Bibel entstanden ist.
  • Das Maria-Magdalenen-Gymnasium in Breslau wird als Lateinschule gegründet.

Kultur und Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche Benthen

Geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geburtsdatum gesichert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Genaues Geburtsdatum unbekannt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August: Heinrich I., Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, Fürst von Braunschweig-Grubenhagen († 1322)

Geboren um 1267[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giotto-Denkmal in Florenz

Gestorben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstes Halbjahr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweites Halbjahr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Genaues Todesdatum unbekannt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Grab von Álvaro von Urgell

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: 1267 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien