Admeira

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Admeira

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2015
Sitz Bern
Leitung Bertrand Jungo;[1] Marc Walder (VR-Präsident)
Mitarbeiterzahl rund 300 (Januar 2017)
Branche Medien
Website www.admeira.ch

Admeira ist ein 2015 gegründetes Schweizer Vermarktungsunternehmen.

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen verfügt über ein multimediales Portfolio mit rund 80 Medienmarken aus den Bereichen Print, TV, Radio, Online und Crossmedia. Gemäss eigener Aussage erreicht Admeira damit eine Abdeckung von rund 95 Prozent der Schweizer Bevölkerung.[2][3][4]

Entstanden ist das Unternehmen als Joint-Venture von Ringier, der SRG SSR und Swisscom. Publisuisse, die vorherige Vermarkterin der SRG SSR, ging vollständig in Admeira auf. Am 28. Juni 2018 gab die SRG bekannt, das sie ihren gesamten Aktienanteil von 33,3 % an Admeira an die beiden Aktionäre Swisscom und Ringier verkauft hat.[5] Die SRG belässt die Vermarktung ihrer Werbespots aber weiterhin bei Admeira.

Die Dienstleistungen von Admeira stehen allen Werbeauftraggebern, Agenturen sowie weiteren Anbietern von Werbeinventar offen.

Am 1. April 2017 begann die Swisscom mit der Lieferung anonymisierter Kundendaten an Admeira. Von der SRG werden Nutzungsdaten über Kanäle wie Mediapulse und Netmetrix bezogen.[6]

Am 22. November 2017 wurde bekannt, dass sich Admeira mit 15 % am digitalen Vermarktungsunternehmen der NZZ-Mediengruppe, Audienzz, beteiligt.[7]

Der Werdegang des noch jungen Gemeinschaftsunternehmens ist ausführlich beschrieben worden.[8]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Admeira wurde von Anfang an kritisiert: Die parastaatlichen Unternehmen Swisscom und SRG würden nicht alle Marktteilnehmer gleich behandeln.[9] Die Behörden untersagten der SRG vorerst TV-Spots, welche bestimmte Zielgruppen im Visier haben.[10] Nicht an der Vermarktungsplattform beteiligte Medienunternehmen und der Verband Schweizer Medien (VSM) versuchten rechtlich gegen den Zusammenschluss vorzugehen, was zu langwierigen Rechtsverfahren führte.[11] Das Bundesverwaltungsgericht gewährte dem VSM und neun mitklagenden Medienunternehmen wie Tamedia AG und AZ Medien AG Parteistellung und Akteneinsicht im Verfahren beim Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek), wogegen die SRG Beschwerde erhob. Am 23. Februar 2018 wies das Bundesgericht als übergeordnete Instanz diese Beschwerde ab. Somit haben nun diese neun Medienunternehmen Parteistellung beim Verfahren durch Uvek zur Klärung der Frage, ob Admeira den Entfaltungsspielraum anderer Medien beeinträchtigt.[12]

Der Präsident des Verbandes Schweizer Medien, Pietro Supino von Tamedia, verhandelte mit Gilles Marchand als Generaldirektor der SRG über den Positionsbezug des Verbandes bezüglich der No-Billag-Volksinitiative. Zu den Forderungen Supinos gehörte der Rückzug der SRG aus dem Gemeinschaftsunternehmen Admeira. Wegen dieses Streitpunktes ist bereits Ringier aus diesem Verband ausgetreten. Nachdem Marchand anfänglich verhandlungsbereit war, änderte der Kauf des Admeira-Konkurrenten Goldbach Group durch Tamedia die Situation grundlegend.[13]

Namensbedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Admeira ist eine englisch-rätoromanische Wortschöpfung. Er setzt sich zusammen aus den Begriffen «Advertising» und «meira». Letzteres bedeutet im Rätoromanischen «Ziel».

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bertrand Jungo wird neuer Admeira-CEO. Abgerufen am 7. August 2017.
  2. Rainer Stadler: Werbeallianz vor dem Start: Aus Publisuisse wird Admeira. In: Neue Zürcher Zeitung. 17. März 2016, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 21. März 2017]).
  3. Michael Ziesmann: So verändert Admeira das Spielfeld. In: Die MEDIENWOCHE - Das digitale Medienmagazin. 14. April 2016, abgerufen am 21. März 2017.
  4. Michèle Widmer: Werbeallianz: Joint Venture nennt sich Admeira. In: persoenlich.com. (persoenlich.com [abgerufen am 21. März 2017]).
  5. Einsparungen, Partnerschaften und neue Prioritäten bei der SRG SSR. (srgssr.ch [abgerufen am 28. Juni 2018]).
  6. Admeira: Swisscom-Nutzerdaten für Werbevermarktung. In: Neue Zürcher Zeitung. 8. März 2017, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 4. Juni 2017]).
  7. Admeira kauft Teil der NZZ-Vermarktungsfirma Audienzz. In: Neue Zürcher Zeitung. 22. November 2017.
  8. Jan Jirát und Kaspar Surber: Duell auf dem Dorfplatz. In: Die Wochenzeitung, 11. Januar 2018, abgerufen am 6. Januar 2018.
  9. Admeira oder die hohle Gasse der Werbewirtschaft. In: Die MEDIENWOCHE - Das digitale Medienmagazin. 31. März 2016, abgerufen am 5. Juni 2017.
  10. Rainer Stadler: Auflagen für die SRG: Oranges Licht für die Werbeallianz. In: Neue Zürcher Zeitung. 29. Februar 2016, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 4. Juni 2017]).
  11. Werbeallianz Admeira: Vorläufig keine Akteneinsicht für Gegner. In: Neue Zürcher Zeitung. 5. Januar 2017, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 4. Juni 2017]).
  12. Kathrin Alder: Medienunternehmen dürfen mitreden. In: NZZ, 15. März 2018, S. 18
  13. Francesco Benini: Deal der SRG mit Privaten auf der Kippe. In: NZZ am Sonntag, 13. Januar 2018, abgerufen am 14. Januar 2018