Radio Beromünster

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Radio Beromünster war ein öffentlich-rechtliches Schweizer Radioprogramm, das über den Landessender Beromünster, eine Sendeanlage für Mittelwellenrundfunk, übertragen wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sender nahm am 11. Juni 1931 seinen Betrieb auf. Nach einer Erhöhung der Sendeleistung von 60 kW auf 100 kW und Inbetriebnahme des Blosenbergturms konnte 1937 Radio Beromünster in weiten Teilen Europas empfangen werden. Der Landessender als öffentlich-rechtlicher Rundfunk wurde zu einer wichtigen unabhängigen Informationsquelle im Zweiten Weltkrieg. Auf diese Weise wurde der namengebende Ort Beromünster weithin bekannt, z. B. aufgrund der Beschriftung auf der Frequenzskala.

Die NS-Propaganda im benachbarten Deutschland beruhte wesentlich auf dem neuen Medium Radio, dem Volksempfänger, der im Auftrag von Joseph Goebbels entwickelt worden war. Für die Abwehr dieser Propaganda im Rahmen der Geistigen Landesverteidigung war der Landessender nicht nur für die Schweiz, sondern auch für Deutschland, Österreich und bis nach Polen von grosser Bedeutung. Die ausländische „Rundfunkpropaganda“ war der NS-Führung ein Dorn im Auge, und entsprechend galten Radio Beromünster und die britische BBC als Feindsender, deren Empfang unter Androhung von Haft im Deutschen Reich verboten wurde.[1] Die deutschen Rundfunkempfänger waren auch so gebaut, dass der Empfang entfernter Stationen erschwert wurde. Trotzdem wurde Radio Beromünster im Geheimen gehört.[1]

Der Historiker Jean Rudolf von Salis war in den Jahren von 1940 bis 1946 mit seiner Weltchronik,[1] die jeden Freitagabend um sieben Uhr ausgestrahlt wurde, die wichtigste Stimme von Radio Beromünster. Der Landessender blieb aber auch in der Nachkriegszeit eine wichtige unabhängige Informationsquelle, die nicht nur in der Schweiz regelmässig gehört wurde. Aus dem Rundfunk ging das Schweizer Radio DRS hervor.[2][3]

Am 29. Dezember 2008 um 00:00 Uhr MEZ wurde die Übertragung der Musigwälle 531 mit der Schweizer Nationalhymne beendet.[4] Bis zum 1. Januar 2009 um 00:00 Uhr informierte eine aufgeschaltete Ansage, dass der Sender ab Neujahr nicht mehr senden werde.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c «Weltchronik»
  2. Abschied vom Landessender Beromünster. Schweiz aktuell, 10. Oktober 2008, abgerufen am 21. August 2011.
  3. Edzard Schade: Faktisches zum Mythos Radio Beromünster. Rückblick auf die Ära einer 77-jährigen Radiogeschichte. NZZ Online, 27. Dezember 2008, abgerufen am 20. August 2011.
  4. Radio Beromünster hat ausgesendet. 20 Minuten, 28. Dezember 2008, abgerufen am 12. April 2015.