Airvault

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Airvault
Wappen von Airvault
Airvault (Frankreich)
Airvault
Region Poitou-Charentes
Département Deux-Sèvres
Arrondissement Niort
Kanton Airvault
Gemeindeverband Airvaudais-Val du Thouet
Koordinaten 46° 50′ N, 0° 8′ WKoordinaten: 46° 50′ N, 0° 8′ W
Höhe 67–140 m
Fläche 49,28 km²
Einwohner 3.048 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 62 Einw./km²
Postleitzahl 79600
INSEE-Code
Website Airvault

Airvault – Burgruine

Airvault ist eine Kleinstadt und eine westfranzösische Gemeinde mit 3.048 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Deux-Sèvres in der Region Poitou-Charentes. In römischer Zeit hieß der Ort Aurea Vallis; im Mittelalter waren auch die Schreibweisen Oirevaud, Aureval, Ayrevau, Hervaut u. a. gebräuchlich.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Airvault liegt am Fluss Thouet in einer Höhe von ca. 110 m ü. d. M. etwa 55 km (Fahrtstrecke) nordwestlich von Poitiers, 100 km südwestlich von Tours und 97 km südöstlich von Angers. Thouars liegt etwa 22 km nördlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1973 fusionierten zwei ehemals selbständige Gemeinden (Borcq-sur-Airvault und Soulièvres) mit Airvault; in den letztgenannten beiden Zahlen sind die Einwohnerzahlen der beiden Gemeinden mitberücksichtigt.

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2013
Einwohner 2.068 1.942 1.680 1.903 3.097 3.048

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kleinstadt profitierte im Mittelalter von der Abtei, der Burg und von ihrer Lage am Jakobsweg; die Bewohner lebten vom Handwerk, Kleinhandel und anderen Dienstleistungen. In der Umgebung des Ortes dominierte die Landwirtschaft, zu der auch der Weinbau gehörte.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe von Airvault verlief eine alte Römerstraße, die Poitiers (Limonum) mit Angers (Juliomagus) verband. Im Vorort Soulièvres wurden die Fundamente eines gallo-römischen Landguts (villa rustica) aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. ausgegraben. Gegen Ende des 10. Jahrhunderts wurde die Abtei St-Pierre gegründet und in der Folgezeit als Station auf einer Nebenstrecke des Jakobswegs mehr und mehr ausgebaut. Außerdem hatten die Vizegrafen von Thouars hier eine – in den Religionskriegen (1569) zerstörte – Burg. Mit dem Rückgang des Pilgerstroms nach Santiago de Compostela während und nach dem Hundertjährigen Krieg (1337–1453) bzw. den Hugenottenkriegen (1562–1598) verfiel der Ort in einen Dornröschenschlaf.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Abteikirche St-Pierre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: St-Pierre d’Airvault

(Monument historique seit 1914)[2]

Pont de Vernay[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Pont de Vernay (Airvault)

(Monument historique seit 1868)[3]

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterirdische Quelle
  • Am Kirchplatz stehen die ehemalige Poststation, ein Fachwerkhaus (maison à colombage) aus dem 17. Jahrhundert mit Ziegelsteinfüllung der Gefache, und eine langgestreckte, klassizistisch anmutende Markthalle (halle) aus dem 18. oder 19. Jahrhundert mit einer Reihe von Arkadenbögen.
  • Unter dem Vorplatz der Kirchen wurde im 19. Jahrhundert eine unterirdische Quelle (Fontaine souterraine) mit einer mittelalterlichen Quelleinfassung und einem schönen romanischen Tonnengewölbe „wiederentdeckt“.
  • In den ehemaligen Klostergebäuden ist ein Volkskundemuseum (Musée des Arts et Traditions Poitevines) untergebracht.
  • Etwa 150 m nördlich der ehemaligen Abteikirche liegen die Ruinen der Burg (château) der Vizegrafen von Thouars. Der während der Hugenottenkriege zerstörte Bautenkomplex, aus welchem der ehemalige Torturm besonders hervorzuheben ist, ist seit dem Jahr 1929 als Monument historique eingestuft.[4]
  • Im Nordwesten der Stadt steht die Chapelle St-Jérome, eine ehemalige kleine romanische Prioratskirche aus dem 12. Jahrhundert.
außerhalb
  • Das in Privatbesitz befindliche Logis de Barroux (46° 49′ 47″ N, 0° 10′ 40″ W) ist ein in Teilen mittelalterlich anmutendes Landgut aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Es wurde im Jahr 1984 als Monument historique anerkannt.[5]
  • Im Süden von Airvault befinden sich die Chapelle de l’Aumônerie (12. Jahrhundert) und die Chapelle des trois Maries (15. Jahrhundert).
  • Im Vorort Soulièvres steht ein hübsches Schlösschen im historisierenden Stil aus dem Jahr 1851.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thorsten Droste: Das Poitou. Westfrankreich zwischen Poitiers und Angoulême – die Atlantikküste von der Loire bis zur Gironde. DuMont Köln 1999, S. 104f ISBN 3-7701-4456-2
  • Henri Beauchet-Filleau: Histoire d’Airvault. M.-G. Micberth 1990 (Nachdruck der Erstausgabe von 1859) ISBN 978-2-87760-469-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Airvault – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Airvault – Weinbau
  2. Abbaye Saint-Pierre, Airvault in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Pont de Vernay, Airvault in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Château, Airvault in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  5. Logis de Barroux, Airvault in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)