Attachment Parenting

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William Sears empfiehlt Müttern, Säuglinge so viel wie möglich am Körper zu tragen.

Unter Attachment Parenting (kurz oft: AP; engl. für „Bindungserziehung“; deutsch auch: Bindungsorientierte Erziehung, Bedürfnisorientierte Erziehung) versteht man eine Erziehungslehre, deren Methoden darauf ausgerichtet sind, die Bedürfnisse des wachsenden Menschen in jedem Alter möglichst umfassend zu erfüllen. Im Säuglingsalter geht es darum, die Mutter-Kind-Bindung dadurch aktiv zu fördern, dass die Mutter sich dem Kind gegenüber nicht nur maximal responsiv verhält, also möglichst auf die Signale des Säuglings reagiert, sondern auch möglichst viel Zeit in enger körperlicher Nähe mit dem Kind verbringt. Der Begriff „Attachment Parenting“ stammt von Tammy Frissell-Deppe und wurde auch von Katie Allison Granju verwendet, bevor der amerikanische Kinderarzt William Sears schließlich als prominentester Vertreter der Lehre in Erscheinung trat.

Das Attachment Parenting gilt in der Familiensoziologie heute als die prominenteste Erscheinungsform des Intensive Mothering bzw. New Momism. Die Lehre ist von vielen Seiten massiv kritisiert worden.

Entstehungskontext[Bearbeiten]

Das Attachment Parenting ist nur eine von vielen Rapport- und Nestwärme-orientierten Erziehungsideen, die in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg im pädagogischen Mainstream angekommen sind, und verdankt verwandten älteren Lehren manche Anregungen, darunter etwa Benjamin Spocks 1946 publiziertem Erziehungsratgeber Säuglings- und Kinderpflege. Spock hatte Müttern darin empfohlen, Säuglinge nach Maßgabe ihrer eigenen Intuition und mit viel Körperkontakt aufzuziehen – ein Rat, der den bis dahin herrschenden Lehren von L. Emmett Holt und John B. Watson radikal widersprach; das Buch wurde zum Bestseller und Spocks pädagogische Auffassungen hatten in den Vereinigten Staaten auf die Erziehung der Nachkriegsgenerationen großen Einfluss.

Dreißig Jahre später erregte Jean Liedloff mit einem Kontinuum-Konzept Aufsehen, das sie der Öffentlichkeit in ihrem Buch Auf der Suche nach dem verlorenen Glück (1975) vorstellte. Liedloff hatte in Venezuela die Ye’kuana-Indianer studiert und empfahl westlichen Müttern, Säuglinge zu stillen, zu tragen und im gemeinsamen Bett schlafen zu lassen. Als Begründung gab sie an, die übliche Erziehung, mit Flaschenfütterung, Kinderwagen usw., trage den – evolutionsgeschichtlich noch nicht in der Moderne angekommenen – Bedürfnissen von Kindern nicht Rechnung.[1]

In den 1990er Jahren belebte T. Berry Brazelton die Diskussion, indem er aktuelle Forschungsergebnisse zur Kompetenz von Säuglingen, sich selbst und ihre Gefühle von Geburt an zum Ausdruck zu bringen, öffentlich machte, Eltern für diese Signale sensibilisierte und – wie Spock – ermutigte, in der Erziehung ihrem eigenen Urteil zu folgen.[2]

William Sears, der Spock und insbesondere Liedloff intensiv zur Kenntnis genommen hatte, kam zu diesem Thema während der Arbeit an der ersten Ausgabe seines Buches The Fussy Baby (1985). Der Terminus „Attachment Parenting“ wurde 1998 von Tammy Frissell-Deppe geprägt und 1999 von Katie Allison Granju aufgenommen,[3] für deren Buch Sears das Vorwort schrieb, bevor er 2001, gemeinsam mit seiner Frau Martha Sears, sein eigenes Werk The Attachment Parenting Book veröffentlichte. Die von Spock ausgehende Entwicklungslinie weg von einer krud behavioristischen Säuglingsanthropologie hin zu einer kontingenzorientierten Erziehung fand in diesen Veröffentlichungen ihre Zuspitzung und nahm gleichzeitig Ideen einer instinktgeleiteten bzw. „natürlichen“ Erziehung im Sinne von Liedloff auf.

Im selben Jahr wie Sears’ Attachment Parenting Book erschien Jan Hunts Essaysammlung The Natural Child. Parenting from the Heart (2001). Hunt, die sich als Kinderrechtlerin versteht, empfiehlt darin über die Methoden des Attachment Parenting hinaus auch Unschooling.[4]

Methoden und Charakteristik[Bearbeiten]

Babyreading[Bearbeiten]

Wie vor ihm bereits die Vertreter der Bindungstheorie, besonders Mary Ainsworth, lehrt Sears, dass stabile Mutter-Kind-Bindungen auf der Kontingenz – der harmonischen Gefühlskommunikation – von Mutter und Kind aufbauen, die wiederum Responsivität der Mutter zur Voraussetzung hat. Sears spricht in diesem Zusammenhang von „Babyreading“, einem „Lesen“ der kindlichen Signale durch die Mutter,[5] und von „to be in the groove“, einem Slangbegriff, der einen Zustand emotionaler Feinabstimmung (Attunement) ausdrückt.[6]

Die 7 Bs[Bearbeiten]

Sears ist davon überzeugt, dass es Praktiken des Umgangs mit einem Säugling gibt, die dem „Babyreading“ entgegenkommen und die die Sensibilität der Mutter für die Signale ihres Kindes steigern.[7] Die Methode des Attachment Parenting besteht in sieben Verhaltensweisen, die laut Sears ein synergetisches Ensemble bilden und die, wie er schreibt, auf den biologischen Bedürfnissen des Kindes basieren.[8] Weil diese Praktiken im Englischen mit dem Buchstaben „B“ beginnen, spricht Sears von den „7 Bs“:[9]

  • Aufnahme des Körper- und Augenkontakts zwischen Mutter und Kind sofort nach der Geburt
  • bedarfsorientiertes Stillen, statt Flaschenernährung
  • möglichst häufiges Tragen des Kindes („Babywearing“)
  • gemeinsames Schlafen („Co-Sleeping“)
  • Beachtung der Signale des Kindes, um jedem Schreien zuvorzukommen
  • Verzicht darauf, Kinder irgendeinem Training (insbesondere Schlaftraining) zu unterziehen
  • Balance der Bedürfnisse von Kind und Mutter

Kontaktaufnahme sofort nach der Geburt[Bearbeiten]

Sears und Sears gehen davon aus, dass es ein kurzes Zeitfenster unmittelbar nach der Geburt gibt, in dem enger Kontakt von Mutter und Kind der Bindung besonders zuträglich ist, und berufen sich dabei auf eine Studie von Marshall Klaus und John Kennell aus dem Jahre 1967, die ihre ursprüngliche Annahmen, auf die Sears und Sears sich hier berufen, später allerdings mehrfach modifiziert haben.[10]

Stillen[Bearbeiten]

Sears und Sears argumentieren, dass Stillen der Mutter-Kind-Bindung entgegenkomme, weil es bei der Mutter – insbesondere in den ersten 10 Tagen nach der Geburt – Oxytocinausschüttungen auslöst, die sie emotional enger ans Kind binden.[11] Anders als die Flaschenfütterung, die tendenziell im 3-4-Stunden-Rhythmus erfolge, versetze das Stillen die Mutter auch in die Lage, die Stimmungen und Bedürfnisse des Kindes genau zu beobachten.[12] Sie empfehlen Müttern, ihr Kind auch über das Säuglingsalter hinaus zu stillen:

“While breastfeeding for only a few months is the cultural norm for Western Society, what we know about breastfeeding in primitive cultures and weaning times for other mammals that human infants were designed to breastfeed for several years.”

„Während das nur wenige Monate lange Stillen die kulturelle Norm der Westlichen Gesellschaft ist, sind menschliche Säuglinge, nach allem was wir über primitive Kulturen und Abstillzeiten anderer Säugetiere wissen, dafür gemacht, mehrere Jahre lang gestillt zu werden.“

Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book[13]

Als Begründung für das Langzeitstillen geben Sears und Sears an, dass das Stillen die Bindung unterstütze und dass das Stillen bei älteren Kindern verwendet werden könne, um das Kind bei Bedarf zu trösten oder um Mutter und Kind an turbulenten Tagen zusammenzubringen.[14] Generell machen sie für das Stillen geltend, dass gestillte Kinder gesünder als Flaschenkinder seien und dass das Stillen auch der Mutter gesundheitliche Vorteile biete.[15]

Während die Überlegenheit des Stillens gegenüber der Flaschenfütterung für ärmere Länder, wo oft kein sauberes Trinkwasser verfügbar ist, außer Frage steht, wird dieselbe Annahme für reiche Länder der Westlichen Welt von der Forschung heute nicht mehr bedingungslos unterstützt. Mehrfach konnte inzwischen nachgewiesen werden, dass die vermeintliche Überlegenheit der Brustfütterung aus vielen Studien als Artefakt hervorgeht, weil diese Studien potentielle alternative Faktoren von vornherein nicht in Betracht gezogen haben. Die sehr machtvollen Effekte, die sozioökonomische Faktoren (z.B. Schichtzugehörigkeit und Bildung der Mutter) auf die körperliche, seelische und intellektuelle Entwicklung von Kindern haben, werden – weil dieselben Faktoren auch die Fütterungspräferenzen beeinflussen – dann fälschlich als Effekte des Stillens interpretiert.[16] So hat Cynthia G. Colen (Ohio State University) in einer Studie aufgewiesen, dass die mit der Flasche aufgezogenen Geschwister von Brustkindern in puncto ihres körperlichen, seelischen und geistigen Gedeihens kaum bzw. statistisch zu vernachlässigende Unterschiede zu ihren gestillten Geschwistern zeigen.[17]

Auch Sears und Sears' Annahmen zum Nutzen des Stillens für die Bindung sind in Frage gestellt worden. So hat John R. Britton (Kaiser Permanente) 2006 mit einem Forscherteam explizit nachgewiesen, dass die Fütterungsart keinen signifikanten Effekt auf den Bindungstyp hat.[18]

Babywearing[Bearbeiten]

Ein Kind im Tragetuch

Sears und Sears empfehlen, vor allem jüngere Säuglinge möglichst ständig am Körper zu tragen, etwa in einem Babytragetuch.[19] Als Begründung geben sie an, dass diese Praxis das Kind glücklich macht, dass sie es erlaubt, das Kind in sämtliche Tagesaktivitäten der Mutter einzubeziehen – sodass es mehr Sinnesreizen ausgesetzt ist – und dass die Mutter das Kind auch dann nicht aus den Augen verliert, wenn sie mit anderen Dingen beschäftigt ist.[20] Tatsächlich hat ein New Yorker Forscherteam 1990 in einer randomisierten Studie nachgewiesen, dass Kinder von Unterschichtmüttern, die in einer Kindertrage viel Zeit am Körper der Mutter verbracht hatten, im Alter von 13 Monaten signifikant häufiger eine sichere Bindung im Sinne von Ainsworth aufwiesen als Kinder der Vergleichsgruppe, die mehr Zeit in einer Säuglingsschale verbracht hatten.[21] Für Mittelschichtfamilien konnte ein solcher Effekt bisher jedoch nicht nachgewiesen werden.

Weiterhin argumentieren Sears und Sears, dass das Babywearing den kindlichen Gleichgewichtssinn trainiere und – weil das am Körper getragene Kind mehr mütterliche Konversationen miterlebe – die Sprachentwicklung fördere.[22] Wissenschaftliche Studien, in denen solche Langzeiteffekte empirisch hätten aufgewiesen werden können, existieren bislang nicht.

Unstrittig ist, dass Kinder sich durch Tragen beruhigen lassen. Säuglinge weinen am meisten im Alter von 6 Wochen; eine 1986 an der McGill University durchgeführte randomisierte Studie hat gezeigt, dass Kinder in dieser Entwicklungsphase signifikant weniger weinen, wenn sie tagsüber viel am Körper der Eltern getragen werden.[23] Sears und Sears empfehlen das Tragen des Kindes daneben auch als Einschlafhilfe.[24] Insgesamt befürworten sie ein Bereithalten des Tragetuches bis ins dritte Lebensjahr, weil das Tragen auch zur Beruhigung von Kindern verwendet werden könne, die sich ungezogen verhalten.[25]

Co-Sleeping[Bearbeiten]

Christian Krohg: Mutter und Kind, 1883

Sears und Sears erklären, dass jedes Schlafarrangement, das für eine individuelle Familie funktioniert, in Ordnung sei, empfehlen Müttern aber, nah beim Kind zu schlafen.[26] Als Gründe geben sie an, dass das Co-Sleeping – als nächtliche Entsprechung des Babywearing – der Mutter-Kind-Bindung zugute komme, dem plötzlichen Kindstod vorbeuge und das nächtliche Stillen für die Mutter bequemer mache.[27] Obwohl der Schlaf der Mutter durch vielfaches nächtliches Stillen häufiger unterbrochen werde, schlafen Mutter und Kind – so Sears und Sears – besser als in getrennten Betten.[28] Überdies gedeihe das Kind aufgrund des häufigen Stillens körperlich, emotional und intellektuell besser, als wenn es „weinend, allein, hinter Gittern“ schlafen müsse.[29] Sears und Sears geben keine expliziten Richtlinien dafür, bis in welches Alter Kinder bei den Eltern schlafen sollen, halten das Co-Sleeping aber auch dann noch für gut und einwandfrei, wenn das Kind z. B. bereits 2 Jahre alt ist.[30]

Plötzlicher Kindstod (SIDS) ist ein sehr seltenes Ereignis; es betrifft weniger als ½ Promille aller Säuglinge. James J. McKenna (University of Notre Dame) hat beobachtet, dass Mütter und Säuglinge beim Co-Sleeping nicht nur ihre Wach-Schlaf-Rhythmen, sondern auch ihre Atmung synchronisieren; dies führt ihn zu der Vermutung, dass Co-Sleeping das SIDS-Risiko senke.[31] Studien, die sich unmittelbar mit dem plötzlichen Kindstod beschäftigen, haben jedoch gezeigt, dass ständiges Schlafen von Mutter und Säugling im gemeinsamen Bett das SIDS-Risiko im Gegenteil eher erhöht als senkt.[32]

Generell bestätigt die Forschung eine Überlegenheit des Co-Sleeping gegenüber dem getrennten Schlafen nicht. Eine israelische Metastudie aus dem Jahre 2000 hat aufgewiesen, dass Schlafhilfen wie Schnuller oder Teddybären den kindlichen Schlaf verbessern, während Co-Sleeping und häufiges Stillen – beim Co-Sleeping stillen Mütter nachts dreimal so häufig wie bei Schlafarrangements in getrennten Zimmern[33] – der Entstehung gesunder Schlafmuster eher im Wege stehen. Wichtigster Faktor für den guten Schlaf des Kindes ist die emotionale Ansprechbarkeit der Mutter, nicht ihre ständige körperliche Nähe.[34]

„Schreien ist ein Bindungswerkzeug“[Bearbeiten]

Schreiendes Neugeborenes

Als zentrales Ausdrucksmittel des Säuglings bestimmen Sears und Sears das Schreien.[35] Die Eltern sind dabei herausgefordert, das – anfangs generalisierte – Schreien sensibel zu „lesen“ und dem Kind durch einfühlsame Rückmeldung zu helfen, das Repertoire seiner Ausdrucksmittel immer weiter zu nuancieren.[36] Darüber hinaus empfehlen Sears und Sears Schreiprävention: Eltern sollen das Kind nicht nur möglichst viel stillen, tragen und mit ihm gemeinsam schlafen, sondern auch auf frühe, unauffällige Alarmsignale des Kindes reagieren, damit es zum Schreien überhaupt nicht erst kommt.[37] Gleichzeitig sollen sie dem Kind aber auch schon früh vermitteln, dass manche Anlässe Aufregung gar nicht verdienen.[38]

Generell vertritt William Sears die Auffassung, dass Säuglinge möglichst wenig schreien gelassen werden dürfen, weil ihnen sonst Schaden drohe.[39]

Balance der Bedürfnisse von Mutter und Kind[Bearbeiten]

Sears gibt Müttern „praktische Tipps“, wie sie sich vor Überwältigung durch die Anforderungen des Attachmentment Parenting schützen können – wie gesunde Ernährung, Sport, Auszeiten ohne das Kind, Einsatz eines Babysitters, Mitgliedschaft in einer AP-Gruppe –, hat letztlich aber keinen Zweifel daran, dass eine Frau, die sich ganz und gar auf ihr Kind einstellt, gar nicht anders als in Balance sein kann. Sein letzter und ultimativer Tipp für Balance lautet darum: „Folge deinem Herzen und hör auf dein Baby.“[40]

Elterliche Autorität[Bearbeiten]

Dass viele Kinder sich so sehr fehlverhalten, dass ihre Eltern zu Erziehungsmitteln wie z. B. Schelten greifen, führt Sears darauf zurück, dass die Kommunikation zwischen Eltern und Kind in diesen Fällen nicht zu solcher Subtilität entwickelt sei wie in Attachment-Parenting-Familien, in denen ein Stirnrunzeln der Eltern genüge, um ein Kind zu disziplinieren. Ein Kind, das seinen Eltern vertraue, sei kooperativ und widersetze sich nicht dagegen, dass die Eltern sein Verhalten leiten.[41] Anders als viele AP-Eltern lehnt Sears konfrontative Erziehungsmittel (firm, corrective response) aber nicht grundsätzlich ab und räumt elterlicher Autorität einerseits und kindlichem Gehorsam und Gewissen andererseits einen hohen Stellenwert ein.[42] Die Erziehung, die Sears vorschwebt, lässt sich insofern als eine Variante der autoritativen Erziehung beschreiben.

Allgemeiner Charakter der Lehre[Bearbeiten]

Sears versteht das Attachment Parenting als Common-Sense- und instinktgeleitete Ad-hoc-Erziehung und erklärt an keiner Stelle, die Lehre sei wissenschaftlich begründet:[43]

“Our ideas about attachment parenting are based on thirty-plus years of parenting our own eight children and observing moms and dads whose parenting choices seemed to make sense and whose children we liked. We have witnessed the effects this approach to parenting has on children.”

„Unsere Ideen zum Attachment Parenting basieren auf mehr als 30-jähriger Erziehung unserer eigenen acht Kinder und auf der Beobachtung von Müttern und Vätern, deren Erziehungsentscheidungen Sinn zu machen schienen und deren Kinder wir mochten. Wir haben die Wirkungen gesehen, die dieser Erziehungsansatz auf Kinder hat.“

Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book[13]

Dennoch verspricht er seinen Lesern, dass das Attachment Parenting im von ihm dargestellten Sinne wirksam sei:

“While certainly we can’t promise you that attachment parenting will make you perfect parents of perfect children, we can promise you that your children will turn out better than if you hadn’t practiced attachment parenting. In addition, attachment parenting will make you a wiser parent and help you enjoy your children more.”

„Während wir Ihnen nicht versprechen können, dass Attachment Parenting Sie zu perfekten Eltern perfekter Kinder machen wird, können wir Ihnen versprechen, dass Ihre Kinder sich besser entwickeln werden, als wenn Sie kein Attachment Parenting praktiziert hätten. Darüber hinaus wird Attachment Parenting Sie zu klügeren Eltern machen und Ihnen helfen, Ihre Kinder mehr zu genießen.“

Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book[13]

“AP is not only common sense, it’s supported by science.”

„AP ist nicht nur Common Sense, es wird von der Wissenschaft unterstützt.“

Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book[44]

Martha Sears berichtet selbst, wie an die Stelle der ursprüngliche Bezeichnung der Lehre (immersion mothering, „Immersionsmutterschaft“) der Name „Attachment Parenting“ trat:

“[...] I realized we needed to change the term to something more positive, so we came up with AP, since the Attachment Theory literature was so well researched and documented, by John Bowlby and others.”

„[...] wurde mir klar, dass wir den Begriff zu etwas Positiverem ändern mussten, so kamen wir auf AP, weil die Attachmenttheorie-Literatur so gut erforscht und dokumentiert war, durch John Bowlby und andere.“

Martha Sears[45]

Verbreitung und Rezeption[Bearbeiten]

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig war 2014 Schirmherrin des ersten deutschen Attachment Parenting Kongresses.

Attachment Parenting ist vor allem unter gut ausgebildeten, in Städten lebenden Frauen in der Westlichen Welt populär, die für ökologische und soziale Fragen aufgeschlossen sind und die der Lehre folgen, indem sie dem Kind – durch Tragen, langes Stillen und Co-Sleeping – bis weit ins Kleinkindalter (und oft auch darüber hinaus) ständig nah zu sein versuchen.[46]

In den Vereinigten Staaten haben die Erziehungstipps von prominenten Persönlichkeiten wie den Schauspielerinnen Mayim Bialik und Alicia Silverstone zur Popularisierung der Lehre beigetragen.[47] Viele nordamerikanische Frauen sind in Müttergruppen (support groups) der Attachment Parenting International (API) organisiert, der 1994 gegründeten und von Martha Sears mitgetragenen Dachorganisation der Bewegung.[48] In Kanada gibt es zahlreiche Organisationen, die das Attachment Parenting fördern, wie z. B. die in Calgary ansässige Attachment Parenting Canada Association;[49] auch einige staatliche Gesundheitsorganisationen werben für Attachment Parenting.[50] William Sears pflegt Beziehungen zur internationalen La Leche Liga, die einige seiner Bücher verlegt hat und auf deren Konferenzen er spricht.[51] Viele Mütter kommen in der La Leche Liga erstmals mit Attachment Parenting in Berührung.[52]

In Europa setzt sich die im niederländischen Lelystad ansässige Non-Profit-Organisation Attachment Parenting Europe (ABEU) für die Verbreitung der Lehre ein, für die sie im Niederländischen die Bezeichnung natuurlijk ouderschap („natürliche Elternschaft“) eingeführt hat. Sie unterhält Verbindungen zu Kontaktpersonen in Belgien, Dänemark, Deutschland, Irland, Italien, Norwegen, Großbritannien und in der Schweiz.[53] In England und Wales gab es im Jahre 2012 30 AP-Müttergruppen.[54]

In Deutschland sind in einigen Städten selbstständige Einrichtungen entstanden, die sich die Förderung des Attachment Parenting zur Aufgabe gemacht haben.[55] In Hamburg, dem wichtigsten Zentrum der Bewegung in Deutschland, wurde 2014 erstmals ein Attachment Parenting Kongress veranstaltet, für den die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig die Schirmherrschaft übernommen hat.[56] Ein weiterer ist für 2016 angekündigt.[57] Schon seit 2005 besteht in Leipzig der Tologo Verlag, in dem neben Publikationen von Williams Sears und von Jan Hunt auch Bücher zu Themen wie Schulkritik, Homeschooling, Unschooling und Antipädagogik erscheinen. Seit 2007 verlegt Tologo daneben vierteljährlich das Unerzogen Magazin, eine Elternzeitschrift, die AP-Themen regelmäßig ein Forum bietet. Zu den profiliertesten Vertretern und Befürwortern der Lehre im deutschsprachigen Raum zählen die Ärzte Herbert Renz-Polster und Michael Abou-Dakn[58], die Diplom-Pädagogin Katharina Saalfrank[59], die Sozialpädagogin Eva Solmaz[60] und die Autorinnen Julia Dibbern,[61] Nora Imlau[62] und Sibylle Lüpold.[63]

Auch in Österreich und in der Schweiz gibt es vereinzelt Einrichtungen, die dem Attachment Parenting nahestehen.[64] In Schweden setzt sich die Fantasy- und Science-Fiction-Autorin Jorun Modén für Attachment Parenting ein und hat dafür den Ausdruck nära föräldraskap (deutsch: „nahe Elternschaft“) geprägt.[65] In Frankreich, wo die Lehre als maternage intensif oder maternage proximal bezeichnet wird, hat sie bis heute so gut wie keine Anhängerschaft gefunden.[66]

Viele Eltern, die Attachment Parenting praktizieren, orientieren sich an den Sears’ Ideen nur lose, sodass darunter in einem weiteren Sinne oft auch solche Erziehungsstile verstanden werden, die über die Richtlinien, die Sears in seinen Büchern formuliert hat, weit hinausgehen. Die von Sears ursprünglich auf die Säuglingserziehung gemünzten Empfehlungen für Stillen, Tragen und Co-Sleeping werden dann auch in der Kleinkinderziehung angewandt. Häufig gehen sie ein eklektisches Ensemble mit Verhaltenspräferenzen der Eltern ein, die eher deren eigene Wertvorstellungen und Lebensstilentscheidungen abbilden, denn das von Sears intendierte methodische Bemühen um die Mutter-Kind-Bindung.

Kontroverse[Bearbeiten]

Sears Positionen zur Erziehung und – mehr noch – die zum Teil radikalisierten und eklektisch erweiterten Positionen seiner Anhänger sind seit 2012 Gegenstand einer besonders im englischsprachigen Raum geführten Attachment-Parenting-Kontroverse.

Beurteilung und wissenschaftliche Einordnung[Bearbeiten]

Konzeptionsschwächen[Bearbeiten]

Wie vor ihm Benjamin Spock versteht Sears die von ihm empfohlene Erziehung als Common-Sense-Verhalten.[67] Im Unterschied zu Spock, dessen Erziehungsphilosophie geradlinig aus der Psychoanalyse Sigmund Freuds weitergedacht war, hat Sears seiner Lehre aber tatsächlich keine geschlossene Theorie zugrundegelegt, sondern ging allein von seiner praktischen Erfahrung als Vater und als Beobachter anderer Familien aus.[67] Kritiker des Attachment Parenting sehen in diesem Fehlen eines theoretischen Fundaments – insbesondere im Verzicht auf eine genaue Bestimmung der Grundbegriffe – eine schwerwiegende Konzeptionsschwäche.

Sears' Begriffe „Bedürfnis“ und „Stress“[Bearbeiten]

Weinen muss – so lehrt Sears – als Ausdruck echter Not des Kindes immer ernst genommen werden.

Zu den Grundbegriffen des Attachment Parenting zählt der Stressbegriff. Sears versteht darunter jeglichen unbehaglichen oder frustrierenden Zustand, der das Kind zum Weinen bringt, ein Signal, auf das Attachment-Parenting-Mütter – ungeachtet des Auslösers – spontan mit Trost und körperlicher Nähe reagieren sollen.[68] Stress ist in zahlreichen psychologischen Studien untersucht und dargestellt worden. Die theoretischen Grundlagen dafür hatte Richard Lazarus bereits in den 1960er Jahren geschaffen. Hans Selye führte 1974 die Unterscheidung von Disstress und Eustress ein, und der Psychoanalytiker Heinz Kohut schrieb 1984 von „optimaler Frustration“, also von gut dosierten Störungen der Harmonie von Eltern und Kind, die die Voraussetzung dafür bilden, dass das Kind eine gesunde Persönlichkeit entwickeln kann.[69] Auch in der Resilienzforschung hat sich heute die Auffassung durchgesetzt, dass es Kindern nicht gut tut, wenn die Eltern unterscheidungslos jeden Stress als unzumutbaren Distress einstufen; sie suggerieren dem Kind damit, die Probleme des Alltags seien schmerzhaft und müssten pauschal vermieden werden.[70] Sears’ Schriften lassen nicht erkennen, dass ihr Autor einschlägige Fachliteratur der Stress- oder der Resilienzpsychologie rezipiert hat.[71]

Ein weiterer Grundbegriff seiner Lehre, dessen Definition Sears seinen Lesern schuldig bleibt, ist der Bedürfnisbegriff. Sears betont zwar, dass Eltern zwischen „Bedürfnissen“ (needs) und „Wünschen“ (wants, desires) unterscheiden sollen, gibt ihnen aber keine Handhabe, woran sie den Unterschied erkennen können.[72] Vielfach verwendet er die Ausdrücke selbst synonym.[73] Von „Wünschen“ schreibt er z.B. im Hinblick auf den Drang des Kindes zu lutschen oder zu krabbeln und erkunden (Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatThumbsucking. Abgerufen am 2015-27-11.; 7 Benefits of Attachment Parenting. Abgerufen am 27. November 2015.). Als high need babies („Babys mit hohen Bedürfnissen“) bezeichnet er Problemkinder, die für ihre Eltern besonders schwer zu handhaben sind, z.B. weil sie schlecht schlafen.[74] Kritiker des Attachment Parenting haben in Frage gestellt, dass dem Verhalten eines 3½-jährigen, der immer noch gestillt werden möchte, tatsächlich ein Bedürfnis zugrunde liege. Sehr wahrscheinlich gehe es hier eher um Trost als um Ernährung. Zwar sei auch das Trösten eine wichtige elterliche Aufgabe; ebenso jedoch seien Eltern dazu angehalten, ihr Kind zu lehren, sich aus eigener Kraft zu beruhigen.[71] Psychologen wie Abraham Maslow haben bereits in den 1940er Jahren detaillierte Modelle der menschlichen Bedürfnisse entwickelt; Bedürfnisse und Wünsche werden in der modernen Psychologie klar voneinander unterschieden. Während Schlaf und Nahrung zweifellos Bedürfnisse sind, stufen forschungsorientierte Pädiater manche anderen Ansprüche, z. B. das Verlangen eines 9 Monate alten Kindes nach nächtlicher Fütterung, nicht als Bedürfnis, sondern als Ausdruck einer erworbenen Gewohnheit – also als Wunsch – ein.[75] Sears lässt in seinen Schriften keine Kenntnis der Fachliteratur zu diesem Thema erkennen.

Die Unschärfe des Disstress- und des Bedürfnisbegriffes hat für die Erziehung weitreichende Konsequenzen. Weil tendenziell hinter jedem Weinen des Kindes schädlicher Disstress und hinter jedem Begehren des Kindes ein legitimes Bedürfnis vermutet wird, verwechseln Eltern – insbesondere Eltern von Kindern, die dem Säuglingsalter entwachsen sind – Rapport, Feinfühligkeit, Responsivität, emotionale Verfügbarkeit und angemessenes Beschützen allzu leicht mit Verhaltensweisen, die ähnlich aussehen können, erzieherisch aber problematisch sind:

  • mit ängstlicher Dauer-Überwachung des Kindes
  • mit Over-Parenting, d. h. ständigem Beseitigen von Problemen, die das Kind durchaus selbst bewältigen könnte[76]
  • mit ständigem elterlichen Mikromanagement der Kindeslaune, um das Kind rund um die Uhr glücklich zu halten[77]
  • mit Verzicht auf jegliche Konfrontation mit dem Kind

Sears' Instinktbegriff[Bearbeiten]

Ein weiterer Schlüsselbegriff in Sears’ Lehre ist der Instinktbegriff. Sears führt mütterliche Impulse und mütterliches Verhalten in hohem Maße auf „Instinkte“ zurück;[78] auch die Mutter-Kind-Bindung hält er für das Ergebnis von Instinktverhalten.[79]

Die Instinkttheorie entstand in den 1930er Jahren im Rahmen der klassischen vergleichenden Verhaltensforschung. Ihre Anregungen verdankt sie u.a. William McDougall, und ausgearbeitet wurde sie besonders von Konrad Lorenz und Nikolaas Tinbergen. Lorenz hielt Instinkte für physiologische Prozesse, die er hypothetisch auf Verschaltungen von Nervenzellen im Gehirn zurückführte. Dass dem Menschen noch viel Instinkt zur Verfügung stehe, wurde jedoch bereits von Arnold Gehlen bezweifelt, für den die Plastizität und Lernfähigkeit der menschlichen Natur im Vordergrund stand.[80] In der heutigen Humanforschung gilt der Terminus „Instinkt“ als obsolet.[81] Jüngere Studien haben erwiesen, dass mütterliches Verhalten nicht angeboren, sondern biologisch und sozial determiniert ist.[82] Es wird teils durch das Hormon Oxytocin ausgelöst, teils erlernt.[83] Sears’ Publikationen lassen keine Kenntnis dieses Forschungsstandes erkennen.

Obwohl er von Jean Liedloff viele Anregungen empfangen hat, verweist William Sears nicht auf „Naturvölker“, unterstreicht aber die „Natürlichkeit“ seiner Lehre:

“If you were on an island, and you had no mother-in-laws, no psychologists, no doctors around, no experts, this is what you would naturally and instinctively do to give your baby the best investment you'll ever give.”

„Wenn Sie auf einer Insel wären und keine Schwiegermutter, keine Psychologen, keine Ärzte, keine Experten um sich hätten, dann wäre es das [Attachment Parenting], was Sie natürlicherweise und instinktiv tun würden, um Ihrem Baby die beste Investition zu geben, die Sie jemals geben werden.“

William Sears[84]; Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 27

Die Entwicklungspsychologin Heidi Keller, die Mutter-Kind-Beziehungen in einer großen Bandbreite von Kulturen vergleichend untersucht hat, bezweifelt, dass das Attachment Parenting als die Rückkehr zu einer „ursprünglichen Mütterlichkeit“ beschrieben werden könne, als die es von ihren Anhängern angepriesen wird. Keller hält das Attachment Parenting keineswegs für eine Gegenentwurf zur Hightech-Welt, sondern stellt fest, dass „es paradoxerweise bestens in eine Gesellschaft aus Individualisten und Einzelkämpfern, wie wir sie in der westlichen Welt erleben“, passe. Viele der Methoden, die die Vertreter des Attachment Parenting evolutionsgeschichtlich begründen, spielten in den nicht-westlichen Kulturen gar nicht die Rolle, die ihnen zugeschrieben werde. So werden z. B. in Kamerun Kinder zunächst zwar im Tragetuch getragen, müssen dann jedoch weitaus früher das Sitzen und das Laufen lernen als in europäische und nordamerikanische Kinder; anstatt liebevollen Blickwechsel zu üben, blasen die Mütter ihren Kindern ins Gesicht, um ihnen den Blickkontakt abzugewöhnen.[46]

Sears’ Bindungsbegriff[Bearbeiten]

Kontingenz: Mutter und Kind in emotionalem Einklang
Sichere, unsicher-vermeidende und unsicher-ambivalente Bindung bei Kleinkindern im internationalen Vergleich[85]

Zu den zentralen Elementen von Sears’ Lehre zählt der Begriff der mütterlichen Feinfühligkeit (maternal sensitivity), ein Terminus, den Sears von Mary Ainsworth übernimmt und mit dem sowohl Ainsworth als auch Sears die Responsivität der Mutter bezeichnen, ihre Bereitschaft und Fähigkeit also, auf emotionale Signale des Kindes empathisch einzugehen. Die emotionale Feinabstimmung (fachsprachlich: Kontingenz, Attunement) von Mutter und Kind mündet, wie Sears zutreffend darstellt, in Vertrauen und in Bindung.

Wie aus Kontingenz Bindung erwächst und welchen Störungen dieser Prozess unterworfen sein kann, ist in wissenschaftlichen Studien vielfach untersucht und dokumentiert worden. Die tiefgreifendsten Folgen für die Bindungsentwicklung haben grob inadäquate Lebensbedingungen des Kindes mit fortgesetzter schwerer Misshandlung oder dauerhafter Unterbringung in schlecht geführten Heimen ohne primäre Bezugsperson. Es kann in diesen Fällen zu einer reaktiven Bindungsstörung im Sinne von ICD-10 kommen; sie ist durch stark auffällige Verhaltensweisen gekennzeichnet, wird in reichen Ländern der Westlichen Welt aber nur selten beobachtet.[86]

Von klinischen Bindungsstörungen unterschieden werden von der Norm abweichende Bindungstypen im Sinne Ainsworths, wie unsicher-vermeidende und unsicher-ambivalente Bindungen. Unsicher gebundene Kinder halten ihre primäre Bezugsperson entweder auf Distanz oder klammern. Die Ursachen für dieses Verhalten sind gut erforscht. Die Feinfühligkeit der Mutter spielt hier eine Schlüsselrolle; unsicher gebundene Kinder erfahren von ihren Müttern chronisch Dinge wie Unter- oder Überstimulation, Zudringlichkeit oder Unbeständigkeit.[87] Unsichere Bindung im Sinne von Ainsworth kommt recht häufig vor und betrifft in Deutschland z. B. fast jedes zweite Kind.[85]

“Bonding describes the way parents and baby get to know each other at the beginning, especially when they are together in the hours following birth. Attachment describes the whole caregiving relationship between mother or father and baby.”

„Bonding beschreibt die Art und Weise, wie Eltern und Kind einander am Anfang kennenlernen, besonders wenn sie in den Stunden nach der Geburt zusammen sind. Bindung beschreibt das ganze Fürsorgeverhältnis zwischen Mutter oder Vater und Baby.“

Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book[88]

Sears verwendet die Begriffe „Bindungsstörungen“, „Bindungsprobleme“ und „unsichere Bindung“ synonym; seine Schriften lassen keine Kenntnis der unterschiedlichen Bedeutung dieser Begriffe erkennen.[89] Das basale Bekenntnis von Sears’ Lehre – dass durch mütterliche Responsivität einer defizitären Bindung des Kindes vorgebeugt werden könne – ist wissenschaftlich freilich abgesichert.

Für Sears’ Anspruch, seine Methode (die „7 Bs“) sei geeignet, die Kontingenz von Mutter und Kind sicherzustellen, fehlt dagegen jeder Nachweis. Mary Ainsworth hat in Feldstudien in Uganda beobachtet, dass Kinder, die viel Zeit mit ihrer Mutter verbringen und nach Bedarf gestillt werden, durchaus Zeichen von unsicherer Bindung entwickeln können; entscheidend für die gelingende Bindung sei nämlich nicht die Quantität, sondern die Qualität der Interaktion von Mutter und Kind. Als Determinante für sichere Bindung nennt Ainsworth darum nicht Praktiken wie Co-Sleeping, Babywearing und Stillen nach Bedarf, sondern die Feinfühligkeit der Mutter.[90] Die mütterliche Feinfühligkeit war seitdem vielfach Gegenstand wissenschaftlicher Studien.[91] Sears’ Annahme, dass die von ihm empfohlenen Praktiken die mütterliche Feinfühligkeit steigern, wurde in wissenschaftlichen Studien bislang nicht bestätigt. Eine Untersuchung aus Colorado hat explizit gezeigt, dass die Sicherheit der Bindung nicht durch die Fütterungsart, sondern durch die Qualität der Mutter-Kind-Interaktion determiniert wird.[92]

Unvereinbarkeit mit Forschungsbefunden[Bearbeiten]

Wie Suzanne M. Cox (Northwestern University) aufgewiesen hat, bietet weder die Bindungstheorie noch das Attachment Parenting einen allgemeinen Entwurf davon, wie eine optimale kindliche Entwicklung aussehe, an dem die Wirksamkeit der Methoden des Attachment Parenting empirisch gemessen werden könnte. Obwohl die Anhänger dieser Lehre auf ihren Webseiten Erziehungsergebnisse wie z. B. erhöhte Selbstständigkeit, Selbstsicherheit, Ausgeglichenheit, Gesundheit, körperliches Wachstum, Wohlverhalten, Friedfertigkeit, Einfühlungsvermögen und Intelligenz versprechen,[93] gibt es bis heute keine Studien, die solche Effekte haben nachweisen können;[94] Sears selbst gibt in seinen Schriften keine Quellen an.

Vermeintliche Schädlichkeit von Schlaftraining und Schreienlassen[Bearbeiten]

Zu den Gründen, die William Sears angibt, um Säuglinge möglichst niemals schreien zu lassen und um Kinder keinem Schlaftraining zu unterziehen, zählt der Hinweis, dass exzessives Schreien bei Kindern aufgrund erhöhter Cortisolausschüttungen zu Hirnschäden führen könne. Dieser Standpunkt ist durch die Forschung nicht bestätigt worden.

Für Einzelheiten siehe den Artikel Schlaftraining.

Ständige körperliche Nähe nach dem ersten Lebenshalbjahr[Bearbeiten]

Die Bindung des Kindes an die Eltern ist in der Säuglings- und Kleinkindforschung gut untersucht. Donald Winnicott hatte bereits in den ausgehenden 1940er Jahren detailliert beschrieben, wie gesunde Kinder sich spätestens nach dem 6. Lebensmonat ganz normal aus dieser Symbiose zu lösen beginnen. Die detaillierteste Beschreibung davon, wie die Bindung des Kindes an die Eltern sich in den ersten drei Lebensjahren entwickelt, stammt jedoch von Margaret Mahler. Sears Schriften lassen keine Kenntnisse dieser einschlägigen Fachliteratur erkennen.

In offenem Widerspruch zu wissenschaftlichen Einsichten stehen solche Interpretationen von Sears Lehre, die darauf hinauslaufen, Mutter und Kind auch über das erste Lebenshalbjahr hinaus in einer symbiotischen Verbindung zu halten.[95] Wendy Mogel hat das Schlagwort von einer „anteilnehmenden Distanz“ (engl. compassionate detachment) geprägt, mit der Eltern, statt sich festzuklammern, der wachsenden Selbstständigkeit ihres Kindes Rechnung tragen sollten.[96] Viele Autoren halten es für erzieherisch bedenklich, Kindern auch nach dem neunten Lebensmonat noch ständig am Körper der Mutter zu halten, weil dies mit den natürlichen Autonomiebestrebungen eines Kindes nicht zu vereinbaren sei; im deutschsprachigen Raum haben sich in diesem Sinne u.a. Michael Winterhoff und Sabine Völkl-Kernstock (Medizinische Universität Wien) geäußert.[97]

Literatur[Bearbeiten]

  • Mayim Bialik: Beyond the Sling. A Real-Life Guide to Raising Confident, Loving Children the Attachment Parenting Way. Touchstone 2012, ISBN 978-1-4516-6218-4.
  •  Patrice Marie Miller, Michael Lamport Commons: The Benefits of Attachment Parenting for Infancs and Children: A Behavioral Developmental View. In: Behavioral Development Bulletin. 16, Nr. 1, 2010, S. 1–14, doi:10.1037/h0100514 (PDF).
  • Inga Schörmann: Tragetuch und Familienbett. In: Die Zeit. 3. Juni 2014.
  • William Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book : A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby. 2001.
    • deutsch: Das Attachment Parenting Buch: Babys pflegen und verstehen. tologo Verlag, 2012, ISBN 978-3-940596-28-4.
  • William Sears, Martha Sears: The Baby Book. Everything You Need to Know About Your Baby from Birth to Age Two. Little, Brown and Company, 2003, ISBN 0-316-77800-1 (erstmals 1993).

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

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  4. The Natural Child Project Jan Hunts Webseite
  5. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 5–9
  6. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 18
  7. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 5, 7
  8. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 27
  9. The Seven Baby Bs:  William Sears u.a.: The Portable Pediatrician. Everything You Need to Know About Your Child’s Health. Little, Brown and Company, New York/ Boston/ London 2011, ISBN 978-0-316-01748-0. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche); Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 5f, 11
  10. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 36–47; Marshall H. Klaus, John H. Kennell: Maternal-Infant Bonding: The Impact of Early Separation or Loss on Family Development, St. Louis: C.V. Mosby, 1976 (Titel bei Sears&Sears fehlerhaft angegeben); John Kennell, Advocate of Infant Bonding, Dies at 91. Abgerufen am 15. Januar 2016 (The New York Times, 21. September 2013).
  11. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 53–56
  12. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 56–58
  13. a b c Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 62
  14. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 62f
  15. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 54f
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  19. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 65
  20. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 65, 67f, 70–78
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  24. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 78
  25. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 69; 2-Jährige wiegen durchschnittlich 12 kg (Mädchen) bzw. 12,5 kg (Jungen) (Quelle: www.disabled-world.com).
  26. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 91
  27. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 90, 92–95, 102
  28. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 92–94
  29. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 93f
  30. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 95
  31.  James J. McKenna u.a.: Sleep and arousal patterns of co-sleeping human mother/infant pairs: A preliminary physiological study with implications for the study of sudden infant death syndrome (SIDS). In: American Journal of Physical Anthropology. 83, Nr. 3, 1990, S. 331–347 (Abstract).
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  33.  James McKenna u.a.: Experimental studies of infant-parent co-sleeping: mutual physiological and behavioral influences and their relevance to SIDS (sudden infant death syndrome). In: Early Human Development. 38, Nr. 3, 1994, S. 187-201 (Abstract).
  34.  Isabelle Benhamou: Sleep Disorders of Early Childhood: A Review. In: Israel Journal of Psychiatry and Related Sciences. 37, Nr. 3, 2000, S. 190–196 (Online).
  35. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 81
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  38. Sears und Sears bezeichnen dies als den „Karibischen Ansatz“; Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 83f, 88
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  43. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 2f, 8, 10, 26f
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  69. Heinz Kohut: How Does Analysis Cure?, Chicago: University of Chicago Press, 1984
  70. Carolyn C. Cooper: Band-aids, Safety Nets, and Escape Routes: How "Helicopter Parents" May Be Harming Their Children. Abgerufen am 28. November 2015.
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  72. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 28
  73. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 30
  74. 12 Features of a High Need Baby. Abgerufen am 27. November 2015.
  75.  Marc Weissbluth: Healthy Sleep Habits, Happy Child. 3. Auflage. Ballantine, New York 2003, S. 171 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  76. Wendy Mogel: The Blessings of a Skinned Knee, 2001. Vgl. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 14
  77.  Shimi Kang: Das Delfin-Prinzip. Gute Erziehung – glückliche und starke Kinder. Mosaik, 2014, ISBN 978-3-641-12163-1, S. 23. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche); Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatIt’s Not the Breastfeeding That’s Wrong; It’s the Indulgence. In: Psychology Today. 11. Mai 2012, abgerufen am 17. Januar 2015. ; Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatLori Gottlieb: How to Land Your Kid in Therapy. In: The Atlantic. 7. Juni 2011, abgerufen am 16. Januar 2015..
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  86. Eine Studie in einer durch soziale Probleme gekennzeichneten Stadtregion in Großbritannien wies eine Prävalenz von 1,4% auf (H. Minnis u.a.: Prevalence of reactive attachment disorder in a deprived population. British Journal of Psychiatry, Band 202, Heft 5, Mai 2013, S. 342–346). In durchschnittlichen Populationen wird die Prävalenz auf 1% geschätzt ( Benjamin J. Sadock, Virginia A. Sadock: Kaplan & Sadock’s Concise Textbook of Clinical Psychiatry. 3. Auflage. Wolters Cluwer, Lippincott Williams & Wilkons, Philadelphia u.a. 2008, ISBN 978-0-7817-8746-8, S. 644 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).).
  87. B. Beebe u.a.: The origins of 12-month attachment: A microanalysis of 4-month mother–infant interaction. Attachment & Human Development, Band 12, 2010, S. 1–135. Attachment Parenting: The New Standard? Abgerufen am 27. November 2015. Psychology Today, 17. Juli 2014
  88. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 36
  89.  William Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book : A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby. Hachette, New York 2001, ISBN 978-0-7595-2603-7, S. 217 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  90.  Robert Karen: Becoming Attached: First Relationships and How They Shape Our Capacity of Love. Oxford University Press, New York, Oxford 1998, ISBN 978-0-19-511501-7, S. 139ff (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).;  Mary Ainsworth: Infancy in Uganda: Infant Care and the Growth of Love. Johns Hopkins Press, 1967, ISBN 978-0801800108.
  91. Z. B. Kazuko. Y. Behrens, Andrea C. Parker, Sarah Kulkofsky: Stability of Maternal Sensitivity Across Time and Contexts with Q-Sort Measures. Infant and Child Development, Band 23, Heft 5, September/Oktober 2014, S. 532–541
  92. John R. Britton, Helen L. Britton, Virginia Gronwaldt: Breastfeeding, Sensitivity, and Attachment. Pediatrics, Band 118, Heft 5, November 2006
  93. Bill Sears, Martha Sears: The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby, Little, Brown and Company, New York, Boston, 2001, ISBN 0-316-77809-5, S. 11–19, 24; 7 Benefits of AP. Abgerufen am 14. Januar 2015.; Observations on Attachment Parenting Outcomes. Abgerufen am 29. Januar 2015.: auf seiner Webseite legt Sears seinen Lesern sogar den Gedanken nahe, dass es mit Attachment Parenting den Holocaust nicht gegeben hätte: 10 Ways Attachment Parenting Discipline is Easier. Abgerufen am 29. Januar 2015.
  94. Suzanne M. Cox: Bridging Attachment Theory and Attachment Parenting with Feminist Methods of Inquiry. 2006.
  95. Course extract: Attachment theory. Abgerufen am 30. Januar 2015.
  96. The Blessings of a B-Minus. Abgerufen am 27. Januar 2015.
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