Bahnhof Schleswig

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Schleswig
Empfangsgebäude Bahnhof Schleswig
Empfangsgebäude Bahnhof Schleswig
Daten
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung ASW
IBNR 8005362
Kategorie 5
Eröffnung 29. Dezember 1869
Lage
Stadt/Gemeinde Schleswig
Land Schleswig-Holstein
Staat Deutschland
Koordinaten 54° 30′ 0″ N, 9° 32′ 16″ OKoordinaten: 54° 30′ 0″ N, 9° 32′ 16″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Schleswig-Holstein
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Der Bahnhof Schleswig ist der Bahnhof der Stadt Schleswig in Schleswig-Holstein. Er liegt im Ortsteil Friedrichsberg an den Strecken Neumünster–Flensburg und Husum–Jübek–Schleswig–Kiel und wird 2019 von der Deutschen Bahn AG in der Bahnhofskategorie 5 geführt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Bahnstrecken gab es um Schleswig, das schon sehr bald an das Streckennetz angeschlossen wurde. Die Flensburg-Husum-Tönninger Eisenbahn (ab 28. März 1865 Schleswigsche Eisenbahn) errichtete die erste Strecke zwischen Tönning über Husum und Oster-Ohrstedt nach Flensburg sowie die von Oster-Ohrstedt über Klosterkrug nach Rendsburg führende Zweigstrecke, die am 25. Oktober 1854 eröffnet wurden.

Die Schleswig-Klosterkruger Eisenbahn eröffnete am 1. Juni 1858 mit der Verbindung zwischen dem Bahnhof Klosterkrug und dem Bahnhof Schleswig-Altstadt den direkten Bahnanschluss der Stadt. Vor Klosterkrug wurde der Bahnhof Schleswig-Friedrichsberg erreicht, der etwas nördlich des heutigen Bahnhofes an der Bahnstrecke Neumünster–Flensburg lag.

Nachdem der heutige Bahnhof mit der neuen Strecke zwischen Rendsburg und Flensburg am 29. Dezember 1869 eröffnet wurde, wurde die ursprüngliche Strecke von Ohrstedt bis südlich von Klosterkrug bis zur Einmündung in die neue Strecke abgebaut. Der nördlich von Klosterkrug liegende Teil bis Friedrichsberg wurde in die am 15. November 1880 für den Güterverkehr eröffnete „Schleibahn“ der Schleswigschen Eisenbahn-Gesellschaft zwischen Friedrichsberg und dem Bahnhof Altstadt integriert, die ab dem 15. Mai 1881 Personen beförderte.

1885 ging die drei Kilometer lange „Schleibahn“ mit der gesamten Schleswigschen Eisenbahn in das Eigentum der Preußischen Staatsbahn über. Die Schleibahn blieb bis zur Stilllegung am 1. Dezember 1992 stets im Eigentum der jeweiligen Staatsbahn und wurde bis 2. Oktober 1987 von der Schleswiger Kreisbahn betrieben, weil sie die Verbindung zwischen deren östlichem und westlichem Teilnetz darstellte.

Nachdem erste Planungen für eine Strecke zwischen Schleswig und Friedrichstadt schon auf das Jahr 1893 zurückgingen, wurde der Bau am 25. Juni 1903 genehmigt.[3] Am 1. Dezember 1905 eröffnete die Schleswiger Kreisbahn vom Bahnhof Schleswig an der Staatsbahnstrecke Flensburg–Rendsburg eine 37 Kilometer lange Schienenverbindung über Wohlde und Süderstapel bis Friedrichstadt an der Eider.

Am 1. Februar 1934 wurde auf dieser Strecke der Personenverkehr eingestellt. Ab dem 2. August 1943 wurde das Gleis westlich von Wohlde abgebaut, nachdem dort der Güterverkehr zum Erliegen gekommen war. Der Ostteil dieser Strecke erhielt 1936 eine neue Bedeutung durch den Bau einer Munitionsanstalt bei Kropp und des Fliegerhorstes Schleswig bei Jagel, so dass die Luftwaffe die zehn Kilometer lange Teilstrecke Schleswig–Kropp ankaufte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das verbliebene Teilstück Schleswig–Wohlde genutzt, um bis 13. Mai 1950 wieder Personenzüge fahren zu lassen. Anschließend folgte der Abbau westlich von Hollingstedt-Dörpstedt. Auf dem Reststück wurden bis zum Jahresende 1971 Güter befördert, bis zum 30. Dezember 1983 noch bis Kropp. Inzwischen ist diese Teilstrecke, die bis zur Stilllegung Eigentum der Bundesrepublik Deutschland blieb, abgebaut worden.

Bis 1950 bestanden vom Schleswiger Bahnhof oder vom Bahnhof Schleswig-Altstadt, der über eine drei Kilometer lange Strecke mit dem Bahnhof Schleswig verbunden war, noch Verbindungen der Schleswiger Kreisbahn nach Süderbrarup und Kappeln, nach Satrup und nach Friedrichstadt.

Aktueller Zustand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude wurde im August 2013 an einen Privat-Investor aus Süddeutschland verkauft. Die Renovierung/Sanierung von etwa 1.500 m² Nutzfläche im Erd-, Ober- und Dachgeschoss waren angelaufen. Bis Anfang 2017 sollte hier eine moderne Veranstaltungsstätte für die Zielgruppe 30 bis 60 Jahre mit fünf verschiedenen Bereichen entstehen, wobei der Ausbau wegen fehlender Baugenehmigung amtlicherseits gestoppt wurde. Im August 2018 bestätigte des Oberverwaltungsgericht Schleswig diesen Baustopp.[4]

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zug der NOB nach Kiel (2007)

Fernverkehrszüge halten seit Dezember 2015 nicht mehr jeden Tag in Schleswig. Zuvor hielten am Bahnhof Schleswig Intercity-Express-Züge zwischen Hamburg und Aalborg.[5] Verblieben ist an Freitagen eine Verbindung zwischen Flensburg und München und an Frei- und Sonntagen eine Verbindung zwischen Flensburg und Köln Hauptbahnhof.[6]

Die DB Regionalbahn Schleswig Holstein (RB-SH) fährt im Regionalverkehr zwischen Neumünster und Flensburg mit Regionalexpress-Zügen im Stundentakt. Seit Dezember 2005 wird der einige Jahre vorher eingestellte Interregio-Verkehr wieder im Nahverkehr von der DB Regionalbahn Schleswig-Holstein als „Schleswig-Holstein-Express“ bedient. Seit 2015 verkehren die Züge ohne Namen als RE7.

Nach der Nord-Ostsee-Bahn befährt seit 11. Dezember 2011 wieder die Regionalbahn Schleswig-Holstein die Relation Husum–Jübek–Schleswig–Rendsburg–Kiel mit modernen Triebzügen im Stundentakt.

Linie Verlauf Taktfrequenz Fahrzeuge Eisenbahnverkehrsunternehmen
RE7 HamburgElmshornNeumünsterRendsburgSchleswigFlensburg Stundentakt Twindexx Regionalbahn Schleswig-Holstein
RE74 Husum – Jübek – Schleswig – Owschlag – Rendsburg – Felde – Kiel Stundentakt LINT 41

Gleise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof besitzt drei Gleise, wovon zwei an einem Bahnsteig liegen, der im Personenverkehr genutzt wird.

Die Züge fahren wie folgt:

  • Gleis 1: Fernzüge Richtung Dänemark, Regionalzüge der RB-SH nach Flensburg, Regionalzüge der RB-SH nach Husum
  • Gleis 3: Fern- und Regionalzüge Richtung Hamburg, Regionalzüge der RB-SH nach Neumünster und Kiel

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Kanzow: Zur Kleinbahnstrecke Schleswig–Friedrichstadt. In: Die Museums-Eisenbahn 4/2014, S. 38f.
  2. Ove Jensen: Bahnhof Schleswig: Der Baustopp bleibt, Meldung vom 30. August 2018, abgerufen am 13. März 2019.
  3. Pressemitteilung der Deutschen Bahn. 6. November 2015, archiviert vom Original am 16. Februar 2016; abgerufen am 2. August 2016.
  4. Kursbuchstrecke 131 der Deutschen Bahn, abgerufen am 16. Februar 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Schleswig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien